Schied setzen bei Dadant ab wann sinnvoll


  • Wann nach dem Schieden/oder eventuell mit dem Schieden gebt ihr,
    1. den Drohnenrahmen
    2. den ersten Honigraum
    3. die erste Mittelwand und wo ins Brutnest zur Erweiterung
    4. reinigt Ihr Böden und entfernt Überbau beim Schieden oder Später erst?


    Moin Borderbee!


    Gestern die Böden gereinigt (wenig Totenfall - eine Hand voll), Überbau wird immer entfernt, der kommt abe wieder...
    Den ersten Honigraum (DNM 2/3) setze ich kurz vor der Weidenblüte - ich schätze in diesem Jahr hier im Norden erste Märzhälfte.
    Der Drohnenrahmen kommt ans Brutnest, sobald die ersten Drohnenzellen erscheinen; ich schätze in diesem Jahr hier Anf. April.
    Erweiterung des Brutnest mit MW nur, wenn die geschiedeten 4 oder 5 BW nicht reichen (sehr selten).
    Das BN wird bei mir nach TBE komplett erneuert (Mai oder Juli).


    Beste Grüße


    Rainer

  • Sodele,


    nachdem es am Samstag (Sonnenschein und 15°C) zeitlich leider nicht geklappt hat, war ich gestern (10°C, bedeckt) bei den Bienen, um ein paar Völker probezuschiedeln, damit ich einmal den Vergleich habe zwischen frühem und spätem Einengen.
    Die Ladies waren -- trotz überragender Sanftmut im Sommer -- not amused, sind aufgeflogen und waren auch mit Rauch nicht wirklich zu beeinflussen. Ein paar verdiente Stiche gab es auch, allesamt von Damen, die mir in die Ärmel sind.


    Erstes Zwischenfazit: T-Shirt-Wetter wäre besser gewesen. :wink:



    Bernhard : immer wieder erstaunlich, wie das Rad von jeder Generation neu erfunden wird. Danke für diesen interessanten Fund.

    Mit freundlichen Grüßen -- Traugott Streicher

  • Hallo
    Ich finde die Auszüge aus der "Nordwestdeutschen Imkerzeitung" auch sehr zutreffend. Bei meinen HBB ist das gelebte Praxis, seit ich mit solchen Beuten arbeite.


    Bei den Magazinbeuten bin ich noch am lernen. Aber eins ist mir bei dem Auszug aufgefallen, "Der Reinigungsflug ist gewesen", das ist entscheident, denn dann erwacht die Natur und dann ist die Entwicklung der Bienenvölker nicht mehr aufzuhalten.
    Wie man sich in Gegenden verhält, wo es keinen Reinigungsflug mehr gibt, weil die Völker fast immer fliegen können, kann ich nicht mit Gewissheit sagen. Aber ich würde trotzdem zur Zurückhaltung raten und nur bei einigen Völkern, jetzt schon Versuche machen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Ich habe heute 4 von 6 Völkern geschiedet. Alle auf 4 bis 5 Waben.
    Die Völker waren insgesamt stärker als mein Eindruck von der Oxalsäurebehandlung es vermuten ließ.
    Nur bei einem Volk habe ich die Königin gesehen. Aber ausdrücklich gesucht habe ich bei windigen 10 Grad auch nicht.

  • Hallo,


    bei der Lektüre der von Bernhard verlinkten Dokumente oben frage ich mich, wieso hier niemand aus der Fraktion kommt, die sagt "lasst die Bienen gewähren, sie wissen selbst am besten, was zu tun ist".
    Daher versuche ich mich mal als advocatus diaboli, ohne zu wissen, wie die richtige Antwort ist:


    Es ist außer Frage, dass für uns Imker wenige groß bebrütete Waben besser sind als viele mit kleinen Brutstücken.
    Es ist wohl auch jedem klar, dass eine so gut konzentrierte und dadurch durchwärmte Brut wohl auch für die Bienen besser ist.


    Daher stellt sich mir die Frage, warum verstreuen die Bienen dann trotzdem das Brutnest in viele kleine Stücke auf viele Waben, wenn man sie gewähren lässt? Denn genau das tun sie tatsächlich, das weiß ich aus meinen ersten Jahren.


    Sind 8 Waben drin, wird auf mindestens 7 Waben ein kleines Brutnest angelegt, in den mittleren Waben am größten. Das gesamte Brutnest hat dann also die Form einer parallel zur Flugfront liegenden Spindel, die zu den Enden hin spitz zu läuft und zum Mai hin immer dicker wird.


    Handeln wir beim Einengen dann nicht doch gegen den Bien und dient es nur der Ertragssteigerung und einfacheren Bearbeitung?
    Wir glauben zwar, dass das auch für den Bien besser ist, aber warum engen sie sich dann nicht von sich aus ein?


    Gruß
    hornet


  • Handeln wir beim Einengen dann nicht doch gegen den Bien und dient es nur der Ertragssteigerung und einfacheren Bearbeitung?
    Gruß
    hornet


    Hallo hornet,
    Das ist gegen den Bien gehandelt. Wer hat früher in Baumhöhlen oder Körben oder Klotzbeuten eingeengt??? Alles, um es dem Imker bequemer zu machen, in diesem
    Fall, mehr Ernte zu haben.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • ...früher in Baumhöhlen oder Körben oder Klotzbeuten eingeengt??? ...


    Wie groß waren die?


    Bei Baumhöhlen ist das natürlich rein spekulativ. Aber Seeley hat mal etwas von 40l geschrieben. Das war wohl die Vorzugsgröße für Schwärme.
    Klotzbeuten sind entweder Zierwerk oder HBBs. Miniwaben auf vielleicht 10 Rähmchen...
    Wieviele Waben passen in einen Korb? 7.


    Gruß Jörg


  • Handeln wir beim Einengen dann nicht doch gegen den Bien...
    Gruß
    hornet



    Wir handeln vor allem gegen die Varroa.
    Bessere Wärmehaltigkeit.
    Bessere Futterversorgung der Larven.
    Erzeugung extrem langlebiger Bienen.
    Dadurch
    Erreichen einer Ueberkapazität an Arbeitsbienen, welche "nichts" zu tun haben und, bei geeigneter Genetik, dann anfangen, den Milben das Leben schwer zu machen.


    Aber das Lässt sich nicht "patentieren" und verkaufen, und es fliessen auch keine Fördergelder für. Und es ist weit entfernt von einem "goldenen Löffel" auf den mancher Imker wartet.

  • Wir glauben zwar, dass das auch für den Bien besser ist, aber warum engen sie sich dann nicht von sich aus ein?


    Bei der "Schiederei" meiner Völker am letzten WE ist mir aufgefallen, dass die Futterwaben direkt am künftigen Brutnest nahezu voll verdeckeltem Futter sind, dagegen die am anderen Ende tw. entdeckelt bzw. schon geleert. Ein Brett zwischen den Waben ist sicher nur eine hilfsweise Isolierung und Begrenzung von Wärme in einem bestimmten Bereich. Volle Futterwaben sind m.E. auch nichts anderes, will heißen, hier schafft der Bien eine Art Wärmehaushalt indem die direkt folgende Futterwabe nicht zuerst geleert wird, so wie man es aus rein praktischen Gründen erwarten müsste. Das Foto von Janos (Beitrag #153) zeigt auch, dass Futter diagonal zum Brutnest geöffnet wird und nicht direkt daneben. Zudem hat Hr. Gerstung seinerzeit von der isolierenden Wirkung des Wabenwerks gesprochen.
    Könnte es sein, dass der Bien diese Art von Isolierung aktiv nutzt und bspw. die nächsten Futtervorräte zuletzt angreift ? - Nur so eine Idee...


    Beste Grüße


    Rainer

  • Daher stellt sich mir die Frage, warum verstreuen die Bienen dann trotzdem das Brutnest in viele kleine Stücke auf viele Waben, wenn man sie gewähren lässt? Denn genau das tun sie tatsächlich, das weiß ich aus meinen ersten Jahren.


    Ich denke das es so viele Unstimmigkeiten zu einem Thema gibt, liegt daran, das mit verschiedenen Betriebsweisen gearbeitet wird.
    Wenn wir von unseren Bienenvätern ausgehen, so blieb das Brutnest im Frühjahr unangetastet. Die Größe des Brutnestes hat die Königin zu Beginn der Brutsaison festgelegt, mit der Absicht es bei jedem Brutgang zu vergrößern. Nach dem 3.Brutgang beginnt meistens die Tracht (40 Tageregel), so war es eigentlich schon immer.


    Alles andere sind Versuche, die nicht immer zum Erfolg führen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Rainer


    was du schreibst das die Völker das Futter in der Nähe des Brutnestes zuletzt verbrauchen, ist eigentlich überlebenswichtig. Das meiste Futter wird zu Beginn des 3. Legeganges, logischer Weise benötigt, hat auch was mit Durchlenzung zu tun. Weil sie das Futter zur Aufzucht der Jungbrut brauchen, auch wenn es im März, April oder Mai noch mal Frost gibt und die Bruttemperatur von 35°C gehalten werden muß. Die Völker müssen aber stark genug sein um das Futter an günstigen Tagen umzulagern, habe ich voriges Jahr gut beobachten können und habe darüber auch geschrieben.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • was ja aber dann alles Indizien sind, dass das Schied setzten keine Völker verhungern lässt (ob es aus anderen Gründen gut oder schlecht ist sei mal dahingestellt), was ja immer wieder hier als Grund GEGEN den Schied so früh eingebracht wird.

    mein Fahrradlicht ist mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs und ich ganz knapp hinterher

  • Reinhard , vielen Dank für den Hinweis. Sicher sind die Verhaltensweisen des Biens durch verschiedene Gründe in die gleiche Richtung gesteuert - Vorratshaltung und Wärmespeicherung im Brutnest. Das Umtragen von entfernten Waben erfordert eben ausreichend starke Völker.


    Janos , ein verhungern aufgrund des Schied setzens, würde ich für normal entwickelte Völker auch ausschließen wollen.


    Dennoch - wie gut isoliert eine gefüllte Futterwabe ? Gibt es dazu Erfahrungen oder gar Daten ?


    Rainer