Crowdfunding

  • 'n Abeeend,


    was haltet Ihr für seriöses Crowdfunding? Es geht (mir) nicht um das grundsätzliche Für und Wider von Crowdfunding generell, sondern um die Rahmenbedingungen, wo Ihr das ok oder sogar als die passende Methode für eine Gründung/Produktentwicklung/Markteinführung halten würdet.


    Hat jemand von Euch diesbezüglich Erfahrung, oder Projekte unterstützt die als Erfahrung dienen könnten?


    Ich bin hin- und hergerissen, weil ich einerseits die Vorurteile/ den Verdacht der Mitnahme und Schmarotzertums kenne, andererseits aber auch von den neuen Möglichkeiten faziniert bin. Ich hab ein tolles neues Produkt und stehe vor der Wahl einen klassischen Investor mit ins Boot zu holen (stände bereit), oder es per Crowdfunding zu versuchen.Ich tendiere zu letzterem, da ich die zusätzlichen Freiheitsgrade schätze wie auch das Werbepotential, was ein Haufen begeisterter Menschen so mitbringt.


    Was wären Kriterien, die für Euch ein solches Projekt (erstmal unabhängig vom Inhalt!) seriös und ok sein lassen würden?



    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ich beschäftige mich auch gerade mit der Thematik.
    An welche Art von Crowdfunding denkst Du da? Crowd-Investment? Und welche Summe brauchst Du?
    Für die Imkerei käme ja ein reines reward-based Crowdfunding in Frage, d.h. die Crowd finanziert nur über ein, zwei Jahre vor und wird dann in Honig ausbezahlt.
    Kennst Du das Buch "Crowdfunding for Food" von Monika Wallhäuser? Insgesamt etwas mager, aber sehr interessant sind die dort definierten Erfolgskriterien.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • rase : Prinzipiell kann ich keine Einwände gegen das Crowdfunding erheben, "weil jeder selbst sehen muß wie er klar kommt" und niemand mich zwingen kann.
    Damit sind wir schon beim wesentlichen, nämlich dem Inhalt des Projekts. Will wer an mein auch nicht leicht erworbenes Geld, muß er/sie mir Möglichkeit zur Identifizierung geben. Ist diese für mich gegeben, ist das Projekt, das Crowdfunding, seriös und o.k..
    Gruß vom Namensvetter...

  • Hallo Rase
    ein bewerten deiner Idee ist mit den Infos die du gibst nicht möglich.
    "Karten auf den Tisch", dann kann man dir (nicht nur ich) sagen ob du eine reele Chance hast,
    O.k. ich bin Einzelhandelskaufmann, also der Typ der im Supermarkt entscheidet, daher bitte viel mehr Info, gerne auch per PN, dann will ich die sagen ob ich glaube, ob man (ich) damit Geld verdienen kann.
    Croudfounding ist der Weg den man wählen muß, wenn man mit der örtlichen Bank keine Möglichkeit hat, da die Bank wieder mal zu b.. ist Geld zu verdienen.


    LG Martin

  • Hast du was imkerliches vor, Ralf? Es gibt diverse erfolgreich verlaufene Crowdfunding-Kampagnen im Kontext von Bienen / Imkerei:


    Flow Hive, ganz, ganz vorne was die Funding-Höhe betrifft:
    https://www.indiegogo.com/proj…ectly-from-your-beehive#/


    Bienenbox
    https://www.startnext.com/stadtbienen


    Biene als Umweltspäher
    https://www.gemeinschaftscrowd.de/umweltspaeher


    Bienen-Sauna
    https://www.ecocrowd.de/en/pro…Bienen---Die-Bienen-Sauna


    Sicher gibt es auch ein paar schwarze Schafe (die Minidrohne geistert ja gerade durch die Meiden), die Crowdfunding wieder in ein schlechtes Licht rücken, aber wo es helle Seiten gibt, gibt es meist auch dunkle, beim Crowdfunding momentan aber noch sehr wenige.


    Für mich ist es eine Möglichkeit sehr demokratisch und sehr, sehr nahe am "Markt" oder eben mit "Unterstützern" ein Projekt oder eine Idee weiterzuentwickeln. Am "seriösesten" sind für mcih Projekte bei denen ich die Leute dahinter (mehr oder weniger) kenne.

  • Guten Morgen,


    @Teleslopix: das war doch genau mein Punkt, erstmal zwischen Produkt und Verfahren zu trennen. Wenn das Produkt an sich unseriös ist, dann hilft Alles nix und die ganze Geschichte wird unseriös, ABER sich dort zu beteiligen bleibt freiwillig und somit hab ich auch meinen Frieden mit Geschichten wie dem Flow Hive gemacht. Ich wollte hier in diesem Faden aber Kriterien erarbeiten, welche das Verfahren für Euch ok machen. Das Produkt kommt schon noch, aber das mach ich nicht so zwischen Tür und Angel.


    Clemens : Die berühmten Vertreter kenn ich natürlich, aber finde die Beispiele eher abschreckend als nachahmenswert. Ganz speziell den Flo Hive, weil trotz der Freiwilligkeit der Bezahlung solche Projekte das Klima für Crowdfunding zumindest belasten. Die Einen sind ob der erreichten Summe neidisch, andere wütend, weil ihre eigene Genialität keinen interessiert :)


    @All: Mir schwebt klassisches Crowdfunding vor, kein Crowdinvest oder 'ne Spendensammlung, also 'Reward Based Crowdfunding', der Unterstützer erhält ein nichtfinanzielles Dankeschön in unterschiedlicher Ausprägung, je nach aufgewendetem Betrag. Eine gute Einführung in das Thema gibt es HIER.


    So, die Baustelle ruft, muß noch das Auto packen und los. Meld mich heute Abend wieder, dann vielleicht mit Produktinfos.
    Danke bis hierher, beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife


  • @All: Mir schwebt klassisches Crowdfunding vor, kein Crowdinvest oder 'ne Spendensammlung, also 'Reward Based Crowdfunding', der Unterstützer erhält ein nichtfinanzielles Dankeschön in unterschiedlicher Ausprägung, je nach aufgewendetem Betrag.


    Soll es nur ein Dankeschön sein oder eine wirtschaftliche adäquater Gegenleistung. Das ist ein wesentlicher Unterschied. Die Grenzen zwischen donation und reward based Crowdfunding sind hier fließend..
    Ein im Kern Donation-based-Verfahren passt eher zu einem gemeinnützigen Projekt.
    Hier bietet gerade die Imkerei aber spannende Optionen, weil sich Gemeinwohlaspekte mit wirtschaftlichen verbinden.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • HI,
    man sollte den Aufwand für ein Crowdfunding nicht unterschätzen. Die Community muss laufend mit Infos versorgt werden. Das eignet sich nur für Leute, die eh schon gut vernetzt sind und die sozialen Medien auch bedienen können. Wenn Du einen Investor an der Hand hast, was hält Dich davon ab, es mit dem zu versuchen?
    Grüße
    apirita

  • Mir schwebt klassisches Crowdfunding vor, kein Crowdinvest oder 'ne Spendensammlung, also 'Reward Based Crowdfunding', der Unterstützer erhält ein nichtfinanzielles Dankeschön in unterschiedlicher Ausprägung, je nach aufgewendetem Betrag.


    Moin Ralf, Du hast nach den Kriterien gefragt, nach denen man sich eine Beteiligung vorstellen kann. Ich nenne mal einige:


    Wesentlich ist die Motivation eines potenziell Beteiligten; diese kann ökonomischer oder ideeller Natur sein.


    - Es muss etwas sein, was potenzielle Beteiligte als sinnvoll erachten. Dabei muss es sich nicht unbedingt nur ökonomisch für den Geldgeber auszahlen - es kann auch die jew. Interessen unterstützen.
    - rein ökonomisch wäre ein verständliches "Geschäftsmodell" mit hoher Wahrscheinlichkeit für einen "Kapitalrückfluss" für potenziell Beteiligte wichtig, wenn es nicht nur ideelle Motive sein sollen.
    - wichtig wäre m.E. auch die zeitliche Komponente: Wenn das Geschäftsmodell sich nur sehr langfristig rechnet, ist das Risiko ggf. höher bzw. die Bereitschaft kleiner, sich zu beteiligen.
    - wichtig ist m.E. auch die Überzeugung und die Motivation, mit der ein Initiator dies tut. Das gilt sowohl für ideell als auch für ökonomisch Interessenten.
    - nicht zuletzt muss auch von Anfang an klar sein, wie das Modell gestrickt ist: ökonomischer Rückfluss zu erwarten oder reine Spendenbasis für einen guten Zweck.


    Und noch etwas ganz Allgemeines, was beim "Crowd Funding" eine große Rolle spielt: der Kapitaleinsatz kann pro Beteiligtem niedrig sein; wenn die Anzahl der Beteiligten hoch ist, gibt es in Summe eben einen adäquaten Kapitalstock. Das eröffnet eben die Möglichkeit, geringe Beiträge mit entsprechend geringem Risiko zu geben. Damit bewegt man sich schon in Richtung "Spende"; denn wenn ein kleiner Betrag verloren geht, so ist es doch für einen guten Zweck gewesen... - klein und groß definiert halt jeder für sich.


    Gespannte Grüße


    Rainer

  • Dann bin ich sofort dabei - muss es aber wissen bevor ich welche sonst wo bestelle ;)


    Wünsche:
    - gleich Belegstellen tauglich
    - spätere Option für einen Mondscheinbegattungsboden ala Gilbert Bast

    mein Fahrradlicht ist mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs und ich ganz knapp hinterher