Schafe sind eingezogen

  • Hallo zusammen,


    Dieser Fred ist nach meinem Geschmack!


    Im Moment bin ich noch recht entspannt, was die Gefahr für unsere Schafe angeht. Mal schauen.


    Es gibt hier keine Wolfsrudel in der Nähe.


    Wäre es eigentlich möglich, dass die Wölfe die Waschbären ö.ä. dezimieren würden?


    Gruß Jörg

  • Gut, dann hab ich jetzt auch keine mehr und alles ist in Ordnung. Aber wie ist das mit den Schafen. Die getöteten habe ja auch keine mehr, aber die die noch leben. Also die angebissenen, gehetzten. Die fürchten sich doch, oder? Oder laufen die durch den Zaun


    Die angebissenen wurden gleich geschlachtet und fertig. Kam manchmal vor, wenn der Hirte zu spät unterwegs war und nicht aufgepasst hat. Und durch welchen Zaun? :roll:
    Henry, ich wollte mit dir über die Situation in D nicht diskutieren, sondern nur ein Beispiel erzählen, wie es in Syrien ist. Du hast behauptet, dass es kein Land auf dieser Erde gibt, in dem Schafe und Wölfe gemeinsam leben und in dem der Wolf nicht bejagt wird. Klar wird in Syrien alles mögliche bejagt, da hat Naturschutz nicht die Bedeutung wie in D, aber ich denke nicht, dass Wölfe in Syrien wegen Schafe bejagt werden oder Schakale wegen Hühner etc. und vor Wölfen herrscht nicht die Angst wie hier in D. Unser Stall in Syrien war 2 oder 2,5 m hoch und darüber sprang nie ein syrischer Wolf.


    Also für mich als Kind (und ich denke für viele andere), der nachts mit Nachbarkindern gespielt hat war die Gefährlichkeit der Tiere etwa in dieser Ordnung:
    Maus->Katze->Schakal->Wolf->Hund->Hyäne und klar gibt es Leute, die Todesangst vor Mäusen haben :)
    Es ist eine andere Betrachtungsweise. Nicht der böse Wolf und das arme Schaf, sondern der schlaue Fuchs und blöde Hühnerhalter, die nicht wissen, wie sie ihre Hühner vom Fuchsen schützen. Nur ein Beispiel aus (noch) einem Land auf dieser Erde...
    Was in D mit den Wölfen Sinn macht, weiß ich nicht und da will ich mich nicht einmischen, ich wollte nur sagen, dass ich die Angst vor den Wölfen in D übertrieben finde und das ein Koexistenz viell. doch möglich ist. Dazu gehört wie im Wald eine Bestandskontrolle und organisierte Jagd, so dass sich die Waage halten kann.

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

  • Zitat

    Woher hast Du das mit der jährlichen Verdoppelung des Bestands?


    Ich bin zwar nicht Henry, habe aber die Antwort der Bundesregierung zur Entwicklung der Wolfspopulation in Deutschland vom 7. Mai 2015 als Anwort auf eine kleine Anfrage von Abgeordneten von Bündnis90/Die Grünen. Bundestagsdrucksache 18/4718, verfasst von der Parlamentarischen Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter. Hier:


    http://www.lausitz-wolf.de/fil…ng_Wolf_BMUB_20150507.pdf


    Es fängt so an: "Nach Informationen der Bundesregierung lebten in Deutschland mit Stand Ende April 2014 ... "


    Zu diesem drückenden Problem antwortet die Bundesregierung am 7. Mai 2015 zum Stand vom April 2014. Schon wieder verdoppelt ... :cool:


    Cheers,
    Baudus

    Und wieder ist Frühling / auf alte Torheiten / folgen neue Torheiten (Issa)

  • Im Moment bin ich noch recht entspannt, was die Gefahr für unsere Schafe angeht.
    Wäre es eigentlich möglich, dass die Wölfe die Waschbären ö.ä. dezimieren würden?


    Ich meine, die Wölfe werden in Deutschland nirgends eine Dichte erreichen, in der sie tatsächlich irgendwelche anderen Tiere nennenswert "dezimieren". Höchstens freie, ungeschützte Schafherden dürften seltener werden :lol:


    Wie überhaupt Beutegreifer ihre Beutetiere oft gar nicht wirklich nennenswert in der Masse kontrollieren können, sondern eher umgekehrt, die Zahl der Beutegreifer durch die Zahl der Beutetiere reguliert wird.
    Die Wirkung von Wölfen und anderen Beutegreifern liegt also meist nicht in der direkten Beeinflussung der Population ihrer Beutetiere, sondern mehr in der Auswirkung auf das Verhalten und den Gesundheitszustund dieser Beutetiere. Übrigens ein Punkt, der Jägern auch sauer aufstößt, weil die Rehe bei mehr Wölfen nach einiger Zeit heimlicher werden dürften und so keine ganz so vertrauensselige Schießscheiben mehr sein werden...


    Bei Waschbären würde ich eine nennenswerte Beeinflussung jedenfalls ausschließen, da diese Kulturfolger sind und in der Nähe des Menschen von Wölfen kaum behelligt werden dürften. Und solange es so viele Rehe und Fallwild gibt, muss kein Wolf einem Waschbären im Baum hinterherheulen :wink:


    Außerdem: Es werden jedes Jahr Tausende von Waschbären geschossen, ohne nennenswerte Auswirkung auf den Bestand. Wieviele Wölfe bräuchte es, damit die neben den vielen anderen, viel attraktiveren Beutetieren auch nur annähernd so viele Waschbären erlegen werden?
    Eine ernsthafte Dezimierung durch den Wolf erscheint mir daher völlig utopisch.

  • Die Angaben zu der Frage: Wieviele Autos fahren in Deutschland?" ist mit einer Aussage: "Es gibt 15 Hersteller, einige Importeure und auch noch Eigenbauten" eben nicht beantwortet. Es wird aktuell ganz bewußt vermieden exakte Zahlen zu benennen. Nur die Presse berichtet immer wieder von weiteren Sichtungen in vormals unbesiedelten Gebieten. Der Wolf hat aktuell in Deutschland keinen Feind. Sein Bestand wird legal durch nichts limitiert.


    Wann und wodurch wird sein Populationswachstum gestoppt?


    Soll die Antwort ernshaft die sein, daß es irgendwann so wenig Schafe gibt, daß er hungert? Das soll ich nicht glauben, oder?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Der Wolf ist gerade erst am Kommen, da wird schon die Limitierung gefordert, soll ein ominöses (böses?) Populationswachstum gestoppt werden.
    Warum?
    Warum schon jetzt?
    Sind die paar Wölfe schon eine Überpopulation?
    Warum?
    Der Jäger verkauft sich immer als der große Limitierer, der mühsam die ehemalige Aufgabe von Wolf und Bär erfüllen muss.
    Kommen diese aber selber wieder, ist es ihm plötzlich gar nicht recht.
    Warum wehren sich Jäger vehement, wenn die Abschusszahlen für eine tatsächliche Überpopulation von Rehen und Rotwild heraufgesetzt werden sollen, aber beim seltenen Wolf wollen sie das genaue Gegenteil?
    Wie logisch ist das alles?
    Geht es hier etwa gar nicht um das große Ganze, sondern um persönliche Interessen?

  • Hornet, ich weiß nicht ob Du in einem Revier mit Wölfen jagst oder Schafe hälst. Auf mich trifft beides zu. Meine Angst ist nicht hypothetisch und ganz bestimmt nicht geprägt von Regulierungssucht. Ich frage mich nur, ob bei all dem Wolfshype jemand nur ein paar Jahre weiter gedacht oder sich das bei anderen Ländern abgekuckt hat. Wo ist den das Ziel der Wolfsschützerei? Ab wann ist Schluß damit?


    Wenn man bei Schafhaltung gleich an Wolfschutz und Risse denken muß, ist das wie Imkern mit Varroa. Wie, das war vorher leichter? Aber die Milbe hat doch auch ein Ausbreitungsrecht ...

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Guten Morgen zusammen,


    ich finde so eine Diskussion recht interessant! Manche Sichtweisen kenne ich als Nicht-Jäger nicht.


    Und das mit dem OT ist sowieso überbewertet!


    Gruß Jörg, gestern waren noch alle 11e da

  • Noch vor 4 Jahren waren Wölfe für mich irgendwelche unbekannten Exoten in den Weiten der Truppenübungsplätze der Lüneburger Heide.
    Heute sind Wölfe bei uns in der Gemeinde mehr oder weniger präsente Raubtiere. In dem nur wenige km entfernten Moorgebiet, indem ich früher regelmäßig im Sommer als Schäfer mit meiner Herde unterwegs war, vermutet man heute den Standort eines Wolfsrudels.
    Daß Wölfe da sind, glaube auch ich daran erkennen zu können, daß z.B. das Rehwild allgemein und auch sogar bei uns im Garten am Dorfrand viel heimlicher ist als früher.
    Die Schafe über Nacht draußen allein im Elektrozaun pferchen, heißt hohes Risiko in Kauf nehmen und Schadenersatz gibt es sowieso nur dann, wenn man hohe Auflagen einhält. Alternativ kann ich Herdenschutzhunde einsetzen, auf die ich als verantwortungsbewußter Mensch dann aber wieder selber aufpassen muß, daß sie keinen der omnipräsenten Spaziergänger auffressen.
    24 Std/Tag und 7 Tage/Woche bei den Schafen? Gehts noch?
    An einen Stall gebunden, kann ich hier keine Schafherde mehr sattbekommen.
    Ich persönlich vermute, daß es erst zu einem wirklich ernsthaften Vorfall mit Wölfen kommen muß, bevor man erlauben wird, den Wölfen - jedenfalls nicht mit Gummigeschossen - den nötigen Respekt wieder beizubringen. Es will sich mir auch nicht erschließen, warum der Wolf sich hier in dieser dichtbesiedelten Landschaft wieder ansiedeln soll. Eigentlich haben wir hier doch den Jäger, der eingreift...


    Mit imkerlichen, waidmännischen und schäferischen Grüßen


    Ralf
    der sogar schon einmal einen Wolf gesehen hat. Aus dem Auto, über die Straße laufend, als wir morgens, noch im Dunkeln, im letzten Jahr unsere Bienen in die Heide gebracht haben. Irgendwie sind die Wölfe schön...

  • Eigentlich haben wir hier doch den Jäger, der eingreift...


    Das Märchen vom Jäger, der umsichtig edel und nur auf den Naturschutz bedacht, den Bestand reguliert, glaubt ja wohl kein Mensch mehr. Jagd heißt hierzulande Freilandhaltung mit Überpopulation. Der Wolf könnte einiges dazu tun, dass die Jagd wieder zur Jagd wird und nicht dem Abschießen von Weidekühen gleichkommt.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Meine Angst ist nicht hypothetisch und ganz bestimmt nicht geprägt von Regulierungssucht. (...) Wenn man bei Schafhaltung gleich an Wolfschutz und Risse denken muß, ist das wie Imkern mit Varroa. Wie, das war vorher leichter? Aber die Milbe hat doch auch ein Ausbreitungsrecht ...


    Ich hab werder Schaafe, noch gibt's hier Wölfe. Aber ich kann lesen. Da oben steht: Wölfe, Varroa = Schädlinge


    Wer das nicht erkennt ist für den Autor dumm, mindestens aber naiv. Ich lese solche 'Diskussionen' in letzter Zeit gehäuft, wo irgendwelche Ängeste getriggert werden, die sich der Betroffene selber nicht eingestehen will, Montags in Dresden, wenn die Ausländer uns alle überrennen werden und unsere blonden Frauen schänden. Natürlich sind die Ängste nicht hypothetisch, das sind völlig reale Ängste (nur halt unbegründet), aber Argumente sind da auch echt nicht gefragt, mit Gefühlen kann man nicht argumentieren. UND NATÜRLICH HAT HENRY AUCH RECHT, WENN ER SCHREIBT, NUR WEIL MAN JETZT WÖLFE WILL, IST ES TROTZDEM NICHT PROBLEMLOS. Aber der Vergleich von Wölfen mit der Varroa ist schon ziemlich entlarvend.


    Ich kenn ein ähnliches Problem mit Elephanten. Die haben den Bauern immer die Felder zerlegt, man durfte sie aber nicht schießen (das hätten die sich gemerkt und der Rest wär nicht mehr gekommen, sagten die Bauern), weil der weiße Mann hat sie unter Naturschutz gestellt und lukrative Safaris veranstaltet. Zumindest die Tatsache, das man die Leute vor Ort die es ausbaden müssen nie fragt, ist sehr schlecht.


    Nu gibt es aber bei Jörg weder Wölfe (noch Elephanten). Mich würd mal interessieren, wie sich das Leben mit den Neuen jetzt so darstellt? Ist es mehr oder weniger Arbeit als gedacht? Was ist so wie erwartet, und was ist anders? Findest Du die Idee Schaafe zu haben noch genauso attraktiv wie vorher?


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Das Märchen vom Jäger, der umsichtig edel und nur auf den Naturschutz bedacht, den Bestand reguliert, glaubt ja wohl kein Mensch mehr.

    Ich nehme an Du bist keiner und quält Dich nicht mit diesem Anspruch und betrachtest daher die Jägerei eher ein Wenig von außen. Vielleicht kannst Du ja erklären wie die Jagd wieder sein soll oder wie sie aussehen soll. Auf den Wolf jedenfalls wird keine Jagd gemacht. Das soll mal der Schäfer mit Hilfe der Polizei und dem NABU selbst in Griff kriegen. Nur weil davor die Politik Angst hat, steht der Wolf ganzjährig geschont aber mit Hegeverpflichtung in Sachsen im Gesetz. Stell Dir nur die Schlagzeile vor: "Wolfsbeauftragte bei Besenderung schwer verletzt - Jäger stand tatenlos daneben."


    Ich hab werder Schaafe, noch gibt's hier Wölfe. Aber ich kann lesen.

    Noch ein klassischer Insider also. Einer der Betroffenen erklärt, daß sie nicht betroffen sind.


    Jeder Tierhalter, der seine Tiere hütet oder fercht, hat mit der zusätzlichen Gefahr "Wolf" zu tun - Tag für Tag und Nacht für Nacht - und weder der Schafzüchter noch der Freilandhalter von Schweinen hat irgendeinen Vorteil von der Anwesenheit dieser Gefahr. Er muß sie dulden. Sie wird ihm aufgebürdet, während man ihm gleichzeitig die Hände bindet. Man entscheidet sogar, daß Wölfe Flatterbänder und Netzzäune von 1.2m Höhe zu meiden und nicht zu überwinden haben.


    Die Meinung der dann doch irgendwann tatsächlich Betroffenen schlägt zügig um, wenn sie den Wolf bzw. seine Folgen ganz direkt erleben und nicht nur darüber lesen. Alleine die Sorge, eine lammende Herde könnte nachts beunruhigt oder gehetzt werden, läßt die Leute schlecht schlafen. Die wissen nämlich, was es bedeutet, wenn Streß in die Herden fährt. Die die nur drüber lesen, müssen ja keine unterkühlten und zertreteten Lämmer wegsammeln und verletzte Schafe schießen. Die müssen nur lesen, daß die Schäfer entschädigt werden und der Wolf wieder heimisch wird.


    Und alles ist gut. (Bloß die Schafe sind tot und der Schäfer zerknirscht ...)

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Ich nehme an Du bist keiner und quält Dich nicht mit diesem Anspruch und betrachtest daher die Jägerei eher ein Wenig von außen.


    Nun, der Blick von innen ist nicht unbedingt der mit der größten Übersicht.
    Ich sehe die Reh- und Dammwildbestände auf den Feldern (wenn auch nicht durchs Zielfernrohr) und behaupte kühn, es sind zu viele.
    Der letzte Fall, wo ein Mensch in Europa von Wölfen verletzt wurde, ist übrigens über 50 Jahre her und das bei rund 14.000 Wölfen. Das mit den Schafen verstehe ich ja. Das mit Rotkäppchen glaube ich aber nicht.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)