Ganz ohne Abstandssystem

  • Hallo miteinander,


    wer von Euch imkert ganz ohne Abstandssystem, also ohne Hoffmann-Seitenteile, Polsternägel etc und ohne Rechen? Nur frei und pi mal Daumen einhängen und gut is?


    Den richtigen Abstand einzuhalten per Augen- bzw. Fingermaß traue ich mir zu. Ständig wandern will ich auch nicht, höchstens mal zwischen den beiden Standorten wechseln. Dann könnte ich auch zwei flache Leisten oder Schaumstoffstreifen oben zwischen Deckel und Rähmchen klemmen (Zander, da ist ein bisschen Platz), so dass die Rähmchen nicht großartig seitwärts schlenkern können, vor allem, wenn sie eh festgebappt sind.


    In alten Threads finden sich immer wieder mal vereinzelt Befürworter für "ohne alles", ich weiß aber nicht, ob sie dabei geblieben sind. Daher wäre ich froh über aktuelle Einsichten.


    Viele Grüße
    Kikibee

    With lots of room for improvement.

  • Mit Dickwaben 0,5 DNM mache ich das. Die Dickrähmchen von Holtermann für 0,5 DNMsind aber zu breit (35mm). 9 Rähmchen in Segeberger stehen zu eng, was dazu führt, dass man nicht mit dem Messer entdeckeln kann. 8 Rähmchen stehen zu weit, was dazu führt, dass Zwischenwaben gebaut werden. Möglicher Lösungsansatz: Beim ersten Ausbauen 9 Rähmchen stecken, nach dem Ausbau 8 Rähmchen stecken.
    Einstellung des Abstands mit dem Finger funktioniert, ist aber für Wanderimker auf keinen Fall zu empfehlen, da die Rähmchen zusammenrutschen. Die Verwendung eines Rechens werde ich ausprobieren (für 8 Waben), da die Waben vermutlich schneller in die Zarge gesetzt werden können.
    Im Brutraum verwende ich ganz konventionell Hoffmänner. Ein Verzicht auf eine Abstandshalterung ergibt dort m.E. keinen Vorteil.


    Gruß Ralph

  • Hallo Kikibee,
    ich arbeite auch ohne Abstandshalter (Dadant), wandere aber nicht. Ich finde es bequemer, bei der Durchsicht die erste Wabe zu ziehen, man kann besser mit dem Stockmeißel hebeln. Den Abstand zu schätzen ist reine Übungssache. Polsternägel verrosten schnell.
    Grüß Ingrid

  • Finde ich nicht gut, mit Abstandshalter ist einnfach sicherer. Vor allem wenn man Rähmchen ohne Abstandshalter vertauscht kann es böse Überraschungen geben, obwohl das vertausche der Rähmchen mit Abstandshalter auch nicht optimal ist.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hab das mal in nem video gesehen da wurde zum Schluss so n rotes Teil teil oben zwischen die Oberträger gesteckt, alle hatten dann den richtigen Abstand und wieder raus. Fand ich gut. Wenn ich nich wandern würde und nur einen Stand hätte, würd ichs auch so machen. Leider finde ich das Video grad nicht... einfach mal bei google Abstandrechen Imkerei. Eintippen da sieht man die verzinkte Metallvariante.

    Carnica und Buckfast in Segeberger Styro DN u. DN 1,5

  • Hi,


    ich habe dieses Jahr einige Dadant-Honigräume ohne Abstandhalter zwischen den Rähmchen betrieben. Ein Stück Metallrechen, verwendet wie ein Kamm, sollte dazu dienen, die Rähmchen auf einen gleichen Abstand zu bringen. Also Rähmchen nach Augenmaß einsetzen, dann mit dem Stück Metallrechen von Oben durch die Zwischenräume 'kämmen'. War eine ganz schlechte Idee. Erstens hat das mit dem 'kämmen' einfach nicht richtig funktioniert, die Rähmchen verrückten beim Durchstreichen mit dem 'Kamm' auch dort wieder, wo man schon durch war.
    Und zweitens verschoben sich die Rähmchen ständig und bei jeder Gelegenheit. Schon das zurechtrücken der Honigzargen genügte dafür. Ok, es waren nagelneue Zargen und nagelneue Rähmchen. Aber auch nach wenigen Wochen waren die noch nicht propolisiert. War wohl gerade nicht die Jahreszeit dafür. Einmal Zargen umgestapelt oder auch kurz angekippt, schon standen einige Rähmchen schief.
    Abstandsregelung hat schon ihren Sinn...


    Grüße,
    Robert

  • Die Mischung machts!
    Ich benutze hauptsächlich Hoffmannseiten, nehme aber als vorletzte Wabe an einer oder beiden Seiten ein Rähmchen ohne Abstanshalter, dann lassen sich die Waben leichter ziehen. Letztes Jahr habe ich mal eine ganze Zarge nur ohne Abstanshalter gefüllt, weil ich gerade nichts anderes da hatte. Das geht zwar auch, aber solange die Rähmchen neu sind verrutschen die dann auch oft und man muß dauernd neu nach Augenmaß zurechtschieben... insofern kann ich nur davon abraten.

  • Danke Euch allen! :p_flower01:


    Interessant sind für mich die Antworten von Leuten, die das schon mal probiert haben.


    Konkret denke ich nur für den Brutraum darüber nach, der bleibt wie bei Dadant einfach stehen und wird nicht bewegt.


    Im Honigraum habe ich mit den bisherigen Hoffmännern kein Problem, weil die Rähmchen dort ja gar nicht so lange drin bleiben und ich sie im Zuge der Honigernte saubermachen kann. Im Brutraum und im laufenden Betrieb Hoffmannseiten kratzen mögen meine Bienen und ich beide nicht.


    Aber ich will jetzt keine 123ste Diskussion zu den verschiedenen Abstandshaltersystemen lostreten, mich beschäftigte nur die Frage, ob es nicht vielleicht auch ohne geht, wenn man nicht wandert.


    Viele Grüße
    Kikibee

    With lots of room for improvement.

  • Hallo,


    das ist meiner Meinung nach Mumpitz.


    Es bringt keinen Vorteil. Minimalistik ist nicht grundsätzlich besser.
    Man spart Abstandhalter. Stacheldraht in der Hose?
    Man spart das Anbringen der Abstandhalter am Rähmchen? Jaaa, dafür dauert das Richten der Abstände dann jedesmal länger. Was in Natura bedeutet, man hat die Beute länger auf.
    Den Bienen ist das doch pupsegal, ob da ein Polsternagel dran ist oder nicht.
    Ich arbeite in Dadant, und es gibt doch nichts flotteres als Waben im Brutraum sogar en Block ohne Bienenquetsche zusammenschieben zu können - fertig. Erhöht die Sicherheit, verkürzt die Störungsdauer. Und jeder Milimeter, dem man falsch wieder zusammenrücken stellt eine Veränderung für die Bienen dar. Darauf reagieren sie.
    Wer einmal Korrekturmaßnahmen in Form von Verbaut und sonstige unerwünschte Nebeneffekt gesehen hat, der findet solche Neuüberlegungen nicht mehr das Ei des Columbus:wink:


    Im Brutraum also nur mit.


    Ich persönlich im Honigraum auch ohne bei Dickwaben. Da wird nicht viel durchgeguckt. Ich wandere nicht und gut. Das funktioniert. Gibt aber trotzdem mal Verbau, wenn man was nicht mitkriegt.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Man spart Abstandhalter. Stacheldraht in der Hose?


    Hallo Marion,
    wenn ich so wenig Geld hätte, würde ich Honig bei anderen Imkern kaufen, aber bestimmt keinen Stacheldraht.


    Man spart das Anbringen der Abstandhalter am Rähmchen?


    Auch nicht, da ich auch sonst meine Rähmchen selber zusammennagele, da kommt es auf die paar Nägel mehr auch nicht an.


    Den Bienen ist das doch pupsegal, ob da ein Polsternagel dran ist oder nicht.


    Das denke ich auch.


    Mir geht es darum, dass ich das Herumgebappe an den Hoffmannseiten im Brutraum nicht mag. Und wenn man zu den anderen Abstandhaltersystemen im Forum sucht, dann gibt es gefühlt für alles Fans und noch viel mehr Gegner. Alles mögliche zerbröselt, wird grün oder schwarz, fällt ab, bietet Verstecke für unerwünschte Mitbewohner, ist friemelig anzubringen, wird gegen das nächste System getauscht, hakelt usw. Und sporadisch sagt mal einer, es geht auch ohne.


    Noch habe ich ja ein bisschen Zeit, die nächsten 50 BR-Rähmchen brauche ich im Frühjahr. Ich werde mir also etwas aussuchen, was auch mit Hoffmann-Rähmchen kompatibel ist. Ich sehe mich sonst schon mit dem Schweifhobel dastehen und 400 Hoffmann-Seiten abhobeln - nee, lieber nicht. :-?


    Viele Grüße
    Kikibee

    With lots of room for improvement.

  • Die BR-Rähmchen nicht im Block schieben und zusammenschieben zu können ist Mist. Oben wie unten, so'ne Dadantwabe ist ja ziemlich hoch. Im HR kannst'te mache, wie Du willst. Im BR natürlich auch. Man kann sowieso vieles machen, ist doch toll. Vielleicht nur nicht immer so für die Bienen.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife


  • Mir geht es darum, dass ich das Herumgebappe an den Hoffmannseiten im Brutraum nicht mag.


    Ich werde mir also etwas aussuchen, was auch mit Hoffmann-Rähmchen kompatibel ist


    Ich sehe mich sonst schon mit dem Schweifhobel dastehen und 400 Hoffmann-Seiten abhobeln - nee, lieber nicht. :-?


    Das ist deine Alternative um die du nicht herum kommen wirst, zumal du dann damit auch alle anderen Rähmchen umrüsten kannst.
    Die einzige Lösung die mir da sonst für dich einfallen würde, sind Abstandshalter am Oberträger (und für den Wandereinsatz auch am unteren Bereich bevor sich die Hoffmannverbreiterungen verjüngen). Dazu ist es aber erforderlich, dass deine Oberträger eine einheitliche Breite haben und somit keine Kompatibilitätsprobleme auftreten können.


    Der Drohn hatte zudem mal ?seine Methode? beschrieben indem er die Nut an der Oberträgerunterseite nutzt und passend Schrauben an der Zarge platziert auf denen die Rähmchen dann sitzen. Natürlich ist dies für den Brutraum weniger Sinnvoll, da man dann nicht mehr wie gewohnt schieben kann.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit


  • Mir geht es darum, dass ich das Herumgebappe an den Hoffmannseiten im Brutraum nicht mag. Und wenn man zu den anderen Abstandhaltersystemen im Forum sucht, dann gibt es gefühlt für alles Fans und noch viel mehr Gegner. Alles mögliche zerbröselt, wird grün oder schwarz, fällt ab, bietet Verstecke für unerwünschte Mitbewohner, ist friemelig anzubringen, wird gegen das nächste System getauscht, hakelt usw. Und sporadisch sagt mal einer, es geht auch ohne.


    Hallo,


    ich nutzte die hier https://www.imkertechnik-wagne…-ca-1-000-stueck-pck.html
    Da rostet nichts, die fallen nicht ab (zumindest nach zwei Jahren nicht) und ist super zu handhaben. Leider dauert das anbringen etwas länger als die Polsternägel. Dafür kann ich das Abends beim Fernsehgucken machen - da wäre Nageln etws blöde....


    Gruß
    Frank