3x9 Methode zur Varoabekämpfung

  • Servus Leutchen,


    War bisher immer stiller mitleser im Forum, habe aber nun ein Thema gefunden über das ich im Forum noch nichts gelesen hab (vllt auch übersehen, dann Asche über mein Haupt...:-D) Ich finde die Weise zu arbeiten eig ganz gut und dachte mir vllt weis ja schon einer was darüber zwecks effektivität bzw großen nachteilen.




    Ohne Medikamente mit der 3x9-Methode überwintere ich seit 2012 meine Völker erfolgreich. Diese Methode der Spätsommerpflege ohne Medikamente beginne ich Ende Juli, spätestens am 1. August bei den Vollvölkern, indem ich die Königin entnehme und in den Honigraum setze. Majestät sind beleidigt, weil das Absperrgitter die Königin im Honigraum festhält. Dort stiftet sie nur widerwillig. Die Milben finden im Brutraum genug verdeckelungsreife Brut. Gleichzeitig schlüpfen täglich viele junge Bienen, die nicht viel zu tun haben. Nach neun Tagen (am 9. 8.) wird die Weisel aus dem Honigraum herausgefangen und im Clip so deponiert, dass sie nicht verloren gehen kann. Die bestifteten Honigraumwaben werden entnommen. Danach entnehme ich im Brutraum alle Waben, die noch nennenswert verdeckelte Brut enthalten. Damit verschwinden nicht nur die meisten Milben, sondern auch die dunklen Waben aus dem Volk.


    Die Vollvölker behalten dabei so viele Bienen, dass der Brutraum gut gefüllt ist. Erscheint mir die Bienenmasse knapp, dann werden die Brutwaben abgestoßen und bienenarm entnommen.


    Der Wintersitz wird jetzt eingerichtet: In die Mitte kommen hellbraune Waben, auf denen die Königin unfehlbar zu stiften beginnt. Daneben kommen unbebrütete Waben, an den Rand Mittelwände. Nun wird die Weisel in den Brutraum entlassen, das Absperrgitter kommt raus, und etwa fünf Liter Futter werden nach dem Abschleudern aufgesetzt. Der Bien reagiert konsequent: Ein großes Brutnest wird angelegt. Die Sommerbienen bleiben tätig, solange sie gebraucht werden. Das Volk schrumpft kaum noch, verarbeitet locker das Winterfutter und geht beeindruckend stark in den Winter.

    Brutscheunen
    nehmen die entnommenen Brutwaben auf. Die Bienen, zumeist ja nicht parasitiert, sollen hier schlüpfen. Eine zweizargige Brutscheune fasst die Waben von vier bis fünf Völkern. Dazu hänge ich die Waben mit Stiften und offener Brut aus den Honigräumen. Sie dienen als Fangwaben für die Milben. Die Bienen setzen hier Weiselzellen an, werden also nicht buckelbrütig. Wenn neun Tage später (am 18. 8.) die Fangwaben verdeckelt sind, nehme ich sie heraus und gebe eine neue Fangwabe hinein. Neun Tage später (das wäre am 27. 8.) hatten die als Letzte geschlüpften Milben sechs Tage Zeit, um in eine noch offene Zelle der zweiten Fangwabe zu kriechen. Jetzt werden die Brutscheunen aufgelöst, indem ihre Bienen Völkern vor die Fluglöcher gefegt werden, die Verstärkung gebrauchen können. Eine Behandlung der Brutscheunen mit Ameisensäure ist möglich, bringt aber nicht viel. Die Fangwaben genügen. Milben-Reinvasionsgefahr geht von den Brutscheunen nicht aus.


    Die Fangwaben enthalten konzentriert die Varroen. Sie gehören kaltherzig in den Wachsschmelzer. Gesunde Bienen schlüpfen daraus nicht mehr.


    Hier der link dazu aus dem Bienenjournal: http://www.bienenjournal.de/ak…abnahme-der-volksstaerke/



    Hoffe ich stoße damit jetzt keine große debatte an aber interessant wäre es.



    Mit beenlichen Grüßen Schwob

  • Jepp. TBE mit Fangwabe. Das mache ich auch in etwa so. Wirklich gut!:daumen::daumen::daumen:


    Der Ronny Kiesewetter hat die Sache mit der Fangwabe noch weiter ausgetüftelt.


    Mein Problem ist aber, daß ich nach dem Ende der Saison und dann mit der TBE regelmäßig an meine physischen Grenzen stoße... Das Resultat sind dann vermilbte Brutscheunen, die nicht konsequent genug behandelt werden und dann kaputt gehen.


    Gruß Jörg, TBEfan

  • Ich hab meine Scheunen ohne Fangwabe, dafür aber nach dem Auslaufen neue MW gegeben.


    Vor 2 Tagen hab ich Dampf abgelassen und es Rieselt.

  • Jörg das passiert dann wenn die fangwaben in der brutscheune zulange gelassen werden oder? Versuch mich da Grad ein wenig reinzuinterpretieren^^ weil das System erscheint mir in allem logisch und will es auch machen.

  • Naja, der gern mal faule Imker ist nach 14 Tagen wegen der irren Bienenmengen in Scheunen etwas seeehr optimistisch und hat dann vielleicht keine Lust mehr in den Völker herumzuwühlen... (war meine Schuld)


    6 Wochen später sieht dann alles erst mal ganz gut aus bis dann "plötzlich" die löchrigen Brutnester zu erkennen sind und dann die ersten Krüppelflügel und dann geht es oft steil bergab. Das ist mir in diesem Jahr bei 2 oder 3 dicken Brutscheunen so gegangen. Die 10 anderen daneben sehen top aus. Ich weiß nicht wie die das hingekriegt haben. Die Behandlung war identisch.


    Gruß Jörg

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Jörg K. () aus folgendem Grund: RS

  • Jörg das passiert dann wenn die fangwaben in der brutscheune zulange gelassen werden oder? Versuch mich da Grad ein wenig reinzuinterpretieren^^ weil das System erscheint mir in allem logisch und will es auch machen.


    Hallo Schwob,


    bin zwar nicht Jörg - und den Edeffekt hat er ja schon beschrieben. Aber - Fangwabe zu lange in der Brutscheune drin, meint: bis die ersten Bienen aus der Fangwabe wieder schlüpfen.
    Da Fangwaben nunmal prinzipbedingt stark vermilbt sind, schlüpfen mit den Bienen aus einer Fangwabe auch wieder jede Menge Milben in das Volk. Damit ist der Behandlungseffekt weg und ...


    Gruß
    Ludger

  • Hallo Leute,
    mag sein, dass ich mich irre, aber bei mir heist TBE Totale Brut-Entnahme und passiert nicht Anfang August. Un diese Zeit herum halte ich das aufziehen einer neuen Königin und ihre Begattung für eher selten, genau wie den Ausbau von Mittelwänden. Außerdem glaube ich die Aussage gelesen zu haben, dass die Waben in der Brutscheune fast ohne Varroen wären. Das ist genau falsch herum gedacht.
    TBE ja, aber knapp vor einer Trachtpause spätestens Ende Mai.
    Viele Grüße
    Wolfgang, der das auch noch nicht perfekt im Griff hat

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Kirchhain empfiehlt die TBE nicht vor der Trachtpause, sondern etwa 2 Wochen vor Trachtende, Ende Juni/Anfang Juli. Ich habe es zu diesem Zeitpunkt aber auch noch nicht probiert, da ich Naturbau habe und nicht sicher bin, dass zu dieser Zeit noch 6 oder 8 Dadantrahmen ausgebaut werden.
    Wolfgang, wir können ja Büchler dazu fragen, beim IFT. :wink:

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Hallo Zusammen,
    habe ich auch ähnlich probiert, hatte sogar im Teil mit der Altkönigin noch eine Fangwabe, allerdings scheint in dieser Gegend der Reinvasionsdruck so stark gewesen zu sein, dass Ende September trotzdem wieder massive Milben da waren.
    Schwob, Du Behandelst das Volk mit der Altkönigin erst wieder im Winter?
    Gruss, Jan