Sinn eines Drohnenrahmen

  • Hallo zusammen,


    nach 2 Jahren mit Drohnenrahmen (und Drohnen schneiden) stelle ich mir die Frage fürs neue Jahr:
    muss ich ein Drohnenrahmen geben und nicht schneiden oder geht es ganz und gar ohne DR und die
    Bienchen machen Drohnen nach bedarf? Ist dann nicht ein Chaos auf den Brutwaben. :confused:
    Habe ich irgendwo ein Denkfehler?


    Rene

  • Es geht ohne DR und es gibt kein Chaos! Die Bienen "machen" soviel Drohnen, wie sie ihrer Meinung nach im Volk brauchen.
    Es geht! Sie bauen auch bei Naturbau nicht "wild" Drohnenzellen. Alles hat eine Ordnung.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Hallo Schlumpi,


    ich hänge jedes jahr einen Super extrabreiten Drohnenrahmen in meine Völker ohne Drohnen zu schneiden.
    Drohnen gehören für mich einfach zum Volk dazu und richtig gute Völker erlauben sich den Luxus von richtig vielen Drohnen.
    Weil ich zum Teil auch Standbegatten lasse, freue ich mich über meine Drohnen.
    Das bauen des Drohnenrahmens wirkt Schwarm dämpfend auf die Völker, das wäre schon das erste Positive.
    Ich hab es noch nie ohne Drohnenrahmen probiert, aber ich sag mal was bei mir passieren könnte.
    Ich imkere mit 1em Zander Brutraum, das bedeutet das wenn die Drohnen kreuz und quer gezogen werden, auf der gegenüberliegenden Seite die Arbeiterinnenzellen abgeschrotet werden.
    Bei einem Zander BR reicht mir dann die Brutfläche nicht mehr aus und ich hab einen vermehrten Schwarmtrieb.
    Daher habe ich einen Drohnenrahmen mit 44mm breite.
    Es könnte passieren das ich ein dauerendes Drohnenbrut gematsche habe, wenn ich nicht permanent übertrieben achtsam beim durchschauen wäre.
    Und eines der wichtigsten Themen, bei Völkern deren Genetik ich nicht haben möchte, wäre das entfernen der Drohnenbrut ohne Drohnenrahmen ein wirklich nerviges Massaker.
    Gönne deinen Bienen einfach den Luxus eines Drohnenrahmens und wenn du die Nase voll hast vom Drohnenschneiden, dann schneide nur noch die Völker von denen du möchtest, das sie weder deine noch die Königinnen anderer begatten.


    Viele Grüße


    Max

  • Hallo,


    definiere "Chaos"! :cool:


    Das bedeutet erstmal, dass es ggf. für den Imker chaotisch wäre. Und auch hier kommt es auf die Intention an.
    Die Bearbeitbarkeit und die Übersicht nimmt ab - für den Imker.
    Die Bienen haben da ihre ganz eigenen Vorstellungen. Und die Frage ist, wer will was und wo kann man sich treffen und was aus welchen Gründen tolerieren.


    Mit Entfernen von Brut gelingt früh im Jahr eine Reduktion der Milbenlast. Wenn denn viele da sind, die sich dort dann auch tatsächlich konzentrieren.
    Es wurde schon viel und intensiv um das Schneiden von Drohnenbrut gestritten. Wenn natürlich die Winterbehandlung daneben ging o.ä., dann könnte man überlegen.
    Kastration ist ein weiteres Argument. S.o.


    Im Naturbau gibt es sowas nicht: Drohnenbrut konzentriert auf einer einzigen Wabe.


    Vorteil des Zwingens in einen Drohnenrahmen ist (ich rede übrigens "dadantisch "), man kann auf einen Blick und ohne große Brutnestlupferei die Stimmung im Volk ablesen. Auf dem DR und generell in Zonen, wo im Naturbau auch welche zu finden ist, setzen Sie WZ an. Ein Blick und es ist klar. Das Erwachen des Bautriebes kann man auch sehr schön sehen.


    Naturbau-Bevorzugern ist das wurscht. Die sehen das auch anders. Und ein bisschen mehr Schwarmtrieb stört so gestrickte Imker auch nicht.:wink:
    Bei vorherrschender Männerlastigkeit hier im Forum:


    Was macht man bei Krankheitserregern/ Parasiten im Hodenbereich?
    Richtig! Eier ab. Und aus Verzweiflung nachwachsen lassen und ggf nochmal ab. Ist doch eine chemiefreie Methode der Behandlung - nicht so zimperlich also.
    Und Drohnen sind fliegende Spermienträger. Fast nur Vermehrung im Kopf, der sonst bloß noch ein bißchen Navifunktion hat.
    So ein unnützer Kram!
    Geht alles auf die Produktivität, also bitte...:lol:


    Männerfreie Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Deine Bienen wären auch dazu genötigt jede kleine Lücke (z.B. zwischen den Zargen -> Verbau...! Und an den untersten Rähmchen in den Boden hinein) zu nutzen, um Drohnenwaben zu bauen. Leere Rähmchen für den Drohnenwabenbau und überhaupt zur Befriedigung des Bautriebs sind schon sehr sinnvoll, scheiden der Drohnenbrut auch, aber nicht immer, das ist wieder ein anderes Thema...

  • Wer Drohnenrahmen gibt, muss auch schneiden. Sonst braucht man sich über Varroa nicht zu wundern.


    Da ich ein Gegner des Schneidens bin, gebe ich auch keinen Drohnenrahmen. Welcher im übrigen kontraproduktiv ist: Drohnenbrut erzeugt die dringend benötigte Wärme. Und die sollte so verteilt sein wie die Bienen es wollen und nicht wie der Imker meint es wäre gut.

  • @ Markus,


    ich möchte Sie verstehen, deshalb frage ich ja.
    Ich habe festgestellt, das was man mir im Kurs alles erzählt hat ist *** (vieles nicht gut). :cry:
    Deshalb auch hier meine Frage und ich finde die Antworten sehr interessant.


    LG Rene

  • Moin!


    Wo nur Mittelwäbde in der Kiste sind, muss Gelegenheit gegeben werden.
    Man kann auch kürzere einlöten oder je eine Ecke freilassen. Dort basteln sie dann auch.


    Wenn Du lernen willst:
    Nimm einen fetten Vorschwarm und schlag ihn auf Anfangsstreifen ein. Lass sie mal frei schaffen und guck Dir genau an, was sie da machen.


    Leute, die eine gescheite Winterbehandlung absolvieren, können Drohnenrahmen geben und NICHT schneiden.
    Ich bin das lebende Beispiel :cool:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Gönne deinen Bienen einfach den Luxus eines Drohnenrahmens und wenn du die Nase voll hast vom Drohnenschneiden, dann schneide nur noch die Völker von denen du möchtest, das sie weder deine noch die Königinnen anderer begatten.


    Mal ein wirklich guter Ansatz

    Nur wir Imker können funktionierende Varroa Abwehr schaffen, sicher nicht die Chemie

  • Moin zusammen,


    ich würde es so sagen: Die Bienen wollen etwa von April bis Juli Drohnen aufziehen. Dafür sollten sie eine Möglichkeit (Platz) haben. Falls man ihnen nur 100% Arbeiterinnen-MW vorgibt, dann quetschen sie Drohnenzellen in alle möglichen Ecken. So wie es auch schon Kruppi geschrieben hat.
    Wo und wie diese Drohnenzellen sind ist den Bienen erst einmal egal. Da würde ich mir vielleicht Gedanken machen, ob ich Drohnenecken oder Drohnenwaben an Stellen in der Kiste haben will, die vielleicht irgendwie günstig für die Bearbeitung, den Wärmehaushalt (Milbenentwicklung) oder die Brutnesterweiterung sind. Darüber lässt sich dann trefflich streiten. Das fängt bei dem Beutentyp und der Bienenrasse an und hört vielleicht bei den Trachten auf...


    Ich gebe einfach Anfang April ein Leerrähmchen hinter die letzte Brutwaben / vor das Schied und feddich!


    Gruß Jörg

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Jörg K. () aus folgendem Grund: Marion und edlbeefit waren schneller

  • Hallo


    der Baurahmen hat die Aufgabe den Bautrieb des Volkes zu befriedigen, deshalb muß er auch geschnitten werden, wann das entscheidet der Imker nach seiner Betriebsweise.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo


    der Baurahmen hat die Aufgabe den Bautrieb des Volkes zu befriedigen, deshalb muß er auch geschnitten werden, wann das entscheidet der Imker nach seiner Betriebsweise.


    Moin Reinhard.


    Ich bin zwar irgendwie noch Anfänger, aber was du da schreibst, ist mMn Blödsinn. Ich lasse lieber im Honigraum bauen.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D