Oxalsäure Behandlung

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    Mal eine Frage in die Runde!


    Da ja OS, wie auch Puderzucker, den der ein oder andere ins Volk fegt, kein Arzneimittel ist, woher leitet sich dann das VERBOT her? Beide Stoffe werden ja nur äußerlich angewendet. Um eine Owi zu ahnden benötigt man ja einen Tatbestand sowie eine Bußgeldvorschrift. Wo finde ich die denn??


    Mfg


    Tobi

  • Würde mich auch interessieren, könnte mir aber auch vorstellen, dass in irgendeiner Verordnung steht, dass alles, was nicht ausdrücklich erlaubt ist, verboten sei.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿

  • Hier am Niederrhein waren alle Völker im Oktober brutfrei.
    ......
    Im Moment haben die Völker drei bis vier Brutwaben voll mit Brut. Allerdings alles verdeckelt und auslaufend.


    Ja, hier waren die Völker auch im Oktober brutfrei. Und ich gehe davon aus (Windelkontrolle),dass sie hier auch immer noch brutfrei sind. Klar war es in den letzten Tagen warm, aber ein ziemlich unangenehmer Wind pfiff. Und vorher gab es mehrere Tage Frost.
    Nur was ich nicht ganz verstehe, warum sie jetzt wieder (am Niederrhein und wo auch immer) wieder Brut haben. Denn die Tageslänge wird doch nach wie vor kürzer. Und ob ein Winter mit langer Frostperiode kommt oder nicht ,weiß man nicht. Oder "wissen" die Bienen das Wetter im Voraus?
    Gibt's eventuell Unterschiede bezüglich Durchbrüten im Winter zwischen den Rassen?

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal gefährlich."

  • Würde mich auch interessieren, könnte mir aber auch vorstellen, dass in irgendeiner Verordnung steht, dass alles, was nicht ausdrücklich erlaubt ist, verboten sei.


    Arzneimittelgesetz Paragraph 21 zur Zulassungspflicht. Strafen sind ab Paragraph 95 nachzulesen. Ob das nun Anwendung findet weiß ich nicht.


    Man sollte aber bedenken, dass man Lebensmittel gewinnt, und bei denen herscht nach den Skandalen eine entsprechende Empfindlichkeit bei Behörden und Verbrauchern. Wäre doch schade wenn die nächste Schlagzeile "Deutsche Imker vergasen nichtzugelassene/verbotene Stoffe und ernten dennoch Honig".


    Ob die Nichtzulassung Sinn macht oder unsinn ist, kann ich nicht beurteilen. Vermutlich macht es keinen Sinn. Es so offen zu propagieren aber auch nicht, da es den Ruf aller schädigen könnte. Wer kann schon sagen auf was sich die Medien als nächstes stürzen.


    Wer bedampft, was ich vielleicht auch mal tuen werde, der soll es von mir aus...aber vielleicht besser im stillen; zumindest bis es offiziell rein kosmetischer Natur ist.

  • Also, jetzt muß ich mich auch mal melden zur brutfreiheit meiner Völker. Ich habe Mitte November behandelt und verdächtige Völker dabei geöffnet und auf brutfreiheit kontrolliert. 90 % waren brutfrei. Selbst bei den Ablegern waren es kaum mehr mit Brut.
    Die 1. Dezemberwoche ist meiner Erfahrung nach die sicherste Woche im Winter in der die Bienen ohne Brut sind. Nachdem wir ja jetzt schon fast wieder eine Wärmephase haben und das auch bis mitte nächster Woche anhalten wird, ist es eher so, das die starken Völker anfangen zu stiften und je nachdem, wenn´s keine längere Kälteperiode gibt, dann auch durchbrüten.
    Gruß
    Alfons

  • [quote='ChrisAusEssen','https://neu.imkerforum.de/forum/thread/?postID=492737#post492737']Arzneimittelgesetz Paragraph 21 zur Zulassungspflicht. Strafen sind ab Paragraph 95 nachzulesen. Ob das nun Anwendung findet weiß ich nicht.


    Das bezieht sich aber nur auf das Inverkehrbringen. In der EU Tabelle zu §59d ist neben OS sogar Amitraz als zulässiger Stoff gelistet, dass kann es dann wohl auch nicht sein... Ich suche weiter....

  • Hi,


    vielleicht ist es manchmal besser etwas zu machen und nicht darüber zu reden, wie ich leider lernen durfte.


    Wenn ich der Meinung bin sie brauchen etwas "Wellness" mit Oxalsäuredampf, behalte ich es für mich.


    Genau das ist das Problem. Der Anfänger glaubt mit ein bisschen AS im Sommer und OS Träufeln zu Weihnachten ist das Problem Milbenbekämpfung erledigt. Vielleicht noch Drohnen schneiden und das war`s ... Das funktioniert vielleicht sogar in manchen Jahren und je nach Gegend, aber nicht immer und überall! Wenn dann im Frühling doch mal nichts mehr summt geben einige sicherlich frustriert auf.
    Selbst wenn nur super schwache Völker bis zum Frühling durchkommen ist die Motivation ziemlich am Boden.
    Wer nicht gleich aufgibt fragt mal genauer nach, wie die anderen Imker ihre Bienen erfolgreich und stark durch den Winter bekommen und wird evtl. erstaunt feststellen, daß zumindest eine "Probebedampfung" um den Milbenfall festzustellen eingeräumt wird. Es darf einfach kein "Geheimtip" bleiben, den Bienen zu liebe!
    In meiner Gegend sind im Umkreis von 2 Km bestimmt mindestens 20 weitere Imker mit 100 weiteren Völkern (Reinvasion...) und die Milben müssen einfach regelmäßig bekämpft werden, völlig Egal ob da Brut im Volk ist oder nicht, da brauch ich auch nicht Waben ziehen im November, die sollen ihre wohlverdiente Winterruhe haben. Der Blick auf die Windel nach einer Woche reicht, um zu wissen, ob alles gut ist, oder nochmal 1-2 Gramm OS nötig ist... Bei mir dieses Jahr jedenfalls zum Glück nicht mehr. Selbst Ende August und September sind kaum Milben gefallen, entweder war es ein besonders gutes Jahr, oder die fast komplette Entmilbung vom Vorjahr hat sich bezahlt gemacht.
    Und um noch eine oft angeführte Angst gleich mal auszuräumen: man züchtet sich nicht auf diese Weise die resistente Supermilbe, denn gegen verätzte Milbenbeichen kann die Milbe genausowenig ausrichten, wie die Fliege gegen eine Fliegenklatsche.

  • Nur was ich nicht ganz verstehe, warum sie jetzt wieder (am Niederrhein und wo auch immer) wieder Brut haben. Denn die Tageslänge wird doch nach wie vor kürzer. ...
    Gibt's eventuell Unterschiede bezüglich Durchbrüten im Winter zwischen den Rassen?


    Ich habe die Brutpause im Oktober schon nicht verstanden. Das habe ich bisher noch nie erlebt. Es gab zwar eine kurze Kältephase, aber ohne Frost. Pollen und Nektar gab es im Überfluss. Wir hatten danach teils 16-17 Grad Celsius. Nachts nicht unter 10 Grad Celsius. Pollen und Nektar waren verfügbar (Efeu, Sonnenblumen, Esparsette, etc.) und zusammen mit der Wärme konnte ich mir den Wiederbeginn mit dem Brüten schon denken. Es war wie im Frühling.


    Ich dachte mir, daß sie den Massenwechsel beginnen. Und wenn der einmal angestoßen ist, hören sie nicht mehr auf. Im Moment finde ich jedoch nur auslaufende Brut. Wird wohl doch noch eine Phase des Überdauerns geben?


    Ich habe ja verschiedene Rassen (Unterarten), alle zeigten das gleiche Verhalten.


    Viele Grüße


    Bernhard

  • ....man züchtet sich nicht auf diese Weise die resistente Supermilbe, denn gegen verätzte Milbenbeichen kann die Milbe genausowenig ausrichten, wie die Fliege gegen eine Fliegenklatsche.


    Möglich ist es vom Prinzip her schon. Durch einen dickeren Panzer zum Beispiel. Durch mutierte Kanäle aus dem Inneren der Milbe hin zu den Haftlappen. So wie die Biene, die den Kanal zum Haftlappen absperren kann. Es kann aber auch Vermeidungsverhalten antrainiert und über Epigenetik weiteregegeben werden. Die Fliegen, die besonders Fliegenklatschen scheuen und große Bögen fliegen, die überleben. Analog überleben die Milben, die sich besonders schnell wieder in den Zellen verstecken.


    Zum Glück handelt es sich bei den Milben bei unseren Bienen aber um Klone. Exakte Kopien der Eva-Milbe. Da ist nicht viel Variation oder Evolution zu erwarten.

  • Ja, hier waren die Völker auch im Oktober brutfrei. Und ich gehe davon aus (Windelkontrolle),dass sie hier auch immer noch brutfrei sind.


    Bei mir waren auch alle Völker (wie fast in jedem Jahr Anfang November) brutfrei.
    Am 7. 11. habe ich behandelt.



    Auch ich gehe davon aus, dass sie noch brutfrei sind, aber nach Bernhards Zeilen werde ich interessehalber nochmal einen wissbegierigen Blick in ein o. zwei Völker werfen.



    Zitat

    Nur was ich nicht ganz verstehe, warum sie jetzt wieder (am Niederrhein und wo auch immer) wieder Brut haben. Denn die Tageslänge wird doch nach wie vor kürzer.


    Könnte es sein, dass evtl. die Varroabehandlung die Bienen wieder zum (kurzen) Brüten anregt?


    Zitat

    Oder "wissen" die Bienen das Wetter im Voraus?


    Bayrische Bienen wissen dat bestümmt. Siehe Haslinger Sepp.:cool::wink:


    Herzliche Grüße
    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • Hallo Bernhard,
    Das mit dem Klon klingt interessant!
    Wie lässt es sich aber dann erklären dass die Milben immer zäher aus dem Volk zu bringen sind?
    So zumindest erzählen es viele langjährige Imker. Nur ein subjektiver Eindruck?

  • Wie lässt es sich aber dann erklären dass die Milben immer zäher aus dem Volk zu bringen sind?
    .... Nur ein subjektiver Eindruck?


    Nein, das ist kein subjektiver Eindruck. Das ist objektiv gemessen.
    Die große Frage: Liegt's an der Milbe oder an den Bienen?

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal gefährlich."