Milbenalarm Notfall

  • Jetzt verstehe ich immer mehr, wenn die PSM als Grund für Bienensterblichkeit herhalten müssen und kann den Dr. Liebig sogar in dieser Aussage verstehen.
    Was will man mit einer Aktion bezwecken, wenn ich alle 4 Tage bis Weihnachten bedampfe?
    Jetzt ist das Kind schon in den Brunnen gefallen und die Winterbienen massiv geschädigt, was hilft es jetzt noch?


    Der Franz trifft den Nagel auf den Kopf. Mein damaliger Imkerpate hat bei mich mit dem Satz "In der Imkerei kann man nichts nachholen, wenn du es verpasst hast, hast du es verpasst" geprägt.
    Es besteht keine Möglichkeit die AS Behandlung nach zu holen, es besteht nur die Möglichkeit alles zu verschlimmbessern zu wollen.
    Vielen scheint noch nicht bewusst zu sein, dass das Bienejahr 2016 bereits begonnen hat.


    Grüße,


    Max

  • Das Bienenjahr 2016 hat bereits mit der Jungvolkerstellung 2015 begonnen. Manche sagen auch erst mit der Spätsommerpflege unmittelbar nach Trachtschluss 2015.


    JETZT sind viele Maßnahmen verlorene Liebesmühe und einfach zu spät.

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Hallo zusammen,


    mir fielen in diesem Jahr wieder große Unterschiede in der Ablegerentwicklung (auch KS o.ä.) auf. Manche schlampig gemachte Ableger (zusammengekehrte Reste) von Mitte Juli sprengen jetzt fast eine 10er Dadant und andere Ableger mit früherem Start murkeln immer noch auf 6...7 Waben herum, machen das Brutnest schon Anfang September dicht.


    Frage: Ist es auch bei Euch so, daß die späten Ableger mehr Gas geben oder ist das nur die Qualität der Königin?


    Gruß Jörg

  • Hab ich bei mir auch so .
    Allerdings wurden die frühere Serie in Apideas auf der Mauer - gegrillt-, umweiseln tun die allerdings nicht.
    Die Späteren haben bei mir noch Brutplatten....
    Volle Altvölker haben auch sehr stark zurückgefahren, aber das ist ein anderes Thema.
    db

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.


    Hier gibts was Gutes zu lesen

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    Eure Pedigrees, könnt ihr ab sofort hier problemlos u. fachlich geprüft im Original eintragen

  • Der Franz trifft den Nagel auf den Kopf. Mein damaliger Imkerpate hat bei mich mit dem Satz "In der Imkerei kann man nichts nachholen, wenn du es verpasst hast, hast du es verpasst" geprägt.
    Es besteht keine Möglichkeit die AS Behandlung nach zu holen, es besteht nur die Möglichkeit alles zu verschlimmbessern zu wollen.


    Von luffi gepostet:
    JETZT sind viele Maßnahmen verlorene Liebesmühe und einfach zu spät.


    Max


    Hallo Max, hallo luffi,


    Diese Thematik, jetzt noch zu meinen, den Bienen mit einer Varroabehandlung helfen zu können, macht mich unsäglich traurig.
    Wir arbeiten mit Tieren, das vergessen viele. Das ist nicht ein Auto, wo man auch mal den Ölwechsel ein paar 1000 km oder ein Jahr später machen kann.


    Leider gibt es hier für Imker keine Strafen wegen Tierquälerei und die PSM als Ausrede.


    Wenn du im Idealfall Mitte Juli, aber spätestens Ende Juli, die Varroa nicht ausreichend dezimierst und das gelingt meiner Meinung nach zu dieser Zeit nur mit Ameisensäure, dann sind deine Bienen schon auf der Verliererstraße, da gibt es kein wenn und aber. Dieses muss aber unbedingt in ein, über das ganze Jahr durchgängiges Varroakonzept eingebettet sein. Natürlich müssen die Imker, die Tannenhonig oder Heidehonig ernten eine andere Betriebsweise fahren , z. B. mit vielen Ablegern oder Kunstschwärmen und sich auch vielleicht auch ein wenig auf das Glück verlassen, das eine spätere Behandlung noch was bringt.

  • .
    JETZT sind viele Maßnahmen verlorene Liebesmühe und einfach zu spät.


    Aber warum soll ich dann wie mir immer geraten wird alle 14 tage via Windelprobe den natürlichen Milbenabfall messen?
    Klar kann ich mit MS noch arbeiten aber es reicht doch dann die OS im Winter? Verstehe das nicht.
    Wenn ich nach der AS gute Werte habe dann sollte doch ein ein oder zweimaliges Nachmessen reichen um zu beurteilen ob ich OS mache oder nicht. Und wenn man grundsätzlich OS macht müsste doch garnicht mehr gemessen werden?


    Gruss Markus

  • Natürlicher Milbenfall ist komplett für die Katz. Ich hatte aus eigner Erfahrung schon Völker bei der Restentmilbung mit über 1700 Milben, aber der Natürliche Milbenfall war unauffällig.
    Wenn man einen Verdacht hat, das die Schadschwelle überschritte ist, hilft nur die Puderzucker Methode und das auch nur bedingt.


    Ich zähl überhaupt keine Milben.

  • Ja gut mit reinvasion ists mir klar. Aber wenn ich eh im Winter mit OS behandle dann ists doch egal..oder behandelt ihr dann bis zum Winter mit MS?
    Habe auch mit PZM gemessen..Und finde das garnicht schlecht. Aber halt aufwändiger als die Windel und sicherlich nichts für alle 14 Tage :-D


    Ich glaube ich mache es auch nächstes Jahr ohne Milben zählen und nach Anleitung von Milben unter Kontrolle nur halt ohne zählen.


    Gruss Markus

  • Natürlicher Milbenfall ist komplett für die Katz.


    Bei mir hat bisher der natürliche Fall mit dem Behandlungsabfall/-ergebnissen immer korrespondiert. Allerdings lese ich täglich 1 bis 2 x die Windel, wenn ich ganz sicher Verfälschungen durch Ameisenabtrag o.ä. ausschließen will, sogar 3 x (früh, mittags, abends). Die Milben der Zählungen zerquetsche ich mich dem Fingernagel und lege sie zu geometrischen Zählmustern am Windelrand. Nenneswerten Abtrag durch Ameisen o.a. konnte ich bisher (auch über mehrere Tage) nicht beobachten. Allerdings fand ich zwar bisher fast immer einzelne Ameisen auf der Windel, zeitweilig auch Ohrkneifer, aber keine ausgesprochenen Ameisenstraßen.

  • Ich zähle auch keine Milben. Eine regelmäßige Windelkontrolle dient m.E. mehr der Gewissensberuhigung. Nebenbei sieht man aber ein schönes Abbild der Aktivitäten des Volkes.


    Aktuell fällt mir auf, daß mehrere größere Völker ziemlich viele Zellen entdeckeln oder irgendwie abschroten. Räuberei kann ich ausschließen. Ob sie die Vorräte umräumen?


    Gruß Jörg


  • 1. Die von Dr. Polaczeck angebene Verdunstungsmenge, 1g/Wabe und Tag ist aber eine äußerst unbrauchbare Angabe, denn die Skala ist auf ml ausgelegt und wer hat schon eine Ahnung wie bei der 60% AS von g auf ml umgerechnet wird.


    2. Bei einer so niedrigen Tagesdosis wird man vermutlich die angebebene Behandlungszeit von 14 Tagen tatsächlich einhalten müssen, denn da wird die AS nicht mehr ausreichend in die Brut wirken.


    zu 1.: lt. Produktdatenblättern betragen die spezifischen Gewichte für AS 85%: 1,19 g/cbm bzw. AS 60%: 1,14 g/cbm. I.ü. dürften die wenigsten Verdunster so exakt im Lot stehen/ihr Skalenaufdruck so fein sein, daß sich mit hinreichender Genauigkeit die Gewichtsabweichung in der täglichen Verdunstungsmenge so genau ablesen ließe.
    zu 2. Nach meiner Erfahrung wirkt AS selbst in den höchsten empfohlenen Dosen - 85% oder 60%, gleich welcher Dauer - ohnehin nicht ausreichend in die verdeckelten Brutzellen hinein. Es tötet/schädigt zwar Bienen + deren Larven, reduziert aber Varroen nicht ausreichend. Deshalb braucht es ja auch die AS-Wiederholungen bzw. Langzeitanwendung über einen reichlichen Verdeckelungszyklus (14 Tage). AS tötet offenbar allenfalls die Milben außerhalb der Brut, die in der Brut nicht oder erst viel später.

    Einmal editiert, zuletzt von ribes () aus folgendem Grund: Präzisierung

  • g

    Zitat

    Es tötet/schädigt zwar Bienen + deren Larven, reduziert aber Varroen nicht ausreichend. Deshalb braucht es ja auch die AS-Wiederholungen bzw. Langzeitanwendung über einen reichlichen Verdeckelungszyklus (14 Tage). AS tötet offenbar allenfalls die Milben außerhalb der Brut, die in der Brut nicht oder erst viel später.


    Hallo Ribes!


    Dem steht aber das Liebig-Konzept und meine eigene Anwendungsmethode entgegen. Da beträgt die Behandlungsdauer 3 oder 4 Tage.


    Es ist auch richtig, dass die jüngsten Larven und die frisch geschlüpften Bienen geschädigt werden und die Königin die Eilage einstellt. Nach ein paar Tagen tritt der normale Ablauf wieder ein.


    Im Falle einer extremen Milbenbelastung oder wenn, aus welchem Grund auch immer die AS-Anwendung unzureichend war, hätte der Imker aufgrund der durch die AS bewirkten Brutpause etwa vom 10. bis zum 12. Tag nach Beginn der AS-Behandlung die Möglichkeit mit einem anderen Mittel (OS, MS) nachzubehandeln. Denn in diesem Zeitraum sind tatsächlich fast alle Milben außerhalb der Brut.


    MfG
    Honigmaul

  • Hallo heute nach 7 Tagen die AS Behandlung beendet .Das Wetter war so um 14-20 Grad die Tage über noch ganz gut .
    Habe in den 7 Tagen 200 ml verdunstet .Windel muß ich noch auswerten.


    Zum Thema Qxalsäure verdampfen hat mich der neue Oxamat 100 überzeugt .Alle anderen sehen mir zu gebastelt aus .Deckel ab Oxamat drauf hat mich überzeugt,
    werde ich mir zulegen.

    Schon die sechste Saison mit den niedlichen Damen:love: