Raps 2016

  • Hey vielen Dank für die Antworten! "Benachbartes" Feld heisst in diesem Fall bei mir zum Glück nicht zu den Bienen benachbart, sondern zu meinem Elternhaus. Zur Spritzung war ich leider nicht da, sonst hät ich ihn mal gefragt.. Letztens habe ich jedoch festgestellt, dass auf der anderen Seite des Feldes ein Bienenhaus steht. Also echt direkt dran.
    Ich hab dann wie ich gekommen bin, ca. 2h nachdem gespritzt wurde, mal ins Feld und in die Blüten geschaut, und keinen Käfer etc gesehen. Auch das Mittel war allerdings schon verdunstet.


    toyotafan : richtig ich habe die Arbeit gemacht. Einer Doktorarbeit zugearbeitet. Was bei der Arbeit wie bei fast allen anderen Abschlussarbeiten fehlt is die statistische Relevanz. Auch die Methodik lässt sich in 3 Monaten kaum perfektionieren. Nur weil ich das gemacht hab kenn ich mich trotzdem nicht mit den zigtausend Mitteln aus. Den Part der Pestizidauswahl habe ich nicht selber übernommen, die waren nach den Analysen des Debimo ausgewählt wenn ich mich recht erinnere.

  • Bei Rapsvolltracht haben viele Sammelbienen noch nicht einmal die Zeit/Kraft, sich auf dem Heinmflug ordentlich zu kämmen. Die kommen dann schwefelgelb ganzkörper-pollenbepudert an.


    Meiner Meinung nach sehen sie so aus, wenn sie die Maiblume bzw den Löwenzahn beflogen haben.


    Ich habe gestern nochmal geschaut, die Pollenhöschen aus dem Raps sind doch fast ganz so groß wie aus der Weide, dazu muß man die Bienen auf dem Feld beobachten.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)


  • Werden sie dem Imker die Wahrheit sagen, was sie gespritzt haben?


    Deswegen sind in #174 die Überprüfungsmöglichkeiten benannt. Die Spritz-Pflichtdokumentation ist nur mit erheblichem Aufwand manipulierbar, die digitale einigermaßen fälschungssicher konfiguriert. Außerdem wird bei einer amtlichen Überprüfung beileibe nicht nur die bloße Eintragung im Spritzbuch geprüft, sondern die gesamte Dokumentation mit dem IST verglichen. So fallen Unstimmigkeiten bspw. zwischen PSM-Bestellmengen, ausgebrachten Mengen lt. Dokumentation und Lagerrestbeständen auf. Das wirtschaftliche Risiko bei Entdeckung von Spritzregel-Verletzungen ist erheblich und existenzgefährdend z.B. Fördermittelrückforderung nicht nur bzgl. der betroffenen Feldblöcke und des lfd. Jahres, sondern bezogen auf den gesamten LW-Betrieb und rückwirkend auf die gesamte Förderperiode. Und die Kontrollen sind scharf, das kannst Du glauben. Ich kenne bspw. einen Berufsschäfer, dem wurden kürzlich 2 kleine Angler-Treppenstufen (< 90 cm) per Luftbildkontrolle aus seiner geförderten Pflege-/Weidefläche herausgerechnet, einem LW-Betrieb ein als Werbeträger abgestellter PKW-Anhänger etc.
    Ggf. kann mittels Rückstandsanalyse des eingetragenen Nektars/Honigs auch noch nachträglich eine Spritzbuchfälschung nachgewiesen werden. Da kommt es aber auf die konkreten Bedingungen vor Ort an.
    Also: Konkrete Tatumstände ermitteln, dann erst urteilen, nicht schon vorher.

  • Hallo Blütenbiene, Dein Einwurf klingt für mich nicht gerade so, als wenn Du überhaupt Interesse am Kontakt zu den Landwirten hättest. Ich kann es nur empfehlen.


    Klingt nur so.
    Letztes Jahr hatten wir im Verein den Landwirt und die Vertreterin der Firma, welche die Spritzungen übernimmt eingeladen.
    Mein Eindruck war, dass man mit ihm reden konnte. Bei ihr sa das schon anders aus. Mein Vorschlag mit den Drop Legs wurde sofort kategorisch abgelehnt mit der Begründung wer das bezahlen soll.
    Abend´s oder in der Dunkelheit spritzen geht auch nicht, weil sie Angst haben in der Dunkelheit mit der breiten Spritze irgendwo anzufahren usw.


    ribes


    da ich erst seit letztem Jahr Bienen halte, bin ich mit der Materie noch nicht so vertraut. Deshalb habe ich es ja auch als Frage formuliert.
    Außerdem ist es für mich im Moment noch schwierig die Bewirtschafter der Felder zu ermitteln. Als Erwerbstätiger kann ich ja auch nicht den ganzen Tag am Feld stehen und warten bis einer vorbeikommt (etwas überspitzt gesagt).
    Aber das wird schon noch werden.

  • "So ab und an kommen Bienen, dass könnte dann doch von einem Rapsfeld sein. Mir fehlt halt der optische Eindruck, wie dick der Pollen ausschaut, den sie mitbringen."


    nahezu untrüglich ist das *Rapszeichen*, welches Rapsbesucherinnen mitbringen -auch wenn sie keine Pollensammlerinnen sind. Direkt auf der Stirn, Abdruck vom Pollenstempel, oft wirklich wie ein kleines Kreuz.

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • ... Mein Vorschlag mit den Drop Legs wurde sofort kategorisch abgelehnt mit der Begründung wer das bezahlen soll..


    Ja das sind die Todschlagargumente von Seiten der Anwender


    das war beim Mais und deren Sägeräte auch nicht anders


    .
    Abend´s oder in der Dunkelheit spritzen geht auch nicht, weil sie Angst haben in der Dunkelheit mit der breiten Spritze irgendwo anzufahren usw.


    das ist schon so


    aber nach Bienenflug kann auch bedeuten, dass an manchen Tagen die Bienen schon um 17 Uhr keine Lust mehr haben in den Raps zu fliegen. Und bis 19 Uhr sind es immerhin 2 Stunden!


    ...da ich erst seit letztem Jahr Bienen halte, bin ich mit der Materie noch nicht so vertraut....


    daher sollten das diejenigen im Verein machen die auch Sattelfest sind.

    ......Außerdem ist es für mich im Moment noch schwierig die Bewirtschafter der Felder zu ermitteln. Als Erwerbstätiger kann ich ja auch nicht den ganzen Tag am Feld stehen und warten bis einer vorbeikommt (etwas überspitzt gesagt).
    Aber das wird schon noch werden.


    allein die Tatsache, dass du (an einem WE z.B) im Dorf rum fahrst und Pasanten fragst wem dieses Rapsfeld gehört und vielleicht auch noch streust, dass du Imker bist, lässt das Arabische Telefon anlaufen und man erkennt recht bald das Problem.


    Fragen kostet nichts


    manchmal gibt es halt Antworten, mit denen man nichts anfangen kann....


    das gehört aber zum Leben

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Mein Kollege hat an seinem Standplatz am Wohnort die ersten vergifteten Bienen entdeckt. Der Raps bei ihm ist mehrere hundert Meter entfernt und er steht oder stand in Kontakt mit dem bearbeitenden Landwirt/Lohnunternehmer. Er ist auch nicht der einzige Imker an seinem Wohnort, nur leider ist das Dorf von Raps umzingelt. Mit den später angesäten Bohnen im Vorjahr soll es noch schlimmer gewesen sein... Er will jetzt probeweise einen Stand mit einem Volk in der Nähe des Arbeitsplatzes einrichten, da dort vorrangig nur Weideland und ein überschaubar großer Wald im Hauptflugbereich liegt. Und es ist ein Standplatz, den er von der Arbeit aus leicht erreichen könnte.


    Da ich es erst seit drei Jahren intensiver mit Bezug zu Bienen verfolge, aber die allgemeinen Diskussionen schon länger kenne, bin ich mittlerweile davon überzeugt, dass das landwirtschaftliche Gejammer wegen angeblich ertragsreduzierender Fehl-Bestäubung nur und ausschließlich der Form halber vorgebracht wird. Ihre Erträge bekommen die Landwirte auch ohne Bienen, was kein Geheimnis ist. Sie wissen aber sehr gut, dass sie mit Bienen mehr ernten können. Wenn die Sortenerträge zu gering sind, sollten sie über andere(s) Saatgut/Sorten oder andere Lieferanten nachdenken.


    Das wird dem Normaloverbraucher oder Anwender zu alltäglichen Dingen auch empfohlen. Sogar hier wird Imkern von Imkern empfohlen, den Standort zu wechseln... Nicht nur das Angebot am Markt regelt, auch der Verbraucher kann regeln. In diesem Fall ist auch die Landwirtschaft Verbraucher, wenn auch in einem etwas anders gelagertem Abhängigkeitsverhältnis. Davon, dass man aus Gründen als "Erzeuger" auf Rapshonig verzichten will oder als Verbraucher darauf verzichten sollte, will mein Kollege selbstverständlich auch nicht hören. "Ja aber Rapshonig wird ja verlangt..." heißt es dann.


    Gruß Andreas

  • ich habe auch bedenken, wenn der Raps so nah ist (30m bzw 300m, am 2.Stand ca 1km) , letztes Jahr mit Kontakt zum Bauern, wurde nur abends gespritzt, keine sichtbaren Schäden, aber die Damen des Stands waren ALLE 1 Woche SEHR GEREIZT, wie nochmals im August/September während der Einfütterung ca 2 Wochen lang nach Saatbettvorbereitung mit Glyphosat.
    Dieses Jahr kenne ich die Besitzer/Pächter der dem Stand naheliegenden Flächen noch nicht, mal sehen was das Wochenende bringt. Ich werde jedoch sicherheitshalber die Völker für die Weisel-Nachzucht verstellen, um das Risiko zu vermindern.
    Bei den Berliner Bienen ist Raps & PSM zum Glück kein Thema.
    Gruß Fred


  • Nicht nur das Angebot am Markt regelt, auch der Verbraucher kann regeln. ...


    Raps, und somit die unerbittliche Pestizidausbringung, hat hierzulande aber eine politische Dimension, das sollte man nie vergessen. Biodiesel und Bioölbeimischungen allüberall, _gesetzlich erzwungen_, als nachwachsender Rohstoff verbrämt, fragt die "Grüne" Partei. (Maiswüsten dito) Aufgrund dieser politischen Dimension wird hier niemals ein Impuls vom Verbraucher ausgehen. Zaghafte Ansätze werden unterdrückt (Oder spricht noch jemand von der TTIP-Demo mit >100.000 Teilnehmern?) Was man auch berücksichtigen sollte, wenn man dem "Verbraucher" die Verantwortung zuschreibt, ist, die Mehrheit derer lebt in Städten, da fährt keine Spritze 5x im Jahr ['normaler' Rapsanbau] am Gartenzaun entlang, die kümmert das nicht. Außerdem sorgen doch die verantwortungsvollen Politiker für Gesetze zum "Verbraucherschutz", also alles in Ordnung, weiterschlafen.


    Durch die Kälte kann man dieses Jahr froh sein, wenn man überhaupt Rapshonig rausbekommt. Ein fettes Rapshonig-Jahr wird das schon mal nicht. So schätze ich das ein. Mancher Imker wird sich dieses Jahr fragen, ob die negativen Aspekte am Raps nicht die Vorteile zunichte machen, bei dem mäßigen Ertrag.

  • Ja Spurbiene, wir reden speziell bei Raps und auch bei Mais von einem schweren Fehler im System. Ich zielte aber speziell auf die Landwirtschaft, die hier Verbraucher ist, nämlich Verbraucher und Verarbeiter von Saatgut und speziellen Sorten, die angebaut werden. Die Abhängigkeit ist bestimmt nicht ganz freiwillig, aber auch da hat es jeder selbst in der Hand.


    Wenn in einem Werkzeugbau ständig die Spindeln an "fetten" Karbidbrocken in bestimmten Normalien abreißen, wird irgendwann der Stahlhändler oder das Stahlwerk gewechselt. Wenn die Fräser zu schnell stumpf oder nach geringer Laufzeit zu ungenau werden ebenfalls. Wenn mein Auto mit E10 mehr verbraucht, als mit E5, tanke ich kein E10. Deshalb muss es mir auch niemand als Vorteil einreden. Hier hat der Verbraucher geregelt und sollte dafür auch noch zusätzlich als erzieherische Maßnahme an anderer Stelle wieder draufzahlen, um den teuren Systemfehler finanziell auszugleichen...


    Wenn mich mal jemand nach Raps fragen sollte, sage ich, dass es den von mir nicht geben wird, weil ich ihn selbst nicht mag und er zu gefährlich ist. Eigentlich müsste jeder Imker seinen Rapshonig wegen der erschwerten Erzeugung und der Bienenverluste teurer verkaufen, als die wenigen wirklichen Edelhonige wie Edelkastanie oder Tanne kosten...


    Gruß Andreas

  • In meiner direkten Umgebung gibt es neben kleineren Agrarbetrieben 2 größere. Der eine hat dieses Jahr ca. 250 ha Raps der andere mehr als 600 ha. Beide haben die Vorblütenspritzung abgeschlossen. Jetzt kommt noch die Vollblütenspritzung. Da die Flächen so groß sind, sagen die Agrarunternehmen, können sie nicht nur außerhalb der Bienenflugzeit spritzen, weil sie dann nicht alles behandeln können und der Rapsglanzkäfer ist in diesem Jahr hier massiv vorhanden. Also werden sie auch während des Flugbetriebes spritzen . Deshalb habe ich die Felder noch nicht angewandert und warte bis die Spritzung durch ist, auch wenn es angeblich nur ein B4 - Mittel ist. Jedoch egal wohin ich fahre, die Maximalentfernung zum nächsten Raps ist höchstens 2000 -2500m.

  • ...schwierig die Bewirtschafter der Felder zu ermitteln


    Die Multimethode von Toyotafan hat neben ihrem Charme auch den Vorteil der erwünschten Nebenwirkungen des arabischen Telefons.
    Zuverlässige Informationen bekommt Imker auf Anfrage beim zuständigen Landwirtschaftsamt, manchmal auch bei der Kommune. Das rechtliche Interesse des Imkers begründet auch den Rechtsanspruch auf Auskunft. S.a.:
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=49943
    Imker, die häufiger mit Konflikten durch landwirtschaftliches Arbeiten rechnen müssen oder massenhafte Auskünfte wollen (z.B. Flugkreisüberblick), sollten sich zuvor kundig machen, welche Feldblöcke wo liegen. Da bekommt man williger und schneller Auskunft von der LW-Verwaltung. Eine entsprechende Karte der Feldblöcke im Flugkreis gehörte dann über den Schreibtisch eines jeden solchen Imkers.

  • Bienenhalter : habs ja nich so weit bis zu Dir....ich kann dich beruhigen so siehts hier auch aus. Es ist in meiner Gegend einfach nicht möglich aus dem Flugbereich vom Raps weg zu rücken. Man sollte sich auf einer Karte immer vor Augen führen was 2,5km oder so Luftlinie bedeuten....


    Bis jetzt ist es immer ganz gut gelaufen. Ich hoffe ja das die Blütenspritzung vllt. bei kühleren Temperaturen jetzt stattfindet da die Völker momentan nur sehr mäßig fliegen.

    Carnica und Buckfast in Segeberger Styro DN u. DN 1,5