Schwarmverhinderung durch 9 Tage-Bannwaben-Methode ....Erfahrungen

  • Hallo !


    Nach etwas längerer Abwesenheit im Forum nun mal wieder eine Frage.....hat Jemand Erfahrungen mit dieser Art der Schwarmverhinderung ?



    Ende April, wenn die Völker stark sind und der Schwarmtrieb so langsam in den Fokus rückt, wird die Königin auf eine frische und unbestiftete Wabe gesetzt, die wiederum in einem Wabenkaefig eingeschlossen wird.


    Genau auf dieser Wabe soll sie nun stiften, während alle anderen Zellen ausserhalb der Bannwabe normal verdeckelt werden (wie gesagt, Volk ist noch nicht in Schwarmstimmung). Nach 9 Tagen wird nun die Königin entnommen und die Bannwabe wieder ohne Käfig ins Volk zurückgehängt. Gleichzeitig wird das Absperrgitter zum Honigraum entfernt.


    Nun werden die Bienen ausschliesslich auf der "ehemaligen" Bannwabe (frische Stifte) Nachschaffungszellen errichten können (alle anderen sind ja bereist verdeckelt worden).
    Diese werden nun bis auf EINE EINZIGE entfernt.


    Hieraus soll die neue Weisel schlüpfen....kurz vor dem Schlupf wird das Absperrgitter wieder draufgelegt.


    Ergebnis: gezielte Nachschaffung auf einer Wabe....
    keine weiteren Kontrollen wegen Schwarmstimmung notwendig
    durch das fehlende Absperrgitter tragen die Bienen noch besser in den Honigraum ein
    keine Vorschwärme etc.
    alte Königin kann in Reserve gehalten werden



    Ein älterer Imker berichtete mir, dass er somit drei sehr kurzen Eingriffen (Bannwabe rein, HR raus...alte Koenigin raus...Nachschaffungszellen brechen HR wieder rein) durch die gesamte Schwammzeit kommt. Seine Erfolgsquote liegt nachhaltig bei nahezu 100%. Das hört sich für mich schlüssig und interessant an....gerade auch bei Ständen, wo man selten hinkommt. Kann Jemand aus eigener Erfahrung berichten ?


    Man koennte das Ganze ja auch noch feiner steuern..indem man solchen Völkern bereits verdeckelte Schwarmzellen oder gewünschten Sichtstoff gibt...


    Danke und Gruss


    Weimaraner

    Meine Betriebsweise ist es keine Betriebsweise zu haben - jedes Jahr ist anders !

  • Hallo Weimaraner!


    Ein paar Stolpersteine könnten bei dieser Methode schon auftreten.


    1. Wenn eine Königin die sich gerade in voller Legeleistung befindet, auf eine einzelne Wabe gesperrt wird, dann dürfte diese Wabe nach 2, 3 oder spätestens nach 4 Tagen vollständig bebrütet sein. Nach 9 Tagen könnte es sein, dass keine jungen Larven zur Verfügung stehen. Man könnte dem ev Abhilfe schaffen, indem man eine auslaufende Brutwabe nimmt. Da würden immer wieder Leerzellen zur Bestiftung frei werden.


    2. Durch das Sperren der Königin und dem beginnenden Schwarmtrieb könnte schon vorzeitig eine Königin nachgeschafft werden.


    3. Weiters stellen sich noch die Alltagsprobleme, wie Königin suchen, Schlupf- und Begattungsrisiko.



    MfG
    Honigmaul

  • Du steuerst auf jeden Fall auch die Leistungsfähigkeit des Volkes nach unten, wenn Du das zu zeitig machst.
    Genauer gesagt weniger Bienen somit weniger Honig. Es könnte sein das Du die Hälfte vergeigst. Es gibt bessere Methoden
    als im April schon diesen massiven Eingriff zu machen. Siehe zB Reiner Schwarz.
    Gruß Peter

  • ...Es gibt bessere Methoden ...


    Hhm, denke ich auch. So richtig habe ich auch noch nicht verstanden, was der Vorteil dieser Methode ist. Ungewollte Nachschaffung verhindern?


    Wenn ich eine gute Königin habe, dann würde ich sie nicht einsperren wollen.


    Wenn es mit der Schwarmstimmung zu schlimm ist, dann kann man doch einen vVS/Könignnenableger machen und Ruhe ist.


    Gruß Jörg

  • Hallo !


    Wissen wir doch alle, aus der Nachschaffung geborene Königinnen sind nicht die "Besten" - in jeglicher Hinsicht,
    sondern nur das "Notprogramm" in einem Bienenvolk.


    Einige Probleme sind ja schon aufgeführt, bei DNM sind rund 2400 Zellen auf einer Wabenseit,
    also 4800 auf beiden Seiten - Durchbruch oder wie auch immer.
    Eine gute Königin macht das also in 2,5 Tagen voll, eine Schlechtere braucht wohl das Doppelte.


    Bei einer guten Königin, also bei deren Entnahme sind die Maden 7-9 Tage Alt,
    im Notprogramm wird zumeist die ältesten möglichen Maden genommen (wer mal Ableger gemacht hat oder es auch im Schaukasten schon durchgezogen hat, sieht das die Bienen dann keine ganz junge Made nehmen).
    Dies gibt dann keine besseren Königinnen als in jedem Allerweltsableger,
    also nicht zu vergleichen mit einer guten im Schwarmprozess geborenen Königin,
    oder einer guten Zucht - denn da leben die "entsprechenden" Maden vom ersten Tag an in dem was eine gute Königin ausmacht:
    Überfluss !


    Für mich keine vielversprechende Vermehrungsalternative.


    Aber wie immer: Versuch macht kluch !


    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Ich kann hier allem gesagten nur zustimmen. Die Königin zur Schwarmverhinderung und Nachzucht einsperren, funktioniert so gut wie nicht, ist auf alle Fälle nicht naturgemäß. Zur Varroabekämpfung im Herbst mag das noch angehen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)