Schied setzen bei Dadant ab wann sinnvoll

  • Man bedenke auch, dass die Bienen nach jedem Öffnen etwa 2 Stunden brauchen,


    Und nach zwei Stunden dürfen sie vier Wochen im Warmen sitzen, während die anderen in zu großen Kisten vor sich hinbibbern.


    Und wenn die anderen dann endlich Brut angelegt haben, kommt der brutale Imker/die brutale Imkerin (gender-neutral) und reißt die Bude auf, weil ist ja warm. Zumindest für den Imker. Und die Brut verkühlt. Ist ja egal, hauptsache die Sonne scheint.


    Nee, dann lieber vor der Zeit arbeiten. Wenn die Bienen nur sich selbst wärmen müssen.


    Was soll das späte Schieden denn bringen? Das Brutnest ist schon definiert, der erste Pollen schon drin und die Brut ist verteilt/verzettelt über x Waben. Dann braucht man auch nicht mehr das Schied setzen.

  • Hallo,


    ich kann nur sagen, dass das hier wieder mal einer der ganz Großen, im Sinne von tollen und nützlichen Fäden ist!


    Aber noch fehlt etwas!
    Nämlich die Auswertung.
    Bitte, bitte, an alle, die jetzt geschiedet haben oder es erst später tun, berichtet im Mai, wie es weitergegangen ist, um diesem Faden noch das i-Tüpfelchen aufzusetzen.


    Übrigens, Futterzehrung von 300 g pro Woche?
    Hier sind es schon 600!
    Obwohl es zuletzt wieder öfter mal weiß war, auch heute früh hatte es wieder Frost von -5°C.
    Und der Brutraumsensor zeigt trotzdem schon konstant 32°C, ist aber nicht unbedingt in der Mitte der Brutfläche positioniert, sondern da, wo er zufällig im Herbst zuletzt war. Aber die hohe Temperatur und die Konstanz belegen, dass schon nennenswerte Brutflächen vorhanden sind. (beim Schieden habe ich ja nur die winzige, alleräußerste Brutspitze der "Brutspindel" gesehen).

  • Werde auf alle Fälle berichten, interessiert mich ja genauso, wie sich die Völker entwickeln, wobei ich hier noch mal betonen muß, dass die Völker jetzt schon recht stark sind (auch wenn es sich noch um eine Menge Winterbienen handelt) und sie allesamt aus guten Zuchtlinien stammen, also zumindest hochwertiger sind als meine vorheringen Kö's, was das Ergebnis, also wie sie sich entwickeln, verändern kann.
    Ich werde es auch bei den zwei geschiedeten Völkern belassen, hatte dazu gestern auch noch eine kontroverse Diskussion mit meiner Frau, meiner Mitimkerin, die nicht sonderlich begeistert war von meiner Aktion.
    Sie hätte lieber die Finger von den Bienen gelassen.


    Was mir noch aufgefallen ist gestern: Ich empfand die Bienen schon als recht klein. Liegt das an der Kö (Genetik) oder an den Winterbienen oder sind das Jungbienen?

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:


  • Bitte, bitte, an alle, die jetzt geschiedet haben oder es erst später tun, berichtet im Mai, wie es weitergegangen ist, um diesem Faden noch das i-Tüpfelchen aufzusetzen.
    ...
    Aber die hohe Temperatur und die Konstanz belegen, dass schon nennenswerte Brutflächen vorhanden sind.


    Sensor habe ich keinen drin, aber hinschauen kann ich. Wie schon von mir beschrieben, haben alle meine 11 Völker am nordischen Standort Brutflächen auf 1 bis 3 Waben (die ganz starken) angesetzt - verdeckelt auf der Größe einer Hand und außen herum Larven und Stifte. Und das im nordischen Schleswig-Holstein. Das war auch für mich überraschend, da ich das um diese Zeit nicht erwartet hätte.


    Zitat

    Und nach zwei Stunden dürfen sie vier Wochen im Warmen sitzen, während die anderen in zu großen Kisten vor sich hinbibbern.


    Bernhard , das leuchtet mir ein und wird sich wohl auch im weiteren Verlauf zeigen. Ich habe noch 2 starke Völker auf einem anderen Standort stehen, die noch kein Schied drin haben (Zeitmangel). Mglw. sieht man schon da einen Unterschied; denn vor Ende Februar kann ich dort kein Schied setzen. Geht auch ohne, aber wie ?


    Nochmal die Frage, was ein Schied wärmetechnisch bewirkt: Ich habe dünne Brettchen als Schiede, so wie man sie im Imkerhandel kaufen kann. Die Isolierwirkung dieser Teile ist nicht mit einer Segeberger Beutenwand aus Styropor zu vergleichen. Insofern würde ich folgern, dass die Wärmeisolierung nicht entscheidend ist, sondern die Begrenzung des BN mit einer gezielten Ansiedlung der Bienen.


    Da sich die Völker im Februar ohnehin um das BN ansiedeln, fragt man sich natürlich, was macht die Sache mit Schied besser ? Das war auch der HIntergrund zu meiner Frage, ob ein Schied wärmetechnisch mehr bewirkt als eine gefüllte Futterwabe. Dass letztere kaum isoliert, sondern eher eine Leerwabe mit Luft, ist schon klar. Nur eine Leerwabe begrenzt das BN nicht....


    Vielen Dank für weiter erhellende Antworten !


    Rainer

  • Ja eben drum. :roll: Die Bienen fangen sowieso an zu brüten, warum soll man sie nicht dabei unterstützen?


    Ich unterstütze nicht durch ein Schied - durch einen eingeschobenen Boden vielleicht aber doch nicht durch ein Schied. Da hängen die vollen Futterwaben und machen das genauso gut wie ein Brett...und sind dabei noch essbar wenn die Immen nicht umtragen können weil es eben zu frisch ist.


    Das mag bei Dir klimatisch anders sein aber eben hier nicht. Es gibt keinen bundesweit gültigen "Schied-setzen-Tag"!
    Wenn die Traube noch kompakt sitzt und mir die Bienen eher abwehrend die Allerwertesten zuwenden beim Öffnen dann muß ich da doch nicht drin rumfuhrwerken, Bienen quetschen oder gar hinter dem Schied isolieren. Beim nächsten Wärmefenster sind sie immer noch mit dem Brutnest auf 1-3 Waben und das passt doch noch immer mit dem Schied.


    Melanie


    @ Rainer, das Schieden hat weniger was mit Wärme zu tun wenn auch oft so dargestellt. Stattdessen verändert man nur die Anatomie des Brutnestes - es läuft sozusagen in die Breite und man lenkt den ersten Nektareintrag schneller nach oben in den Honigraum.

  • @ Rainer, das Schieden hat weniger was mit Wärme zu tun wenn auch oft so dargestellt. Stattdessen verändert man nur die Anatomie des Brutnestes - es läuft sozusagen in die Breite und man lenkt den ersten Nektareintrag schneller nach oben in den Honigraum.


    melanie , auch das ist nachvollziehbar. Ohne Schied, entdeckeln die Bienen Futterwaben mit dem Ziel eines elliptischen Brutnests über mehr Waben. Mit Schied zwingt man sie zu einem anfangs kugeligen, später quaderförmigen BN. Die Wärmebilanz (Erzeugung - Verlust über die Oberfläche) im Vergleich beider Formen ist mglw. zu vernachlässigen. Insofern hat es eher nichts mit einer Isolierung zu tun.


    Besten Dank


    Rainer

  • Ja, in den Honigraum lenken...der ist ja auch schon drauf...:roll:


    Die Wärmewirkung entsteht, weil die Bienen alle auf die Seite des Schiedes zur Königin zusammenrücken. Das ergibt eine größere Bienendichte pro Wabe. Gleich bessere Isolation. Noch wichtiger als ein "Bodenbrett" ist eben der Bienenpelz.


    Nochmal das oben Gesagte durchlesen. Es geht darum vor dem großen Bruteinschlag das Schied zu setzen, damit man die Völker nicht mit vorhandener Brut stören muss. Und damit die kalten Nächte ohne Rückschläge durchgebrütet werden kann. Damit die Bienen zusammenrücken und sich besser wärmen. Damit dad Futter umgetragen und damit ein wohlgeformtes anstatt ein verzetteltes Nest entsteht. Damit der frühe Pollen - der vor der Nektartracht hereinkommt - nicht das Brutnest verpollt. Etc. pp.


    Ist ja alles doof, was der Typ sagt.

  • Ist ja alles doof, was der Typ sagt.


    Quark, nur schmoll mal nich!


    Ich denke eben nur es gibt so ne und solche Völker, so ne und solche Klimabedingungen. Wenn Du so Hammervölker hast, die Anfang Mär schon dicken Bruteinschlag zeigen, dann züchte fleissig von denen und verkaufe die Queens!
    Aber ich erinnere mich an unser letztes TReffen in Soltau...da hörte sich das an als ob bei Dir der Frühling fast schon durch ist ;-)


    Meine sind eben so ganz normale Berliner Landrasse, die Anfang März kleine, handtellergroße Brutflecken auf maximal 3 Waben haben...und da reicht es mit dem Schied und den Honigräumen auch noch....vor allem bei dem frischen Winter den wir hier nun seit Jahreswechsel hatten...wenn uns die Klimaerwärmung erreicht hat, schiede ich auch früher...versprochen!


    Melanie

  • Vernünftigerweise richten sich die Bienen auch nach der Tageslichtlänge. Es kann zwar sein, daß der Frühling bei euch länger braucht - dafür kommt er umso heftiger. Sprich, es wird alles noch komprimierter ablaufen, was bei uns hier früher aber langsamer abläuft. Auch dann müssen die Völker bereit sein.

  • Vernünftigerweise richten sich die Bienen auch nach der Tageslichtlänge. Es kann zwar sein, daß der Frühling bei euch länger braucht - dafür kommt er umso heftiger. Sprich, es wird alles noch komprimierter ablaufen, was bei uns hier früher aber langsamer abläuft. Auch dann müssen die Völker bereit sein.


    Stimmt, wobei die Tageslänge Gott-sei-Dank nach bisherigen Erkenntnissen nicht durch menschliche Einflussnahme verändert wird und damit heute noch so wie vor 100 Jahren sein sollte...und demnach wenigstens eine halbwegs verlässliche Kostante in der Bienenhaltung sein sollte an die sich die Bienen evolutionär angepasst haben sollten.


    Aber wer weiss, wenn ich da grad so lese von dieser Theorie einer Scheibe aus dunkler Materie die unser Sonnensystem etwa alle 35 Millionen Jahre passieren soll und die womöglich ganz gravierende Auswirkungen hat (zuletzt Aussterben der Dinos...nachzulesen z.B. hier: http://www.welt.de/print/die_w…terie-vs-Dinosaurier.html) dann steht uns noch was ins Haus.


    Allerdings erst in ca. 5 Millionen Jahre, wir haben also noch vorher genug Zeit für die Bienen...


    Melanie

  • ... eine halbwegs verlässliche Kostante in der Bienenhaltung sein sollte an die sich die Bienen evolutionär angepasst haben sollten.


    Melanie


    Wie kann sie das, wenn teilweise Bienenrassen mit eingekreutzt wurden, welche nicht aus unseren Breitengraden stammen?! (Montolica--->Kenia; Lamarki--->Aegypten etc.)