Oxalsäure trocken streuen (6% Gemisch mit Puderzucker) ?

  • Für viele ist ja das Thema Oxalsäure verdampfen aus verschiedenen Gründen keine Option, obwohl es für die Bienen viel verträglicher ist als zu träufeln. In der letzten Diskussion darüber im Thema "Oxalsäure Behandlung" hat "ribes" (Gottfried) zwei schöne Links angeführt, in denen zum Abschluß auf das Testen dieser neu erfundenen Streu-Methode (6% Gemisch mit Puderzucker) hingewiesen wurde:
    http://varroamilbe.ch/bericht6-v2.pdf
    auch eine Zusammenfassung der gleichen Geschichte ist im Internet zu finden:
    http://www.varroamilbe.ch/Zusa…aure-auf-Varroamilben.pdf
    Was haltet ihr davon? Hat das schon jemand ausprobiert und ähnlich gute Erfahrungen gemacht? Ist auch hier eine Blockbehandlung möglich? Wird die Mischung dann nicht auch wieder von den Bienen aufgenommen (wie beim träufeln) und sie vergiften sich genauso daran? Sonst wäre es tatsächlich eine gute Alternative zum verdampfen.

  • Hallo Kruppi


    Rein von der Technick und Art und Weise würde ich bei meinen Bienen die Streu-methode nicht durchführen, kritisch für mich auch die Mischung, die Wirkung wäre für mich zweitrangig.


    Ich bleibe bei OS-Verdampfung und träufeln, obwohl ich vergangenes Jahr dabei auch einige völker geschädigt habe, warum auch immer?


    Ich habe dieses Jahr auch Versuche durchgeführt, mit sprühen von OS mit einer Konzentration zwischen 1-2% OS, also handelsübliche einfach verdünnt. Angewendet bei Schwärmen und abgefegten Bienen, mit dem Ergebnis, das die Schwärme so gut wie keine Milben haben.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Reinhard,
    wäre lieb wenn du deine Vorbehalte gegen das Streuen noch etwas genauer erläuterst.
    Das Oxalsäurepulver so fein zu mahlen, wie Puderzucker ist sicher nicht so ohne. Mit einem normalen Küchenmörser + Staubschutzmaske, naja imho sehr zeitaufwändig.
    Was hast du gegen die 6% zuviel/zuwenig?


    Gruß Martin

  • Hallo Martin


    Die Trocknung des OS-Pulvers ist sehr aufwendig und das zerkleinern garantiert auch keine gleichgroßen Partikel, auf alle Fälle größere wie bei der Verdampfung. Das Mischungsverhältnis kann man auch nicht genau kontrollieren und wenn eine Biene mit einer höheren Konzentration von OS-Pulver in Berührung kommt, kann das meiner Meinung nach schaden. Ist mir einfach zu unsicher. Ich würde meinen Bienen auch nicht der Puderzucker-Methode aussetzen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Reinhard,
    die Technik mit besträuen finde nicht verkehrt. Aber ich gebe dir Recht, die OS selbst zu trocknen und zu "zermahlen" ist nicht praxisgerecht.
    Wenn man OS-Granulat so bekommen könnte wie nötig, das ganze mit Puderzucker zu mischen o.k.
    Man könnte ja den modifizierten Puderzucker nehmen der nicht hygroskopisch ist, Name des IF-Users der diesen anbieten habe ich gerade nicht parat.
    Puderzucker verursacht ja erst mal eine ausführliche Putzaktion bei den Mädels, wie das OS-Pulver da dann wirkt ist mir noch nicht 100% klar.
    Nur wenn das was der schweizer Imker macht gut funzt, dann ist das super einfach und könnte imho ggf. notfalls in der Trachtzeit genutzt werden. Ich glaube nicht das die Mädels bedenkliche Mengen der OS-Puderzuckermischung in den HR tragen würden, wegen 1-2 Promille würde ich mir keine Gedanken machen. Der Honig bleibt damit bei allen Werten unter den zugelassenen Grenzwerten.
    Nur bräuchten wir erst mal OS-Pulver das fein genug gemahlen ist.


    Gruß Martin

  • ...
    Was haltet ihr davon? ....
    .


    Hallo,
    .... nichts. Es sei denn du willst dich ins Jenseits befördern.
    gruß Finvara


    Ps.: OS-Staub schädigt die Lunge. Und bei dieser Methode dürfte auch keine Staubmaske ausreichend schützen. ( Insbesondere beim herstellen der Mischung.)

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Den Kontakt mit OS-Staub zu vermeiden, wird auf jeden Fall eher ein Problem als bei den anderen Varianten der OS-Behandlung.
    Ich hätte aber trotzdem gerne mal Daten zu einer Untersuchung nach wissenschaftlichen Maßstäben gesehen, ehe man hier über Wirksamkeiten mutmaßt. Es gibt ja auch immer wieder Erfolgsberichte zu Puderzucker pur oder auch absolut gegenteilige Ansichten wie hier im Forum "Puderzuckermethode" Auch diesen Ansatz zu untersuchen ist sicher nicht verkehrt, aber ich bin Naturwissenschaftler und will reproduzierbare Ergebnisse sehen, ehe ich mir vergebens Hoffnungen mache.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Da sehe ich auch das Hauptproblem, mit dem Mörser rumstampfen und dabei nur eine Staubschutzmaske tragen. Die wäre an sich zwar ausreichend, aber wenn doch ein bisschen an der Seite durchkommt, oder Staub im Gesicht landet wird es wohl unangenehm.
    Aber, Zitat Wikipedia: "Die letale Dosis (LDLobeim Menschen, oral) wird mit 600 mg pro kg Körpergewicht angegeben"
    Das heißt, ins Jenseits kommt man erst mit 50% Sicherheit, wenn man ca. 40-60g Oxalsäure direkt zu sich nimmt, je nach Körpergewicht. Allerdings reicht dann über die Lunge sicherlich auch schon viel weniger. Trotzdem, mit Einatmen schaft das wohl keiner, weil einem angeblich sofort der Atem stockt.
    Um diese 6% ige Mischung herzustellen müßte man 2g OS zerstampfen, trocknen, nochmal zerstampfen und mit ca.30g Puderzucker vermischen um die Menge für ein großes Volk und eine Behandlung vorzubereiten. Anstelle des Mörsers könnte man die OS vielleicht auch verdampfen und den Staub dabei mit dem Puderzucker vermischen, mal so als Idee für eine industrielle Herstellungsmethode, weil zu Hause im Kochtopf macht das auch wieder keinen Sinn...
    Der Aufwand und die Gefahren bei der Eigenproduktion sind natürlich zu hoch, aber wenn das Funktioniert, wäre eine fertige kleine Puderdose möglicher Weise ein Produkt der Zukunft, vorausgesetzt es ist auch Bienen-freundlicher als Träufeln.
    Das ist die eigentliche Frage... sonst bringt das Ganze für niemanden, außer dem Anbieter eines solchen Fertigprodukts einen Vorteil.

  • Hallo Marcus,
    na so das es zu Puderzucker von Janos paßt. Keine Ahnung welche Körnung das ist und in welchen Einheiten man das mißt.


    Finvara
    glaube bitte nicht jedem Mediziner der meint hierzu etwas sagen zu dürfen (um selbst Geld zu verdienen). In Deutschland wird sehr viel Geld mit Angst=Versicherungen gemacht und Papa Staat verdient mit.
    Lese dir mal https://www.google.de/search?q=die+weise+mafia&gws_rd=cr,ssl&ei=_kpnVqKCI8m6swGsqbroDQ#q=die+wei%C3%9Fe+mafia
    und glaube davon nur 50% da lt. Rezensionen ja etwas einseitig,
    Wenn ich dann noch meine Erfahrungen durch Bundeswehrwehrübungen + eigene Krankheiten + Erfahrungen mit Ärzten dazupacke, dann ist OS-Pluver nicht gefährlich, ist kein Heilmittel, führt aber auch nicht unmittelbar zum Tod.


    Gruß Martin

  • Jonas? Oder nicht?


    Das halte ich für eine sehr bedenkliche Aussage. Ich hab die Oxalsäure schon als "Erbschaftsbeschleuniger" beschrieben bekommen.


    Hallo Berggeist,
    ich wollte damit ja auch nicht sagen, das es ein Heilmittel ist. Aber für die Haushaltspflege wird im Discounter so manches Mittel verkauft das genauso vorsichtig angewendet werden muß. Und so manche Untersuchung einer Uni ist nur gut für den Sponsor, glaube bitte keiner das eine Prüfung/Untersuchung einer Uni aus Steuergeldern bezahlt wird, da fragt mal die Prof's wenn keiner mithört.


    (Tippfehler: schreibe im Moment au einem alten EeePC701G, bitte um Nachsicht)


    VG Martin

  • Was ich nicht verstehe: Warum sollten wir eine weitere OS-Anwendungsform brauchen, die nicht zugelassen ist?
    Verdampfen hat sich bewährt und ist bei Dosierung und Mehrfachanwendungen unproblematisch, aber eben auch nicht zugelassen. Dass das Bestäuben eine höhere Anwendungssicherheit (für Bienen und Imker) hat, kann ich auch nicht erkennen.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)