Kunstschwärme

  • Ich habe eine hypothetische Frage:
    kann man einen Kunstschwarm zu jeder Jahreszeit erstellen, oder ist man an bestimmte Monate gebunden?
    Ich frage deshalb, wenn z.B. jetzt amerikanische Faulbrut festgestellt würde und die Völker nicht getötet werden sollten. Oder bei Sackbrut, oder zur Jungvolkbildung, oder bei Varroaschäden......
    Oder kann man Kunstschwäme nur im Frühjahr und Sommer erfolgreich erstellen?

  • Zu jeder Zeit. Jetzt im Herbst werden aus drei Völkern ein Volk gemacht. Dann klappt das auch. Alles, was kleiner ist, klappt nicht.

  • lotus : Theoretisch kann man alles veranstalten. Wenn ich aber jetzt einen Kunstschwarn mache um beispielsweise bei AFB zu sanieren, muß ich auch neues Wabenwerk bauen lassen und neu auffüttern und das funktioniert wahrscheinlich garnicht.
    Als spätester Zeitpunkt in der Korb-, Schwarmimkerei gilt dazu die Zeit nach der Heideblüte. Dann muß man ja noch Kunstschwärme zusammenstellen und auch noch im leeren Korb auffüttern.
    Es heißt, daß man zum Snevern (Schneverdinger) Markt fertig aufgefüttert haben muß, und der ist an diesem Wochenende.
    Im Nachbardorf ist ein Fall von AFB aufgetreten. Zwei von ca. 10 Völkern/Ablegern wurden abgeschwefelt, weil stärker belastet. Der Rest darf bis zur Sanierung in der Frühtracht frei rumfliegen.:roll:
    Mit imkerlichem Gruß
    Ralf

  • Zu jeder Zeit. Jetzt im Herbst werden aus drei Völkern ein Volk gemacht. Dann klappt das auch. Alles, was kleiner ist, klappt nicht.


    Ohne Wabenausbau und Auffütterung würde es vielleicht gehen, also einfach aus 3 mach 1, mit ausgebauten Waben und gefüllten Futterwaben.
    Aber wie Mor unten schreibt, jetzt im Oktober wäre die Zeit für Kunstschwärme wohl doch schon zu spät, da sie die Wachsproduktion einstellen über den Winter (stimmt das?) und die frisch gegebenen Mittelwände im Kunstschwarm dann nicht mehr ausbauen würden. Auch wäre es jetzt zu spät für die Auffütterung im Kunstschwarm.
    Wahrscheinlich verhält es sich wie beim natürlichen Schwarm: jetzt zur Herbst/Winterzeit würde es keinen Schwarm mehr geben in der Natur.
    Lieg ich da richtig?

  • Hallo lotus!


    Sehr häufig sind solche Mickerlinge, die man noch zusammenwirft um ein großes "Volk" zu erhalten einfach schon viel zu sehr von der Varroa geschwächt, als das es noch was werden kann. In aller Regel erleben solche Kunstgebilde das kommende Frühjahr nicht mehr.
    Auch zur Faulbrutsanierung ist das jetzt nix!


    Ich gebe aber dem Bernhard Recht, wenn er sagt, man kann es zur jeder Zeit machen mit dem KS. Ob es noch sinnvoll ist manches mal bezweifle ich.
    Wo ich konform gehe mit ihm: Es nutzt nichts wenn man solche Kleinen Einheiten als Wirtschaftsvölker überwintern will.


    Auch hier ist es besser, auch kleine Einheiten eben groß genug zu gestalten.


    Genügend Bienen, genügend Futter und eine genügende Bienenwohnung.


    Dann liegst Du richtig.


    Und hast Du schon mal Bienen im Winter schwärmen sehen?


    Zur Produktion von Wachs brauchen Bienen Wärme....


    Häufig ist ein Ende mit Schrecken besser als ein Schrecken ohne Ende.

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Kommt halt auch sehr auf den Wetterverlauf an. Letztes Jahr gab es Wärme und Volltracht bis in den November rein, 'dank' Gründüngung und Klimawirren. Dieses Jahr, wenn ich mal so aus dem Fenster schaue, wär das nix. Ist pokern auf Kosten der Bienen. Wenn's mal gut geht, kann man trotzdem nix draus ableiten.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Bevor es hier endgültig in die Totallaberei abgleitet:
    Einen Kunstschwarm - beispielsweise bei der AFB-Sanierung - mache ich, wenn ich Bienen ohne Wabenwerk zu einem künstlichen Schwarm vereine und eine (fremde) Königin einweisel. Üblicherweise wird ein solcher Kunstschwarm noch gegen Varroa behandelt, in Dunkelhaft genommen und dann in eine völlig leere Bienenbehausung gegeben und so schnell wie möglich aufgefüttert.
    Eine solche Vorgehensweise scheint mir ab ca. Mitte September nicht mehr erfolgreich durchführbar.
    Die Vereinigung von kleinen und eventuell nicht überlebensfähigen Völkern - wie auch immer durchgeführt - ist etwas völlig anderes!
    Als Beispiel: Schon während des Bienenlehrgangs hatte meine Frau zwei Völker. Im Dezember fiel ihr auf, daß in beiden Kisten deutlich mehr als 100 tote Bienen auf dem Lüftungsgitter lagen und hat den Unterrichtenden dazu befragt.
    Der Dozent und Vorsitzende ist dann sofort bei uns aufgeschlagen, hat nach einem Blick in die Beuten die Völker für viel zu klein befunden und beide Völker mit "Perizin" begossen. Anschließend hat er die Zargen - ohne Papier und Thymol - aufeinandergestellt, die Anweisung zur Restentmilbung zwischen den Feiertagen erteilt und (sehr) gut war.
    Im Frühjahr hatte meine Frau wenigstens ein brauchbares Volk!
    Übrigens: Ich hatte damals noch überhaupt nix mit Bienen zu tun.:roll:
    Einen schönen Rest der Arbeitswoche wünscht


    Ralf

  • Wenn da nicht noch was Substantielles nachkommt, finde ich Deine Aussage ziemlich unhöflich. Wie ich oder sonstwer auf eine hypothetische Frage antworten 'muß' entscheidest echt nicht Du. Kann/könnte ja auch sein, das Du nicht jeden Apekt überrissen hast, oder? Damit mein ich jetzt ausdrücklich nicht, das ich recht und Du unrecht hast, aber maßregeln laß ich mich nur ungern, und wenn überhaupt, da am liebsten durch überlegene Argumente.


    Nix für ungut.
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Bevor es hier endgültig in die Totallaberei abgleitet:


    Ganz schöner Kraftausdruck für jemanden, der bisher 33 Beiträge in 5 Jahren aus dem Hut gezaubert hat...


    Ich sag zwar immer, dass forsch drauf los geschrieben werden soll, aber die Höflichkeit sollte dabei nicht zu kurz kommen.


    Es geht um sachliche Diskussion und da kann ich nur sagen, dass du bisher zur Sachlichkeit der Diskussion am allerwenigsten beigetragen hast.


    Lies das mal in einer ruhigen Minute noch einmal durch was du da von dir gibst.


    Ich sage das in aller Ernsthaftigkeit und Sachlichkeit, o.k?


    Ralf (rase) hat ja schon seinen Unmut geäußert dazu.
    Ich unterstütze seine Aussagen voll und ganz!


    Dann zu deinen Ausführungen:


    Zitat


    Einen Kunstschwarm - beispielsweise bei der AFB-Sanierung - mache ich, wenn ich Bienen ohne Wabenwerk zu einem künstlichen Schwarm vereine und eine (fremde) Königin einweisel. Üblicherweise wird ein solcher Kunstschwarm noch gegen Varroa behandelt, in Dunkelhaft genommen und dann in eine völlig leere Bienenbehausung gegeben und so schnell wie möglich aufgefüttert.


    Da könnte man jetzt den Klugscheißmodus anmachen und sagen, dass der KS bei der AFB-Sanierung bis zum verhungern der ersten Bienen nicht gefüttert werden sollte. So schnell wie möglich füttern scheidet hier aus, weil du ja offensichtlich bei "Dunkelhaft" die sogenannte "Kellerhaft" meinst.


    Lies dir mal die Seiten 19 bis 24 des nachfolgenden Dokuments durch und wir können uns gerne über fachliche "Totallabberei" unterhalten.


    http://www.lwg.bayern.de/mam/c…erikanischen_faulbrut.pdf


    Ich will hier nicht klugscheißen, aber "Totallabberei" erkenne ich in der von dir getroffenen Aussage zur AFB-Sanierung deutlich mehr.
    Soweit die Fakten zur fachlichen Klarstellung! Lies es dir durch, etwas dazu zu lernen hat noch niemanden geschadet. Auch mir persönlich nicht...
    :wink:


    Zitat


    Eine solche Vorgehensweise scheint mir ab ca. Mitte September nicht mehr erfolgreich durchführbar.


    Hier stimme ich Dir in Deutschland (fast) vollumfänglich zu.
    Ab Mitte September ist sicherlich so ein Termin an dem der KS nicht einmal mehr bei Heideimkern groß in Betracht gezogen wird.
    2014 waren vier von mir (KEIN Heideimker!!!) nach einer TBE am 10. September 2013 gebildete KS die besten Trachtvölker.
    Ich hatte aber ausgebautes Wabenmaterial und VIELE Bienen.
    Hätte sicherlich auch noch etwas später geklappt.


    Im letzten Jahr sowieso, als es so warm war.
    Heuer in 2015 war die letzte sinnvolle Möglichkeit bei dem eher kalten Herbstwetter sicherlich eher Anfang September gewesen.
    Um diese Zeit noch AFB-Sanierung?
    Naja...


    Aber es gibt immer Ausnahmesituationen und Lösungen für diese hypothetischen Anfragen einen wissbegierigen Jungimkers.
    Wer nicht fragt bleibt dumm!


    Und es gibt keine dummen Fragen, sondern nur dumme Antworten.
    Aber den Folgesatz bezüglich "Totallaberei" spare ich mir jetzt einfach mal...
    :oops:


    Zitat


    Die Vereinigung von kleinen und eventuell nicht überlebensfähigen Völkern - wie auch immer durchgeführt - ist etwas völlig anderes!
    Als Beispiel: Schon während des Bienenlehrgangs hatte meine Frau zwei Völker. Im Dezember fiel ihr auf, daß in beiden Kisten deutlich mehr als 100 tote Bienen auf dem Lüftungsgitter lagen und hat den Unterrichtenden dazu befragt.
    Der Dozent und Vorsitzende ist dann sofort bei uns aufgeschlagen, hat nach einem Blick in die Beuten die Völker für viel zu klein befunden und beide Völker mit "Perizin" begossen. Anschließend hat er die Zargen - ohne Papier und Thymol - aufeinandergestellt, die Anweisung zur Restentmilbung zwischen den Feiertagen erteilt und (sehr) gut war.
    Im Frühjahr hatte meine Frau wenigstens ein brauchbares Volk!


    Diese Vorgehensweise des Zusammenlegens ist sicherlich sehr angemessen gewesen! Zu der Zeit kann man sich auch den ganzen Schnickschnack mit Thymol und Papier sparen. Die Bienen suchen sich die bessere aus. Wären die Völker nicht gleich gewesen, hätte ich die Königin des schwächeren Völkchens abgedrückt vor der Vereinigung.
    :daumen:


    Die Restentmilbung zwischen den Feiertagen hätte "der Unterrichtende" sich sparen können, wenn er die Völker erst zwischen den Feiertagen zusammen gestellt hätte und dann EINMAL mit Perizin oder was weiß ich behandelt hätte. Oft ist es aber zwischen den Feiertagen schon zu spät, da die Völker je nach Witterung und Konstitution und Veranlagung um die Wintersonnenwende mit dem Brüten beginnen. Auch wenn das Brutnest eher bescheiden ist zu dieser Jahreszeit.


    Also Behandlung kurz vor Weihnachten (im Dezember wie du geschrieben hast) war ok!


    Zweimal behandeln ist oft einmal zu viel! Wahrscheinlich mit OS geträufelt beim 2. mal? Oder wieder Perizin? Ginge beides.
    Bei OS träufeln würde ich nicht 2 x ran gehen. Mit Perizin eher kein Problem.


    http://gesundebienen.bayer.de/…in_produktinformation.pdf


    :u_idea_bulb02:


    Zitat


    Übrigens: Ich hatte damals noch überhaupt nix mit Bienen zu tun.:roll:


    Na dann finde ich es prima, wenn du jetzt was mit Bienen zu tun hast und im Imkerforum liest UND schreibst.
    Aber bitte mit etwas höfflicheren Umgangston, ok?


    Zitat


    Einen schönen Rest der Arbeitswoche wünscht
    Ralf


    Das wünsche ich dir auch!
    :p_flower01:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Hallo Jörg!


    Norddeutsch hin oder her.
    Klare Kanten gibt es auch im Süden und im Westen.
    Totallaberei ist einfach daneben.


    Gruß in den totalen Süden

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)