Oxalsäure Behandlung

  • Das ist - abgesehen von der sowieso abwegigen Zulassungs-Diskussion - mal eine gute Richtlinie für alle Hobby-Imker.
    (Für die "Profis" mag ich nicht denken.)

    Seit 2005 Sächsischer* Hobby-Imker mit ca. 10 Völkern in DNM

    * sie summen weicher als die nicht-sächsischen Bienen


  • Ich habe die Gelegenheit genutzt und direkt geträufelt. Im Gegensatz zu den Jahren davor. Da behandelte ich zum 21. Dezember und das hat immer gepasst.


    Bernhard, was kann es denn für negative Effekte einer so zeitigen Behandlung bezüglich der zu hohen Temperaturen haben? Die Bienen sitzen dann ja nicht so eng und die Wirkung ist vielleicht nicht so optimal.
    Als Neuinmker habe ich bis jetzt das Träüfeln noch vor mir hergeschoben.


    Zitat

    Das Warten bis zur Wintersonnenwende ist daher für die zu empfehlen, die die Brutfreiheit im Oktober verpasst haben.


    Immer den Finger am Puls haben. :daumen:


    So werde ich es machen.


    Viele Grüße aus der Westlausitz

    Viele Grüße aus der Westlausitz


    "Was tausend Wichte sagen, bekommt Gewicht" - Johann Nepomuk Nestroy

  • Die Bienen sitzen dann ja nicht so eng und die Wirkung ist vielleicht nicht so optimal.


    Statt 93 % werden dann eben nur 70-80 % der Milben erwischt. Kein Drama, an dem das Bienenvolk verstirbt. Das wird erst nächstes Jahr zum Problem. Wer dann im Frühjahr die ersten zwei Drohnenrahmen schneidet, hat den Druck wieder rausgenommen.

  • Außerdem gehen die Milben nicht zwingend in die letzten Flecken Brut und setzen sich der Gefahr aus, mit der verkühlten Brut zu sterben.


    Mir ist unbekannt, dass die letzte Brut verkühlt, denn bei der letzten Brut sind im Verhältnis noch viele Bienen vorhanden aber nur wenig Brut übrig, denn die Völker fahren ihr Brutgeschäft ja rechtzeitig zurück.
    Eher bei der ersten Brut und später, wenn das Brutnest sich sehr vergrößert, die Winterbienen sich aber langsam verabschieden, kommt das Verkühlen öfter vor.


    Ob die Milben bei verkühlter Brut wirklich sterben ist ne andere Frage, ich glaube eher nicht! In einer Futterwabe habe ich mal ein paar Drohnenzellen übersehen. Nach einer Woche im kühlen Keller bei Temperaturen um die 12°! krabbelten die Milben auf der Wabe, die Drohnenzellen hatten kleine Löcher in den Zelldeckeln und selbst einige Drohnen waren noch am Leben! Sowohl Bienen als Milben scheinen niedrige Temperaturen gut aushalten zu können.


    Nach dieser Erfahrung frage ich mich manchmal, wie kalt und wie lange muss die Brut dann abgekühlt gewesen sein, so dass sie stirbst und ausgeräumt wird. Bei mir habe ich Gott sei Dank noch nie ausgeräumte verkühlte Brut erlebt.

  • hallo in die Runde,


    Thema Oxalsäure verdampfen.
    wenn’s ums Wohl der Bienen geht, gehen ich mit den Bienen den Weg der am effektivsten und „bekömmlichsten“ ist, egal was das Gesetzt dazu sagt (würden sich gesetzlich eh ändern, wenn sich ein Pharmakonzern findet der bescheinigt, dass das Arzneimittel in DE verkehrsfähig ist) … was jedoch wie bekannt einige Millionen kostet.


    Über die Wirkung/ Darreichungsform usw. gibt es je viele Diskussionen. Mal abgesehen von „Brutlos“ sehe ich die Behandlungstemperatur mitunter als Haupt-Störgröße, so mindestens meine Beobachtung, für meinen Teil fallen die meisten Milben bei regen Betrieb in den Beuten nach der Verdampfung (über 12C°).
    Ich leite daraus vorsichtig ab, dass eine engsitzende Traube die Wirkung erheblich mindert, aber nur eine Hypothese!
    Bevor einige wild drauflos Vergasen, sollte die Gefährlichkeit angesprochen werden.
    Was wir auf jeden Fall nicht unterschätzen dürfen, die Gefahr verlagert sich im Gegensatz zur AS auf den Imker (verdampfen). OS ist giftig, einige vertreten den Standpunkt „Krebserregend“ …. man sollte sich vorab mit dem Thema auseinandersetzen, die Kristalle sind nicht löslich, ist eher ein Staub als Gas, sind sehr klein und auch noch im Frühjahr in den Beuten zu finden.
    Atemschutz der Klasse FFP3!!! Handschuhe, Brille. Ich gehe noch weiter, Lackiereranzug, Handschuhe alles Einweg was ich dann wegschmeiße.
    Selbst die Maske/ Brille wären noch konterminiert! Ein bekannter Apotheker schlägt immer die Hände über den Kopf zusammen, wenn ich das Thema OS verdampfen anspreche.


    so jetzt warte ich wieder auf eine Kopfnuss die ich von den alten Imkerhasen bekomme! (-:


    Grüße Stefan


  • wenn’s ums Wohl der Bienen geht, ........, egal was das Gesetzt dazu sagt


    Hallo Stefan,
    ohne Kopfnuss von einem "alten Imkerhasen":
    Du bist mit Deinen Bienen ein Produzent eines Lebensmittels und dann darf Dir das Gesetz nicht egal sein.
    Gruß Eisvogel

    Als ich mich zum imkern entschlossen hatte, fand ich mich ratlos vor diversen modernen Beuten-Systemen.

    Abbé Emil Warre 1948, 12. Auflage Bienenhaltung für alle, Übersetzt von Mandy Fritsche, 2010


  • Thema Oxalsäure verdampfen...
    fallen die meisten Milben bei regen Betrieb in den Beuten nach der Verdampfung (über 12C°).
    Ich leite daraus vorsichtig ab, dass eine engsitzende Traube die Wirkung erheblich mindert...
    ,
    Was wir auf jeden Fall nicht unterschätzen dürfen, die Gefahr verlagert sich im Gegensatz zur AS auf den Imker (verdampfen). OS ist giftig, einige vertreten den Standpunkt „Krebserregend“


    Lieber Stef,an,


    zu 1. Schaust Du hier, wird einiges klarer:
    http://www.varroamilbe.ch/
    Bei Verdampfung wird Wärme zugeführt -> geht die Traube auseinander. I.ü. hat Prof. Tautz mit HOBOS neu erkannt, daß die Traube nicht konstant 26 Grad hält, sondern sich nur aller paar Tage soweit hochheizt, um ein endgültiges verklammen des Biens zu vermeiden (+ Energie zu sparen)., Mglw. hängt der von Dir beobachtete Behandlungsabfall eher mit dem Milb,ebenbefallsgrad zusammen?,
    zu 2. Zu den Gesundheitsgefahren die Dissertation von Dr. Gumpp:,
    https://www.deutsche-digitale-…7YYVGBQ5CCO3AZ/full/1.pdf
    KAnnst Du Quellen für die These "krebserregend" nennen? Ich kenne nur die Problematik der Bildung von schwer/unlöslichem Calziumoxalat (s.o.),


    Mit imkerlichen Grüßen - Gottfried

  • Super, die zwei Links ! :daumen::daumen::daumen:
    Hier wird wirklich ausführlich und sachlich dargelegt wie man die Milbe am effektivsten bekämpfen kann und wie "groß" die Gefahr dabei für den Imker ist...
    Für alle ungläubigen, lest euch wenigstens mal das Fazit vom 2. Link durch und verbreitet keine Märchen vom nötigen ABC-Schutzanzug. Selbst die FFP3 Feinstaubmaske ist schon besser als nötig. Laut dieser Studie reicht auch FFP2... und das auch nur um den starken Hustenreiz zu vermeiden, vergiften steht sowieso außer Frage. Das dieses Verfahren genau wie in Österreich auch in Deutschland zugelassen wird, ist hoffentlich nur noch eine Frage der Zeit. Vielleicht möchten aber auch mächtige Entscheidungsträger lieber weiterhin gute Gewinne mit Ameisensäure erzielen? Ich weiß es nicht, wäre aber auch nicht überrascht... Es ist immerhin schon ein Unterschied, ob man mehrere Euro pro Volk und Jahr, oder nur wenige Cent dafür investieren muß. Jetzt nicht so sehr für den einzelnen Imker, aber Deutschlandweit ist der Verkauf an Ameisensäure sicherlich nicht gerade klein. Da würde schon ein Markt zusammenbrechen...
    Schade, das sich der ursprüngliche Fragesteller noch nicht ein mal zurückgemeldet hat, aber wir diskutieren, amüsieren und bilden uns ja mal wieder hier auch ohne weitere Nachfagen ganz köstlich.
    Gruß an alle, Kruppi !

  • Vielleicht möchten aber auch mächtige Entscheidungsträger lieber weiterhin gute Gewinne mit Ameisensäure erzielen?


    Hm, mit blanker AS (ob 60% oder 85%) sind die Gewinne sicher nicht so hoch. Mit den neuen Mittelchen wie MAQS oder Hopguard wohl eher. Aber das führt OT.
    Peter Maske wollte sich für die OX-Verdampfung auch in D einsetzen. Leider habe ich trotz Nachfrage bislang noch nichts neues gehört. Allerdings vertritt er die Ansicht, daß die biotechnischen Methoden der Varroabekämpfung stärker in den Vordergrund gerückt gehören.
    Nachdem ich die TBE nach Jurgeit (mit Erfolg und viel geringerem Aufwand als befürchtet) ausprobiert habe, hoffe ich, künftig damit auszukommen und unahängiger von den Segnungen der Pharmaindustrie zu werden (PDF in #1):
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=43372

  • Ja, die TBE hat uns der Ralph auch schon erklärt, (wir sind im selben Verein...) bzw. er hat es versucht, denn die meisten Zuhörer fanden es toll, können sich aber nicht vorstellen selber mit solcher Disziplin Termingerechte Eingriffe zu meistern, weil wir in der Woche arbeiten müssen... Sicher kann man da mit viel Planung und Termingenauer Ausführung eine Menge erreichen, allerdings lese mal genau: "ohne weitere Behandlung bis zur Spätherbstbehandlung. Diese sollte allerdings nicht weggelassen werden" schreibt er... da ist er wieder, der "Geheimtip":u_idea_bulb02:

  • J"bis zur Spätherbstbehandlung" schreibt er... da ist er wieder, der "Geheimtip":u_idea_bulb02:


    Nö, nö, der Ralph überlegt + rechnet, bevor er im Spätherbst etwas tut. Wenn´s nicht nottut, dann macht er auch nix, glaub ich. Ich muß bei meinen TBE-Völkern in diesem Jahr hier wohl auch nix tun: < 0,04 Milben/Tag. Mglw. eine Stichprobe mit Kontrollbehandlung rein vorsorglich und wegen TBE-Anfängerunsicherheit...

  • Hallo Gottfried,


    wie stellst Du 0,04 Milben am Tag fest? Alle 25 Tage eine? Ist die Varroaeinlage bei Dir auf Dauer eingeschoben?


    Gruß
    Ulrich