Honig in Mikrowelle auftauen

  • Hallo zusammen,


    spricht etwas dagegen Honig (Glas) in der Mikrowelle aufzutauen?


    Eine Kundin hat mir erzählt, daß sie zu fest gewordenen Honig einfach in der Mikrowelle wieder cremig macht. Ich habe es ausprobiert, 500g-Glas 30s in meiner 600W-Mikrowelle und das Ergebnis war gut.


    Passiert dabei irgendwas negatives mit dem Honig?


    Gruß Jörg

  • Hallo Jörg,


    auf dem Honigkurs hatte man uns davon abgeraten, da es schnell dazu kommen kann, dass der Honig zu heiß wird. Ansonsten spricht eigentlich nichts dagegen - so zumindest der Kursleiter im Kurs.


    Gruß
    Frank

  • Ich mache das für meinen Eigenbedarf, dann aber Mikrowelle auf kleinste Stufe und wirklich nur ANtauen und dann gut durchrühren ( ist recht fest noch der Honig, man kann ihn GERADE SO rühren)
    Somit wird er auch cremig feinsteif.

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Moin Jörg,


    jedenfalls ein Blechdeckel spräche dagegen.


    Aus Versuchen mit Holzstücken, zwecks Entwurmung unternommen, weiß ich, dass zumindest meine dazumalige Mikrowelle nicht wirklich gleichmäßig erwärmte: Außen noch gut anzufassen, qualmte es schon von innen heraus. Qualmte, nicht dampfte, und war schwärzlich verfärbt. Bei Honig hätte ich also Bedenken wegen kleinräumiger Überhitzung.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Also bei 600W = Vollgas erzeugt man zuviel Hitze, der Honig wird blitzschnell wärmer als 40°C. Ich mache daß bei 90W = schwächste Stufe, da braucht ein 500g Glas je nach dem wie stark kandiert schon mal 4-5 Minuten, meist mache ich es in Etappen, also erst mal 2 Minuten, dann versuchen umzurühren.
    Habe daß bisher nur mit einzelnen 500g Gläsern gemacht.
    Metall am Glas geht in der Mikrowelle schon mal garnicht, schalt mal auf 600 Watt dann hast du ein wunderschönes MiniGewitter in der Mikrowelle, sofern der Ofen nicht in Rauch aufsteigt.
    Die Aussage in den Kursen man solle nicht, legt die Vermutung nahe "wenig Ahnung von Kochen und Küchengeräten".
    Wenn mit der Mikrowelle erwärmen, immer auf schwächster Stufe!! Wir wollen den Honig ja nicht kochen. Und immer in Etappen also nach 2 Minuten nachsehen, dann weitere 2 Minuten, usw.


    Man kann keine pauschalen Zeiten angeben, da sich nicht errechnen läßt wieviel Energie notwendig ist um den Honig fließfähig zu bekommen, da daß ja wieder vom "wie stark kandiert" abhängt.
    Aber es ist für ein paar Gläser die schnellste Art Honig schonend fließfähig/flüssig zu machen.


    Ich hatte mal in einem Glaß einen Rest an Honig zu stark mit 600W erhitzt, dann durfte ich die Mikrowelle putzen, der Honig hing halb verbrandt an den Wänden des Ofens. Auch wenn ich mich wiederhole, bitte nur mit niederigster Stufe in der Mikrowelle und immer in Etappen.


    LG Martin

  • Biophysikalisch einiges. Aber das wollt ihr nicht wissen - zu esoterisch.


    Du meinst mit anderen Worten, die Mikrowelle ist eine Art Lebensmittel-Krematorium, stimmt's?:wink:


    Allerdings kann auch ich nur betonen, dass es in der Natur der Sache liegt, dass die Mikrowelle die eingelegten Objekte höchst unregelmäßig erwärmt. Man versucht ja deshalb bei vielen Modellen diesen Effekt durch Drehteller abzumildern.
    Dennoch wird sich jedes größere Objekt höchst unterschiedlich erhitzen. Bei einem Glas Wasser ist das harmlos und wird obendrein durch die einsetzende Konvektion schnell wieder ausgeglichen. Bei festen Objekten wie auch einem harten Honigglas sieht das aber schon ganz anders aus.
    Von außen kann man nur bedingt feststellen, ob nicht irgendwo im Innern eine besonders heiße Zone entstanden ist.


    Rein technisch wird es gehen und angesichts der sehr kurzen Einwirkzeit wohl auch harmlos sein, aber ich würde es bei Honig dennoch nur im Notfall und dann nur in der kleinsten Auftaustufe machen.


    Gruß
    hornet

  • Je nach Preis der Mikrowelle wird viel bis garnichts gegen die ungleichmäßige Verteilung der Mikrowellen getan. Aber bei einer guten MW würde ich 4 Gläser zentral in der Mitte aufgestellt als unproblematisch betrachten. - Gut ich koche seit 30 Jahren, und genauso lange benutze ich eine Mikrowelle - nicht nur zum auftauen und erwärmen.


    VG Martin

  • Guido Eich hat beim vorletzten Honigkurs dringend von der MW als Verflüssigungsgerät abgeraten, da die Zuckerketten oder -moleküle innerhalb von etwa 1/10s "umklappen", bzw, sich komplett umformen, so dass aus hochwertigem Honig eine wertlose Zuckerplörre mit Honigaroma entstünde. Offenbar hat man entsprechende Versuche gemacht, sonst hätte er nicht so konkrete Aussagen dazu machen können.


    Gruß Andreas

  • Auf keinen Fall Mikrowelle - die spezifischen Zuckermoleküle sind derart zerstört das danach nicht mal mehr Honig drauf stehen darf. So könnte man es fast schon sagen.


    Gruß Enrico


    Bitte mit Untersuchungen/Links belegen, sonst hat die Aussage einen negativen Beigeschmack, Danke.


    VG Martin

  • Mein Pa schwört drauf. Aber dem schmecken ja auch noch die letzten Gläser meines allerersten Honigs von vor 30 Jahren..

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter