Raps 2016

  • Hallo,


    ich möchte vielleicht lieber Raps haben, der gelegentlich mal gespritzt wird, als das, was ich derzeit hier an der Backe habe.


    Momentan bin ich sehr frustriert, ich hoffe noch, dass ich es schwärzer sehe als es ist, aber momentan glaube ich, dass das Problem, das ich hier beschrieben habe, mindestens ebenso schlimm sein kann für die Bienen wie PSM. Und es geht massiv auf den Ertrag, zumindest heuer und in meinem konkreten Fall.


    Richtig einschätzen kann ich es noch nicht, aber es scheint ein relativ neues Phänomen zu sein und ich halte es für extrem schädlich für die betroffenen Völker, wenn keine echte Alternative, z.B. in Form eines echten Rapsfeldes in der Nähe ist.


    Siehe meinen gesonderten Faden dazu hier.


    Gruß
    hornet

  • Ich an Deiner Stelle würde mich mit dem Landwirt oder den Verantwortlichen der Agrargenosschaft in Verbindung setzen.
    Der wird Dir sicher Auskunft geben wo er nächstes Jahr Rapsfelder anlegt, die auch abgeernetet werden sollen.
    Denke wenn beide Seiten aufeinander zugehen, lässt sich vieles klären.
    Ich stehe auch mit den Pflanzenverantwortlichen der Aproha hier in Verbindung.
    Er möchte Bienen an seinen Feld und informiert mich, wann gespritzt wird.
    Ist dieses Jahr schon geschehen und ich hab halt für einen Tag zu gemacht.
    Werde sehen ob er noch in die Blüte spritzt, er hat mir zugesichert es nicht zu machen.
    Sind 100ha wo meine Mädels stehen.
    Letztes Jahr hatte ein Kollege aus dem Verein auch an ein Rapsfeld seine Bienen gebracht. Die Bienen wären fast verhungert, weil es sich um eine selbstbestäubende Sorte handelte. Da kommt kein Nektar mehr.
    Sowas läst sich halt nur vermeiden wenn man sich mit dem Verantwortlichen auch mal unterhält.

  • Der wird Dir sicher Auskunft geben wo er nächstes Jahr Rapsfelder anlegt, die auch abgeernetet werden sollen.
    Denke wenn beide Seiten aufeinander zugehen, lässt sich vieles klären.
    ...
    Sowas läst sich halt nur vermeiden wenn man sich mit dem Verantwortlichen auch mal unterhält.


    da liegt ein Missverständnis vor: Ich bin da NICHT extra hingewandert, ich bin bisher reiner Standimker und da in der Nähe ist einer meiner dauerhaften Bienenstände, ganz egal, was drum herum jährlich angebaut wird. Mal viel, mal wenig Raps.


    Ich wusste sogar vorher, dass da kein angesäter Raps wächst, sondern dass es Gründüngung war und hatte eigentlich jeden Tag seit Februar damit gerechnet, dass das untergepflügt wird, doch nichts geschah. Und als das Zeug immer üppiger wurde und zu blühen anfing und wie ein richtiges Rapsfeld aussah, hatte ich mir schon Hoffnungen gemacht, dass er es vielleicht doch als Raps abernten will.
    Jetzt sind satte ~26 ha "Raps" in unter 1km Entfernung auf einen Schlag weg, gut 90% der Rapsfläche im Flugkreis.


    Mit dem Bauern reden werde ich, wenn sich's ergibt, aber das Problem liegt ja sicherlich nicht an dessen Person, sondern daran, dass dieses Vorgehen offenbar derzeit als neue "fachlich korrekte Praxis" propagiert wird. Dort, wo sowas entwickelt und empfohlen wird, liegt also vermutlich das Problem.


    Dieser Bauer hat nur gemacht, was man ihm empfohlen hat. Und Pech oder reiner Zufall, ein paar Kilometer weiter, ausgerechnet da, wo ich einen anderen Bienenstand habe, hat mindestens ein anderer Bauer, ein Groß-Biogasbetreiber die selbe Praxis anwendet.


    Hier ist halt Freising und damit Weihenstephan, Sitz des Hochschul-Bauernausbildungszentrums, da kommt sowas her. Nur leider denken die dort immer industrieller und vermitteln dem Nachwuchs auch immer stärker das bekannte "Wachstum um jeden Preis"-Credo mit den bekannten Folgen für die restliche Umwelt. Es heißt immer "Eigentum verpflichtet", doch das scheint in der Ausbildung eine immer geringere Rolle zu spielen. Stattdessen wird jede Einschränkung, die die enormen Auswirkungen auch abseites der bewirtschafteten Flächen minimieren soll, als schikanöses Hemmnis betrachtet.


    Man muss sich nur mal mit den jungen Bauern unterhalten, die auf ihren seit einigen Jahren monströs angewachsenen Riesenmaschinen sitzen. Die denken ganz anders als noch ihre Väter, das dürfte sogar tatsächlich deutlich erfolgreicher für den Betrieb sein.


    Doch wie es aussieht, zahlt diesen Erfolg, zahlt die Zeche die Umwelt, zahlen wir!
    Und ob sich diese industrielle Fehlentwicklung auch langfristig tatsächlich für die Mehrzahl der Betriebe auszahlt, das bezweifle ich.


    Gruß
    hornet

  • .... "fachlich korrekte Praxis" propagiert wird. Dort, wo sowas entwickelt und empfohlen wird, liegt also vermutlich das Problem...


    Dieser Bauer hat nur gemacht, was man ihm empfohlen hat. Und Pech oder reiner Zufall, ein paar Kilometer weiter, ausgerechnet da, wo ich einen anderen Bienenstand habe, hat mindestens ein anderer Bauer, ein Groß-Biogasbetreiber die selbe Praxis anwendet.


    was glaubst du warum es inzwischen Gegenden gibt, da ist Bienenhaltung so wie du sie betrieben hast schon sehr lange nicht mehr möglich. Genauer gesagt seit Anbeginn von DDT und E605. Doch die Imkerschaft deren Bienen mit diesen Mitteln nicht in Kontakt kamen konnten die ganze Aufregungen nicht nachvollziehen. Die Chemieleute schürten das Ganze in dem sie diesen Problemimkern ihre Qualifikation absprachen. Später haargenau das gleiche mit INSEGAR nochmal. Und als uns 2008 reihenweise die Bienen verreckten wurde der Trick nochmal angewendet. Mit Erfolg!



    ... Weihenstephan..... "Eigentum verpflichtet", ... Stattdessen wird jede Einschränkung, die die enormen Auswirkungen auch abseites der bewirtschafteten Flächen minimieren soll, als schikanöses Hemmnis betrachtet.


    noch schlimmer, man droht mit der Versorgungslage der Bevölkerung!



    Man muss sich nur mal mit den jungen Bauern unterhalten, die auf ihren seit einigen Jahren monströs angewachsenen Riesenmaschinen sitzen. Die denken ganz anders als noch ihre Väter, das dürfte sogar tatsächlich deutlich erfolgreicher für den Betrieb sein.


    wurden sie nicht schon als Kinder von ihren Eltern auf die großen Spielzeugtraktoren gesetzt?


    Doch wie es aussieht, zahlt diesen Erfolg, zahlt die Zeche die Umwelt, zahlen wir!


    zahlen die Bienen nicht auch schon lange den Preis für diese Entwicklung? siehe oben


    Und ob sich diese industrielle Fehlentwicklung auch langfristig tatsächlich für die Mehrzahl der Betriebe auszahlt, das bezweifle ich.


    muss sich doch nicht rechnen
    denn der Grund und Boden ist immer noch gut für eine Fabrik (in der dann Roboter stehen und arbeiten)
    Der Mensch wird aber von all dem empfindlicher und kränkelt. Doch da haben ja die gleichen Konzerne die entsprechenden Medikamente so dass geholfen werden kann. Blöd dass es halt Nebenwirkungen gibt. Aber für die gibt es ja leider auch wieder Medikamente.


    Letztlich hat das Ganze noch einen weiteren positiv besetzten Aspekt, denn das Ganze verkürzt auch den Bezugszeitraum der Renten.


    Also warum muss man sich über so was noch Aufregen?


    Wenn es doch prima funktioniert?

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Hallo Chris,


    hatte heute auch so eine Zarge - hatte ich bisher noch nicht - also was macht man in so einem Fall?
    Ich habe die Sorge, wenn es jetzt anfangen sollte zu honigen, dass die Kristallisierung sofort weiterläuft?


    Gruß
    Ludger

  • Hallo,


    auch ich habe heute alle Völker durchgesehen und hier und da sind leider auch solche Kristallisierte Waben oder Teilstücke dabei, ich denke das in der letzten kalten Woche, die Bienen sich teilweise aus dem Honigraum zurückgezogen haben und der Nektar/Honig nicht genug gewärmt wurde, somit ist die Kristallisation eingetreten, es wird wohl in diesem Frühjahr ein Problem sein/werden.
    Besonders die nicht Superstarken Völker zeigen dieses Problem.


    Schöne Grüße


    Jürgen

  • Die Börde meldete gestern ihren ersten Tracht-Tag im Jahr 2016.
    Im Schnitt 6 kg. Das lange Warten hat sich gelohnt ;)
    Wetteraussichten sind hervorragend, Raps kurz vor Vollblüte.
    Aber es konnte mal regnen.
    Gruß Sanni


  • Ich fürchte der früh eingetragene Raps beginnt bereits zu kristallisieren.


    Du befürchtest richtig. Das wird beim Schleudern zum Problem, die Siebe *versulzen* ruck zuck. Die Waben etwas *schonender* zu schleudern -damit die Kristalle möglichst in den Zellen bleiben- und zu hoffen, dass bei der Rückgabe der Honigwaben die Bienen diese *säubern*, bringt auch nicht so viel, denn dort, wo der kristallisierte Honig in den zellen verbleibt, machen die Bienen oft einfach wieder nen Deckel drauf, denn gefüllt mit feinsten Honig ist diese ja....


    Oft sind die Bereiche mit kristallisiertem Honig relativ klar abgegrenzt (wenn z. B. die Schlechtwetterperiode reichlich eine Woche dauert und in dieser Zeit gar nichts mehr eingetragen wird, hinterher es aber wieder honigt). Da habe ich tws. nur die *flüssigen* Teilbereiche entdeckelt und dann so geschleudert, das ergibt aber oft wabenbruch, geht mit Halbrähmchen noch am besten. So oder so ist es eine Strafarbeit, die wenig bringt.


    Am besten scheint fast aufheben zu sein und zum Trachtende umtragen lassen, mtw. auch als Winterfutter.

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)


  • Der Raps beginnt langsam abzublühen und der erste grüne Schimmer ist zu sehen

    Trotzdem, oder gerade deswegen, honigt es wie dolle


    Die Völker ersaufen förmlich. Doch schon wieder zu zaghaft gewesen mit der Honigraumgabe :-(
    Der erste ist voll und ist im Kernbereich zu 1/4 verdeckelt, der Rest in Arbeit. HR2 zu 80% voll...und wo ein dritter und vierter drauf ist, da ist noch Platz - leider haben nicht alle Völker bekommen. Prompt hing natürlich heute ein richtig fetter Schwarm im Baum


    Ich Trottel freute mich noch die Schwirrläufer, von denen ich bei Seeley gelesen habe, zu sehen. Als ich 20min später mit Beute und Leiter ankam, war der Schwarm natürlich weg:roll:


    Jetzt, vor dem Wetterumschwung, macht ein weiterer HR wohl kaum noch Sinn, oder etwa doch? Ausgebaute Waben sind aber Mangelware.
    Montag wird - sofern das Refraktometer will - geschleudert und dann können die die leeren Räume nochmal volltragen. So zumindest mein Plan.

  • Am besten scheint fast aufheben zu sein ... auch als Winterfutter.


    Kannste vergessen. Das werden in kurzer Zeit Zuckerbretter, kannste auf der Kreissäge Würfelzucker draus machen.


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    Ist der Mörderhammer, was rapsmäßig gerade abgeht, und das bei böigem Wind bis 60 km/h, daß der Bienenwagen wackelt.

  • Hallo Spurbiene,


    ich habe das letztes Jahr gemacht. Testweise eine Zarge mit kandiertem Rapshonig einem starken Volk untergesetzt und im Februar den HR entnommen. War blitz blank - alles weg.


    Gruß
    Frank

  • Hallo zusammen
    Würdet ihr bei der bevorstehenden Kältewelle noch den Raps anwandern? Bei uns waren eben die Kirschen fast gleichzeitig mit dem Raps, deshalb liess ich die Bienen auch beim Obstbauer stehen. Jetzt sind Kirschen verblüht und ich könnte an ein Rapsfeld wandern. Der Raps ist aber auch schon 3/4 vorbei und nun wird's ein paar Tage kühler, da frage ich mich, ob sich der Aufwand noch lohnt?


    Beste Grüsse
    Thomas