Ausweisung Mehrwertsteuer auf Rechnungen

  • Womit mal wieder alles durcheinander geworfen wird.

    Der "Ur-Erzeuger" Imker kann, wie hobbit richtig schreibt, 10,7% auf der Rechnung ausweisen, die er nicht an das FA abführen muss - bleibt bei ihm. Ein gewisser Zukauf, der für die Produkte nötig ist, bleibt dabei erlaubt (es braucht ja z.B. Gläser und Etiketten).

    Die Kleinunternehmerregelung §19 ist unabhängig von der Ur-Erzeugung, sondern eine Möglichkeit für jeden kleinen Unternehmer, ganz auf das Umsatzsteuerverfahren zu verzichten.

    Also 2 verschiedene Möglichkeiten.

    Seit 2005 Sächsischer* Hobby-Imker mit ca. 10 Völkern in DNM

    * sie summen weicher als die nicht-sächsischen Bienen

  • Wer will denn so eine Rechnung haben? Die nutz dem jenigen doch gar nichts, wenn er damit steuerlich nichts absetzen kann. Wenn du schon teure Rechnungsblocks kaufst, kannst du auch die 10,7% Mwst. ausweisen, damit dein Käufer die ansetzen und beim möglichen Weiterverkauf mit 7% Mwst. von der Differenz profitieren kann.


    Ich habe in meiner Ladenkasse eine extra Warengruppe und einen extra Mwst.-Satz angelegt., läßt sich auf dem Abschlußbon dann auch sehr leicht trennen, weil jeder Mwst.-Satz extra zusammengerechnet wird. Und Kunden können ihren Einkaufsbon auch zum Abrechnen nehmen. Ab 200,- (früher 150,-) muß nur der Bon noch an ein etwas größeres Papier geheftet werden, um noch die Rechnungsadresse, Stempel und Unterschrift zu ergänzen.

    Man kann wohl auch statt der Rechnungsadresse einfach eine Visitenkarte des Kunden nehmen und den Stempel halb mit drauf stempeln: steht hier

  • Ich denke, hier wird das Thema gehörig durcheinandergewirbelt.

    Prinzipiell gilt, eine Umsatzsteuer darf auf einer Rechnung nur dann ausgewiesen werden, wenn selbst eine Umsatzsteuererklärung erstellt und dem Finanzamt gegenüber abgegeben wird. Ist man als Kleinunternehmer oder kleine Landwirtschaft gemäss §19 Kleinunternehmergesetz mehrwertsteuerbefreit, so darf man auch keine Umsatzsteuer auf der Rechnung auswiesen werden. Euer Steuerberater wird diesen Sachverhalt sicher bestätigen.

    Ein Hinweis auf der Rechnung "laut §19 Kleinunternehmergesetz mehrwertsteuerbefreit" ist hilfreich.


    Ein Denkanstoß: Wenn man auf der Rechnung 10,7% bei einen Honigglaspreis von 5€ (brutto) auswiese, aber keine Umsatzsteuer abführt und der Händler das Glas für 7€ (brutto) verkauft, so bekäme der Händler vom Finanzamt noch 3 Cent Umsatzsteuer zurückerstattet , ohne dass jemals dafür tatsächlich dafür eine Umsatzsteuer entrichtet worden wäre. Verhielte es sich so, wäre dies ein neues Modell für CUM-EX-Geschäfte ;-)


    Gibt jedoch auch der Landwirt eine Umsatzsteuererklärung ab, so sind letztendlich tatsächlich 7% abgeführt worden (Verkauf des Landwirts mit 10,7% und die des Handels mit 7% - mit korrekter Rückerstattung an den Händler).

    Viele Grüße

  • Das Thema hat Wolfgang schon mehrfach umfassend erläutert.

    Bitte suche nach seinen Ausführungen. Weichi, im Prinzip hast Du recht, jedoch nicht beim Imker/Landwirt mit Pauschalversteuerung.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Hallo zusammen - ich greife das Thema hier nochmal auf. Sehe ich das richtig, dass für die Landschaftliche Urproduktion (bis 30 Völker) der Gewinn aus dem Honig Verkauf immer auf "0€" gesetzt werden darf?


    Wenn ich aber nebenbei plane, z.B. noch Met, Kerzen etc... zu verkaufen - dann müsste ich diese über ein (zu beantragendes) Kleinunternehmen laufen lassen? Geht denn beides parallel?

  • Danke! Ich habe heute noch mit dem Finanzamt telefoniert. Ich muss den "Fragebogen zur steuerlichen Erfassung" (google) ausfüllen und einsenden. Habe dort das bestehende Gewerbe vermerkt, das neue Gewerbe ebenfalls auf Kleinunternehmen, Gewinnermittlung nach Durchschnittssätzen und Durchschnittssatzbesteuerung beantragt.


    Hoffe es geht alles so durch - falls ja, dann läuft der Honig Verkauf sozusagen ganz normal neben dem bestehenden Kleingewerbe, mit Einnahme = 0€ / Jahr (da unter 30 Völker).

  • Darfst du dann uneingeschränkt Rechnungen schreiben für deine 0€ Imkerei?

    Die Gewinnermittlung erfolgt nach Durchschnittssätzen. Bis 30 Völkern wird dieser in der Steuererklärung ("13a") pauschal mit 0€ angegeben (dort muss man auch die Anzahl der Völker eintragen). Daher ja - man darf uneingeschränkt Rechnungen schreiben und gibt den Gewinn einfach pauschal mit 0€ an.


    https://www.lwg.bayern.de/mam/…teien/einkommensteuer.pdf

  • Danke.

    Ich will meine Völkerzahl von 60 auf 30 Wirtschaftsvölker reduzieren, da ich ohne Wandern damit nicht deutlich mehr Honig gewinne und der bisherige Aufwand mit dem Finanzamt unnötig ist. Bei meiner letzten Anfrage sagte das F.Amt mir jedoch, das ich dann keine Rechnungen schreiben darf. Beruht das evtl. auf deren eigenen Unwissenheit?

  • Danke.

    Ich will meine Völkerzahl von 60 auf 30 Wirtschaftsvölker reduzieren, da ich ohne Wandern damit nicht deutlich mehr Honig gewinne und der bisherige Aufwand mit dem Finanzamt unnötig ist. Bei meiner letzten Anfrage sagte das F.Amt mir jedoch, das ich dann keine Rechnungen schreiben darf. Beruht das evtl. auf deren eigenen Unwissenheit?

    ja.

    "Das Wort gleicht der Biene: Es hat Honig und Stachel."

  • Wanderschäferei, Flussfischer und Imker sind nicht im täglichen Arbeitsrythmus der FA. Manchmal kommen die MA ein mal im Leben in Berührung mit solchen Leuten. So auch bei mir. Die haben oft keine Vorstellung.

    Imkern muß einfach, praktisch, bienengemäß, imkerschonend und preisgünstig sein