Schied setzen bei Dadant ab wann sinnvoll

  • Moin!
    War eben an meinen Völkern und habe bei 2 Völkern, die mir am schwächsten erschienen, das Schied gesetzt.
    Zu aller erst: Es sind trotz meiner Befürchtung richtig gute Völker. Wenn die sich entsprechend weiter entwickeln, werden die richtig stark.
    Gut, habe bisher nur Wald und Wiesen Mischung gehabt, und jetzt mal Kö´s aus Zuchtlinien, die sollten sich schon anders entwickeln.
    Je 3 Waben mit Brut, teilweise mehr als Handteller groß. Habe die auf 5 Waben geschiedet, besetzen tun sie 6-7 Wabengassen, es hängen also schon welche hinterm Schied.
    Futter ist noch reichlich drin, allerdings nicht immer von weit entfernt rangetragen. Habe diese halb leeren Waben nach hinten gesetzt und die vollen direkt ans Schied.
    Mal schaun, wie sich die Völker entwickeln, sieht aber eher gut aus, wenn sie nicht irgendwann Futterprobleme bekommen, aber dagegen kann man ja was machen...

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Dennoch - wie gut isoliert eine gefüllte Futterwabe ? Gibt es dazu Erfahrungen oder gar Daten ?


    Hallo Rainer


    Ich denke das ist nicht die richtige Frage, eine gefüllte Futterwabe kühlt und ein Volk auf voll gefüllten Futterwaben, wird schwer über den Winter kommen. Die Wintertraube sitzt normalerweise auf leerem Wabenwerk und naturgemäß hat es das Futter über dem Kopf und zehrt nach oben. Ein solches Volk wird nie vom Futter abreißen. Siehe Gerstung der seine Waben hochkant in der Beute hatte. Die Probleme fangen aber bei Flachwaben wie Zander und DNM an, dort können die Bienen nur nach hinten Zehren. Wenn sie aber die Wabengassen wechseln müssen und Frost läßt das nicht zu, ist das Schicksal des Volkes besiegelt. Volle Futterwaben neben dem Brutnest vorn und hinten, bzw an den Seiten, sind für die Frühjahrsentwicklung das Beste was man sich wünschen kann.
    Deshalb verstehe ich auch nicht warum die Dadantler oft die Futterwaben raus nehmen, das nur nebenbei.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Habe diese halb leeren Waben nach hinten gesetzt und die vollen direkt ans Schied.


    Hallo Andreas


    Das die halb leeren Waben zum Brutnest der Königin gehören ist dir nicht in den Sinn gekommen. Nimm es mir bitte nicht übel, aber nach meinem Verständnis hätte das Schied hinter die Bienentraube (besetzte Waben) gehört. Aber wie so oft gibt es da ja verschiedene Meinungen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Habe die auf 5 Waben geschiedet, besetzen tun sie 6-7 Wabengassen, es hängen also schon welche hinterm Schied.
    Habe diese halb leeren Waben nach hinten gesetzt und die vollen direkt ans Schied.


    das ist es, was mich bei der frühen Schiederei stört. Man teilt die Traube.
    Jetzt sitzen plötzlich Bienen HINTER einem Schied, getrennt von der Brut.
    womöglich kommen wie bei dir plötzlich auch noch weitere trennende Futterwaben vor dem Schied dazu - der Abstand der abgeschnittenen Bienen zum Brutnest wird also noch größer, denn auf den kalten, vollen Futterwaben werden sich die HINTER dem Schied plötzlich isolierten Bienen nicht gerne aufhalten.


    Wird es in der folgenden Nacht kälter - wohin gehen die Bienen?
    Es gibt keine Wärmestrahlung von der benachbarten Wabengasse mit dem Brutnest mehr.
    Stattdessen schauen sie um die Ecke und blicken in eine leere, kalte Wabengassen zwischen den Futterwaben wo vorher das Brutnest war.


    Sie werden umdrehen, weil da wenigstens die bisherigen "Kameraden" sind.
    Doch es wird kälter, die verbliebenen Bienen sind zu wenig für eine vernünftige Traube.
    Sie werden weiter suchen müssen, mehr wagen müssen, um eine oder zwei leere, kalte Gassen zu überwinden, aber es wird immer kälter, das dauert vielleicht zu lange und sie verklammen.


    Ok, wenn man es an einem wirklich warmen Tag macht, werden sie wohl alle irgendwann merken, dass sich was verändert hat, das Brutnest suchen und wohl auch wohlbehalten finden, nach längeren Umherirren. Leicht ist es aber nicht, denn das Schied, das vorher nicht da war, wirkt ja wie eine Beutenwand, woher sollen die Bienen merken, dass DAHINTER das Brutnest ist, das vorher noch direkt da war?


    Ich habe, kurz bevor es jetzt wieder ziemlich kalt geworden ist, auch noch ein paar geschiedet. Schön fand ich das nicht, wenn auch vielleicht nützlich. Gut, es war am zweiten Schiede-Tag vielleicht auch etwas kühl ~9°C, bedeckt, nur einzelne Bienen sind Wasser oder Pollen holen gewesen, der Rest war in einer lockeren Großtraube verteilt, noch gut beweglich (Schleier nötig!). Aber ich werde das künftig auf jeden Fall NUR NOCH machen, wenn es ein paar Grad wärmer ist, das habe ich jetzt dazu gelernt und hoffe, dass die Bienen diesen Fehler nicht büßen mussten.


    Aber in dem von Bernhard verlinkten Text der Nordwestdeutschen Imkerzeitung steht ja auch "einfach eingeengt, ganz egal ob es kalt ist oder auch schneit".


    Wenn man wirklich warme Tage abwartet, wo die Traube völlig aufgelöst ist, sollte es keine Probleme geben, aber wenn es währenddessen zu kühl ist oder gleich nach der Behandlung rasch kalt wird, könnte es ein Problem mit dem "AB"-geschiedeten Teil der Traube HINTER dem Schied geben, so für mich das Fazit.


    Das Einengen wie bisher, also gut 2-4 Wochen später und bei 15-20°C ist in diesem Punkt sicherlich deutlich unkritischer, betrifft aber dann auch größere Brutflächen - spannend, was sich wie bewährt!
    Trotz Klimawandel wird es aber nicht in jedem Jahr im Februar
    a) einige Flugtage mit Polleneintrag geben und dann
    b) nochmal einen Tag, bei dem es so warm ist, dass man ohne Sorge schieden kann.


    Im Norden vielleicht sogar noch weniger als bei uns im Föhn-Erwartungsland.


    Es wird dann also immer wieder dazu kommen, dass man entweder nicht schiedet oder mit oben beschriebenen Isolationsproblem leben muss.
    Vielleicht ist das alles aber wieder nur eine unbegründete, theoretische Sorge von mir!


    Gruß
    hornet

  • Vielleicht ist das alles aber wieder nur eine unbegründete, theoretische Sorge von mir!


    Ja.


    Daher stellt sich mir die Frage, warum verstreuen die Bienen dann trotzdem das Brutnest in viele kleine Stücke auf viele Waben, wenn man sie gewähren lässt?


    Weil:


    Wie groß waren die?
    Baumhöhlen


    Der Durchmesser, die Seeley bei seiner Sezierung von bienen-bewohnten Baumhöhlen gefunden hat, war von 15 cm bis 30 cm, wobei der Durchschnittsdurchmesser bei 20 cm lag. Diagonal durch die runde Höhle waren es 20 cm.


    Früher hielt man Hochwaben für geeigneter für die Bienenhaltung. Dann kam die Mode der Breitwabe, die bis heute anhält. Weil sie dem Imker bequem ist. Eine menschliche Baumhöhle hat jetzt über 45 cm Breite. Die ganze Thermik, die ganze Dynamik des Biens verliert sich hier im leeren Raum.


    Wenn man schon mit Breitwaben und nicht mit Hochwaben imkert, dann bitte mit Schied. Das kommt den Bienen sehr entgegen.


    Viele Grüße


    Bernhard

  • Ich habe mal versuche mit 20 x 20 cm Beuten gemacht. Ohne Rähmchen, frei bauend. So sieht es darin aus:




    Eine ganz andere Geschichte, sowas. Nix gerade. Schön kuschlig.


    So sieht es aus im Naturnest.


  • Danke Bernhard!


    Wie so oft, kannst du deine Argumente immer sehr gut begründen, leuchtet mir auch diesmal ein. Das von Seely hatte ich zwar auch schon mal gelesen, auch dass die heutigen Kisten eigentlich zu groß sind, aber bei obiger Fragestellung nicht selbst diese Verbindung hergestellt.
    Dass das Schieden grundsätzlich eine gute Sache ist, davon bin ich ja schon fast von Anfang an überzeugt gewesen und habe bisher davon nur profitiert. Nur das extrem frühe Schieden ist mir noch etwas fremd, aber heuer habe ich es einfach auch mal probiert.


    Du meinst also wirklich, dass die vom Schied plötzlich isolierten Bienen selbst dann, wenn man bei etwas kühleren Temperaturen (5-10°C) schiedet, bei danach sinkenden Temperaturen über das neue Hindernis "Schied" und ggf. dazugestellte volle Futterwaben hinweg noch rechtzeitig zurück zum Brutnest finden und sich nicht als isolierte Exil-Traube in Mindergröße aufarbeiten und verklammen? Vorausgesetzt natürlich, dass es nicht schon während dem Schieden Frost hat und eine enge, träge Wintertraube vorlag?


    Das täte mich jetzt schon sehr beruhigen.

  • Ich denke man sollte nichts tun, was man vom Gefühl her eigentlich nicht für richtig hält :wink:.
    Ich werde nur einengen, wenn ich bei gemütlichen Temperaturen in Ruhe an meinen Bienen arbeiten kann.
    Im Winter bleibt die Kiste zu.
    Man bedenke auch, dass die Bienen nach jedem Öffnen etwa 2 Stunden brauchen, um ihre vorherige Beutentemperatur
    wieder her zu stellen, siehe Temperaturmessungen von MichaelM.


    LG Silvia

    Um ernst zu sein genügt Dummheit, während zur Heiterkeit ein großer Verstand unerlässlich ist. Shakespeare
    Alle sind irre; aber wer seinen Wahn zu analysieren versteht, wird Philosoph genannt. A.Bierce

  • ....
    Man bedenke auch, dass die Bienen nach jedem Öffnen etwa 2 Stunden brauchen, um ihre vorherige Beutentemperatur
    wieder her zu stellen, siehe Temperaturmessungen von MichaelM...


    und bis zu 18 Stunden, wenn die 6 am meisten im DeBiMo gefundenen PSM im Spiel sind.


    Und das sind vor allem Fungizide


    Wie es mit den Neonics verhält hat nur einer untersucht...2005 in Griechenland! bis zu 2°C niedrigere Brutnesttemperatur!


    Alles klar?

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Ich hab das Schied jetzt bei nur 2 von 6 Völkern gesetzt, weil ich das hier geschrieben als sinnvoll erachtet habe und es probieren wollte.
    Erst mal vorab: Mir hat es nicht geschmeckt, bei den Temperaturen im Volk etwas zu verändern. Hatten ca. 5°C, also noch weit weg von Schnee und Eis.
    Aber wie geschrieben, zwei jetzt schon starke Völker, bei denen die Bienen nur so aus den Gassen quollen, als ich die Rähmchen angefaßt habe.
    Bei wärmeren Wetter wäre mir das egal gewesen, aber jetzt, bei den Temperaturen, war mir klar, jede Biene, die nicht in der Kiste bleibt, kann verklammen (kein muss, aber doch schon hohe Wahrscheinlichkeit).
    Also wirklich nur das nötigste gemacht, vielleicht zu wenig. Es ist im Warmbau und Flugloch nah habe ich die ersten beiden Waben gar nicht erst angefaßt aus den genannten Gründen.
    Ich habe bewußt auf 5 Waben (teilweise wird hier ja von 4 Waben geredet) geschiedet, weil das für mich ein Kompromiss zwischen Volksstärke und festsitzenden Bienen hinter dem Schied darstellte.
    Meine Hoffnung hierbei ist, dass sich die Bienen auf den ersten 5 Waben einfinden (zusammenziehen) und weniger hinter dem Schied sitzen, aber das wird sich die nächsten Wochen zeigen.
    Definitiv lieber bei 10-15°C das erste Mal schieden als bei den Temperaturen. Wie gesagt, für mich ein Versuch und extra nur bei 2 Völken.
    Drobi : Ja, der Gedanke ist mir gekommen, dass die halbleere Wabe zum Brutnest dazu gehört, aber entweder ich schiede auf 4-5 Waben oder ich kann es auch bei den bisher bestehenden 7 Waben belassen, dann brauche ich auch so früh nicht an die Völker zu gehen. Vielleicht war es auch schone eine geputzte Wabe, in die die Kö die nächsten Tage legen wollte, aber genau das wollen wir ja mit dem Schieden verhindern, damit die Bienen die Waben "bis in die Ecken" mit Brut voll machen.
    Wie gesagt, es wurde hier viel geschrieben und ich habe versucht es an 2 Völkern umzusetzen. Ob es gut oder schlecht für die Bienen ist, ob sie sich besser oder ähnlich wie die anderen Völker entwickeln, werde ich im Laufe der Durchlenzung, also Richtung Weidenblühte (Aufsetzen des ersten HR), sehen.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Wie es mit den Neonics verhält hat nur einer untersucht...2005 in Griechenland! bis zu 2°C niedrigere Brutnesttemperatur!


    Weißt'te doch: Wer viel fragt, bekommt viel Antwort. Und dann? Eben.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Also ich habe noch nicht geschiedet denn die Temperaturen fallen weiter...man unkt von etwas Schnee und bis -1 Grad. Da gibt es kein Schied, da sollen sie mal noch schön an alles rankommen. Bezweifele dass bei den Bedingungen das Brutnest noch ausgedehnt wird sofern überhaupt vorhanden. Stockwaage zeigt noch immer konstante Abnahme von rund 300 g/Woche.


    Melanie

  • Also ich habe noch nicht geschiedet denn die Temperaturen fallen weiter...man unkt von etwas Schnee und bis -1 Grad.


    Nachtfrost vom 15.2.-27.2. bis zu -4°C. Die Futterzehrung ist hier noch bescheiden, ein Zeichen für wenig Brut. Also kein Grund, jetzt hier in Berlin/Brandenburg zu schieden.


    Gruß Ralph