Nosemose im Dezember?

  • Liebe Imkerkollegen, Hilfe!!!


    Habe nach meinen Bienen gesehen, nach einer Schlechtwetterperiode zum ersten mal toller Sonnenschein. Die Bienen waren geflogen. Vor allem bei einem Volk habe ich senfgelbe flüssige Kotspritzer an der Beute und auf dem Einflugbrett entdeckt. Bei einem anderen Volk etwas weniger davon.


    Nach genauerem Hinsehen fand ich Bienen mit gekrümmtem Hinterleib und dickem Hinterleib. Es sitzen auch einige Bienen auf dem Pflaster vor den Beuten die nicht mehr zurück in die Beute fliegen. Manche sind schon tot. Meine Vermutung: Nosemose, und das jetzt im Dezember. :eek:


    Ein zugelassenes Mittel gibt es meines Wissens nicht. Ich habe aber gelesen, Zuckersirup mit Obstessig und Kamillentee führt zu einem sauren Milieu im Magen-Darm-Trakt der Biene und bringt Nosema zum Absterben. Ich überlege also, ob ich ein solches Sirup-Essig-Kamillentee-Gemisch in die Futtertaschen fülle und den Bienen in die Beute hänge. Ob die das überhaupt aufnehmen? Ist das ein guter Plan? Oder hat jemand einen anderen Vorschlag bzw. Erfahrung mit Nosemose?


    Bin dankbar für Eure Einschätzung und Euren Rat!


    P.S.: Nebenbei habe ich bemerkt dass wegen der warmen Witterung die Völker wieder in Brut gegangen sind...

  • Hallo Wolfsbohne


    Die Nosematose ist eigendlich eine Darmkrankheit die im Frühjahr auftritt. Bei dir ist es schwierig zu raten, ohne genauen Überblick. Hast du keinen Imkerfreund in der Nähe und ein Buch über Bienenkrankheiten um nicht alles hier schreiben zu müssen.


    Bei dir vermute ich verdorbenes oder ungeeignetes Winterfutter, das bei deinen Bienen vielleicht die Ruhr ausgelöst hat. Da das Wetter sehr kühl ist, wird eine Flüssigfütterung schwierig und kann hohe Bienenverluste nach sich ziehen. Von deinem Futtergemisch würde ich dir ganz abraten, wenn du fütterst dann nur Zuckerlösung 1:1, damit sich die Bienen reinigen können. Aber nur Füttern wenn die Bienen sich reinigen können. Sieh erst mal nach wie die Waben aussehen, wenn in der Beute noch alles sauber ist, hast du Glück. Wenn die Waben aber bekotet sind ist es besser du schwefelst das Volk ab.


    Das ist ein Rat nach besten Wissen und Gewissen

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo lieber Reinhard,


    Danke für Deine hilfreiche Antwort. Leider habe ich im Moment niemanden der sich das mal anschaut. Da ist der eine oder andere Hinweis schon sehr nützlich. Also kein Futtergemisch.


    Nach den Waben hatte ich gestern schon gesehen, sie sind zum Glück nicht bekotet. Es waren nur die auffälligen senfgelben Kotspritzer außerhalb die mich so beunruhigt haben. Vllt. war es tatsächlich ein Reinigungsflug. Beobachten werde ich weiter, bleibt ja die Frage nach den auf dem Boden verbliebenen Bienen. Und den Hinterleibern, die mir zum Teil etwas gekrümmt und dick erschienen. Das war aber nachdem ich etliche Beschreibungen erkrankter Bienen gelesen habe, vllt. ist da auch die Phantasie mit mir durchgegangen...


    Viele Grüße an Euch alle von Sandra

  • Liebe Imkerkollegen, Hilfe!!!


    Nach genauerem Hinsehen fand ich Bienen mit gekrümmtem Hinterleib und dickem Hinterleib. Es sitzen auch einige Bienen auf dem Pflaster vor den Beuten die nicht mehr zurück in die Beute fliegen. Manche sind schon tot.


    Guten Morgen!


    Bitte definiere: Einige Bienen ( das wäre hier für mich mit ausschlaggebend!)
    Manche Bienen, die schon länger in Feuchtigkeit liegen, sehen auch "aufgequollen" aus, das kann eventuell täuschen.
    Ein BSV könnt ehier eventuell weiter helfen, indem er mal den Darm zieht und außerdem allgemein einen Blick drauf wirft
    Die Senfgelben Kotspritzer könnten ebenfalls auf Verschiedenes hinweisen, schon mal gut, wenn es nicht in der Beute vorhanden ist!
    Ich hatte zuerst auch an einen Reinigungsflug gedacht, aber wenn ich so von unserer Region und den letzten Wetterverhältnissen aus gehe, dann gab es keinen Anlass für einen gründlichen sichtbaren Reinigungsflug.
    Dadurch bedingt, dass das Wetter nie richtig kalt und schlecht war, hat sich zumindest bei meinen Völkern kein druck auf dem Darm aufbauen können ( sie fliegen ständig)


    Kurzum: Ich würde jetzt gar nichts machen, außer beobachten und eventuell einen BSV zu Rate ziehen!
    Bloß keine Experimente mit irgendwelchen Futtergemischen! By the way: Obstessig löst bei mir zumindest eher Darmanregung aus ;-)

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Hallo Anni,


    also, die Bienen, die auf dem Pflaster vor der Beute sitzen blieben, waren geschätzt etwa 50 Winterbienen. Die sind just an dem Tag, wo es schön war und die Bienen flogen, sitzen geblieben. Tags vorher und nachher saß dort keine Biene. Von daher schließe ich alte Bienenleichen, die schon aufgequollen sind, aus. Meine Vermutung: Sie sind wegen der tollen Sonne geflogen, aber das Pflaster ist frostig kalt und zudem schattig. Ich vermute, sie sind starr vor Kälte geworden und dann eingegangen. Mag aber auch sein, dass sie schwach waren, aus welchem Grund auch immer.


    Mit dem Hinterleib bin ich mir nicht sicher, ich hatte im Getümmel in der Beute nachgesehen. Da schien es mir, als würden die Hinterleiber einiger Bienen dicker sein als bei den anderen. Das werde ich weiter beobachten und mir bei Gelegenheit eine tote Bienen näher ansehen.


    Nachher bin ich bei den Bienen, da sammle ich tote Bienen, sofern vorhanden. Öffnen werde ich die Beute nicht, es ist Schmuddelwetter und recht kalt. Also beobachten, nichts tun, keine Experimente mit Futter. Und BSV suchen...


    Danke für die Antwort! LG von Sandra