Schied setzen bei Dadant ab wann sinnvoll

  • Ich weiß ja nicht, wie du schiedest, bzw. wie du dein Winterbehandlung machst. Bei mir unterscheiden sich beide Maßnahmen erheblich!
    Ox träufeln stört auch, aber höchstens ein halbe Minute. So schnell schiedest du?


    "Du", "Du"... hey, du hast aber schon gelesen, dass ich da nicht von meiner Praxis geschrieben habe, ja?
    Bei mir dauern die meisten Arbeiten am Volk sowieso mind. dreimal so lange wie bei den Profis. Auch das Schieden, welches ich dieses Jahr soweit ich mich erinnere im März gemacht habe, dauerte bei mir etwas. Aber eventuell würde das sogar für den Dezember sprechen: wenn man bei Brutfreiheit schiedet, dann muss man vielleicht weniger gucken und kann einfach nur nach dem Aussehen der Bienentraube gehen. Ich vermute mal, dass das bei etwas Routine in deutlich weniger als einer halben Minute geht. Wenn die Bienen erst Brut haben, dann stört doch das Rumwühlen tatsächlich mehr, also wäre Dezember für das Volk evtl. weniger störend als Februar oder März...


    Zitat


    Wo schiedest du das zukünftige Brutnest hin. Weißt du im Dezember, wo das Brutnest im Februar sein wird?


    Das Brutnest wird in der Mitte der Bienentraube angelegt werden...?


    Zitat

    Warum dürfen die Bienen nicht einfach mal so machen wie sie wollen??
    Und wenn ich lese, die Königin im Herbst für Wochen zu käfigen, dann muss ich sie auch erstmal suchen und dafür wühlen!


    Sie dürfen ja eh nicht machen wie sie wollen... egal ob Dezember oder März...
    Aber Königin käfigen im Herbst, um Brutfreiheit herzustellen, das wäre auch nichts für mich.


    Grüsse,
    Robert

  • Dass das nicht deine Praxis ist, merkt man sofort. Denn du redest nur theoretisch, nicht aus der Praxis.
    Ob Brutnest oder damit auch die Bienentraube: du weißt im Dezember nicht, wo sie im Februar oder März sitzen wollen. Wo setzt du das Schied ein?
    Abgesehen davon hätte ich jetzt gar keinen Platz für ein Schied in der Kiste. Da ist Futter drin und das brauchen sie auch, da kann ich nicht auf eine Wabe verzichten
    zugunsten eines unnötigen Schieds.
    Und bei mir dürfen die Bienen auch im März machen wie sie wollen. Sie dürfen auch da sitzen und brüten, wo sie wollen. Ich richte mich mit dem Schied nach ihnen,
    nicht umgekehrt. Aber das bringt die Erfahrung mit sich, dass man entsprechend handelt. Nach Theorie oder Lehrbuch geht bei Bienen nichts! :wink:

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi


  • Und bei mir dürfen die Bienen auch im März machen wie sie wollen. Sie dürfen auch da sitzen und brüten, wo sie wollen. Ich richte mich mit dem Schied nach ihnen,
    nicht umgekehrt


    Nun holmi,
    dann darfst Du Dich aber auch nicht wundern, wenn bei Deiner antiautoritären Bienenhaltung Deine Bienchen abschwärmen und keine tonnenschweren Honigerträge abliefern.:wink:


    Erfolgreiche Imker "lenken" den Bien....:u_idea_bulb02::liebe002:



    Sonnige Grüße
    Regina, die, wie Jörg, etwa zur Krokusblüte schiedet, aber nächtes Jahr testweise einige Völker noch früher schieden wird.

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • Ja, ich lenke ja auch, aber lenken heißt nicht einschränken oder gegen den Bien. Ich habe dieses Jahr erstmals zur Weidenblüte geschiedet, früher habe ich das später gemacht.
    Und auch mit Schwärmen und Schwarmstimmung lässt sich imkern.:wink:

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Ich habe dieses Jahr erstmals zur Weidenblüte geschiedet, früher habe ich das später gemacht.
    Und auch mit Schwärmen und Schwarmstimmung lässt sich imkern.:wink:


    Sinn und Zweck ist doch wohl, den Wärmehaushalt der Bienentraube sinnvoll zu unterstützen, wenn ich M. Bärmann Anfang d.J. richtig verstanden habe. Dessen Empfehlungen bin ich gefolgt und musste feststellen, dass dies zu keiner Veränderung bei der Schwärmerei geführt hat; man kann ja im Laufe der Volksentwicklung auch nachjustieren. Stattdessen kamen die Völker allerdings sehr schnell in Gang, was das Brutgeschäft angeht.


    Ich habe im letzten Frühjahr Ende Februar das Schied gesetzt - bei 4 bis 5 Waben, auf denen das noch kleine Brutnest angelegt war und gleichzeitig einen flachen HR oben auf. Die kurzzeitige Kälte hat den Bienen offensichtlich nicht geschadet (es war auf jeden Fall < 10 Grad). Wie auch immer - im Dezember würde ich das allerdings auch noch nicht machen.


    Beste Grüße


    Rainer

  • Erfolgreiche Imker "lenken" den Bien....:u_idea_bulb02::liebe002:


    :daumen: Willkommen im Bienenstock. (Würde der Drohn jetzt sagen.)


    DIe Bienentraube bewegt sich aber doch. Zehrweg.


    Macht sie das wirklich? Ich habe eher den Eindruck, daß genau dort, wo das Brutnest zum Winter hin ausgelaufen ist, daß genau dort wieder mit dem Brüten begonnen wird. Das Futter wird an warmen Tagen immer zu diesem Überwinterungskern umgelagert. Während des Winters ist der Zehrweg etwa 10 cm insgesamt. Zum Frühling hin dehnt sich die Wintertraube mit den steigenden Temperaturen immer weiter aus und überdeckt dabei den "Zehrweg". Bis zur ersten Tracht wird dabei das Futter immer wieder umgetragen, hin zum ersten Brutnest.


    Weihnachten zu schieden, das halte ich aber für nicht notwendig. Du mußt nach den ersten Flügen im Februar sowieso zur Futterkontrolle ran.


    Dieses Jahr wird entscheidend sein, die Bienen am Dämmschied in den Winter zu bringen und auf maximalen Wärmeerhalt zu achten. Denn die Bienen waren zumindest hier am Niederrhein im Oktober allesamt aus der Brut gewesen und kommen jetzt bei Temperaturen um 20°C tagsüber so richtig wieder ins Brutgeschäft. Der massive Polleneintrag von zum Teil Frühlingsblühern (Senf) macht die Winterbienen (lies: Dauerbienen) aber wieder zu kurzlebigen Bienen. Einmal in Gang gesetzt, werden die Bienen das Brutgeschäft nun lange nicht mehr aufgeben (können), um die wegsterbenden kurzlebigen Bienen zu ersetzen.


    Dieses Winterbrüten gilt es dieses Jahr zu unterstützen, um die Bienenmasse aufrecht zu erhalten und gut durch den Winter zu kommen. Also Dämmschied rein und den Deckel dicht isolieren. Den Boden würde ich nicht ganz verschließen, Brut braucht Luft. Jede Zugluft muß aber ausgeschlossen werden. (Windschutz)


    Der Dezember soll kalt werden. Mal sehen.


    Viele Grüße


    Bernhard

  • Moin!
    Was mir sehr geholfen hat ist der Faden zu dem "Imkern mit angepaßten Brutraum nach Hans Beer" wo hier im Forum lang und breit über das Schied setzen diskutiert wurde.
    Zusätzlich finde ich den Leitfanden von der Imkerei Gerdes sehr informativ. Ach schade, hab grad gesehen, dass sie die Monatsinformationen aus dem netz genommen haben, das war immer sehr Hilfreich.
    Ich bin selber noch Anfänger, habe mit dem Schied dieses Jahr nur positive Erfahrungen gemacht.
    Das Schied habe ich dieses Jahr beim ersten guten Flugbetrieb gesetzt, wobei 1-3 Futterwaben aber erst mal hinter dem Schied "geparkt" worden sind, sodaß bei Temperaturfall ausreichend Futter noch im Stock vorhanden ist.
    Ersten Reinigungsflug im Januar/Februar würde ich nicht dazu zählen wollen, hängt aber auch an dem Witterungsverlauf ab, ob es noch mal kalt wird oder die Weidenblühte in Sicht ist.
    Ansonsten fliegt bei der Weidenblühte alles an Futterwaben aus dem Stock raus, eine Pollenwabe/Futterwabe an den Rand, alle Brutwaben daneben, als Abschluß der Drohnenrahmen oder noch mal eine Futterwabe, die aber dann durch den Drohnenrahmen abgelöst werden kann. Auch hier kann man, wenn man Angst um die Futterreserven hat, eine Futterwabe weit hinter das Schied hängen, quasi als Notzehrung, bzw. für die Bienen zum Umtragen Brutnestnah.
    Sobald alles an Futterwaben rausgeflogen ist und der Drohnenrahmen sitzt, wird der Bienenstock nach oben hin mit einem HR über Absperrgitter erweitert, spätestens zur Obstblühte!
    Wichtig ist, so finde ich und wie auch Rainer richtig geschrieben hat, dass man beim Schied setzen den Bienen nur so viel Raum gibt, dass sie die Waben gut besetzen können und vor allem die Brut ausreichend wärmen können.
    Kleine Völker haben dann halt nur 3-4 Waben im BR vor dem Schied, aber wie auch in dem Foto von Janos zu sehen, können sie ohne Probleme über das Schied hinweggehen, um dort an das noch bereit gestellte Futter zu kommen.
    Allerdings, sobald Tracht reinkommt, also genügend Futter von außen, sollte das alte Winter-Futter raus!

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:


  • Dieses Jahr wird entscheidend sein, die Bienen am Dämmschied in den Winter zu bringen und auf maximalen Wärmeerhalt zu achten. Denn die Bienen waren zumindest hier am Niederrhein im Oktober allesamt aus der Brut gewesen und kommen jetzt bei Temperaturen um 20°C tagsüber so richtig wieder ins Brutgeschäft. Der massive Polleneintrag von zum Teil Frühlingsblühern (Senf) macht die Winterbienen (lies: Dauerbienen) aber wieder zu kurzlebigen Bienen. Einmal in Gang gesetzt, werden die Bienen das Brutgeschäft nun lange nicht mehr aufgeben (können), um die wegsterbenden kurzlebigen Bienen zu ersetzen.


    Heißt das, dass die jetzt noch neue langlebige Winterbienen erbrüten könnten? Hatte bisher den Eindruck, dass die Lehrmeinung (zumindest hier im Forum) ist, dass so spät erbrütete Bienen sowieso nicht richtig vollwertige Winterbienen sein könnten. Habe aber nie verstanden warum, denn solange die Pollenversorgung stimmt sollte es doch der Brut und den Bienen jetzt nicht schlechter gehen als im Frühjahr...?


    Zitat


    Dieses Winterbrüten gilt es dieses Jahr zu unterstützen, um die Bienenmasse aufrecht zu erhalten und gut durch den Winter zu kommen. Also Dämmschied rein und den Deckel dicht isolieren.


    Was genau heißt "Dämmschied" setzen? Ein eher leichter Schied (sehr leichtes Holz, holzbeplankter Hartschaum...?) direkt neben die letzte bienenbesetzte Wabengasse setzen? Oder ein zusätzlicher Schied zwischen Bienentraube und Beutenwand? Oder wie?
    Danke.


    Grüße,
    Robert

  • Der Unterschied zwischen isolierter Beute im Frühjahr und nicht-isolierter Beute ist die Ausdehnung des Brutnestes und damit einhergehend die Anzahl der aufgezogenen Bienen.


  • Es ist eher umgekehrt: Dauerbienen werden genau dann erzeugt, wenn kein Pollen mehr reinkommt. Jetzt aber kommt Pollen ohne Ende rein. Wird dieser glänzend überzogen, wird er zu Dauerpollen als Reserve eingelagert. Bleibt er matt und verteilt im Brutnest, werden sie jetzt noch einen Satz Brut anlegen.


    "Winterbienen" sind "Dauerbienen". Also Bienen mit längerer Lebensdauer. Bienen leben länger mit einem gefüllten Fettkörper - hier im Schnitt links eine dürre kurzlebige Biene und rechts eine fette langlebige Biene.


    http://scientificbeekeeping.com/scibeeimages/fat-bodies.png
    http://scientificbeekeeping.com/fat-bees-part-1/


    Der Fettkörper wird in den ersten fünf Lebenstagen der gerade geschlüpften Jungbiene aufgebaut.


    Über einen Doppel-Mechanismus, in dem das Juvenilhormon und das Vitellogenin (und ein Sammlerinnenpheromon) eine Rolle spielen, wird ein Verhalten ausgelöst, das bei Einstellen des Trachtfluges und vor allem bei Pollenmangel eintritt. Die junge Brut wird kannibalisiert, sprich: aufgefressen.


    "...die Honigbiene besitzt etwas, was man als starke epigenetischen Regulation des Alterns bezeichnen kann"


    "double repressor hypothesis".


    Der Regelmechanismus über das Juvenilhormon (externe Faktoren) und Vitellogenin (interne Faktoren) auf das Nervensystem, genauer: der corpora allata! Mit diesem doppelten Regelmechanismus wird der Einklang von Innen- zur Außenwelt erzeugt.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von hartmut () aus folgendem Grund: Bitte keine fremden Grafiken.