Ausweisung Mehrwertsteuer auf Rechnungen

  • Wenn ein Kunde die Mehrwertsteuer auf der Rechnung ausgewiesen haben will, muss Du 10,7 % angeben.


    - Du darfst die Mehrwertsteuer ausweisen, musst sie aber nicht abführen.


    Wolfgang


    Also dann darf auf dem Bon inkl. 10,7 % Mwst. stehen, und alles was am Monatsende/Jahresende im Mwst.-Satz von 10,7% zusammengekommen ist wird nur privat ausgewertet, EC-Zahlungen sind dann Privateinlagen, alles klar, vielen Dank! :p_flower01:

  • Das ist kompliziert, ich habe letztes Jahr für 5000 Euro Honig an ein Obstgut verkauft. Er verkauft mein Honig weiter und bekommt von mir eine Quittung ohne MwSt. So hat es mir mein Steuerberater geraten. Wenn ich das hier lese bin ich nun sehr unsicher. Er will dieses Jahr ungefähr für 9000 Euro Honig von mir kaufen. Geht es wirklich nicht, wenn ich ihm den Honig ohne MwSt ausstelle. Er war mit dieser Variante sehr zufrieden.

  • Die Frage ist ja weniger, ob das nicht geht (das Finanzamt wird Dir nicht gram sein, wenn Du den Vorsteuerabzug unmöglich machst). Ich verstehe aber nicht, warum der Wiederverkäufer auf den Vorsteuerabzug verzichten will.
    Das treibt Unkenntnis seltsame Blüten zugunsten des Fiskus.
    Steuerhinterziehung ist es keine (eher das Gegenteil). § 14 UStG stellt ja den Anspruch des Leistungsempfängers für den Vorsteuerabzug klar, nicht den des Finanzamtes.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Er verkauft mein Honig weiter und bekommt von mir eine Quittung ohne MwSt. So hat es mir mein Steuerberater geraten. Wenn ich das hier lese bin ich nun sehr unsicher. Er will dieses Jahr ungefähr für 9000 Euro Honig von mir kaufen. Geht es wirklich nicht, wenn ich ihm den Honig ohne MwSt ausstelle. Er war mit dieser Variante sehr zufrieden.


    Hallo Mathias232,
    hast du das mal durch gerechnet?
    Demnach solltest du deinem Steuerberater 535,- € in Rechnung stellen für die schlechte Beratung und den daraus resultierenden Verlust.
    Dieses Jahr kannst du 963,- € mehr für den Honig bekommen indem du 10,7% aufschlägst und ausweist!
    Sogar das Obstgut verdient nochmal 3,7% mehr, also 333,- € ( bei 9000,- € ) weil sie den Honig ja mit 7% Mwst. weitervekaufen, aber deine 10,7% voll absetzen dürfen, das lohnt sich wohl für beide!

  • Mein Problem ist dabei das ich selbstständig bin und da soll es wohl Probleme geben. Die Steuerberater kennen sich damit auch nicht richtig aus, weil Landwirtschaft macht nicht jeder. Ich habe auch noch eine private PV Anlage und bin da auch Vorsteuerabzugsberechtigt und dann müsste ich das beim Honig auch machen meinet er.

  • Aber das wurde doch alles hier geklärt! Solange du nicht über 30 Völker hast will das Finanzamt nichts mit dir zu tun haben. Keine Steuern für Honig, aber auch keine Erstattungen für Einkäufe im Imkereifachhandel. Die wollen von dir höchstens die Anzahl der Völker wissen und das wars. Bei 31-70 Völker dann 1000,- Pauschal oder Einzelabrechnung, je nachdem was dir lieber ist...
    (egal ob selbstständig oder nicht, wenn ich das richtig verstanden habe, sonst hätte ich auch ein Problem mit meinen Verkaufs- Bons, so wie jeder kleine Laden, der auch seinen Honig aus der eigenen Hobby- Imkerei mit anbietet oder mal einen Marktstand macht)
    Lies doch nochmal den schönen Link von Hobbit #33 durch.

  • Bei 31-70 Völker dann 1000,- Pauschal oder Einzelabrechnung, je nachdem was dir lieber ist...


    Was die Gewinnpauschalierung anbelangt, gilt auch für 31-70 Völker nicht anderes als bei 1-30: Nur ist bis 30 Völker der Pauschalgewinn gleich 0. Eine "Einzelabrechnung", d.h. eine Gewinnermittlung nach Aufwand/Ertrag ist in beidem Fällen nur dann möglich, wenn man das beim Finanzamt beantragt. Autmatisch gilt immer die Pauschalierung.


    Dass Steuerberater sich mit besonderen Formen der Besteuerung nicht auskennen ist leider häufig. Da muss man sich einen Spezialisten suchen. Das ist nicht anders als bei Ärzten.


    Wolfgang

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  • Nur zur Info.
    Am Freitag hab ich mal bei meinem zuständigen Finanzamt angerufen.
    Nachdem ich etwas im Haus herumverbunden worden war, bekam ich die Antwort, dass ich 10,7% ausweisen kann und nichts irgendwie abführen muss, wenn ich als Privatperson/Imker an ein Gewerbe verkaufe.


    Er wies mich dann noch darauf hin, dass bei unter 30 Völkern von 0€ Gewinn ausgegangen wird, ich es also nicht in der Steuererklärung ausweisen muss.
    Irgendwelche Steuernummern und sonstiges Zeug sei auch nicht notwendig.


    Gestern bekam ich das ganze dann auch schriftlich per Post.

  • wieso rufen Leute wie du nicht einfach mal beim Finanzamt an?


    Man muss ja auch nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen und denen verraten was man in den Jahren davor getrieben hat, sondern fragt ganz unschuldig, dass wenn man die Reste der letzten Jahresernte im ganzen verkaufen will, an ein Gewerbe, wie man dann besteuern soll.

  • Eigentlich geht man nicht zum Fürst, wenn man nicht gerufen wird...


    Aber hier der Tipp für Sachsen: Seitdem die wollen, dass alle elektronisch melden (das schreckliche elster-online), gibt es in Sachsen eine "Steuer-Hotline" aller Finanzämter. Kostenlose Beratung, ohne Nachfrage nach der Steuernummer oder Adresse, für meine Begriffe sehr weit gehend, die haben sich sogar kundig gemacht und mich zurückgerufen bei einem Problem.

    Seit 2005 Sächsischer* Hobby-Imker mit ca. 10 Völkern in DNM

    * sie summen weicher als die nicht-sächsischen Bienen

  • Nur zur Info.
    Am Freitag hab ich mal bei meinem zuständigen Finanzamt angerufen.
    Nachdem ich etwas im Haus herumverbunden worden war, bekam ich die Antwort, dass ich 10,7% ausweisen kann und nichts irgendwie abführen muss, wenn ich als Privatperson/Imker an ein Gewerbe verkaufe.
    Er wies mich dann noch darauf hin, dass bei unter 30 Völkern von 0€ Gewinn ausgegangen wird, ich es also nicht in der Steuererklärung ausweisen muss.
    Irgendwelche Steuernummern und sonstiges Zeug sei auch nicht notwendig.


    Nun ja, das wussten wir auch ohne Anfrage beim Finanzamt.
    Allerdings hast Du wahrscheinlich nicht gefragt, wie das mit dem Ausstellen von Rechnungen ist. Sonst hätten sie Dir sagen müssen, dass eine Steuernummer auf der Rechnung sein muss (§ 14 Abs. 4 Nr. 2 UStG).
    In Abschnitt 271 UStDV steht nämlich: "Die Regelungen der §§ 14 und 14a UStG zur Rechnungserteilung gelten auch für die im Rahmen des land- und forstwirtschaftlichen Betriebs ausgeführten Lieferungen und sonstigen Leistungen. "


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • da es scheinbar keine Editierfunktion gibt, so noch ein Nachtrag.


    Da meine Rechnung unter 150€ war, könnte ich es ja als Kleinbetragsrechnung ansehen (bzw ist es ja einfach eine) und dort ist ja weder Steuernummer nocht UST ID vorgeschrieben.