Raps 2016

  • Leider sind diese Spritzungen schon sowas wie ein Ritual. Man kann nur hoffen dass hier viele Landwirte umdenken. Ich habe heuer das erste Mal Rapsfelder gesehen die ohne Spritzungen dastehen.

  • Hallo Franz,


    Ritual ist der richtige Begriff. Es wird nicht darüber nachgedacht, warum ich etwas mache. Es wird gemacht, weil es immer schon so gemacht wurde. Wobei "immer" auch der falsche Zeitraum ist. Ich wundere mich immer wieder, wenn die Bauern über kerngesunde Felder fahren und spritzen. Vielleicht fahren sie ja nur Wasser, damit der Nachbar nicht denkt, er sei ein nachlässiger Bauer ...


    Gruß
    Werner

  • Hi,


    auch der Bauer wo ich am Raps stehe kam in diesem Jahr komplett ohne Spritzen aus.


    Rapsglanzkäfer sind kaum vorhanden und auch sonst steht der Raps super da.


    Gruss Joachim


    Mein Raps wurde definitiv nicht gespritzt und ist jetzt am abblühen. Rapsglanzkäfer waren kaum zu sehen. Mein Großlandwirt, der mich immer wieder unterstützt musste neidlos anerkennen, dass er dem Experiment kritisch gegenüber stand, jetzt aber auch beeindruckt ist.
    Ich bin selbst auf den Drusch gespannt.
    Aber die Aussagen, die ich immer wieder zu hören bekam sind typisch: Raps ohne Spritzen geht doch gar nicht! Die Antwort war immer nur ein Lächeln und der Kommentar: schau selbst.


    Gruß
    Werner

  • Auf der einen Seite wird es besser und auf der anderen wesentlich schlechter. Die Bauern bekamen von der EU die Auflage Greening Flächen zu machen. Viele haben jetzt das Problem, dass diese Gründüngung nicht mehr richtig in den Boden eingearbeitet werden könnte, da eine Pflügung nicht sinnvoll ist.
    Der Mais wurde unter erschwerten Bedingungen jetzt gebaut, hier sogar mit deiner Spezialbaumaschine, leider steht noch jede Menge Grünzeug von der Greeningfläche.
    Ihr könnt euch vorstellen was da jetzt an PSM aufs Feld gespritzt werden muss.


    Foto von meinem Balkon aus - im Vordergrund ist der Acker ohne Greeningfläche im Hintergrund mit eingearbeiteter Greeningfläche.

  • und aus den Chaos ertönte eine Stimme und sagte:
    sei froh und lächle, denn es könnte schlimmer kommen
    und ich war froh und lächelte
    und es kam schlimmer!

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Moinsen,


    so ich habe am WE den ersten Rapshonig geerntet. Ging ganz gut mit der neuen Schleuder. Nur hatte ich wieder kristallierte Zellen in einigen Waben. Musste von 8 Zargen (waren halt die ältesten Zargen) eine Zarge mit teilweise festen Bereichen ausrangieren. Die Kisten standen seit dem 18.04. oder 19.04. am Raps. Also alle schnell ernten, deren Kisten ähnlich lange da standen.


    Gruß
    Frank

  • Habe gestern auch geschleudert, hatte auch einen hohen Rapsanteil.


    Bei mir ging noch alles super raus, alle Waben leer geworden. Bei mir ist der Raps allerdings auch noch nicht ganz durch, in drei Wochen werde ich die Reste ausschleudern.
    Allerdings muss ich von der Ernte gestern 11 Rähmchen aufgrund des Wassergehaltes zurückhängen. Ob ich diese in 3 Wochen dann noch entleert bekomme, da bin ich selbst gespannt...

  • Also mein Wassergehalt war super. War zwar wenig verdeckelt (Randwaben fast gar nicht, Mitte vielleicht 20 %) aber im Eimer habe ich einen Wassergehalt zwischen 16 und 16,8%. Ist der reine Rapshonig - also von Völkern, die direkt am Raps stehen.


    Am Donnerstag hatte ich mal Probemessungen gemacht. Da waren einige Räume noch recht feucht - lagen bei 18 bis 19%.


    Mist du etwa alle Waben?


    Gruß
    Frank

  • Hi Frank,


    nein, ich messe nicht alle Waben.
    Ich messe allerdings alle Randwaben und dann soweit nach innen, bis der Wassergehalt passt. Innen nur noch eine Kontrollmessung.


    Verdeckelung war bei mir auch wenig, habe schon Angst gehabt. Messungen aber (bis auf die meisten Randwaben) zufriedenstellend. Habe von 90 Rähmchen 11 aussortiert.

  • ... und es kam schlimmer!


    Stimmt, das Sterben der Brut/Jungbienen hält deutlich länger an, als gedacht. Das ganze Ausmaß hat man aber erst jetzt an den kalten Tagen gesehen, da wurden die nicht lebensfähigen Nachzuchten nämlich nicht weit weg geflogen, sondern lediglich aus dem Flugloch geworfen. Und da kommt ganz schön was zusammen, vor allem im Larvenstadium.


    Die letzte Spritzung dort am Standort ist ja auch schon ne ganze Weile her, da sind die Traktorspuren kaum noch zu erkennen.


    Liegen schon erste Untersuchungen zu Acetamiprid im Rapshonig vor? Wie sind denn da eigentlich die Grenzwerte?


    Grüße Sven

  • Andere wissen grade nicht, wo ihnen der Kopf steht vor lauter Rapsschleuderei, nur der Zwenn zählt immer nur die tote Bienen :eek:


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • ...... wo ihnen der Kopf steht vor lauter Rapsschleuderei ......


    Schleudern denn schon alle?
    Bei uns ist noch ein bisschen Raps ... :)
    Ich bin allerdings auch am überlegen ob dieses Wochenende oder das nächste WE.


    Gruß
    Markus

    Seit 16.4.2014 aktiver Imkerneuling. :daumen: 8 Völker auf Dadant. :)