Frage an die Berliner und Brandenburger hier im Forum zur Ox

  • Hallo Zusammen, ich bin mir momentan sehr unschlüssig wann genau ich die Winterbehandlung mit Oxalsäure machen soll. Ich habe seit Anfang Dezember mit einigen anderen Imkern gesprochen und alle meinten noch abwarten weil zu warm und noch nicht brutfrei. Deshalb die Frage an alle hier im Forum, die aus der Berliner/Brandenburger Gegend kommen. Habt ihr schon behandelt oder wartet ihr noch? Viel Zeit ist ja nicht mehr. LG mahahi

  • Länger zuwarten würde ich nicht. Wir hatte Ende November kaltes Wetter und ich habe entsprechend Mitte Dezember behandelt.
    Wenn die Tage wieder länger werden (also ab jetzt) und der Winter mild bleibt (so sieht es bisher aus), werden die Bienen nicht mehr aus der Brut gehen, wenn sie es nicht schon sind, oder wieder in Brut gehen, wenn sie es nicht schon waren.


    Wolfgang
    (knapp an der Grenze zur Prignitz)

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Moin mahahi ,


    nach Prognose und persönlicher Beurteilung der Lage : keine wesentliche Wetteränderung in Sicht . Befinde mich am Rand von Preußen , also grob in dem Gebiet , welches du ansprichst .
    Habe vorgestern Oxuvar geträufelt , Bienen saßen relativ gut zusammen , und machten ordentlichen Eindruck .
    Behandele , warte nicht länger .
    Es ist vom Wetter her nicht sonderlich gut , doch egal : Augen zu , und durch , ist besser als nichts getan .


    Gruß hannes

  • Hallo Mahahi,


    ich schließe mich komplett Wolgangs Meinung an:
    Wenn du dir die 7-Tage-Wettervorrausschau ansiehst, daran denkst, dass du ja nur noch ein paar Tage bis zum Jahreswechsel als gesetzlich vorgeschriebener Deadlinie hast, die Tage jetzt (endlich) wieder länger werden, solltest du unbedingt möglichst rasch behandeln.


    Und kontrolliere dabei auch gleich grob auf Futter!
    Ich habe die Behandlung am Wochenende durchgeführt und dabei feststellen müssen, dass bei ganzen fünf Völkern das Futter bereits jetzt knapp geworden ist, dass ich denen kommendes Wochende Futterteig auflegen werde.


    Frohes Fest
    DOMMY

  • Ich habe noch nichts gemacht!
    Hier war (Citylage) war auch noch kein echter Frost. Die Calendula vom Sommer blüht noch als Bienenweide, die Bienen sind auf allen Wabengassen, sitzen nicht in der Wintertraube und es gibt Brut. Wozu also die Bienen mit Toxin behandeln, denn nach Oxalsäure sterben immer welche.
    Ich hatte 10 Tage Windeln drunter, die meisten Völker hatte keine oder eine Milbe, nur 1 Volk hatte 4 Milben.
    Unsicher bin ich mir trotzdem. Was meint Ihr?

  • Hallo,
    auch dieser Winter stellt den Imker vor Herausforderungen in Punkto Varroabehandlung und es steht neben der OS auch noch MS zur Verfügung. Ich habe in diesem Jahr aufgrund des für meiner Meinung nach OS ungünstigen Witterungsverlaufes die Sprühbehandlung mit MS als Mittel gewählt. Sicher unschöne die Völker nochmals auseinander zu reißen aber es geht um den Wirkungsgrad.
    Erfahrungswerte habe ich nicht, aber Oxalsäure benötigt eine Wintertraube und das sind nicht mehr alle Völker in selbiger.
    Wir haben die Wintersonnenwende hinter uns und ab jetzt steigt die Gefahr das die Völker bereits wieder in Brut gehen, was die Wirkung nochmals reduzieren könnte...


    LG
    Andreas

  • Dass dieses Wetter uns Imker wieder vor grosse Herausfoderungen stellt ist richtig, der eine oder andere
    wird dies möglicherweise erst im Frühjahr vor Augen geführt bekommen.
    Auch ich habe sehr wenig natürlichen Varroa-Totenfall und auch nach der Träufelung mit OX fielen nur
    wenige Milben. Das beruhigt mich in diesem Jahr überhaupt nicht sondern macht mich äusserst skeptisch.
    Übrigens sehe ich in der Behandlung mit MS keinen Vorteil gegenüber dem Träufeln, höchstens dann wenn
    Du die Brutflächen ausgeschnitten hast. Hast Du ?


    mfg
    hartmut17

  • Hallo hartmut,
    Brutflächen waren höchstens im vernachlässigbaren Bereich vorhanden, so das ich da nicht noch tiefer im Volk wühlen wollte als es mir ohnehin schon Magenschmerzen bereitet hat.
    Weiterer Vorteil in der Milchsäure wäre zumindest für mich das man im Zweifelsfall eine zweite Behandlung hinterherschieben könnte, falls Zweifel anhand der gefallenen Milben aufkommen sollten.


    LG
    Andreas

  • A propos gesetzliche Deadline.
    In den Bioland Richtlinien steht:


    "4.10.2.6 Bienengesundheit
    Der Einsatz von chemotherapeutischen Medikamenten
    ist verboten. Lediglich zur Bekämpfung der Varroa-
    Milbe ist neben biotechnischen und biophysikalischen
    Methoden der Einsatz von
    p
    Milchsäure
    p
    Ameisensäure
    p
    Oxalsäure
    zugelassen.
    Für diejenigen Bienenvölker, die mit ihrem Wabenbau
    zur Honiggewinnung verwendet werden sollen, ist der
    Einsatz dieser Mittel nur in dem Zeitraum zwischen de
    -
    ren letzter Honigernte des Jahres und dem 15. Januar
    des folgenden Jahres zulässig. "


    Das ist eine Überraschung für mich, was stimmt den nun?


    Gruß David

  • "aber Oxalsäure benötigt eine Wintertraube "- woher weißt du das so genau ? obi


    Hallo hannes,
    ich leite das einfach mal aus dem Satz aus dem Behandlungskonzept BW der Uni Hohenheim ab...

    Zitat

    Oxalsäure wirkt über Kontakt und daher umso besser, je enger die Völker sitzen. Am besten die eng sitzende Wintertraube bei Temperaturen

    unter 5°C beträufeln!


    und nein, ich habe ds nicht verifiziert, gehe aber mal davon aus das man sich in Hohenheim doch ein klein wenig mit Bienen auskennt.
    Man kann sicher alles anders machen, nur muss man dann den Sinn der Maßnahme hinterfragen. Was will ich denn mit der Träufelung erreichen? Einen maximalen Wirkungsgrad und dazu gehört nunmal das die Rahmenbedingungen passen. Sicher wirkt Oxalsäure auch ohne Wintertraube, nur offensichtlich mit geringerem Wirkungsgrad.
    LG
    Andreas


  • Die Standardzulassung für Milchsäure sieht keinen zwingenden Abschluss der Behandlung bis Jahresende vor. Das steht nur: "Wartezeit für Honig: Bei Spätherbst-/Winterbehandlung keine". Anders als bei der Oxalsäure, wo von einer Herbstbehandlung die Rede ist.
    Für Ameisensäure ist die Behandlung auf die Zeit nach der letzten Honigernte begrenzt.
    Da der Winter - je nach Definition - nicht vor dem 1. März endet, wäre also bis dahin noch eine MS-Behandlung zulässig.



    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Ich habe heute Milchsäure angewendet, habe bisher keine Erfahrungen mit der Winterbehandlung damit gehabt. Aber Spass hat das Ganze weder den Bienen noch mir gemacht. Die waren gar nicht freundlich und wabenstet, sondern ziemlich wild. Keines der Völker sass in einer engen Wintertraube, Die meisten hatten gar keine oder nur sehr wenig Brut. bei den Zweizargern gab es alles. Bienensitz oben, Bienensitz unten und auf beiden Zargen, aber auf jeden Fall schlechte Laune und Stiche durch die Gummihandschuhe. Hoffentlich habe ich den Bienen geholfen!

  • Hoffentlich habe ich den Bienen geholfen!


    Hallo,
    meiner persönlichen Einschätzung nach ja.... und ja, es ist nicht angnehm diese Art der Winterbehandlung.
    Du hast Dir auch einen relativ milden Tag ausgesucht... bei mir ging es schon gegen 9:30 an den Stöcken teilweise lebhaft zu...
    Ich weiß das einigen der Bienenflug zu Weihnachten nicht fremd ist, hier in Berlin waren die in den letzten Jahren zumindest immer drinnen und für mich ne neue Erfahrung.
    LG
    Andres