Belästigung der Nachbarn beim Reinigungsflug

  • Hallo,
    in einer Rechtsache ist die Frage ob Bienen bei einer Entfernung von 100m noch beobachtbar abkoten oder nicht. Hier ist keine Meinung gefragt sondern Beobachtungen.


    Gruß
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Das erinnert mich an eine Begebenheit vor 2 oder 3 Jahren.
    Es war ein warmer Tag Ende Februar, Anfang März; strahlender Sonnenschein; ich also voller Vorfeude zum Bienenstand; und tatsächlich: ein Gewusel an den Fluglöchern wie im schönsten Sommer.
    Während ich so dastehe und den Bienen zuschaue, kommt vom nahegelegenen Aussiedlerhof die Seniorchefin auf einen einen kleinen Schwatz vorbei. Nichts Böses ahnend stehen wir ein Weilchen neben den Beuten und sehen den Bienen bei ihren Rundflügen zu, ein paar Meter hoch in die Lüfte, ein paarmal um die Beuten, die einen in engeren, die anderen in etwas weiteren Kreisen. Da bemerke ich plötzlich einige dunkelgelbe Flecken auf meinem -- natürlich weißen -- T-Shirt. Das war arg peinlich, war ich doch nicht das einzige Opfer. Also habe ich erklärt, wie sich das verhält mit der langen Winterruhe und dem anschließenden Reinigungsflug und habe mich für meine Mädels entschuldigt.
    Nachbars Oma hat nur gelacht, ihr langes Messer in der Hand, die Schürze voller Hühnerblut.

    Mit freundlichen Grüßen -- Traugott Streicher

  • Das hängt wohl auch stark von der Anzahl der Völker ab, die da in 100m Entfernung stehen. Sorry, ist jetzt leider keine Beobachtung, nur so ein Gedanke den man bei der Frage mit berücksichtigen sollte. 100 Meter ist allerdings wirklich schon eine ordentliche Entfernung. Erfahrungen konnte ich in den letzten Jahren wenig machen, weil die Bienen meist auch im Winter immer mal Tage hatten für kleine Reinigungsflüge. Den großen Tag, wie er im Buche steht, an dem man alle Nachbarn warnen sollte, habe ich noch nicht erlebt. Wenn man eine Leine voller Bettwäsche im Garten aufhängt wird allerdings zu jeder Jahreszeit immer mal ein kleiner gelber Fleck "beobachtbar" sein... Da könnte der Jenige aber auch gleich mal die ganze Vogelwelt, zumindest alle Taubenhalter verklagen! Am besten ist es wohl doch, wenn es irgendwie geht, sich gütlich (z.B. mit gutem Honig...) zu einigen und evtl. kleine Schäden an Wäschestücken kann man ja immer noch übernehmen, das ist sicher wesentlich günstiger als Gerichtskosten + Nerven + Zeitaufwand... Möglicher Weise übernimmt sogar die Versicherung vom Imkerverband solche kleinen Schäden. Viel Erfolg dir oder dem Betroffenen in der Rechtssache!

  • Hi,


    leider durfte ich genau dieses in diesem Frühjahr beobachten.


    Meine Bienen standen hinten auf dem Gelände ( 6 Völker ) und mein Auto (strahlendes Weiss :-) stand vorne.


    Nach einem schönen Frühlingswochenende war aus dem strahlenden Weiss eher ein gespränkeltes geworden.


    Trotz einer Entfernung von 100 - 120 Metern waren sehr deutliche Spuren in nicht unerheblicher Anzahl zu finden.


    Natürlich nichts was nicht mit einer Wäsche zu beheben war, aber schon sehr deutlich.


    Bei meinem Nachbar, ca. 30 - 40 Meter von den Bienen entfernt war auf dem Auto allerdings nichts zu finden.


    Gruss Joachim

  • 100m, kommt auf die Temp. an. 'Beobachtbar' soll heißen, das man was findet, oder das man sieht wie sie sich erleichtern? Also man sieht nur Tupfen, keine Bienen mit Toilettenpapier in den Pfoten. Nie! Ich hatte mal einen Stand in Nähe (~100m) zu einem Autohaus, da war's ein Problem, nicht immer, aber gelegentlich. Ein anders Auto, ganz in der Nähe war hingegen (fast) immer sauber. Nur die Entfernung isses also nicht.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Habe auch ein (nach 13 Jahren nicht mehr ganz so) weißes Auto. Finde ich allmählich langweilig. Statt für Metalleffekt- und Perleffekt-Lackierung von den Bienen kostenfrei einen temporären Sprenkeleffekt geschenkt zu bekommen, fände ich cool. In diesem meinem ersten Imkerfrühling haben meine Bienen sich noch nicht dazu herabgelassen; vielleicht war ihnen mein alter Polo zu schäbig.
    KArl

    Etwa 10 Völker auf Dadant an etwa 3 Standorten. "Bienenrasse":roll:: was sich bei Nachbarimkern so bewährt hat.

  • Die kannten den bloß noch nicht. Meine Bienen scheinen das Auto zu kennen, das wird gern mal verkotet (20m entfernt), was muss auch die neugierige Imkerin schon wieder gucken kommen. An einem anderen Stand werde ich auch gern "persönlich" begrüßt. Vom Verabschieden ganz zu schweigen. Manchmal habe ich wirklich den Eindruck, dass die das Auto kennen. Vielleicht ist es auch der Geruch?

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Rechtlich ist gegen Bienenkot nicht viel zu machen, das muß hingenommen werden, oder hat sich die Rechtsprechung diesbezüglich geändert? Massierte Aufstellung in Wohngebieten ist vielleicht anders, aber Du schriebst 'in 100m Entfernung'?


    Hältst Du uns auf dem Laufenden? Blödes Thema, aber betrifft ja alle, die in und um Wohngebiete herum imkern.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hallo Herbert,

    Zitat

    Da müssen schwere Geschütze her


    aber doch wohl vom Kläger,
    der muß zuerst einmal beweisen das der Kot von Angeklagten seine Bienen ist. da hat er aber schlechte Karten.


    Gruß Jürgen

  • Also wenn das vom Kläger ernst gemeint ist, wovon ich ausgehe, dann bin ich ebenfalls extrem interessiert daran, wie das ausgeht und womit hier überhaupt arguementiert werden soll!


    Das wäre ja der Hammer, wenn hier missliebige Leute etwas gegen Imker unternehmen könnten, wohlgmerkt, bei einer Entfernung von 100m! Wenn es 10 wären und viele Völker und beim Nachbarn irgendeine sehr spezielle Situation, da könnte ich mir das noch vorstellen. Aber 100 Meter?!:eek:


    Meine Nachbarn haben lange Zeit <10 m entfernt am Pool von 12 meiner Völker nichts bemerkt, solange die Drohnen nicht allzulaut brummen.


    100m, das sind ja im dörflichen Umfeld oft schon 4 bis 5 Grundstücke weiter, was soll man da noch von den Bienen mitbekommen, geschweige denn eine konzentrierte Abkotung durch Reinigungsflug?!? Das verteilt sich doch kreisförmig und die Bienendichte dürfte mit der Entfernung mindestens im Quadrat abnehmen...da bleibt praktisch nichts übrig und trotzdem hatte diese Anklage bereits so viel Erfolg, dass es zur Verhandlung kommt!?


    Hier muss echt was besonderes vorliegen oder unglaubliche Dreistigkeit.


    Bitte Remstalimker, halte uns auf dem Laufenden!

  • Hallo,


    wenn meine Nachbarin weiße Wäsche zum Reinigungsflug aufhängt, etwa 75 m, sag ich ihr Bescheid die Wäsche wieder abzunehmen. Sie mußte schon mal alles wieder waschen, es handelte sich immer um weiße Wäsche im besonderen. Es ist ein freies Flugfeld ohne Bäume Gebäude oder andere Hindernisse. Ich bin davon überzeugt das die Bienen auch die 100m schaffen, nicht alle, aber die Hartleibigen, die etwas länger zum abkoten brauchen und das vor allem im Frühjahr.


    Lieber Herbert, da es sich bei dir um ein aktuelles Problem zu handeln scheint, ist die Wahrscheinlichkeit gering das eine Biene zur Zeit so einen weiten Weg braucht um Abzukoten. Es gibt auch noch andere Insekten, die Flecken auf die Wäsche machen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo !


    Unsere Beobachtung (schon vor Jahren):


    Die Bienen koten im Frühjahr besonders gerne auf reflektierenden Sachen ab,
    also Autolack .... Wintergärten.


    Das benachbarte Gartendach ist erheblich weniger betroffen.


    Weiß nicht mehr woher, aber irgendwie habe ich die Begründung im Kopf,
    das Bienen die Refelktionen für Wasser halten und dort bevorzugt abkoten würden.



    Eine weitere Beobachtung ist:


    In welche Richtung ist Ihre Hauptflugrichtung ?
    20m entfernt stehende Kfz beim Nachbarn sind nicht betroffen,
    unser eigenen Wintergarten und Kfz 180° entgegen dem Flugloch trifft es wohl am meisten.


    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.