Maximale Völkervermehrung -mal anders?

  • Zu diesem Thema gibts ja viele Threads, allerdings immer unter dem Aspekt noch Honig ernten zu wollen.
    Nachdem ich nächstes Jahr nochmal mit 5 Völkern bei 0 anfangen "muss" stellt sich mir die frage wie ich möglichst schnell unter kompletter Vernachlässigung des Honigertrags auf über 20 Völker kommen kann.
    Theoretisch müsste es doch in der Zeit von Mitte Mai bis anfang Juni möglich sein Wöchentlich aus allen Völkern eine Wabe zu entnehmen und daraus einen Sammelbrutableger zu erstellen. (Kö wird zugekauft oder Schwarmzellen).
    Ende Juli (theoretisch nach dem Abschleudern) dann jedes Volk halbieren und eine neue Kö zusetzen
    Das Ziel ist es in 2017 mit über 20 Völkern zu starten...
    Könnte das so klappen?


  • Könnte das so klappen?


    Mitte Mai bis Anfang Juni ist schon fast spät. Lies dir doch mal "Völkervermehrung in 4 Schritten" durch.
    Wenn du das 2 mal umsetzt, sollten 15 (erfolgreiche) Ableger kein Problem sein. Mit den hoffentlich 5 noch lebenden Völkern bist du dann bei 20.



    Stefan

  • Ich würde auch sagen, dass man vervierfachen kann. Ich war in diesem Jahr von meinen späteren Ableger überrascht. Die haben sich besser entwickelt als ich gedacht hätte. Eigentlich wollte ich nur Königinnen "zwischenlagern" und später vereinigen. Und genau die guten Königinnen machen eben den Unterschied.


    Mein Tipp:
    Sammelbrutableger und auch ruhig später TBE Ableger machen, aber unbedingt auf eine gute Qualität der Königin achten.


    Gruß Jörg

  • Vier Völker normal führen, mit einem Königinnen ziehen und diese mit 'ner Handvoll Bienen in Was-auch-immer packen, nach dem Raps alle Völker teilen (=10), füttern, Ende Juni nochmal teilen (=20), weiterfüttern, entweder so lassen oder Anfang August nochmals teilen (=40). Immer weiter flüssig & dünn(!) füttern, ab Ende August langsam das Winterfutter in die Kisten bringen und die Bienen der Begattungseinheiten zu den Völkern fegen. Wichtig sind gute Königinnen, diese 'eine Wabe gibt ein Volk Nummer' funktioniert da nicht (Dafür kannst Du diese Bienen ohne ein Knöllchen zu fürchten auf einen Behindertenparkplatz stellen). Zwischendurch fängst Du noch ein oder zwei fremde Schwärme, teilst die mit neuen Kös auf und im nächsten Jahr hast Du wieder keine Zeit für nichts anderes als Bienen.


    Oder die Völker ganz normal führen, früh abschleudern, Kös zukaufen und die Kisten vierteln, hast'te auch direkt 20. Dünn füttern und fertig. Aus Fünf Zwanzig zu machen geht locker. Diese Ableger starten dann im folgenden Jahr nicht sofort mit Vollgas, aber nach dem Raps sind die von normal gestarteten Wirtschaftsvölkern nicht mehr zu unterscheiden und Du verzichtest nur auf etwas Frühtracht und wenn Du sehr früh abschleuderst auf ein bißchen Linde. Aber das A & O sind die Königinnen, die Genetik muß gut sein und die Aufzucht supergut. Dann paßt das.


    Viel Erfolg & Spaß dabei,
    beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Also,


    1. Überlegung: Ist eines der Völker nachzuchtwürdig.


    Wenn Ja, entnimmt man von den anderen 4 Völkern zu gegebener Zeit (Anfang bis Mitte Mai) die Königin mit einer Brutwabe und einer Futterwabe. Die ersten vier Ableger sind gebildet.
    Nach neun Tagen werden alle Nachschaffungszellen gebrochen. Die Zuchtlatten werden mit Maden von dem 5. Volk bestückt und in die nun weisellosen Völker gegeben. Am vorletzten Tag vor dem Schlupf werden die Zellen gekäfigt
    Am Schlupftag werden je zwei Waben aus diesen Brutvölkern (ich gehe von 2 Zargen Zander aus) auf 9 Beuten oder entsprechenden Vierböden verteilt und je eine Königin zugesetzt. Eine Königin wird in die Zarge zu den restlichen Bienen gegeben. Diese Zarge (in diesem Fall dann 4 Zargen) bleiben am Platz alle anderen 3,5 km entfernt aufstellen.
    Warten.
    Wenn die ersten Zellen verdeckelt sind, werden die Vierböden aufgeteilt und dann wird erweitert und wöchentlich mit einer kleine Menge, ca. 0,5 l , gefüttert. Im späten Herbst ist die Kiste voll.


    Wer mitgezählt hat, kommt auf 44 Ableger. Es gibt allerdings auch Jahre, wo nicht alle Königinnen begattet zurückkommen, dann sind es weniger. Zudem noch das 5. Volk, welches noch Honig gibt.


    Wenn die 1. Überlegung mit "nein" beantworte wird, werden allen 5 Völker Brutvölker und man muss sich Maden von Zuchtvölkern besorgen. Sind 11 Ableger mehr und kein Honig.


    Die zeitliche Abfolge mache ich mit einer kleinen Exceltabelle, wo ich denn Umweislungstag eingeben. Alle anderen Termine werden dann ausgerechnet. Wer die Tabelle möchte, schickt mir seine E-Mail.


    Das Vorgehen ist seit vielen Jahren erprobt, bisher aber noch nicht mit 4 oder 5 Völker.


    Gruß
    Werner

  • Kö´s selbst nachziehen werde ich im kommenden Jahr noch nicht (ich arbeite ab nächstem Jahr in einer Belegstelle mit und bekomme dort die Königinnenzucht gelehrt), dafür bekomme ich von dort meine Königinnen.



    Mit wievielen Völkern setzt du das um?

  • Die genannten Methoden haben alle ihr positives und funktionieren auch einwandfrei. Aber damit lastet man sich viel Arbeit auf und muss von April/Mai an die ganze Zeit zufüttern um es am Laufen zu halten. Da spricht mir Rase fast schon aus dem Herzen mit seiner Ausführung.


    Warum nicht hingehen und im Mai die Völker teilen, dabei die Flugbienen beim Teil ohne Königin belassen und somit den Königinnenteil etwas schwächer erstellen.
    Im Normalfall sind beide Einheiten in der Lage genug Tracht einzubringen um nicht gefüttert werden zu müssen. Idealerweise besorgt man sich begattete Königinnen und man gewinnt richtig Zeit für die Einheit ohne Königin.


    Somit hat man aus 5 direkt 10 gemacht und dazu nur einmal geteilt und beim einen nach 9 Tagen die Zellen gebrochen und die neue Königin eingeweiselt.
    Nun führt man diese weiter und nur wenn keine Tracht mehr kommt gilt es zu füttern, dafür kann man dann Ende Juni nochmals hingehen und erneut teilen wie bereits aufgezeigt.


    Dies ist eine lockere Vermehrung und man hat wenig Arbeit/Stress.
    Natürlich funktionieren die ganzen Kleineinheiten auch, aber sie sind arbeitsintensiv und anfälliger.



    Willst du jetzt aber dennoch noch Honig ernten und dabei auf 20 Völker kommen, dann schau nach einer Quelle für begattete Königinnen. Wenn die zur Verfügung stehen, dann fang ab Mitte/Ende April damit an, die 5 Völker durch Entnahme von je 1-2 Brut- und Futterwabe zu schröpfen. Dies machst du ca. alle 14 Tage und verstärkst mit diesen Brutwaben die 5 Ableger die bereits mit legender Königin am Gas geben sind. Bis Ende Juni hast du damit mindestens 4-6 Brutwaben aus den Völkern entnommen und zu den Ablegern gegeben. Damit werden die im Juli schön stark sein und du hast kein Problem mit dem Schwärmen + etwas Honig.
    Im Juli teilst du nun die 10 Völker/Ableger und hast dadurch deine 20. Wichtig sind begattete Königinnen und ein 2. Standplatz. Die Volksstärke nach dem Teilen gleicht man durch einfaches Verstellen/Austauschen der Völker mit stärkeren Völkern aus.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Kö´...Belegstelle ... bekomme ich von dort meine Königinnen...


    Gute Königinnen müssen nicht zwangsläufig die von der Belegstelle sein! Ich würde dir empfehlen unbegattete Königinnen von deinen Belegstellenleuten zu holen und die dann standbegatten zu lassen oder noch besser die "Fehlbegattungen". Dann hast du zumindest eine ordentliche Herkunft der Kö und mit etwas Glück einen Heterosiseffekt, der für ordentliche Wirtschaftsköniginnen sorgt. Die Rasse sollte dabei eigentlich egal sein...


    Und in der Planung gleich 10...20% Ausfall einberechnen!


    Gruß Jörg

  • Bei der Belegstelle gehts mir nicht "zwangsläufig" um "gute" Königinnen, in erster Linie gehts um den Lerneffekt, das dabei brauchbare Kö´s rauskommen wäre natürlich erstrebenswert.
    Ich arbeite da nächstes Jahr mit um das Umlarfen bzw. allgemein die Königinnenzucht zu lernen, damit ich das ab 2017 zuhause bzw. an den eigenen Ständen durchführen kann.
    Nachdem ich jetzt in das 2 Imkerjahr komme und aus betriebstechnischen Umständen nochmal bei 0 anfange wird das ein ziemliches Stück arbeit....

  • Hallo Golem,


    genau das gleiche habe ich auch gemeint!


    Bitte unterscheide bei den Königinnen folgende Kriterien:
    - Zuchtauslese (Auslese und Belegstellenanpaarung der Linie)
    - Qualität der Königinnenaufzucht (Umlarven, Pflegevolk usw.)
    - "Qualität" der Begattung (Linie oder Hybrid)


    Wenn du alles richtig machst, dann bekommst du hoffentlich eine Königin, die deine Kiste gut vollmacht.


    Gruß Jörg