Schafe sind eingezogen

  • Wenn die kleine Ziege bei den Schafen bleibt und auf der Strecke, jagen wir nachher Wölfe und jeder findet das normal.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Ja, in diese Richtung geht auch die Argumentation mancher Jäger hier in der Gegend: Weil es niemanden beeindruckt, dass ihnen die Wölfe die Rehe wegfressen könnten, warnen sie davor, Kinder allein in den Wald gehen zu lassen. Die Zahl entsprechender Vorfälle ist aber recht überschaubar (Rotkäppchen miteingerechnet).


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Weil es niemanden beeindruckt, dass ihnen die Wölfe die Rehe wegfressen könnten, warnen sie davor, Kinder allein in den Wald gehen zu lassen

    Es beeindruckt offensichtlich auch niemanden, wenn Wölfe Schafe reißen. Wer hat denn heute schon noch Schafe. Außerdem werden Schäfer ja großzügig entschädigt und kriegen den Schlattierpreis erstattet - natürlich abzüglich der nicht angefallenen Aufwendungen. Ich finde kleine Ziegen sollten dann auch entschädigt werden.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
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  • Es gibt kein Land auf dieser Erde, in dem Schafe und Wölfe gemeinsam leben und in dem der Wolf nicht bejagt wird. Und bejagen heißt auch dort nicht ausrotten. Bei uns jedoch schaffen wir das. :roll:


    Andere Länder andere Schafe...


    also in Syrien ist das System ganz anderes. Schafe und Wölfe leben nebeneinander aber getrennt. Es gibt keine Wiesen mit Zaunen für Schafe, sondern nur wolfsichere Ställe.


    Alle Schafe und Ziegen einer Gemeinde/eines Dorfs werden morgens zum Hirten gebracht, oder der Hirte holt sie ab, dann geht der Hirte mit den Schafen den ganzen Tag über auf Futtersuche (da wächst nicht viel bei uns wie in D), abends kommen die Schafe wieder in den Stall. Wir waren mit etwa 25 Schafen die mit den meisten Schafen, die meisten andere haben oft nur 5 bis 10 Schafe/Ziegen.


    Wölfe hatten wir genug und wir wussten auch manchmal wo sie wohnen, aber sie wurden von uns nie gejagt, genau so wie Schakale, die in unserem Grundstück ihren Bau hatten und nicht selten ein Huhn gerissen haben, aber dann waren wir selber schuld, da wir die Ställe zu früh geöffnet oder zu spät zugemacht haben. Sommernächte ohne Grillen und Schakalheulen sind langweilig.


    Leben und leben lassen ist oft besser als Ängste schüren, aber das letzte verbreitet sich schneller. Vor Wolfen hat in Syrien kein Mensch mit etwa Verstand Angst, vor Hyänen dagegen viele, obwohl sie wirklich selten sind. Irgendwie ist die Angst oft vor das unbakannten am größten.

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

  • Vor Wolfen hat in Syrien kein Mensch mit etwa Verstand Angst.

    Gut, dann hab ich jetzt auch keine mehr und alles ist in Ordnung. Aber wie ist das mit den Schafen. Die getöteten habe ja auch keine mehr, aber die die noch leben. Also die angebissenen, gehetzten. Die fürchten sich doch, oder? Oder laufen die durch den Zaun, weil die anderen Freunden ihren neuen Freund vorstellen wollen? Man weiß es nicht. Und unsere Altforderen wußten es auch nicht. Nur deshalb hatten die Schiß und ebene keinen Verstand. Der "böse Wolf" ist ein geschichtlicher Irrtum, den wir schnell vergessen haben wollen sollten.


    Mir hat übrigens neulich eine Wolffreundin erklärt, daß die 4m-Zäune im Wildpark nicht die Besucher vor den süßen Wölfen schützen sollen, sondern die Wölfe vor den bekloppten Besuchern. Deshalb schütze ich jetzt auch die Wölfe mit etwas höheren Zäunen vor meinen Schafen. 1,25m hoch und aus Netz. Total unüberwindlich. Völlig aus- und einbruchsicher. Also ich steige da natürlich drüber, aber ein Tier kann ja weder springen noch graben, wenn mans ihm nicht erklärt oder gar verboten hat.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Keine einfache Dialektik, die uns die Wolfsgegner da nahebringen wollen: Dass wir sie einst ausgerottet haben, muss jetzt als Argument dafür herhalten, ihnen das Asyl zu verweigern.
    Ja, ich mach's mir leicht. Ich trag den Wolf in Namen, habe keine Schafe und fürchte allenfalls den Bienenwolf.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Dass wir sie einst ausgerottet haben, muss jetzt als Argument dafür herhalten, ihnen das Asyl zu verweigern.

    Quatsch. Damals gab es vielleicht Ausrottungsgedanken. Heute würde nur immer mal einer erlegt, wenn er den Gehöften oder Herden zu nahe käme und deshalb mieden die weiter den Menschen. Warum sie den und dessen Herden heute und in Zukunft meiden werden, müssen die Wolfsverherrlicher dem noch erklären. Das ist das ganze Problem. Wäre der Wolf, dessen Population sich hier nun jährlich mehr als verdoppelt, nur nicht so hochheilig, gäbe das gar kein Problem. Bleibt er scheu und menschenfern ist alles in Ordnung. Doch im Moment wird der Herdenschutzhund der den Wolf abtut - und nicht nur kläfft - zum Werkzeug des Schäfers, das dieser wildernd einsetzt. Er wird bestraft dafür, wenn sein Hund einen Wolf tötet.


    Um Himmels Willen, wenn jetzt ein Schutzesel so einen Wolf den Kiefer weglatzscht, weil der damit doch bloß mit den Schafen schwatzen wollte. Was wird dann passieren? Beim Schutzhund greifen sofort TierschG §3 Abs. 8 und 8a. Und Schutzhunde sollen sich - total natürlich - als Teil der Schafherde fühlen. Auch völlig widersinnig. Der Schäfer soll nun Tiere halten, die andere Tiere (die Wölfe) angreifen um wieder andere Tiere zu schützen, denen aber nichts tun sollen und sich auch nicht selbst verletzen.


    Es wäre so einfach, wenn nicht ständig soviel Farbwissen von Blinden käme. Der Wolf ist ein Wildtier wie jedes andere auch. Geht er zu schaden oder erträgt oder verbreitet er sinnlos Leiden gehört der erlößt. Ich finde das fair.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
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  • ...Doch im Moment wird der Herdenschutzhund der den Wolf abtut - und nicht nur kläfft - zum Werkzeug des Schäfers, das dieser wildernd einsetzt. Er wird bestraft dafür, wenn sein Hund einen Wolf tötet...


    Ist das so?


    Viele Grüße, Henrike

    Das Ganze ist mehr als das Summen seiner Teile.

  • Ist das so?

    ... man unterstellt ihm zudem eine eigene Straftat unter Zuhilfenahme seines Hundes zu vertuschen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
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  • Das Artenschutzrecht gibt das so eigentlich nicht her. Und solange der Wolf nicht dem Jagdrecht unterliegt, wäre der Hund auch nicht wildernd i. Sinne des Jagd-Gesetzes.

    Das Ganze ist mehr als das Summen seiner Teile.

  • Bleibt er scheu und menschenfern ist alles in Ordnung.


    Tut mir leid, meine Argumentation ist ein wenig extremistisch: Wäre nicht mit gleichem Recht zu fordern, dass Mensch und Schaf dem Wolf fernblieben? Oder einfacher: Dass die Schafe für den Wolf unzugänglich sind (koste es, was das eben so kosten muss)?
    Es ist ja letztendlich alles nur eine Kostenfrage: Was ist uns der Wolf wert?
    Dass der Schafbesitzer die Kosten tragen muss, ist freilich nicht angemessen. Mit den Jägern habe ich da weniger Nachsicht.


    So üppig, dass man diesen und jenen Wolf abschießen kann, scheint mir die Population noch nicht zu sein. Woher hast Du das mit der jährlichen Verdoppelung des Bestands?


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • ... solange der Wolf nicht dem Jagdrecht unterliegt

    §3 SächsJagdVO: § 3
    Weitere dem Jagdrecht unterliegende Tierarten
    Dem Jagdrecht unterliegen über § 2 Abs. 2 des Bundesjagdgesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 29. September 1976 (BGBl. I S. 2849), das zuletzt durch Artikel 3 des Gesetzes vom 6. Dezember 2011 (BGBl. I S. 2557, 2560) geändert worden ist, in der jeweils geltenden Fassung, Marderhunde (Nyctereutes procyonoides), Minke (Neovison vison), Sumpfbiber (Myocastor coypus), Waschbären (Procyon lotor), Wölfe (Canis lupus), Eichelhäher (Garrulus glandarius), Elstern (Pica pica), Nebelkrähen (Corvus corone cornix), Nilgänse (Alopochen aegyptiacus) und Rabenkrähen (Corvus corone corone).

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Na zum Glück haben wir jetzt ja wieder einen Jagd-Thread.


    Der fehlte schon lange in unserer herbstlichen Bienendepression...


    :wink:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • @ Henry, Ach echt, wusste ich nicht - wieder was gelernt im Forum :daumen:
    Spannend wird es ja dann, wenn das sächsische Jagdrecht per ggf. zukünftig gewünschter Abschuss-Verordnung mit dem Europäischen Artenschutzrecht kollidiert...


    Aber zurück zu den Schafen, sonst kriegt Hartmut Schnappatmung :wink:

    Das Ganze ist mehr als das Summen seiner Teile.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von henrike () aus folgendem Grund: Luffi dazwischen...