Schied setzen bei Dadant ab wann sinnvoll

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    Ich scheue mich davor, jetzt dazu eine Aussage zu treffen.....


    Ist doch nicht schlimm. Ich bin auch weit davon entfernt.
    Ich schaue mir den Bienensitz an und die Volksstärke und enge dann entsprechend auf drei bis fünf Waben ein. Ist ja kein Beinbruch später noch mal um ne Wabe erweitern zu müssen, bis man es drauf hat.


    Zitat

    So kommt er bis zur Ende der Apfelblüte auf 7-9 Waben


    Wenn man sich die Tabelle, die Janos hier öfter schon mal eingestellt hat, ansieht, sieht man, dass ein Einengen auf mehr als 5 Waben Dadant eigentlich nicht mehr viel mit angepasstem Brutraum zu tun hat, da das Brutnest dann schon wieder unbegrenzt wird.


    Zitat

    Ich werde morgen sehen, ob ich einen TimeSlot finde, an dem das Wetter O.K. ist


    Morgen (äh - ist ja schon heute :)) werde ich da wohl leider nicht zu kommen, aber Sonntag muss es dann definitiv beim Rest über die Bühne gehen, bevor der nächste Sturm kommt. Wir haben jetzt um knapp 2 Uhr nachts noch 7°C.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿

  • Hallo,


    heute habe ich auch an einem Stand Schiede gesetzt. Meine Völker sind leider (wiedereinmal) sehr klein eingewintert. Und außerdem habe ich letztes Jahr bis in den November gefüttert. Dachte, dass ich diesmal ohne Waage auskäme, es mit anheben schon abschätzen könnte. Und einer älterer, sehr erfahrener und geschätzter Imker meinte, er würde immer füttern bis die Bienen nichts mehr abnehmen. Hm, diese Kombination (kleines Volk, lange und spät füttern) war wohl keine so gute Kombination. Bei meinen Völkern (jedenfalls an diesem Stand) herrscht definitiv kein Futtermangel, sondern ich mache mir im Gegenteil Sorgen, ob da überhaupt genug Platz zum Brüten ist.
    Da scheint nur bestenfalls ein Viertel pro (Dadant-)Wabe frei zu sein. Der Bereich mit freien Zellen ist nicht immer rund, sondern oft entlang des unteren Randes. Nun ist dort aber die Wabe auch z.T. verbogen, und die Bienen werden ihr Brutnest eh nicht als langgestreckten Streifen an der Unterkante ausrichten.Die Brutnester sind sehr klein, nur wenige Dutzend verdeckelte Zellen, aber es waren auch Stifte zu sehen. Ich würde sagen, für den Standort und die Volksstärke normal (keine Mittagssonne, Stadtrand). Habe jetzt 3-4 Waben vor dem Schied und frage mich, ob die Bienen wohl schnell genug Futter verbrauchen, um das Brutnest auszudehnen.
    Bin jedenfalls froh, dort heute reingeschaut zu haben. Das Wetter war perfekt, morgen soll es ebenfalls gutes Flugwetter geben, also gute Voraussetzungen für die Bienen, wieder Ordnung zu schaffen. Und die Brutnester waren noch klein, der Hinweis von Bernhard und von dD, dass es besser sei sie in dem Stadium zu stören als wenn die Brutbereiche schon größer wären, erscheint mir plausibel. Vermutlich könnte ich diese Völker nun bis zum Aufsetzen des Honigraums in Ruhe lassen - es sei denn, ich müsste ihnen doch noch irgendwie eine Leerwabe geben, damit genug Platz zum Brüten ist. Oder doch Futterbereiche aufritzen? Aber mir ist dunkel in Erinnerung, dass das nichts positives bringen soll. Kriegen die Bienen sowas jetzt alleine hin?


    Grüße,
    Robert

  • Hallo Robert,


    wenn Du die Völker derartig auffüllst, bis sie nicht mehr "papp" sagen können, sitzen die den ganzen Winter auf gefüllten Futterzellen – die sie nicht warm kriegen – und weichen deswegen natürlich auf die wenigen leeren Zellen aus, die ihnen verblieben sind.
    Falls der Bienensitz also auf leeren Zellen nicht mehr ausreichend Platz hat, ist es sinnvoll, eine Leerwabe zwischen die übervollen Waben zu hängen, denn sonst können die Bienen die Wärme des Winternestes gar nicht halten.
    Außerdem führt die späte Einfütterung immer zu einem gewissen Abarbeiten der Bienen – noch eine Schädigung des Volkes.


    Überlege Dir mal eine bienenfreundlichere Spätsommerroutine und Einwinterung, dann klappt das auch mit dem Auswintern!


    Hans

    Die Glücklichen sind neugierig. (F. W. Nietzsche)

  • Hallo Robert,


    ich kann hier dem Hans nur zustimmen, so schnell wie möglich eine Leerwabe ins Brutnest, obwohl das nicht optimal ist, aber bei dir wohl notwendig. Ich würde auch einige Waben ein wenig aufreißen, nicht zuviel, damit die Bienen es auch umtragen können. Der Volksgröße anpassen, die erhöhte Futteraufnahme erwährmt auch kurzfristig das Brutnest. Der Ratschlag deines Imkerkollegen, füttern bis nichts mehr rein geht, bezw. die Bienen nichts mehr annehmen, den würde ich in Zukunft überdenken.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo,


    ich neige ja auch noch dazu, das Schieden noch ein wenig gegenüber den bisherigen Jahren vorzuverlegen. Derzeit aber käme mir doch noch etwas sehr früh vor.
    Wenn man davon ausgeht, dass die phänologische Entwicklung der Vegetation in etwa mit der Entwicklung in den Völkern einhergeht, dann ergibt sich für mich folgendes Bild:


    Hier


    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=47964&p=498902#post498902


    berichtet Bernhard davon, dass bei ihm nun (heute, 7.2.) die Kirschpflaume blüht.


    Hier
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=48444&p=498030#post498030
    berichtet Bernhard am 31.01. davon, dass er im Laufe der folgenden Woche (also 1-7.2.) schieden will.


    Wenn ich, wie oben gesagt, von einem groben Gleichlauf Vegetation - Entwicklungszustand Bienenvolk ausgehe, dass dürfte ich hier, oberbayerisches Flachland, noch LANGE nicht schieden, denn die Kirschpflaume (hier bei mir eine sehr wichtige Frühtrachtpflanze) wird noch eine ganze Weile, nämlich 3, eher sogar 4-5 Wochen auf sich warten lassen! Das ist schon ein großer Unterschied, nicht nur eine vernachlässigbare Differenz!


    Ich kann also nur dazu raten, bei den verschiedenen Aussagen hier im Forum immer ganz genau hin zu schauen, wer aus welcher Region was sagt!
    Bernhards Region ist jedenfalls ganz bestimmt nicht repräsentativ für die Osthälfte Deutschlands (mindestens). Wer dort trotzdem zur selben Zeit wie Bernhard schiedet, hat also höchstwahrscheinlich keinen verleichbaren Volkszustand wie Bernhard. Ob und wie sich das auswirkt, ist eine andere Frage, die ich nicht beantworten kann.


    Aber in Stress verfallen braucht keiner, meine ich.


    Gestern und heute waren hier die ersten Tage, an denen nennenswert viel Pollen eingetragen wurde, die Hasel ist erstmals aufgegangen und wird stark von Bienen beflogen. Zuvor im Januar gab es auch immer wieder mal sonnige Tage mit eifrigem Bienenflug, Pollen wurde da auch schon eingetragen, aber wahrlich kein Vergleich mit gestern und heute!


    Ich werde dennoch, wissbegierig wie ich bin, einige Völker demnächst schieden und mal verfolgen und vergleichen, wie es sich auswirkt.
    Denn geschrieben ist schnell viel, aber nur selbst erfahren und belegt ist greifbar. Kann ich nur jedem anderen auch empfehlen.


    Ich fände es toll, wenn auch andere hier weiterhin ihre Erfahrung aus allen Teilen Deutschlands beisteuern würden! Denn das ist doch unser Vorteil gegenüber unseren Vorgängern, WIR haben Internet und können unglaublich schnell unglaublich viele Erfahrungen gewinnbringend für alle austauschen, vergleichen und bewerten! Früher hatte man nur ein paar alte Bücher und vielleicht einen Imkerpaten, über den Tellerrand hinausschauen war damals viel schwieriger als heute.


    Gruß
    hornet

  • Hallo Reinhard,


    Gerdes erweitert mit der ersten Mittelwand an Platz 2, weitere Erweiterungen dann zwischen zweiter und dritter Wabe.


    Gruß
    Ulrich

  • Wenn ich, wie oben gesagt, von einem groben Gleichlauf Vegetation - Entwicklungszustand Bienenvolk ausgehe, dass dürfte ich hier, oberbayerisches Flachland, noch LANGE nicht schieden, denn die Kirschpflaume (hier bei mir eine sehr wichtige Frühtrachtpflanze) wird noch eine ganze Weile, nämlich 3, eher sogar 4-5 Wochen auf sich warten lassen! Das ist schon ein großer Unterschied, nicht nur eine vernachlässigbare Differenz!


    Ich kann also nur dazu raten, bei den verschiedenen Aussagen hier im Forum immer ganz genau hin zu schauen, wer aus welcher Region was sagt!


    Das stimmt aber, wenn überhaupt, nur bedingt, denn die Bienen richten sich IMHO mehr nach der Tageslänge, denn nach der Vegetation.


    Ich habe heute alle restlichen Völker geschiedet und bin meiner Meinung gerade noch rechtzeitig gewesen. Alle Völker hatten Brut. Die meisten auf 3 Waben, zwei sehr starke auf 4 Waben.
    Überall konnte man die Vorbereitungen sehen, die Brutnestkugel über weitere Rähmchen auszudehnen anstatt auf den Waben in die Breite zu gehen. Wenn ich jetzt noch weiter gewartet hätte, wären mit Sicherheit die nächsten Waben bestiftet worden und das Brutnest wäre breiter geworden, als es soll.
    Vier schwächere Völker sitzen jetzt auf drei Waben, zwei starke auf fünf Waben und der Rest auf vier Waben. Alle müssten nach meiner Einschätzung die Wabengassen jetzt auch beim Zusammenziehen zur Traube voll besetzen können.
    Futter hatten alle noch genug.
    Zum Vegetationsvergleich: Die Schneeglöckchen blühen und auch die ersten Winterlinge. Die Krokusse schieben noch die ersten Blätter. Also kein Vergleich zum Niederrhein und trotzdem waren die Bienen recht weit in ihrer Entwicklung.
    Wir hatten heute auch nur 9°C bis 10°C, aber als die Sonne mal ne Stunde rauskam, ging's ab:
    [video]https://www.facebook.com/natur…i/videos/919440544818355/[/media]

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿

  • Dazu ein Fundstück aus der "Nordwestdeutschen Imkerzeitung" in der Ausgabe April 1958, wo wiederum ein Artikel aus der "Schweizerischen Bienenzeitung" wiedergegeben wird. Aber lest selbst:


  • Liebe Imker,


    den Hinweis von Bernhard habe ich gerne aufgegriffen und heute auch die Schieden gesetzt. Überraschend, dass alle (!) Völker bereits Brut auf 2 - 4 Waben angelegt haben. Rund um die Brutnester schöne Anordnung von Stiften, geputzten Leerzeilen, flüssiges Futter und ganz außen die Pellenzellen, bedeckt mit Futter - alles wie es sein soll.


    Nun sitzen sie auf 4 bis 5 Waben vor dem Schied; erstaunlich was da an Wärme produziert wird! Die Völker sind im Vgl. zum Vorjahr sehr stark.


    Nochmals vielen Dank an die "Frühschieder" :p_flower01:

  • Moin,
    das hat sich ja mal richtig spannend entwickelt hier! Klasse!
    Finde die verschiedenen Ansätze und Herangehensweisen sehr interessant!
    Bei allen unterschieden im Schieden würde mich noch mal folgendes interessieren:
    Wann nach dem Schieden/oder eventuell mit dem Schieden gebt ihr,
    1. den Drohnenrahmen
    2. den ersten Honigraum
    3. die erste Mittelwand und wo ins Brutnest zur Erweiterung
    4. reinigt Ihr Böden und entfernt Überbau beim Schieden oder Später erst?
    Mit gespannten Grüßen,
    Borderbee

  • 1. wenn im 1.HoR gut MW ausgebaut werden
    2. zur Weidenblüte ca.
    3. wenn Wabe eins auch auf Kastenwandseite bebrütet wird
    4. welchen Überbau

    mein Fahrradlicht ist mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs und ich ganz knapp hinterher

  • Dazu ein weiters Fundstück aus der "Nordwestdeutschen Imkerzeitung" in der Ausgabe März 1954: