Buchsuche Betriebsweise Zander mit einem Brutraum

  • Moinsen zusammen!


    Für meinen Schwiegervater suche ich noch ein Weihnachtsgeschenk und hatte an ein Buch gedacht. Da er mit Zander imkert wollte ich mal schauen, ob es nicht ein Betriebsweisenimkerbuch gibt, in dem ein Imker mit Zander in nur einem Brutraum imkert? Habt ihr da eine Idee?


    Gruß
    Frank

  • Frank, das Buch kannst dir sparen. Nimm lieber direkt eins für Dadant. Im Grunde ist da alles das Selbe, nur eben mit mehr und kleineren Waben.
    Einengen ist das Selbe und je nach Bienenrasse kann es lediglich dazu kommen, dass man ab und an auch unten Futterwaben entnehmen muss.
    Pollenwaben sind dabei m.E. einfacher zu entnehmen, da bei Dadant eher noch Brut dabei ist und bei Zander dann schnell die ganze Wabe voller Pollen ist.
    Wichtig ist nur, genug Honigräume zu haben, sonst wirds verammt eng wenn man die abräumt und keine belässt bzw. keine Leerzarge zum Ausgleich gibt.


    Falls er es noch nicht hat, passt da auch das Buch von Rainer sehr gut!

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Im Grunde ist da alles das Selbe, nur eben mit mehr und kleineren Waben.


    Da möchte ich doch widersprechen. Die Unterschiede sind wesentlich:
    1. überwintert man i.d.R. nicht in einer Zarge
    2. ist ein Schied nur bei sehr schwachen Völkern erforderlich und sinnvoll. Schieden ist also die Ausnahme, während es bei Dadant die Regel ist.
    3. lässt sich der Schwarmtriebsich nicht so effektiv dämpfen. Der kleine Brutraum wirkt schwarmfördernd, auch wenn darüber reichlich Platz in den Honigräumen ist.
    4. muss man sehr viel mehr auf den Platz im Brutraum achten. Zu viel Pollen wird schnell zum Problem, weil die Brutflächen ohnehin knapp bemessen sind.
    5. muss man mit Ende der Trachtzeit die Futterversorgung im Blick haben. Oft bleibt so gut wie kein Honig im Brutraum. Das virtuelle Brutnest in der ersten Honigzarge dagegen ist oft recht groß.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)



  • 1. Warum sol man nicht auf einem Raum überwintern? ist bei mir mittlerweile Standart!
    2. Ein Schied ist nur bei extrem starken Völkern nicht erforderlich. Ansonsten verhindert
    man damit damit das Problem mit den Punkten 3. und 4. Gerade im Frühjahr kommt man so auch an jeden Tropfen Nektar.
    3. siehe 2.
    4. siehe 2.
    5. Ist bei Dadant nicht anders...


    Einzargige betriebsweise kann man analog zu Dadant betreiben, man kann es auch wie eine zweizargige betreiben aber dann füllt sich im Frühjahr der Brutraum vermehrt mit Nektar und schwupps steht Anfang April der Schwarmauszug bevor.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Mit wie viel Rähmchen pro Zarge imkerst Du denn mit Zander?
    Bei den üblichen zehn kann ich mir nicht vorstellen, was du beschreibst.
    Außerdem macht die Höhe der Waben den Unterschied. Die Brutflächen reichen da ganz schnell bis ans obere Ende. Da entsteht nicht leicht eine Honigkappe.
    Beim Einfüttern ist bei einzargigen Völker schnell alles voll. Auch ein wichtiger Faktor.
    Was sehr starke Völker sind, ist natürlich Auslegungssache. Aber quetschen möchte ich die Bienen nicht, wenn ich sie auf eine Zarge einenge.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Hallo Wolfgang.


    Nur mal zur Info: Mein "Mentor" führt ca. 180 Völker ganzjährig einzargig in Segebergern (11 Rähmchen DNM). Fütterung: 3 Gaben á 5 l Weizensirup. Wenig Schwärme. Geht alles. Bin auch so angefangen, ist mir aber zu eng zum Bearbeiten.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

  • Zu Klarstellung. Ich führe meine Völker auch mit einem Brutraum (auf 12er DNM). Gerade aus diesen Erfahrungen komme ich zu den o.g. Einschätzungen.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Mit wie viel Rähmchen pro Zarge imkerst Du denn mit Zander?
    Bei den üblichen zehn kann ich mir nicht vorstellen, was du beschreibst.
    Außerdem macht die Höhe der Waben den Unterschied. Die Brutflächen reichen da ganz schnell bis ans obere Ende. Da entsteht nicht leicht eine Honigkappe.
    Beim Einfüttern ist bei einzargigen Völker schnell alles voll. Auch ein wichtiger Faktor.
    Was sehr starke Völker sind, ist natürlich Auslegungssache. Aber quetschen möchte ich die Bienen nicht, wenn ich sie auf eine Zarge einenge.
    Wolfgang



    Zu Klarstellung. Ich führe meine Völker auch mit einem Brutraum (auf 12er DNM). Gerade aus diesen Erfahrungen komme ich zu den o.g. Einschätzungen.
    Wolfgang



    Völker auf einem Brutraum mit 12 Waben werden viel zu locker geführt, da hat man ja keinerlei Kontrolle mehr und am Ende hängen sie im Baum.
    Man fängt im Frühjahr an wie mit Dadant und engt sie ein, kann aber gerade bei DN ruhig noch eine Futterwabe belassen, da es platztechnisch schnell zum bebrüten kommt. In meinen Zanderbruträumen hab ich nur nach dem Abschleudern 10 Waben und unterm Jahr reichen da je nach Legeleistung auch 7 Stück inkl. Baurahmen. Dabei hab ich Völker denen ich auch 8-9 Waben belassen kann weil die dann hinterm Baurahmen sind und für Futterreserven herhalten. Andere würden dies jedoch falsch verstehen und das Brutnest verhonigen.
    Hab es dieses Jahr ausgiebig so getestet da ich von der 2 Zargen Betriebsweise weg wollte und zwischen Zander 1,5 und Zander Einbrutraum am überlegen war. Mein Vorzug gilt nun der einzargigen Betriebsweise und die 1,5er werden künftig für die 2 Königinnen Betriebsweise modifiziert und genutzt.


    Deine einzargige Betriebsweise ist eher schon eine zweizargige -was den Platz betrifft. Bei 12 Waben hat man genug Platz für jedes noch so starke Volk + Winterfutter, also da komm ich nicht mit warum es nicht gehen sollte...

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Bei 12 Waben hat man genug Platz für jedes noch so starke Volk + Winterfutter, also da komm ich nicht mit warum es nicht gehen sollte...


    Es geht ja auch meiner Erfahrung nach. Ich würde es aber nicht bei jedem Volk machen. Auch ich habe rund die Hälfte der Volker einzargig eingewintert. Allein bei der Einfütterung sehe ich aber schon einen Unterschied zu Großraumbeuten. Da muss sehr dosiert gefüttert werden.
    Mit dem Verhonigen des Brutnestes während der Trachtzeit hatte ich dagegen bisher kein Problem. Ich meine eine stärkere Schwarmneigung beobachtet zu haben. Das kann aber nicht am Verhonigen des Brutnestes liegen.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Frank fragte nach einem Buch.


    Hey Frank,


    das hätte mich auch mal interessiert. Als ich davon hörte, habe ich den Imker besucht und es mir erklären lassen. Klang überzeugend.


    Dann ausprobiert und... modifiziert:lol::cool:


    ... ich meine es ist schon sehr anders, als mit Dadant oder DN1,5 imkern. Von daher halte ich die Tipps ein Dadantbuch zu schenken nicht für geschickt, wenn dein Ziel ist, deinen Schwieva zur einräumigen Betriebsweise zu animieren.


    Sag bescheid, wenn Du fündig wirst.


    LG Jule

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.