Essig herstellen

  • Guten Abend,


    hat jemand von Euch Erfahrung mit der (absichtlichen) Herstellung von Essig aus Met? Ich hab hier einen groooooßen Gärballon mit einem Met, der wirklich nur was für die ganz Harten ist. Der ist nicht fies oder so, aber so dermaßen trocken im Abgang, aber zu süß am Anfang, als das ich da noch nachsüßen wollen würde. Ich wollte immer schonmal Essig herstellen, also warum nicht damit..... red ich mir das jetzt schön.

    Falls jemand Tipps für mich hätte, wäre ich dankbar.


    Allerbeste Grüße und Danke im Voraus,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hi Ralf,
    so einen hatte ich auch mal. Habe mir damals einfach Essigmutter besorgt (Apotheke oder Spezialversender im www.) und reingeschüttet.
    Damit keine Mücken reinkommen, oben den Hals der Flasche mit einem Tuch verschlossen, Wattebausch geht auch, und warm gestellt. Zimmertemperatur mag das gemeine Essigbakterium.
    Die Essiggärung erfolgt nicht so fulminant sichtbar wie die alkoholische Gärung. Die Flasche ab und zu mal leicht schütteln und warten.
    Man muss wissen, solltest Du Essig in einem Holzfass herstellen, kannst du dies später nicht mehr zur Alkoholgärung hernehmen. Die Essigbakterien ziehen so ins Holz ein, die bekommt man nicht mehr raus.
    Glasballon geht aber problemlos sauber.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo !


    Das Oberflächenverfahren wurde von mir auch mal angewandt.
    Habe damals eine Schale genommen (große Oberfläche) und mit einem Feingitter (feiner als Fliegengaze) abgedeckt.
    Wegen der dringenden Empfehlung von erfahrener Seite,
    habe ich komplett andere Räumlichkeiten als für die Weinberatung verwendet.
    Das Ergebniss hiermit war so lala.


    Wollte damals, nach dem Oberflächenverfahren, eigentlich mal einen Reaktor bauen
    und nach dem Fesselverfahren Essig herstellen.
    Wurde aber nicht und wird in absehbarer Zeit auch nicht umgesetzt.


    Sehr informativ und recht gut beschrieben, finde ich das Buch:
    Essig herstellen als Hobby // ISBN 978-3-89533-730-7


    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • So'n Blubberstein fürs Aquaruim mit einer Menbranpumpe hätte ich noch hier. 80L. ... Alternativ gäbe es hier auch noch eine Brennerei im Ort. Nur schmeckt Honigschnaps fast überhaupt nicht mehr nach Honig. Essig fänd ich super, fragen mich auch immer Kunden nach. Gefunden hab ich auf die Schnelle das hier und das hier.
    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Das Problem ist, dass der Alkoholgehalt zu hoch ist und dieser dir gleich die Essigmutter killt. Das Problem ist auch, dass es "Essigmütter" (Bakterienschlonz) unterschiedlicher Qualität gibt. Die Schwäbin, als solche, macht das lieber mit Most uns stellt daraus mit Honig durch simmern einen Imkerbalsamico her. Er wird zum Stadtgespräch. :lol: Leider hat Feinkost Albrecht mit Balsamico den Markt verdorben.


    Empfehlung siehe Finvara


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Vergiß das mit der großen Oberfläche...
    Das hat man früher mal gemacht, mangels Besserem.
    So bekommst Du alle möglichen Arten von Essigbakterien in den Wein.


    Wie Michael schon sagte: Essigmutter!


    Ist vergleichbar mit den Reinzuchthefen beim Wein.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Äh Radix, lass dir sagen. Hefe gehört zu den Pilzen. Essigmutter zu Bakterien. Habe ich dich falsch verstanden? Reinzuchthefen kommen gerade bei Spitzenweinen aus der Mode. Der Schwabe gärt seinen "Moscht" wild.
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Äh Radix, lass dir sagen. Hefe gehört zu den Pilzen. Essigmutter zu Bakterien. ...


    Moin mein Lieber,


    dieses Wissen setze ich voraus. Aber welcher Hobbywinzer kann es sich leisten, unter den Bedinungen gewerblicher Winzer zu arbeiten?


    Ich würde Wein - außer zum Experimentieren - niemals ohne Edelhefen herstellen.
    Damit bin ich auf der sicheren Seite.
    Gleiches gilt für die Essigmutter.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo !


    Für den Fall das man sich hier so, über die große Gefäß-Oberfläche, in meinem Beitrag #5 aufregt:


    Es befand sich natürlich eine Essigmutter (Arauner Essigmutter 100ml - aus der nächsten Apotheke)
    in dem von mir verwendeten Gefäß für die Essigherstellung.


    Die große Oberfläche soll die Essigmutter bei der Arbeit helfen:
    hierzu empfehle ich mal entsprechende Internetsuchen zu Oberflächenverfahren anzuwenden:
    Orleansverfahren / Pasteurverfahren.
    Da kann man etwas lernen zur Essigherstellung in Oberflächenverfahren.


    Zumindest sind wir uns einig,
    das entsprechende Hefepilze aus verschiedenen Zuckern in der Lage sind Alkohole herzustellen
    und wiederrum Bakterienbakterien Alkohol zu Essig verstoffwechseln.


    GdBK

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Und die Essigbakterien benötigen Sauerstoff, deshalb die große Oberfläche. Essigtöpfe haben diese. Hefen sind anaerob und deshalb wird das Metfaß verschlossen. CO2 muss aber herauskönnen, deshalb der Gärspund. Ist am Anfang der Gärung nicht nötig, weil das CO2 auf dem Met liegt und die aeroben Bakterien killt.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Hefen sind anaerob und deshalb wird das Metfaß verschlossen.


    Gär-und Backhefen sind nicht per se anaerob, aber sie können anaerob, wenn ihnen nichts anderes übrig bleibt. Wenn sie Sauerstoff hätten, würden sie den Zucker ganz zu CO2 und H2O abbauen und damit den maximalen Energiegehalt aus dem Zucker rausholen. Dafür brauchen sie aber Sauerstoff. Wenn sie den nicht haben, können sie den Zucker nur in Alkohol umbauen, was bedeutend weniger Energie freisetzt. Den Gärspund setzt man auf, damit kein Sauerstoff rein kann, weil sonst kein Alkohol entstehen würde, da das für die Hefen nur zweite Wahl ist. Weil auch CO2 entsteht, muss das natürlich auch rauskönnen.


    CO2 killt die aeroben Bakterien nicht, eher der Mangel an O2. Wenn sie denn überhaupt davon gekillt werden und nicht nur einfach zwischendurch stoffwechselmäßig lahmgelegt, so dass sie dem anaeroben Geschehen nicht dazwischenfunken können.


    Sonntägliche Grüße
    Kikibee

    With lots of room for improvement.

  • Ergänzung: In der realen Situation entsteht auch bei Anwesenheit von Sauerstoff in der Gasphase im Gäransatz Alkohol, u.a. weil die Sauerstoffversorgung praktisch nicht ausreicht. Aber dann könnten auch andere Organismen dort wachsen, die zB diesen Alkohol gerne wieder abbauen. (Und vielleicht gleich zu Essig machen.)


    Grüße von Kikibee

    With lots of room for improvement.