Ungünstige Bruttemperaturen nach Behandlungen

  • Hallo zusammen,


    nach langer Such habe ich nun dieses Thread eröffnet:
    Irgendwo im Forum wurde mal eine Graphik dargestellt, die die Bruttemperatur nach einer OX-Behandlung (Träufeln oder Verdampfen) über mehrere Tage beeinflusst hat. Ich kann das Thread leider nicht mehr finden. Ich denke aber es wäre nicht schlecht, diese Daten mal in einem separaten Thread hier zu haben.


    Danke im Voraus


    Lg Salsero

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

  • Hi,


    es gibt ja mittlerweile auch mehr als ein Volk in DE mit Temperatursensoren im Brutnest. Da müsste es doch mittlerweile auch Messungen des Temperaturverlaufes vor, während und nach einer Ameisensäurebehandlung geben. Es wäre schön, wenn jemand dazu Veröffentlichungen bzw. Links hätte.


    Grüße,
    Robert

  • Hallo zusammen,


    .... , die die Bruttemperatur nach einer OX-Behandlung (Träufeln oder Verdampfen) über mehrere Tage beeinflusst hat....


    Lg Salsero


    Hallo,
    ... naja, eigendlich sollte zum Zeitpunkt der OS-Behandlung überhaupt keine Brut mehr vorhanden sein. Demzufolge ist die Frage nach einer Brutnesttemperatur eigentlich überflüssig.
    gruß Finvara

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Hallo Salman,
    ich habe mal versucht, bei meinen Waagvölkern einen Temperaturabfall nach AS- Behandlung festzustellen. Bei Schwammtuch von oben gab es da keinerlei relevante Temperaturänderung. Allenfalls im Minutenbereich, und das könnte auch vom Öffnen des Deckels her stammen.Wie es bei Langzeitapplikation ausschaut, weiß ich nicht.
    Bei der OS-Behandlung, die bei mir nur im Winter stattfindet, ist die Brutnesttemperatur irrelevant.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo


    sehe ich auch so, wie Finvara, bei der OS Behandlung Träufeln wird die Flüssigkeit aufgenommen, damit ist eine Temperaturerhöhung, so meine ich, gegeben. Bei der Verdampfung von OS, müßte auch eine höhere Aktivität im Volk ausgelöst werden, weis ich aber nicht genau. Das Problem ist die AS, dort verlassen die Bienen die Stellen wo die Konzentration der AS am größten ist. Zur Zeit der AS-Behandlung ist noch Brut vorhanden und kann zu einem starken Verlust an Jungbienen durch Unterkühlung führen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Danke Michael für deine Antwort :)


    Finvara und Drobi:
    Zwar OT ;-), aber ich frage nicht für mich, auf meinen Verdampfer liegt mittlerweile eine dicke Schicht Staub, da ich mit TBE und Träufeln im Winter klar komme. Ich frage damit ich (als Bienensachverständiger im Verein und in anderen Foren) neben meiner früheren negativen Erfahrungen mit OX-Blockbehandlungen bei vorhandener Brut mit sachlichen Argumenten Antworten kann, warum ich eine OX-Blockbehandlung als Hauptbehandlung bei vorhandener Brut nicht empfehle.


    Bei mir hat es damals nicht ausreichend gewirkt und ich musste noch spät im Jahr eine AS-Behandlung nachschieben, die Gott sei dank noch gerade so ausreichend gewirkt hat, sonst hätte es blöd ausgegangen.


    Meine Meinung dazu: Zwar erzielt man mit Blockbehandlungen bei vorhandener Brut (egal ob OX-Dampf oder Ox-Träufeln oder MS-Sprühen) eine sichtbare Wirkung, da ja nach jeder Behandlung deutlich mehr Milben fallen, aber langfristig gesehen wirken die ganzen Blockbehandlungen mit den oben genannten Mitteln nicht ausreichend.
    Meine einzige logische Erklärung dafür wäre, dass die Milben, die überleben bzw. gerade in der Brut sind, sich wegen der Behandlungen günstiger vermehren können, weil die Bruttemperatur nicht mehr optimal gehalten wird und jede Muttermilbe durch die längere Verdecklungszeit mehr begatte Töchtermilben erzeugen kann und von über 90% Wirkungsgrad kann mMn doch nicht die Rede sein!


    Ob die niedrigere Bruttemperaturen nun einfach wegen der öfteren Störung (alle 3 bis 5 Tage) bei den Blockbehandlungen resultieren oder ob die Säure die Temperaturfühler der Bienen verätzen und die Bienen die Bruttemperatur nicht mehr richtig einschätzen können oder warum auch immer... Ich suche halt was sachliches, was meiner Meinung befestigt.


    Ich bin mir sicher, da war mal eine Grafik, die die Bruttemperaturen bei Verdampfung und bei normalen Öffnung der Beuten ohne Behandlung verglichen hat. Ich vermute, das der Drohn sie verlinkt hat, bin mir aber nicht mehr sicher. Sowas suche ich unter anderen :)


    Es gibt Imker, die "Erfolgreich" OX-Verdampfen als Hauptbehandlung bei vorhandener Brut durchführen und davon überzeugt sind, allerdings wird bei den extremen Völkern 11 bis 24x Verdampft. Für mich wäre es schon ab der 5. Verdampfung zu viel, aber abgesehen davon, wie schaffen es viele Milben trotz 24 Verdampfungen im Abstand von 3 Tagen zu überleben! Das finde ich faszinierend!

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

  • Danke Michael für deine Antwort :)


    Finvara und Drobi:
    ... Ich frage damit ich (als Bienensachverständiger im Verein und in anderen Foren) neben meiner früheren negativen Erfahrungen mit OX-Blockbehandlungen bei vorhandener Brut mit sachlichen Argumenten Antworten kann, warum ich eine OX-Blockbehandlung als Hauptbehandlung bei vorhandener Brut nicht empfehle. ...


    Hallo Salsero,
    ... also gebe ich dir mal ,( ebenfalls als BSV) eine Antwort damit du antworten kannst:wink:.


    Oxalsäure wirkt , egal in welcher Form gereicht, NICHT; NIEMALS !!! in die verschlossene Brut.


    Eine Behandlung mit OS ( egal zu welcher Jahreszeit ) macht also nur Sinn wenn :
    a, Brutfrei
    b, nacktes Volk , ( zB. Schwarm in Schwarmkiste )
    d, das Volk sollte so eng wie möglich sitzen, ( Schwarmkiste, Wintertraube )


    gruß Finvara


    Ps.: Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Eine Behandlung mit OS ( egal zu welcher Jahreszeit ) macht also nur Sinn wenn :
    a, Brutfrei
    b, nacktes Volk , ( zB. Schwarm in Schwarmkiste )
    d, das Volk sollte so eng wie möglich sitzen, ( Schwarmkiste, Wintertraube )


    gruß Finvara


    Ps.: Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.


    Das stimmt nicht und ist wieder OT, da will ich nicht nochmal drauf eingehen. :liebe002:
    Lies bitte meinen Beitrag #6 und frage dich warum ich 5x Blockbehandlung und nicht nur Behandlung geschrieben habe! Ein enger Sitz ist bei OX-Verdampfung sogar kontraproduktiv, aber das weißt du bestimmt :wink:

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

  • 1) Wenn man nach der Dauer des Reifungsfraßes sucht, dann findet man Angaben von zwei Tagen bis zwei Wochen. Das heißt, dass die Milben durchaus auch schon nach spätestens zwei Tagen in neue Brutzellen abtauchen können. Wenn Du also nicht jeden zweiten Tag eine Behandlung durchführst, dann erwischt Du nicht alle.


    2) Normalerweise vermehren sich gar nicht alle Milben. Vielleicht weil es gar nicht zu jedem Zeitpunkt so viele neue und unbesetzte Brutzellen gibt, so dass die neuen Milben nicht so schnell fündig werden, oder weil sonstige Regulationskreise wirksam werden. Wenn Du einen Teil dieser Milben umbringst, dann haben die anderen umso bessere Möglichkeiten. (Spekulation von mir)


    Kikibee

    With lots of room for improvement.

  • einzige logische Erklärung dafür wäre, dass die Milben, die überleben bzw. gerade in der Brut sind, sich wegen der Behandlungen günstiger vermehren können, weil die Bruttemperatur nicht mehr optimal gehalten wird und jede Muttermilbe durch die längere Verdecklungszeit mehr begatte Töchtermilben erzeugen kann und von über 90% Wirkungsgrad kann mMn doch nicht die Rede sein!
    wie schaffen es viele Milben trotz 24 Verdampfungen im Abstand von 3 Tagen zu überleben!


    M.E. gibt es noch mehr logische Hypothesen. Längere Verweilzeit in der Brut erlangt die geschickte Milbe z.B. auch, wenn sie möglichst frühzeitig in die Brutzelle absteigt, im Futtersaft untertaucht, über sich die Bienelarve als Schutzpuffer vor OX. Im Futtersaft kann sie sich zudem ihre Haftlappen baden und entgeht so der tödlichen Osmose von OX in ihre Hämolymphe - s. Bericht 4 von IF G. Brüning:
    http://varroamilbe.ch/bericht4.pdf
    Auf solche Geschicklichkeit lesen die herkömmlichen Behandlungen mit Varroaziden aus, nur die Milben überleben -> zeugen Nachkommen, die sich vor OX & Co. besser schützen können als die getöteten. Darauf hat Kleingartendrohn hingewiesen im Vorwort zu seiner TBE_PDF (#1):
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=43372
    Weniger OX-tote Milben finden sich auf der Windel, wenn die Bienen die Milben bei Flugwetter bevorzugt auf dem Luftwege entsorgen und auch die OX schneller ausräumen. (Nur) Im Flug können sie sich außerdem die Bauchunterseite putzen und vom OX-Staub befreien (in der Wintertraube geht das nicht) -> so die Einwirkzeit der OX auf die Milben(haftlappen) verkürzen.
    Ich gehe davon aus, daß zumindest in der Hauptbehandlungssaison bei ausreichend großen Völkern die Brutnesttemperatur nicht durch OX-Bedampfung nenneswert abgesenkt wird. Man kann aber einen Meßversuch durchaus so designen, daß dieser Effekt gemessen wird: Reicht bspw. das Personal nicht, um die in den Stock hineinsublimierte OX schnellstens wieder hinauszuputzen UND gleichzeitig die Brut zu wärmen, wird der die unterbesetzte Mannschaft weniger heizen (können).

  • danke euch beiden für die Infos.


    Ich habe mir die Links angeschaut und ich selber finde das alles als mögliche logische Erklärungen. Doch was ich suche, sind Bewiese, Messungen etc, mit denen ich meine Meinung zur nicht ausreichender Wirkung von OX-Block-Behandlungen bei vorhandener Brut untermauern können.


    Mich würden Temperaturmessungen nach jeder Behandlungen (oder Störung durch einfaches Öffnen der Beute) interessieren, so wie die Daten von Michael im Beitrag #4, aber halt nicht nur für AS, sondern auch für OX.


    LG Salsero

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

  • Doch was ich suche, sind Beweise, Messungen etc., mit denen ich meine Meinung zur nicht ausreichenden Wirkung von OX-Block-Behandlungen bei vorhandener Brut untermauern kann


    Das dürfte schwierig werden, zumal doch auch sehr viele Anwender von positiven Erfahrungen berichten. So bleibt es am Ende dann doch halt nur ne Meinung.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

  • Das dürfte schwierig werden, zumal doch auch sehr viele Anwender von positiven Erfahrungen berichten...


    hhm ich meine positive Erfahrungen gibt's in anderen Anwendungsmethoden (trotz gleicher Behandlungsmitteln), z.B. in Kombination mit TBE oder als Restentmilbung etc. Bei der von mir oben erwähnten Methode als Block-Behandlung alle 3 Tage bei vorhandener Brut habe ich nicht so viele positive Erfahrungen gehört oder gelesen, ich lasse mich aber gerne korrigieren. Wie gesagt, meine praktischen Erfahrungen sprechen dagegen und ich kenne ähnliche Fälle, die die gleichen negativen Erfahrungen, oder genauer formuliert: unreichender Wirkung, bei dieser Anwendung zeigten. Der Sinn meiner Suche hier war ja diese negativen Erfahrungen sachlich begründen zu können.

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant