Oxalsäure Behandlung

  • Hallo,
    Dieses Jahr ist mein erster Bienen-Winter. Ich wollte jetzt eigentlich mal die Oxalsäure Behandlung durchführen, somit warte ich auf Brutfreiheit meiner Völker, doch die wollen nicht. Bei uns sind die Temperaturen am Tag z.Z. bei +9 C° und heute als die Sonne auf das Flugloch schien war reger Flugbetrieb. Mein Imkerpate (83 Jahre) meinte, dass ich es jetzt trotzdem machen soll. Ich trau mich aber nicht. Was meint Ihr zu diesem Thema?

  • Ich glaube vor der Frage stehen viele Neuimker und im Verein auch der ein oder andere Altimker.


    Ich hatte jetzt die Windeln mal für eine Woche drin und dem dunklen Gemüll nach sind wohl noch alle Völker in Brut. Vielleicht lese ich aber auch einfach falsch?


    Ich warte noch zwei Worten. Letzte Woche gab es den ersten Frost und vielleicht haben die es sich da nun doch endlich überlegt zu pausieren. Ab dem 22. werden die Tage wieder länger...


    Wenn dann immer noch Brut vorhanden ist, dann ist das so. Es mag welche geben, die die Restbrut ausschneiden, aber auf eine solche Aktion möchte ich gerne verzichten. Ich habe nicht vor die Kisten jetzt groß auseinanderzureißen.
    Daher scheidet für mich auch eine MS-Behandlung aus.
    Garnicht behandeln ist jetzt aber auch keine Option. Da erwische ich lieber einige als garkeine Milben, auch wenn ich dann nächstes Jahr wohl besonders wachsam sein werde.

  • Ich wollte jetzt eigentlich mal die Oxalsäure Behandlung durchführen, somit warte ich auf Brutfreiheit meiner Völker, doch die wollen nicht.


    Hallo Natty,


    woher weißt Du, das Deine Bienen noch brüten? Du hast nicht nachgeschaut, oder? Fliegen heißt nicht automatisch brüten! Hast Du Windeln in den Kisten? Wenn ja, mach sie raus! Die sollen merken, das es kalt wird Nachts, das ist wichtiger, als das Du weißt, das sie nicht brutfrei werden, weil sie warm sitzen! Ansonsten warte ruhig noch bis zur Wintersonnenwende, die Chancen stehen ganz gut, das dann Ruhe ist in den Völkern. Keine Hektik! (noch nicht :) )


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Bei mir ist auch kein Volk komplett brutfrei. Ich habe gestern alle Völker nach vorheriger Windelkontrolle (5 Tage) mit OS (1,0g brutto) bedampft. Im Gegensatz zumTräufeln habe ich dann später noch die Option eine weitere Behandlung durchzuführen. Habe mir aber eigentlich vorgenommen nix mehr zu machen.


    Die vorherge Windelkontrolle ergab einen Milbenfall von 0-3 p.T.


    Gruß


    Tobi

  • OS träufeln hab ich auch am Anfang ausprobiert. Eine Behandlung hat gereicht um die betroffenen drei Völker umzubringen. Überlebt hat in diesem Winter nur ein anderes Volk, daß ich nicht betreufelt hatte, weil da nichts an Bienen zu sehen war, und ich dachte, die wären tot...
    Flüssige Oxalsäure wird von den Bienen aufgenommen und vergiftet sie! Das einzige vernünftige Mittel, daß den Bienen selbst bei mehrfacher Anwendung und sogar Überdosierung kaum schadet ist OS verdampfen. Beschäftige dich mal genauer mit dem Thema und dann mach deinen Bienen ein Weihnachtsgeschenk!
    Viel Erfolg, Kruppi

  • OS träufeln hab ich auch am Anfang ausprobiert. Eine Behandlung hat gereicht um die betroffenen drei Völker umzubringen.


    Das hört sich in meinen Ohren nach Überdosierung an. :confused: Welche Menge hast Du denn pro Wabengasse in welcher Konzentration geträufelt?
    Ich träufel 10 ml OS 3,5% pro besetzte Wabengasse, die äußeren dabei nicht mit gezählt, allerdings nicht mehr als 50 ml.
    Damit habe ich es bisher noch nie geschaft ein Volk umzubringen.


    Zitat

    Überlebt hat in diesem Winter nur ein anderes Volk, daß ich nicht betreufelt hatte, weil da nichts an Bienen zu sehen war, und ich dachte, die wären tot...


    Ich würde Dir raten, mal die obere Zarge anzukippen und in die untere zu schauen. Oder falls nur eine Zarge vorhanden diese mal anzukippen und von unten zu gucken, oder eine Taschenlampe zu gebrauchen. Dann siehst Du Deine vermeintlich toten Bienen besser.


    Natty, mach es so wie Ralf es schreibt! :daumen:


    Beste Grüße


    Herr Rübengrün

    Prüfet Alles und wählet das Beste!


    Erst kommt das Fressen, dann die Moral!

  • Hallo Kruppi !


    OS träufeln hab ich auch am Anfang ausprobiert. Eine Behandlung hat gereicht um die betroffenen drei Völker umzubringen. Überlebt hat in diesem Winter nur ein anderes Volk, daß ich nicht betreufelt hatte, weil da nichts an Bienen zu sehen war, und ich dachte, die wären tot...
    Flüssige Oxalsäure wird von den Bienen aufgenommen und vergiftet sie! Das einzige vernünftige Mittel, daß den Bienen selbst bei mehrfacher Anwendung und sogar Überdosierung kaum schadet ist OS verdampfen. Beschäftige dich mal genauer mit dem Thema und dann mach deinen Bienen ein Weihnachtsgeschenk!
    Viel Erfolg, Kruppi


    Bei solch einem Schadbild müßten Imker reihenweise Ihre Völker verlieren,
    Oxalsäure träufeln ist ein zugelassenes Mittel. Oder auch Milchsäure sprühen.


    Bienen mittels Oxalsäure-Vergasung zu behandeln, ist in Deutschland nicht zugelassen !


    Wir hauen immer auf die Agrarindustrie und Ihr abweichen von der "guten Praxis",
    aber solche Bienehalter halten sich selbst nicht daran ? Warum ?
    Weil sie nicht in der Lage oder Willens sind, mit bestens erprobten und tausendfach bewährten,
    zugelassenen Methoden gegen die Varroamilbe vorzugehen.


    Durch diese publikmachen des Vergasens, schaden sie der gesamten Imkerschaft
    und geben der Agrarindustrie und Pestizidvertreibern Argumente in die Hand,
    gegen die "unfähigen Bienenhalter" und deren nicht zugelassenes Verhalten !


    Leider habe ich das hier schon öfter schreiben müssen.



    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Hallo zusammen,


    Ich weiß nicht, wie viele von euch in hohen Lagen imkern und mit welcher Bienenherkunft ihr imkert etc., aber bei mir wäre eine Restentmilbung vor Mitte Dezember sehr riskant, denn bis Ende der 3. Novemberwoche herrschte bei mir fleißiger Polleneintrag über mehrere Tage und davor fast ne Woche lang Temperaturen um die 18°, obwohl ich auf 550 Höhe imkere.


    Die jetzigen wärmeren Temperaturen bis zu 10° tagsüber machen mir keine großen Sorgen, denn weder wird Pollen eingetragen noch bleiben die Nächte dauerhaft warm. Gerade bin ich bei -4° geradelt, da hat eventuelle offene Brut kaum Chancen, nicht ausgeräumt zu werden.


    Mal wieder sieht man, wie sehr sich die Imker auf die 0° Grenze orientieren. Ich denke im Inneren der Traube bekommen die Bienen (oder die Kö) nicht genau mit, ob draußen bei stillem Wind -5° oder +2 mit starkem Wind und großen Fluglöchern oder offenen Böden etc. herrschen.
    Außerdem, wenn es den Bienen nur um Temperaturen gehen würde, dann würden die meisten Völker im Februar brutfrei sein bzw. am wenigsten Brut haben, denn Februar ist der kälteste Monat bei uns! Dass das nicht der Fall ist, zeigt deutlich, dass die Bienen sich nicht nur an Außentemperaturenmit der 0°-Grenze orientieren, sondern sicherlich u.a. auch an die ab- und zunehmende Tageslichtlänge. So überlegt euch mal, was man mit dem ständigen hin und her Schieben der Bodenschieber zu dieser Zeit bewirken könnte! Nicht nur mehr Kälte, sondern auch mehr Licht kommt rein. Das könnte für die mini-inneren Uhrchen der schlauen Bienchen nach kommender Frühjahr klingen:daumen:


    Das Einstellen des Brutgeschäfts ist auch keine reine Kö-Entscheidung. Die Kö kann weiter stiften wie sie will und das macht sie oft fast zu jeder Zeit. Die Pflegebereitschaft des Volks entscheidet eher, ob diese Stifte oder offene Brut weiter gepflegt wird oder lieber ausgefressen wird. Im frühen Frühjahr geht man davon aus, dass bis 50% der Stifte ausgefressen werden, da wird im Winter wahrscheinlich auch nicht jedes Ei verdeckelt, was die Kö aus warmen Po mitten in der Traube verliert.


    LG Salsero, der wie jedes Jahr nicht vor Mitte Dezember restentmilbt

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

  • Hallo zusammen,


    bei uns im Anfängerkurs wurde gesagt, dass bei 3 aufeinanderfolgenden Frostnächten nach 3 Wochen Brutfreiheit ziemlich sicher ist. Spätestens am 21.12. sollte das der Fall sein. Uns wurde eindeutig zur Oxalsäurebehandlung zu diesem Zeitpunkt geraten. Das habe ich letztes Jahr gemacht - war super und hat gut gepasst.

  • Ich mache es folgendermaßen:
    Am 10.12 kommen bei mir überall die Gemüll-Einschübe rein. Nach 5 Tagen werte ich die aus. Abgeschrotete Brutdeckel und helle Milben bedeuten: Das Volk ist nicht aus der Brut, Warten ist angesagt. Wenn nur dunkle Milben fallen und kaum abgeschrotete Brutdeckel, dann kann die Behandlung erfolgen.


    Gruß Ralph

  • Die jetzigen wärmeren Temperaturen bis zu 10° tagsüber machen mir keine großen Sorgen, denn weder wird Pollen eingetragen noch bleiben die Nächte dauerhaft warm.
    ...
    wenn es den Bienen nur um Temperaturen gehen würde, dann würden die meisten Völker im Februar brutfrei sein bzw. am wenigsten Brut haben, denn Februar ist der kälteste Monat bei uns! Dass das nicht der Fall ist, zeigt deutlich, dass die Bienen sich nicht nur an Außentemperaturenmit der 0°-Grenze orientieren, sondern sicherlich u.a. auch an die ab- und zunehmende Tageslichtlänge.


    Genau:daumen: - der Wechsel von Hell- und Dunkelzeiten ist sicher ein wichtiger Faktor.


    @ Kruppi: könnte schon mit einer hohen Dosierung einhergegangen sein - prüf' nochmal die Dosierung. Ich behandle seit vielen Jahren mit warmer 3,5 %iger Oxalsäure/Zuckerlösung um die Weihnachtszeit mit 3 ml pro nahezu voll besetzter DNM 1,5 Brutwabe, bei Teilbesetzung abgeschätzt mit etwas weniger, aber niemals mehr als insgesamt max. 30 ml pro Volk. Hr. Rübengrün spricht von max. 50 ml, also erheblich mehr, hat vielleicht auch größere Völker und hat damit auch keine Probleme.


    Beste Grüße


    Rainer

  • Es waren genau 50ml 3,5% pro Volk, allerdings wahrscheinlich waren diese Völker kleiner als gedacht und 50ml wohl zu viel. Hätte ich damals einen Oxamat benutzt wären sie aber ziemlich sicher durch den Winter gekommen, so wie das Volk, das ungewollt garnicht behandelt wurde und überlebt hat, das ist schließlich das Wichtigste! Die Bienen sollen möglichst schonend, aber effektiv behandelt werden. OS- "Dampf" ist übrigens kein Giftgas sondern Feinstaub. Stell dir vor, dein Hund hat Flöhe. Würdest du das Floh-Pulver auf das Fell verteilen oder ins Futter mischen, wohl wissend, das es dem Hund danach übel geht und spätestens eine zweite Dosis ihn umbringt?

  • Hallo zusammen,


    bei uns im Anfängerkurs wurde gesagt, dass bei 3 aufeinanderfolgenden Frostnächten nach 3 Wochen Brutfreiheit ziemlich sicher ist. Spätestens am 21.12. sollte das der Fall sein. Uns wurde eindeutig zur Oxalsäurebehandlung zu diesem Zeitpunkt geraten. Das habe ich letztes Jahr gemacht - war super und hat gut gepasst.


    Für dieses Jahr ist alles zu spät. Der aufmerksame Imker beobachtete im Oktober Brutfreiheit.
    Vielleicht wirds Anfang Januar noch was.
    Hoppla, da stehen die Gesetze wieder im Weg...