Ich bin beinahe ratlos

  • Ein mir Unbekannter hat zu Weihnachten einen Honig von mir erhalten und hat höchste Bedenken. Er hat das Probem.


    Zitat

    Allerdings, seit ich um die Problematik des Botulismus und der Pestizidverunreinigung weiß leider (von Honig) davon Abstand genommen.
    Können Sie diesbezüglich für Ihren Honig mitteilen, wie dieser Hergestellt und von welchen Blüten dieser Stammt.


    Wer hat da Erfahrung. Blödeln kann ich selber.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Wer hat da Erfahrung.


    ...sehr teilweise. Vor Jahren kaufte mal eine Kundin Honig bei mir und nach einigen Wochen kam sie wieder zu mir und meinte, sie hätte meinen Honig durch die Lebensmittelüberwachung kontrollieren lassen und die hätten ihr nach der Analyse mitgeteilt, es wäre ein klassischer inländischer Honig, der allen Qualitätskriterien entspricht. Meinen Gesichtsausdruck damals kann ich nicht mehr beschreiben .....


    Ansonsten kann ich nur empfehlen: Honiganalyse (samt Pollenanalyse) machen lassen und anfragen, ob sie auch eine mikrobiologische Analyse bezüglich Clostridium botulinum machen können. Und all die Analysen an den Kunden weiterleiten .....

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hallo Remstalimker,


    Die Problematik des Botulismus hat nichts mit der Herstellung des Honigs - also deiner Hygiene bei der Verarbeitung zu tun, sondern die Sporen werden von den Bienen beim Sammeln bereits mit eingetragen. Darauf hat man also leider keinen Einfluss. Genaueres z.B. bei 'die Honigmacher' Die Sporenzahlen sind aber so gering, dass eine Gefahr nur für Säuglinge besteht. Diese Information kannst du ihm geben.


    Was die Pestizidverunreinigung angeht - bin ich fast genauso ratlos. (Lade ihn auf deine Stände ein, er soll das Risiko selber einschätzen ???)
    Du kannst allenfalls auf allgemeine Untersuchungen zurückgreifen, wonach in Deutschland die Hauptquelle für chemische Verunreinigungen Milbenmedikamente sind. (Hier kannst du je nach Betriebsweise ein geringes Risiko nahelegen)
    Du kannst auch auf Tests von ausländischen Honigen zurückgreifen und damit belegen, dass dieses Risiko bei importierten Honigen je nach Herkunftsland höher ist, als in deiner Umgebung.


    Eine Garantie wirst du ihm nicht geben können, allenfalls kannst du ihm aufzeigen, dass das was du beeinflussen kannst, einwandfrei ist. (Standortwahl, Bienenmedikamentation) Wenn er den Honig danach nicht haben möchte, würde ich ihn zurücknehmen. Wenn er bereit ist, eine Analyse zu bezahlen, biete ihm an, dich um die Abwicklung zu kümmern.


    Erfahrungen hatte ich aber auch noch nicht damit.
    Gruß
    Ludger

  • was hat sie denn da bezahlt?


    ... keine Ahnung.


    Ich meine, kann man als Imker den eigenen Honig dort auch testen lassen?


    ...na klar. Das ist dort, wo der Lebensmittelkontrolleur auch den Honig kontrollieren läßt.... Preise kenne ich nicht, lasse meinen Honig ab & an hier kontrollieren: https://www2.hu-berlin.de/bienenkunde/index.php?id=37

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Sehe da keinen Preis für eine Pestizidanalyse.
    Auf Pestizidrückstände analysiert vermutlich die Uni Hohenheim; siehe z. B.
    https://www.uni-hohenheim.de/f…007_jahresbericht_lab.pdf
    Nach meiner Erinnerung haben auch Stiftung Warentest sowie Ökotest mal Honig auf Rückstände überprüfen lassen; man könnte nachfragen wo.
    Karl

    Etwa 10 Völker auf Dadant an etwa 3 Standorten. "Bienenrasse":roll:: was sich bei Nachbarimkern so bewährt hat.

  • Auf diese Diskussion würde ich mch an der Stelle nicht einlassen. Bei aller Kundenfreundlichkeit kann man da nur verlieren.
    Ich würde zum einen das bereits Gesagte zum Botullismus kommunizieren, zum anderen würde ich darauf eingehen, welche Merkmale den deutsche Honig von den aus EG und nicht EG-Ländern unterscheidet, insbesondere hinsichtlich des Einsatzes von Produkten der Tiermedizin. Außerdem würde ich mitteilen, dass eine genaue Bestimmung der Blüten, die die Biene besucht hat so unverhältnismäßig teuer wäre, dass der Preis für das Glas Honig dann wohl nicht mehr xx sondern yy Euro betragen würde und somit zu einem nicht bezahlbaren Luxusartikel würde. Aber der Standort der Bienen für diesen Honig sei die Gemeinde zz und die Bienen hätten für diesen Honig im Zeitraum von Monat ... bis Monat ... Blüten im Umkreis von bis zu 8 km um diesen Standort angeflogen. Wenn es ihm zu riskant erscheine, diesen deutschen Honig zu essen, müsse er leider davon Abstand nehmen. Dies hieße auch, dass er beim Fleisch fragt, von welcher Wies das Gras der Kühe kommt und von welchem Feld die Kartoffeln für die Schweine.

  • Meine Antwort wäre:
    Unser Honig unterliegt der LM-Überwachung und wird nach den Richtlinien des DIB gewonnen.


    Uns ist es leider aus finanziellen Gründen nicht möglich, unübliche Untersuchungen zu machen.
    Wir würden uns aber freuen, wenn Sie den Honig untersuchen lassen und uns das Ergebnis mitteilen.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Gib ihr die Adresse von einem guten Psychiater.
    War das die Dame, die ihren Bauern verklagen wollte, weil er ihr nicht sagen konnte, welche Blümchen die Kuh gefressen hatte, von der ihr Liter H- Milch stammte?

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo, erstatte dem Kunden den Preis von dem Honig und bitte ihn den Honig fachgerecht zu entsorgen und von weiteren Käufen Abstand zu nehmen.
    Sonst gibt der keine Ruhe.
    Bis bald
    Marcus

    39 Völker 30x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 2xDadant US und 2x Zander und einmal Warre :O)

  • Alleine, was man hier in solchen Threads an Zeit verbringt, bekommt man nicht bezahlt. Ich würde so Kunden spazieren schicken. Die nehmen bald nichts mehr zu sich, weil in allem etwas riskantes steckt.


    Warum soll der Kleinimker auf einmal Verbraucherschützer spielen? Was machen die "Kunden" für den Imker?