Überwintern Dadant - Boden auf/zu, Flugloch wie?

  • Hallo zusammen,


    ich bin mit meinen beiden Völkern (wann wird ein Schwarm eigentlich zum Volk?) auf dem Weg in den ersten gemeinsamen Winter.
    Wir wohnen in 12er Dadant Beuten von Bienen-Ruck. Jetzt werde ich in einigen Punkten aus dem Forum nicht ganz schlau, vielleicht
    könnt Ihr mir da ja weiterhelfen.


    Meine Beuten haben einen Gitterboden, es gibt Wärmebretter zum Einlegen und eine weiße Kunststoffplatte für unter das Gitter als
    Varroaschublade. Wie gehe ich in den Winter? Brett rein oder offen?


    Kann ich auch ohne Brett, dafür mit der Varroaplatte überwintern? Winddicht wäre das allemal. Dass ich die regelmäßig reinigen müßte, wäre
    dann logisch. Dabei hätte ich den Milbenfall gleich mit im Blick. Ist das notwendig/sinnvoll im Winter oder störe ich da nur regelmäßig den Bien
    in der Winterruhe?


    Zum Flugloch. Ich habe kapiert, dass keine Mäuse rein können sollen. Mein Winterflugkeil ist ganz flach, dafür sehr breit geöffnet. Der jetzt noch
    verwendete Eigenbau ist ca. 6cm breit und 1cm hoch offen. Würde eine niedrige 6cm Öffnung auch reichen? Und was ist das mit "Öffnung nach oben",
    macht man das tatsächlich so?


    Die Anflugbretter sollen den Winter über weg oder lieber dran bleiben?


    Mein Imkerpate ist eher für "alles möglichst zu", imkert aber auf Zander und hat seine Völker im Bienen haus stehen, meine sind frei stehend.


    Ich bin gespannt und freue mich auf Euer Feedback!


    LG
    hadeka

  • Hallo Hadeka,


    du wirst hier im Forum viele verschiedene Ansichten finden, die einen Anfänger auch verunsichern und verwirren können.


    Ich halte es so:
    Gitterboden auf. Einfach damit die Bienen auch langsam aus der Brut gehen. Nur so ist auch eine Winterbehandlung wirkungsvoll und sichert einen guten Start ins neue Jahr.


    Den Milbenfall würde ich jetzt nochmal kontrollieren und dann ist Ruhe. Du würdest Milben sehen und dich verrückt machen. Ändern kannst du ende Oktober oder November nichts mehr. Die Winterbienen sind bereits in der Kiste und geschädigt oder nicht.


    Das Wärmebrett würde ich im zeitigen Frühjahr einlegen, um den Völkern den Wärmehaushalt zu erleichtern. Ob es aber tatsächlich Sinn macht kann ich noch nicht beurteilen - werde es aber nächstes Jahr mal testen.


    Ob Fluglochkeil oder Mäusegitter - da gibt es auch verschiedene Ansichten. Die Öffnung sollte meines Wissens dann aber eher nach oben, um einem Verstopfen mit Totenfall zuverhindern.
    Ich habe die Fluglöcher ganz auf mit Gitter.
    Den Eigenbau würde ich aber unbedingt ersetzen. Die Öffnung ist groß genug für Mäuse aber eher zu klein wenn der Totenfall davor liegt.


    Anflugbretter ebenfalls weg und im Frühjahr wieder dran, um den Pollen- und Wasserholerinnen den Anflug zu erleichtern.


    Grüße Chris

  • Hallo Hadeka,
    kalte Füsse und warmer Hut. So hab ich es gelernt. Meine Segeberger Kunststoffmagazine sind nach unten offen (mit Gitter) und die Fluglöcher voll auf, sobald es richtig kalt wird und keine Räubergefahr mehr herrscht. Im Garten sind die Mäusegitter vor den Fluglöchern. Darauf achten, dass es nicht zieht (für Windschutz sorgen).


    Im Frühjahr, erste Märzwoche, kommen bei mir die Wärmebretter rein, die auf dem Gitterboden liegen und etwa 2 Drittel des Gitters abdecken (nach Gerdes).


    LG Olivia

    Wiedereinsteigerin nach 20 Jahren. :Biene:

  • Hallo Olivia und Chris,
    danke an Euch zwei, das ist mir vom Gefühl her auch sehr sympathisch, also werde ich das so tun.


    Leider neige ich grundsätzlich dazu, althergebrachte Dinge zu hinterfragen (weil ich die Dinge gern verstehen möchte) und dann selbst zu entscheiden.
    Ich habe mir fest vorgenommen, bei den Bienen Ratschläge von Experten anzunehmen, auch wenn ich nicht alles sofort kapiere. Deswegen frage ich
    meinen Imkerpaten, der ist immerhin schon 80jährig, und Euch.


    Also nochmal Merci!


    Schönen Abend noch vor dem Kaminofen...


    hadeka

  • Hallo Hadeka,


    Ich imkere selber im 12er Dadant. Ich habe auch Jahrelang mit kalten Füßen geimkert. Davon bin ich aber abgekommen. Der Erfolg gibt mir damit auch recht.
    Im Bienenjahr angefangen kommt der Varroa Einschub zur ersten Behandlung rein und verbleibt bei mir bis nach der Auffütterung. Sobald sich das Wetter merklich ändert und die Nächte kühler werden ziehe ich die Schublade, reinige sie und lass sie draußen.


    Zur Winterbehandlung (kommt bei mir meistens an den Weihnachtsfeiertagen) schiebe ich sie ein, dann Oxalsäuregabe und im Nachhinein 3 Wochen Milbenkontrolle.
    Ab diesem Zeitpunkt bleibt die Schublade jetzt drin! Sobald ich Kondenswasser auf ihr finde lege ich in die Aussparung der Schublade eine Dämmplatte ein. Das hat den Vorteil das ich nichts durchs Flugloch ziehen muss. Reinigung erfolgt dann wieder über die Schublade. Die Dämmung hat eine glatte Oberseite.


    Ich habe über die Jahre gemerkt das diese Vorgehensweiße beim Klima meiner Region den Vorteil hat, dass grad im bei uns noch sehr tagwarmen Herbst sehr spät aus der Brut gegangen wird. Kriegen sie Kälte von unten wird das Brüten 2-3 Wochen früher eingestellt/zurückgefahren.
    Meistens ist dann um Weihnachten rum hier mit 20° sehr warm. Es wird Brut angelegt. diese könnte verkühlen da nach Weihnachten immer Kaltphasen kommen die bis in den März hinein andauern. Nach der Durchlenzung kommt dann alles weg, und bleibt bis Juli auch draußen.


    Den Fluglochkeil an die Jahreszeit angepasst. Wobei ich sagen muss das ich auch bei Volltracht die Fluglochhöhe halbiert hallte. Räuberei hatte ich noch nie!


    Vielleicht ist das auch eine Anregung für dich deine Wetterlage mal genauer zu beobachten und den für dich funktierenden Plan im laufe der Jahre herauszufinden. Die Wetterlagen in Deutschland sind einfach so grundverschieden das man statt eines rates lieber nur herangehensweißen beschreibt. Dennoch gilt das Wetter ist unberechenbar. Man muss halt rechtzeitig eingreifen.


    Grüße aus Mainfranken!


    -kuchen

  • Lecker_kuchen


    servus, ich find deinen Nick schonmal sehr cool :-)


    Wenn ich das richtig verstehe, dann ist beim Übergang zur kalten Jahreszeit offener Gitterboden gut, damit die Damen rechtzeitig auf Winterbetrieb umstellen (weniger Bruttätigkeit) und im Frühjahr Wärmebrett rein, damit schnell durchgestartet wird und die Wärme dann besser im Kasten bleibt. Richtig?


    Unser Wetter ist schon deutich rauher als in Mainfranken. Deswegen gibt´s bei uns keinen Wein, nur Bier... das reift überall. ;-)


    Danke, dass Du Deine Überlegungen hier teilst!


    Grüße aus Bier- nach Weinfranken
    hadeka

  • Da fehlt ja nur noch eine Meinung aus Mittelfranken:


    Ich lasse den Varroaschieber das ganze Jahr drin, außer in der Zeit von nach dem Auffüttern bis Ende Januar/Mitte Februar.
    Einerseits sollen die Mädels aus der Brut Ende September und andererseits sollen sie es warm haben und keinen Zug im Spätwinter.


    Fluglöcher mache ich dann genau anders herum: Ich mache ab spätestens Anfang September den kleinen Fluglochkeil mit ca. 6 cm Breite und 8 mm Höhe rein.


    Im Frühjahr dann den normalen Flugkeil und ab Rapstracht ist das Flugloch wieder bis zum Trachtende ganz offen. Nach Trachtende wieder normaler Beutenbreiter Fluglochkeil und dann im September wieder klein!


    Habe damit die besten Erfahrungen gemacht bisher.
    :u_idea_bulb02:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Das rundet das Bild doch gut ab, in mehrfacher Hinsicht.


    Erstens in Bezug auf die Handhabung der Fluglochgröße und des Varroaschiebers.
    Zweitens in Bezug auf Franken, denn Mittelfranken ist auch sehr schön. Morgen streifen wir Euch fast am nördlichen Rand,
    wir gehen Bierwandern in der Gegend Eggloffstein-Gräfenberg :daumen:


    OT, aber interessant: heute habe ich an einem großen Efeu in der Stadt (Bayreuth) recht viele Bienen gesehen, da war
    wirklich richtig Betrieb.


    Schönes Wochenende an Luffi und den Rest!


    hadeka

  • Back from "5 Seidlas Steig"...


    kein Schnaps, kein Wegseidla und nur eins von den 5, dafür das beste: dunkles Export von der Klosterbrauerei Weißenohe - sagenhaftes Bier!
    Grund: ich Chef vom Shuttle, VW T4 Multivelle :cool:


    War aber wirklich richtig schön, auch ohne richtig Sonne.
    Danke Maxikaner für die guten Tips, vielleicht beim nächsten mal :daumen:


    Grüße
    hadeka