Umlogieren von DN auf Dadant

  • Ich möchte im nächsten Jahr meine DN-Beuten auf Dadant umstellen, um mir die Kontrollen während der Schwarmzeit zu erleichtern. Es ist noch zu früh, darüber jetzt schon zu grübeln, mir geht es aber darum, rechtzeitig das nötige Material anzuschaffen.
    Nach meinen Vorstellungen gibt es für die Umstellung zwei Alternativen:
    Entweder im zeitigen Frühjahr (ca.März/Anfang April) das Volk zur Seite stellen, eine Dadantzarge mit Mittelwänden auf den bisherigen Platz stellen und eine (oder auch beide) DN-Zarge(n) für ca. 3 Wochen aufsetzen. Da ich für das Dadantformat nur Mittelwände habe, müßte der starke Bautrieb den Ausbau der Mittelwände schaffen. Der Vorteil wäre gleichzeitig, den aufkommenden Schwarmtrieb zu bremsen.
    Das Problem: was mache ich mit den Brut-und Futterwaben der DN-Zargen, wenn ich sie in einem anderen Volk nicht unterbringen kann? Was muß ich sonst noch beachten?
    Die zweite Alternative wäre, im Herbst, nach der Honigernte, umzulogieren. Dazu würde ich ebenfalls die Dadant-Zarge auf den bisherigen Platz setzen, die Königin fangen und käfigen, die Bienen aus den DN-Zargen in die Dadant-Zarge schütteln, bzw. fegen, die alte oder eine neue Königin einsetzen. Das wäre automatisch verbunden mit einer totalen Brutentnahme und ermöglicht eine Milchsäurebehandlung. Selbsverständlich würde ich eine Futterzarge aufsetzen.
    Hat jemand einschlägige Erfahrung und könnte mir einige Tipps geben?

  • Möglichkeit:
    Totale Brutentnahme ( Restfolk auf Dadant einschlagen und füttern)


    Ausgelaufene Brut dann mit neuer KÖ ebenfalls auf Dadant umsetzen ( einschalgen)


    Somit hättest Du Vorbeugung gegen Varroa und gleich deine Vermehrung und Wabenerneuerung


    Nachteil: kein Honig in diesem Zeitraum

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Gibt noch drei Varianten:


    1. Bastelvariante
    Du schneidest die Ohren von den DNM-Rähmchen ab und schraubst das Rechteck in ein neues Dadanträhmchen. Dann wird nur noch mit neuen Mittelwänden erweitert und nach zwei Jahren sind diese Umzusgsrähmchen raus.


    Vorteil: Du hast normal Honig und kannst das Volk recht normal führen. Nachteil: Du hast diese Basteldinger zwei Jahre dabei.


    2. Umzug im Frühling
    Du besorgst dir die kompatible Beute und stellst unten die DN-Rächmchen. Hier nur die mit Brut, dann Schied und dann noch Futterwaben. Oben dann ne neue Kiste mit Dadant. Nach einer Woche (wenn oben ausgebaut) wird die Königin oben per ASG festgesetzt. Nach drei wochen entnimmt man den unteren Kasten.


    Nachteil: Du brauchst diese komplatiblen Kisten, du erntest keine Frühtracht
    Vorteil: Sauberer Umzug ohne Wildbau, du erntest Sommertracht


    3. Mischung
    Du verlängerst die Ohren von DN-Rähmchen und hängst diese im März in eine neue Dadantkiste. Nur die Bruträhmchen nehmen, dann Schied, dann Futterwaben ganz am Rand. Darauf kommt eine neue Kiste mit Mittelwänden Dadant. Der Rest dann gleich zur Variante 2


    Vorteil: Du brauchst keine extra Kisten, du erntest Sommerhonig und hast nach drei Wochen saubere Dadantwaben


    Nachteil: Du hast ggf. viel Wildbau bei den DN-Waben im Dadantraum. Du erntest keinen Frühtrachthonig.


    Ich habe übrigens Variante 3 mit Zander gemacht.


    Gruß
    Frank

  • Moin,
    die DN Rähmchen passen prima mit 2 Kabelbindern an den Ohren in einen DD Rahmen.
    Gruß Dieter


    Also ohne Ohrenabschneiden!!! Sicherer ist es, die Kabelbinder durch die kleinen Lücken im Wabenbau zu stecken, die sich oft in den beiden oberen Ecken bilden. Dann kann nichts rausrutschen.


    Ich habe das im Frühjahr im vollen Bienenbetrieb gemacht, es hat gut funktioniert. Zum Anbringen der Kabelbinder habe ich mir aus einer Holzkiste einen Hilfsständer gebaut.



    Im Bild sieht man die Kiste von OBEN, guckt also hinein. Im Prinzip reichen auch zwei senkrechte Hölzer, die aber dann irgendwo dran befestigt sein müssen. Die Kiste muss schmaler sein, als die Rähmchen breit sind, und länger, als die Rähmchen hoch sind. Auf die Kistenränder habe ich zwei Schrauben als Ablage für das kleinere Rähmchen geschraubt. Für das Zusammenmontieren der Rähmchen stellt man die Kiste/Hölzer schräg auf (zB an die Beute lehnen). Dann kann man ohne großes Bienengequetsche das kleinere Rähmchen auf diese Ablage legen, das größere Rähmchen darüber hängen, die Kabelbinder anbringen und alles zusammen in die große Kiste hängen. Pro Rähmchen zwei Hände und eine Minute, fertig.


    Kikibee

    With lots of room for improvement.

  • Zunächst vielen Dank für die Hilfe.
    Ich muß gestehen, daß ich in meinem Konzept nicht berücksichtigt habe, daß DN und Dadant nicht kompatibel sind. Ich habe das erst nach Euren Antworten gemerkt und möchte jetzt statt der Dadant-Variante eher DN Hochzargen (1 1/2) vorsehen, weil ich zunächst noch meine DN-Normalzargen als Honigräume verwenden möchte. Mit der Hochzarge kann ich später auch auf die Dadant-Betriebsweise umschwenken.
    frank
    Warum habe ich nach Deiner Variante 2 keine Frühtracht. Kann ich nicht, anders als in meiner Vorstellung beschrieben, den DN-Brutraum unten lassen (mit Schied etc.) und die 1 1/2 -Zarge aufsetzen, um eine "normale" Volksentwicklung zu bekommen? Deine Bastelvorstellung hätte mir auch gefallen, weil ich nicht gerne auf die Frühtracht verzichten möchte.
    Flo
    Deine Variante mit dem Kunstschwarm habe ich auch vorgemerkt, zumal ich ohnehin aus Sicherheitsgründen zunächst nur einen Teil der Völker umstellen will.
    Gruß
    Jürgen

  • Nach meinen Negativ-Erfahrungen mit der Bastellösung (Wildbau) und beim Aufsetzen von Dadant auf DN ("die ziehen von allein nach oben" - taten sie aber nicht) würde ich nur noch über Kunstschwarm das Format wechseln.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

  • Hallo Jürgen,


    ich seh das so...


    * Umstieg auf DN 1 1/2 - ok.
    * Umstieg auf Dadant - ok.


    Aber DN 1 1/2, als Zwischenschritt zu Dadant bedeutet 2x Material anschaffen und entsprechend 2x Material ausmustern, abgeben, entsorgen.
    Wenn du auf Dadant umsteigen möchtest, aber nicht sicher bist, wie es sich mit einem (statt 2) Brutraum imkert, dann stell dir lieber testweise für ein paar Jahre ein paar Dadantkisten neben deine bestehenden DN - Beuten. Die kannst du bei der Jungvolkbildung ganz normal z.B. per Kunstschwarm besiedeln. Wenn du dann sicher bist, dass du mit Dadant imkern möchtest -> siehe Programm vom Anfang. Wenn nicht - gibst du die Dadantkisten wieder ab. Aber in dem Fall macht auch DN 1 1/2 keinen Sinn mehr.


    Wenn du deine bestehenden Zargen auf jeden Fall weiterbenutzen möchtest, nimm DN 1 1/2. Aber dann hast du auch den Vorteil der verhältnismäßig leichten Honigräume von Dadant nicht, sondern 'nur' den durchgängigen Brutraum. DN 1 1/2 mit flachen Honigzargen gibt es bestimmt auch. Aber was machst du dann mit deinen alten DN Zargen?


    Gruß
    Ludger

  • Hallo Jürgen


    Du mußt eine klare Entscheidung treffen, entweder 1,5 DNM oder Dadant. Ich habe mich für 1,5 DNM entschieden, weil ich schon immer mit DNM arbeite und da habe ich auch 3 Rähmchen 1,5, normal und 1/2 DNM im Einsatz und das genügt schon,. Wenn dann noch Dadant dazu käme, das würde ich nicht empfehlen.
    Wenn du auf Dadant umstellen willst, einfach um die DNM-Zarge Leisten schrauben das die Dadantzarge mit MW drauf passt. Es darf aber nur eine DNM-Zarge drunter, hier muß der richtige Zeitpunkt zum Aufsetzen des Dadantbrutraumes abgepasst werden. Wenn das Wetter günstig ist noch ein wenig Frühjahrsreizung durchführen, dann kannst du sogar noch etwas Frühjahrshonig ernten. Die alten DNM-Waben mit einer aufgeschraubten Leiste, hinters Schied hängen und ausfressen lassen, Oder in den DNM -Kisten noch Ableger ziehen und im Herbst Kunstschwärme machen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Mit meiner Bemerkung "Mit der Hochzarge kann ich später auch auf die Dadant-Betriebsweise umschwenken" war nicht gemeint, daß ich die Hochzarge als Zwischenlösung betrachten wollte. Sorry für das Mißverständnis.
    Ich hatte angenommen, daß ich eine quasi Dadant-Betriebsweise auch mit der Hochzarge hinbekomme, indem ich mit einem Schied arbeite. Mir geht es aber vorrangig um die Beschränkung auf einen einzigen (größeren) Brutraum, weil ich zu den faulen Imkern gehöre. Deshalb ist jetzt die klare Entscheidung DNM 1,5.
    Michi
    Guter Tip, danke.
    Reinhard
    wie erkenne ich den günstigen Zeitpunkt zum AUFsetzen des größeren Brutraumes? Vielleicht ist die Herbstlösung mit dem Kunstschwarm doch sicherer
    ulrich
    Es geht zunächst nur um 4 Beuten, soll aber die Strategie für die Zukunft sein. Honigraum 0,5 ist angedacht, ich weiß aber noch nicht, wie ich es dann mit der Wabenhygiene halte. Weil die 0,5er nur für den Honig eingesetzt werden, müssen sie ja nicht in den Hygienekreislauf und kann sie sicher etliche Male benutzen.