Oxalsäure Behandlung

  • Lieber Clas,


    was m.E. "irgendwie" nicht paßt, ist das Gedicht. Ganz früher benutzte jeder Apotheker oder der Bader Rezepturen für Medikamente oder für die Prüfung von Substanzen, wie er es konnte oder für richtig hielt. Das war - je nach Ausbildungsstand - recht unterschiedlich und ging oft schief. Aus beruflich-ethischer Verantwortung suchte man schon immer nach allgemeingültigen, verläßlichen Regeln. Schließlich konnte man sich in Fachkreisen auf Standardrezepturen und -prüfverfahren einigen, die von allen anerkannt sind. Diese Rezepturen und Prüfverfahren wurden in den sogenannten Arzneibüchern zusammengefaßt und so kann man sich heute einigermaßen darauf verlassen, das einheitlich drin ist, was draufsteht (abgesehen von Mißbrauchs- und Betrugsfällen):
    https://de.wikipedia.org/wiki/Arzneibuch
    I.ü. sind die Apotheken in D noch heute verpflichtet zu (Über-)prüfung der von ihnen vertriebenen Wirkstoffe, Substanzen und Medikamente, auch wenn diese ihnen genormt und gekennzeichnet angeliefert werden. Jede Apotheke muß ihre Prüfungen aufzeichnen und ein separates Labor mit entsprechenden Geräten, Chemikaliensätzen, Ausrüstung vorhalten und mit Fachkräften besetzen. U.a. deshalb kommen die vielgeschmähten "Apotheken-"preise zustande...


    Um Verständnis bittend - Gottfried

  • Moin Gottfried,


    nichts gegen Apotheken, das nützliche und notwendige Einrichtungen, und die berufliche Sorgfalt ist überhaupt nicht meine Frage da.


    Mir ging es eher um die Antwort auf Beiträge, die nun nach einer generellen Regelung für die Verdampfung riefen, und danach, der DIB möge dafür aktiv werden. Mein Eindruck ist da halt, dass diese Aktivität vielleicht meine Enkel erleben werden, gegen Ende ihres Lebens hin...


    Es spricht auch nichts dagegen, Regeln aufzustellen und zu entwickeln und zu helfen auf Basis des jeweiligen Standes der Regelentwicklung. Regel statt Hilfe: Um das genießen zu können, muss man schon sehr deutsch sein, und vor allem nicht hilfsbedürftig...


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Der DIB hat einen wissenschaftlichen Beirat. Dr. W. v.d.Ohe vom LAVES Nds. ist da zuständig. Er läßt Institutsmitarbeiter Dr. Boecking sprechen (auszugsweise zitiert):


    "...Es bestehen für Ameisen-, Milch- und Oxalsäure jeweils Verordnungen gemäß der so genannten Standardzulassung für ganz Deutschland. Das ist ein besonderes Konstrukt, das es vornehmlich nur in Deutschland gibt. Seinerzeit hat der D.I.B. zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft der Institute für Bienenforschung e.V. die Monographie für die Standardzulassung der 3,5 %igen Oxalsäure (OS) erarbeitet. Wichtig zu wissen ist, dass die Zulassung für ein Medikament nicht pauschal für alle Anwendungsformen erteilt werden kann. Bei der Zulassung wird ganz genau festgeschrieben, in welcher Verdünnung und in welcher Darreichungs- und Applikationsform eine Substanz eingesetzt werden darf – das hat bekanntlich Gründe. Das Bundesinstitut für Risikobewertung BFR hat seinerzeit gleich zu Anfang des Zulassungsverfahrens klargestellt, dass allein das Träufelverfahren aussichtsreich sei. Für andere Applikationsverfahren der OS, wie das Sprühen bzw. das Verdampfen, hat das BFR keine Chance für eine Zulassung gesehen. Beide Verfahren stellen eine große Gefahr für den Anwender dar. Von daher werden jegliche Neuversuch einer Antragsstellung als aussichtslos angesehen. Zudem verfügen wir mit der Applikationsform „Träufeln“ der OS über ein hochwirksames Verfahren.
    Ein wieder Aufgreifen der Anwendungserweiterung für Oxalsäure kann das besondere Konstrukt der sogenannten Standardzulassung insgesamt infrage zu stellen. Von Seiten der EU gibt es solche Bemühungen. Dann würde ein Vakuumzustand eintreten und das kann nicht im Interesse der Imker in Deutschland sein.
    Verbraucher sind heute gut informiert, stark sensibilisiert und mitunter medial bedingt überempfindlich, wenn es um die Qualität von Lebensmitteln geht. Hier scheint Honig nach wie vor einen besonderen Stellenwert zu haben, da man ihm medizinische Qualitäten als evident unterstellt. Deshalb ist nur der legale Einsatz von Medikamenten ein nicht zu diskutierendes Gebot für jeden Imker in Deutschland. Die Folgen eines Skandales, der sich aus einer Pressemitteilung ergeben würde, wie „Imker setzten nicht zugelassene Medikamente ein“, wären für die gesamte Imkerschaft fatal. Dem Verbraucher ist die Frage der Applikationsform von Oxalsäure nicht zu erklären. Ein Honigkonsument kann und will sich mit Details über diverse Medikamente nicht auseinandersetzen."

  • Na da habe ich ja nichts falsch gemacht, komme gerade vom OS träufeln. Alle Völker in Ordnung, 2 Völker auf nur 5 WG, da muß ich mal bei Gelegenheit genauer hinschauen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Ja so sind wir Deutschen - Regeln müssen her - Der gesunde Menschenverstand hat ausgedient.


    ja schämt euch wirklich *zungeraus* :lol: und es gibt noch Verrückte, die seit über 12 Jahren von der deutschen Staatsbürgerschaft träumen, aber sie immer noch nicht kriegen :confused:
    Ach manchmal ist es auch schön ein nationalloser Drohn zu sein, aber wie kann man den Beamten am Flughäfen erklären, dass man trotzdem existiert! :oops:


    Um Nicht ganz OT zu sein... Reinhard: Was ist an 5 Gassen schlimm? Ich würde mir bei 5 Gassen keine Sorgen machen. Bei mir habe ich alles Mögliche gefunden, von 4 (gut) besetzten Gassen bei den Reserve-Kö-Ablegern bis 11 Gassen. Ich bin froh, dass alle noch da sind und gut aussehen. Ich musste keine Waben ziehen oder irgendwas korrigieren. Im letzten Jahr war ein Ableger weisellos und saß nervös auf nur noch 2 oder 3 Gassen und ich musste daher ihn mit seinem Nachbarn vereinigen. Dieses Jahr ging alles flott mitm Träufeln.


    Ich freue mich schon auf den Frühling


    Lg Salsero

  • von Wo oder was Du zitiert hast.
    ist außerdem hoffnungslos...


    1. Zitat stammt offenbar aus einem Mustertext "zur Vereinfachung und Zeitersparnis" verfaßt, da "diese Frage bereits häufiger an uns herangetragen" wurde. Dr.v.d. Ohe wies auf den von mir zitierten Auszug hin in seiner Funktion als wissenschaftlicher Beirat des Deutschen Imkerbundes - also zitierfähig (Autor Dr. Boecking, aber von Dr. v.d.Ohe autorisiert).
    2. Sagt man nicht: Die Hoffnung stirbt zuletzt!? Ich bemühe mich jedenfalls weiter und wies ihn auf Widersprüche und inzwischen vorliegende wissenschaftlich belegte Undenklichkeit der Sublimation hin (Dissertation Dr. Gumpp). Wenn noch mehr Imker das tun -> steter Tropfen höhlt den Stein?
    Die Gefahr, daß der deutsche Sonderweg über eine Standardzulassung (erarbeitet vom DIB + den Bieneninstituten) beendet werden könnte und wir dann ganz ohne OX dastehen würden, kann ich nicht einschätzen, halte sie aber angesichts der übrigen nationalen Vielfältigkeiten in der EU für tragbar. Das BfR stellt allerdings schon ein ernstzunehmende Hürde, die nicht immer mit Vernunftgründen zu nehmen ist (s. Glyphosat-Gutachten).

  • Moin Gottfried,


    eben, und der Mustertext und die Begründung dafür lässt mich an der Möglichkeit ernsthafter Befassung zweifeln.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Für mich sind die Aussagen in dem Zitat wenig glaubwürdig.
    Ich zweifele schon daran, dass die Institute an der Standardzulassung ernsthaft mitgewirkt haben, aber das ist nur meine Vermutung.
    Regelrecht empört bin ich über das vielbenutzte Totschlagargument :"der sich aus einer Pressemitteilung ergeben würde, wie „Imker setzten nicht zugelassene Medikamente ein“, wären für die gesamte Imkerschaft fatal. Dem Verbraucher ist die Frage der Applikationsform von Oxalsäure nicht zu erklären. "
    Eine solche Pressemitteilung dürfte niemals erscheinen, weil "nicht zugelassenes Medikament" ja eindeutig nicht stimmt, nicht zugelassene Applikation wäre richtig und vom Verbraucher durchaus einzuordnen.
    Käme eine solche Falschmeldung doch, dann würden unsere Rechtsanwälte Arbeit mit grossen Erfolgsaussichten bekommen.
    Kein Wort von Dr.v. d.Ohe zu der Tatsache, dass genau dieses Applikationsverfahren in anderen Ländern erlaubt ist ?!
    Kein Wort zu der sehr eindeutigen Aussage in der o.g. Dissertation...dafür wieder Argumente der Anwendergefährdung ?!
    Wie gesagt, unglaubhaft !


    mfg
    hartmut17

  • Warum macht ihr denn solch einen Aufruhr? Schweigt und kümmert euch um eure Bienen. Besser ist, es bleibt alles so, wie es gerade ist. Nicht die Ämter aufscheuchen. Bitte!


    Gruß Ralph

  • Warum macht ihr denn solch einen Aufruhr? Schweigt und kümmert euch um eure Bienen. Besser ist, es bleibt alles so, wie es gerade ist. Nicht die Ämter aufscheuchen. Bitte!

    :daumen::daumen:
    Und im Ernst, wer Sachen ausprobieren will oder das Verdampfen verträglicher für die Bienen empfindet, soll es weiter machen. Bis jetzt kenne ich niemanden, der deswegen bestraft wurde.
    Auf meinem Verdampfer liegt eine dicke Schicht Staub, da ich ihn bei meiner Betriebsweise nicht brauche. Ordentlich im Sommer behandeln (TBE oder AS) und dann im Winter träufeln und gut ist es.
    Die einzige Zeit wo OX-Dampf bei mir in Frage kommen würde, ist vielleicht in einem kalten Oktober, wenn die Sommerbehandlung versagt hat und ich keine TBE oder AS mehr anwenden kann. Aber das habe ich noch nie gebraucht und werde ich hoffentlich nie brauchen, solange ich den Erfolg der Sommerbehandlung gut kontrolliere und durch die TBE den Zufall kaum ne Chance überlasse.


    Das serienmäßige Block-Verdampfung bei Restbrut halte ich für nicht ausreichend und zu aufwändig. Bei Brutfreiheit hat das Träufeln ähnliche Ergebnisse, wenn nicht besser, finde ich.


    Die verbrauchte Menge an OX finde ich beim Verdampfen auch viel. Ein Liter OX-Lösung zum Träufeln braucht nur 3,5 g OX und reicht bei mir für über 20 Völker/Ableger. Beim Verdampfen würde ich viel mehr OX in den Hausgarten verteilen und dazu sehe ich mit der Maske ganz doof aus :eek: