Brutnest wird jedes Jahr vollgetragen

  • Hallo liebe Imkerfreunde,


    ich habe nun mein zweites Bienenjahr hinter mir und beginne langsam das Neue vorzubereiten.
    Meine Bienchen hausen in der Heroldbeute von der Fa. Ruck in 10 er Zandermaß. Wirtschaftsvölker natürlich in zwei Bruträumen.
    Auch in diesem Jahr musste ich feststellen, dass im Mai zur Hochtracht immer beide Bruträume verhonigen. Jede geschlüpfte Zelle wird vollgepackt und sogar der Baurahmen total zugepflastert.
    Habe diese Jahr sogar mit ausgebauten Honigwaben den 1.HR bestückt um sofort Platz zu haben für den eingetragenen Nektar. Geholfen hat es aber nicht.
    Die Brut wird dadurch sehr eingeschnürt, was mir nicht so gefällt.
    Auch liegt das ASG direkt auf den Rähmchen. Die HR werden nur sehr schleppend angenommen.
    Kann der fehlende Abstand zwischen Oberträger und ASG ein Grund dafür sein?


    Die Heroldbeute ist eine Beute mit Falz und ich hab schon probiert dieses zu ändern, aber keine richtige Lösung gefunden.
    Gibt es hier Leute mit den selben Problemen oder sogar welche die es gelöst haben?




    Gruß aus Südthüringen

  • Steige auf einzargigen Brutraum um und arbeite mit dem Schied. Enge das Brutnest in März/April vor dem Schied auf höchstens 6 Zanderwaben ein und gib mit der Weidenblüte den Honigraum. Entnimm mit Beginn der Kirschblüte alle Waben hinter dem Schied.


    Gruß Ralph

  • Steige auf einzargigen Brutraum um und arbeite mit dem Schied. Halte die Bienen in März/April eng auf höchstens 6 Zanderwaben und gib mit der Weidenblüte den Honigraum.


    Gruß Ralph


    Dem kann ich nur zustimmen. Wenn bei Volltracht der "Volumenstrom" in den HR nicht etabliert ist, weil


    - zu späte Gabe von HR oder zu wenige (ich setze meinen ersten 2/3 DNM HR MItte März auf)
    - zu wenige Bienen, die das Angebot nicht bewältigen können (gut entwickelte Völker mit ausreichend Bienen zur Trachtzeit)
    - zu viel Platz im BR, so dass sich die Nektarlagerung dort quasi anbietet und die Kö aus ihrem Legerhythmus gerät
    - die "Honigkappe" über dem Brutnest schon gebildet wurde (dort fäng für die Bienen der HR an - und der ist dann "gefühlt" voll),


    kommt es zum Engpass im BR und dann kannst Du sie im Baum suchen. Weniger ist manchmal mehr (meine sitzen im Schnitt auf 4 BW 1,5 DNM + 1 Baurahmen). Das passt etwa zur Empfehlung von Ralph.


    Man muss den Bien an die richtige Stelle lenken, was natürlich auch mit dessen Genetik zu tun hat. Ein weites Feld zur Diskussion; dazu gibt es eine Unmenge an klugen Beiträgen im IF.


    Beste Grüße


    Rainer

  • Hallo,
    wie schon geschrieben, hast Du die HR eventuell zu spät aufgesetzt.
    ASG kann die Annahme etwas verzögern, aber sollte nicht das Hauptproblem sein. Du kannst auch eine Futterwabe mit Bienen hochhängen in den HR, dann wird er sofort angenommen. Manche sprühen auch etwas Honiglösung auf die Honigwaben, dann sind die Bienen gleich drin.
    Ausserdem schliesse ich mich Ralph an, ein BR reicht auch bei Zander, wenn Du das Brutnest Anfang April auf einen Raum setzt und gleich 1-2 HR gibst. Eine Pollenwabe am Eingang, Baurahmen und dann das Brutnest, hinten 1-2 Futterwaben falls es nochmal kalt wird. Eventuell musst Du manchmal eine PW rausnehmen und MW geben, aber der Platz reicht und der Honig landet garantiert wo er hin soll, sofern die Königin gut ist. Neue MW gebe ich immer hinter dem Baurahmen. Mit zuviel Pollen oder Honig im BR hatte ich selten Probleme, sofern genug HR drauf waren. Das gibt ein schön kompaktes Brutnest und starke Völker mit wenig Schwarmstimmung.
    Gruss, Jan

  • Du kannst auch eine Futterwabe mit Bienen hochhängen in den HR, dann wird er sofort angenommen.


    Funktioniert zwar, sollte aber meiner Meinung nach nicht mehr propagiert werden, weil es andere Probleme nach sich ziehen kann.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

  • Eine seitliche Futterwabe zu entfernen finde ich da nicht so dramatisch, das Brutnest selbst wird dadurch nicht gestört. Brutwaben hochhängen habe ich auch vereinzelt gemacht, aber nur bei sehr starken Völkern, für die die Wärme kein Problem darstellt.
    Gruss, Jan

  • Da hab ich mal wieder n bisschen schnell gelesen :oops:
    Ich habe das Futter in Futterwabe glatt übersehen und gedacht du meinst ne Brutwabe. Das wird hier nämlich auch landauf landab weiterhin verbreitet.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

  • Vielen Dank für Eueren Infos,


    Ich hab natürlich dieses Jahr schon vor der Kirschblüte die HR mit 5 ausgebauten und 5 MW gegeben. Also Platzmangel war es definitiv nicht, denn dieses Jahr begann erst spät und trocken.
    Das Volltragen der Bruträume passiert ja erst Mitte Mai. da wird ja auch schon in den HR eingetragen.
    Ich werde einfach mal ein wenig Experimentieren. Mit nur einem BR ist ja auch eine Möglichkeit. Dabei muss ich sicherlich öfters Kontrollieren.
    Mit dem Honigertrag meiner Völker bin ich mehr als zufrieden. Muste dieses Jahr sogar bei einigen einen 3. HR aufsetzen. Das war Anfang Juli. Die haben die MW alle binnen einer Woche ausgebaut und noch dreiviertel voll mit Honig gepackt.


    Dieses Jahr hab ich mit Dadant begonnen. Hab den BR auf die Zanderkiste gesetzt und als sie oben war ein ASG eingelegt. Brut unten auslaufen lassen und teilweise für ein Pflegevolk genutzt.
    Hat wunderbar gefunzt. Der Honigertrag war zwar nicht die Welt, aber sie mussten ja erst alles Ausbauen.
    Im nächsten Jahr wird angepasst und dann mal weitersehen.
    Mit Zander möchte ich halt weitermachen, da die Königinnenvermehrung einfacher ist, denn bei mir gibt es nur eine Rähmchengröße in BR und HR.


    Gruß Ingo

  • Hallo Ingo,


    das hört sich für mich alles normal und richtig an. Auch dein Spitzenertrag von 2,5 Zanderzargen, was ja schon über 40Kg Honig sein müssten, lässt darauf schließen! Manch anderer träumt wahrscheinlich von solchen Ernten.


    Bei mir schaut das Mitte Mai während sehr guter Tracht mit zwei Zander Bruträumen ähnlich aus, die Bienen tragen kiloweise Nektar ein und lagern ihn im Brutraum zwischen, trocknen ihn und tragen ihn dann erst nach oben. Durch eine Spritzprobe merkt man meist sehr schnell, dass das frischer Nektar ist und kein dauerhaft eingelagerter Honig. Ich würde das deshalb nicht als "verhonigen" bezeichnen.


    Gruß Ulrich

    Eine hohe Rechenleistung des Imkers klärt so manches imkerliche Problem und spart manch unnötigen Eingriff :wink:

  • Hallo zusammen,
    ich habe da noch keine Erfahrung und auch keine Probleme.
    Von einem sehr erfahrenen Imker habe ich eine andere Betriebs weise mir erklären lassen.
    1. Er arbeitet mit einem hohen Wabenformat im Brutraum. Die Völker haben dadurch auch nur einen.
    2. Er arbeitet mit einem Wabenabstand von 40 mm. Dadurch erspart er den Bienen das ASG.
    Das macht es schon seit 40 Jahren und immer ohne all die üblichen Erscheinungen in den Beuten.
    Hier habe ich nur das weitergegeben was ein sehr erfahrener Imker macht. Ich selbst habe erst den ersten Sommer mit 3 Schwärmen erlebt.
    Im kommenden Jahr statte ich die Honigräume mit Rähmchen 38 mm Abstand (Leistenmass so genutzt, Eigenherstellung) aus und werde damit meine erstenErfahrungen sammeln.
    Dann dazu mehr.
    Gruß
    Harald

  • Was für ein Absperrgitter wird denn verwendet? Stanzgitter sind Teufelszeug.
    Bei zwei Heroldbruträumen würde ich komplett ohne Absperrgitter arbeiten. Nur die wenigsten Königinnen werden den dritten Raum bebrüten. Willst Du das nicht, dann solltest Du bei Deinen Problemen wenigstens am Anfang der Trachtsaison darauf verzichten - bis der Honigraum zuverlässig angenommen ist.
    Zwei dieser Bruträume sind recht groß. Da musst Du versuchen möglichst große Völker zu bekommen. Die meisten machen das durch wöchentliches Zellenbrechen während der Schwarmzeit. Es gibt aber auch noch andere Betriebsweisen, um dies zu erreichen.


    Zu Deiner Falz: Wie viele Beuten hast Du denn schon? An den Beuten rumschnitzen ist Mist. Alternativ wäre die Liebig- Hohenheimer Einfachbeute möglich. Aber da passen die (originalen) Kurzohren-Zanderrähmchen der Heroldbeute nicht (nur sehr bedingt) rein.

    Tatsachen muss man kennen, bevor man sie verdrehen kann. (Mark Twain)