Milbenalarm Notfall

  • Zudem nicht wirksam in der Brut.


    Was jedoch nicht am Oxamat liegt :) sondern an der OX-Verdampfung an sich.



    Aber vorher schön sich mit Vollschutz vor der Beute ablichten lassen, damit auch jeder sieht wie gefährlich so etwas ist.......


    Ja genau. Eben genau so, wie man (eigentlich) mit AS arbeiten muss, noch dazu mit 85%iger. Eigentlich...


    Bienneu:
    Du hast im Prinzip nur noch die Möglichkeit, nicht zugelassene Mittel zu verwenden. AS 85 oder OX-Dampf.
    Ich persönlich würde Dampf vorziehen, weil das den Bienen weniger aus macht. Wegen einem Volk mußt du ja nicht unbedingt gleich einen teueren Verdampfer kaufen. Diese Teelichtmethode klingt auch interessant - obwohl ich damit keine Erfahrung habe. Mein Oxamat ist mir lieber...
    Solltest du mit OX bedampfen wollen sei dir darüber im klaren daß du es sehr, sehr oft wiederholen mußt. Bei 20 Milben pro Tag jetzt Anfang Oktober würde ich mal schätzen du darfst bis Weihnachten alle 4 Tage bedampfen.... Grob geschätzt...



    Servus,


    Bienenhummel


  • Manche Völker sind schon aus der Brut, wie ich berichtet bekommen habe. Da stellt sich der Erfolg schneller ein ;)

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.


  • Jetzt verstehe ich es auch, warum mich oft Leute fragen, ob die Imkerei viel Arbeit macht. Wenn ich obige lese und ich so arbeiten müsste, dann würde ich sofort mit dem Imkern aufhören und Briefmarken sammeln.


    So kann man natürlich auch seine Bienen schädigen.


    Man sollte doch die Bienen jetzt in Ruhe lassen und nicht ständig den Deckel aufreißen.
    Ich habe letzte Woche die Leerzargen von den Beuten abgenommen und werde sicherlich nicht mehr bis Mitte Dezember in das Bienenvolk schauen.


    Imkerei soll schon so naturnah wie möglich sein. Nicht umsonst heißt es, den guten Imker zeichnet es aus, so wenig wie möglich in die Beute zu schauen und vieles am Flugloch, beziehungsweise an der Gemülllade zu erkennen.

  • Warum hat die 85% ige AS keine Zulassung?
    Sechs Institute hatten in den letzten zwei Jahren die Wirkung der 60%igen und der 85%igen Ameisensäure miteinander verglichen. Dabei zeigte sich, dass die 85%ige Ameisensäure im Normalfall nur marginal besser wirkt als die 60%ige Variante.


    Mir scheinen Parallelen zum Landwirtschaftswesen auf: Bevor man erntet, muß das Feld bestellt werden. Will sagen: Bevor man MAQS so teuer verkaufen kann wie gegenwärtig, muß man das Feld gründlich vorbereiten. Das geht nicht in einem Arbeitsgang und wäre auch zu augenfällig. Dazu braucht es Studien von namhaften Instituten, die ggf. ganz uneigennützig auf dem Drittmittelweg zu unterstützen sind...
    Man sollte sich die Versuchsbedingungen mal genauer anschauen und bspw. mit den jetzigen Wetterverhältnissen vergleichen.


  • Solltest du mit OX bedampfen wollen sei dir darüber im klaren daß du es sehr, sehr oft wiederholen mußt. Bei 20 Milben pro Tag jetzt Anfang Oktober würde ich mal schätzen du darfst bis Weihnachten alle 4 Tage bedampfen.... Grob geschätzt...


    Lieber Binneu,


    diese Schätzung ist nach dem, was ich beobachten konnte, grob übertrieben. Ausreichend wirksam ist nach meinen Beobachtungen die Bedampfung eines reichlichen Verdeckelungszyklus im ca. 3-Tage-Rhythmus -> ca. 5 bis 6 x in 15 Tagen. Den Milbentotenfall während der Behandlung auszuzählen, verschafft Überblick und - sofern nicht zuviel Brut das Ergebnis verfälscht (allerdings zur sicheren Seite hin), kann man aus dem Totenfall mit Kleingartendrohns Formel die Zahl der überlebenden Milben bzw. die Effektivität der Bedampfung einfach berechnen (PDF in #48):


    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=43266&page=4&highlight=Varroatotenfall


    Um die Ironie zum Vollschutz verständlicher zu machen, ist die arbeitsmedizinische Dissertation von Dr. Gumpp maßgeblich (bes. Zusammenfassung):


    http://www.imkerei-fischermueh…t%20OS%20Doktorarbeit.pdf


    Daß kein Imker seine Nase in etwaige OX-Wolken stecken würde, versteht sich von selbst. Er würde durch sofortigen Hustenreiz ganz sicher davon abgehalten, seinen Riechkolben weiter so ungeschickt zu handhaben. Und allergrößte Vorsicht für Vollschutzfetischisten beim Essen: 200 g Rhabarber kann bereits die Oxalsäuredosis für eine Bienenvolkbedampfung (1 g) enthalten, Mangold ist ähnlich gefährlich...


    Servus - Gottfried

  • Es sollte evtl bekannt sein, dass 3x7 auch 21 macht und dies als Sub-Behandlung reicht. Weiter möchte ich noch ergänzen, dass mehr als 5 Sublimationen keine Wirklung mehr zeigt ... viel spass beim Dauernebeln ....

  • I h habe leider auch ein paar Volker mit erhöhtem Milbenfall (mehr als 10/tag). Habe heute AS 85 mit Schwammtuch von unten gegeben.
    Sicher ist sicher. Alle anderen sind unauffällig mit keinem Fall oder weniger als 5/Tag.

  • Tja, und wer in so einem Fall nix mehr tut hat nächstes Jahr gewiss gar keine Arbeit mehr mit diesem Volk.
    Außer im Frühling abräumen....


    Jetzt verstehe ich immer mehr, wenn die PSM als Grund für Bienensterblichkeit herhalten müssen und kann den Dr. Liebig sogar in dieser Aussage verstehen.
    Was will man mit einer Aktion bezwecken, wenn ich alle 4 Tage bis Weihnachten bedampfe?
    Jetzt ist das Kind schon in den Brunnen gefallen und die Winterbienen massiv geschädigt, was hilft es jetzt noch?


    Dr. Geiersberger vom bay. Rundfunk sagte vor 40 Jahren einmal folgendes: " Wenn ein Landwirt um 19:oo immer noch nicht Zeit hat seine Sendung zu schauen, dann macht er was falsch und wird die längste Zeit von der Landwirtschaft gelebt haben.


    Ich möchte genauso provokant sagen, wenn jetzt noch jemand mit AS, die völlig deplaciert aus Gründen der jetzt unregelmäßigen, nicht berechenbaren Verdundstung und der Brutvernichtung der eventuell noch schlüpfenden Winterbienen, die Völker vor der brutlosen Zeit malträtieren muss, damit meine ich nicht die Winterbehandlung im Dezember, dann wird er die längste Zeit Bienen gehabt haben und im Frühjahr wenig Arbeit im Gegensatz zu jetzt haben.

    Entschuldigung für meine klaren Worte.


  • ...
    Du hast im Prinzip nur noch die Möglichkeit, nicht zugelassene Mittel zu verwenden. AS 85 oder OX-Dampf.



    ÄÄhm, ...nein!


    Du kannst noch 15% Milchsäure nehmen.
    Funktioniert bei allen Temperaturen, Du brauchst keine Sonderausrüstung, nur einen Pumpzerstäuber. ..ist halt Arbeit, weil man alle Waben beidseitig besprühen muss.


    Ich habe gute Erfahrung damit, selbst stark vermilbte Völker zu retten, wenn man gleichzeitig mit (einer ausrangierten) Entdeckelungsgabel die verdeckelte Brut ausräumt. (Die leergezogenen Zellen auch einsprühen!)


    Ist nicht schön, aber hilft.


    Gruß Jule

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.

  • Bitte bei dem Link Seite 2 beachten:


    http://www.lwg.bayern.de/mam/c…_2._druckversion__kob.pdf


    Ich traue mir zu sagen dass, falls man sich an diese Empfehlungen hält, die Bienenausfälle in einem 10 - 15 % Bereich sich hält. (Außer PSM oder ungünstigen Bienenstandorten) .
    Seit min. 10 Jahren fahre ich so schon hervorragend.


    Alle hier aufgeführten Punkte sind wichtig und aufeinander abgestimmt. Das aller, aller, allerwichtigste ist in meiner Imkerei der konsequent einzuhaltende Termin im Juli mit der AS Verdunstung. Hier wird die Varroa massiv mit der AS bei korrekter Anwendung biz zu 90 % dezimiert und die sollte aufgrund der Drohnenbrutentnahme , auch schon von der Winterbehandlung herrührend im Vorjahr nicht so massiv im Juli sein.


  • er hat es genau nach Anleitung gemacht. Die Mengenangaben sind pro Volk, und nicht pro Zarge. Jedenfalls beim Professional.
    Gruß
    Jonas


    Hallo Sprekki, hallo Binneu!


    Jetzt hab ich mir die Gebrauchsanweisungen genau angesehen. Beim Nassenheider-Professional werden für ein zweizargiges Zandervolk 20 - 25 ml (60 % AS) Tagesdosis empfohlen.


    Beim Nassenheider-Horizontalverdunster werden pro Zarge 15 - 20 ml (60% AS) pro Zarge empfohlen, sprich eine Tagesdosis von 30 - 40 ml. Meines Erachtens ist das doch ein erheblicher Unterschied.


    http://www.nassenheider.com/files/dokum/v%20geb%20de.pdf


    http://www.nassenheider.com/fi…m/30020_gebr_de%20web.pdf



    Zum Vergleich beim Liebig-Verdunster werden bei einem zweizargiges Zandervolk für die Sommerbehandlung 100 ml 85% AS mit einer 25 -30 ml Tagesdosis empfohlen. Umgerechnet auf die tatsächliche Säuremenge würde das heißen, dass 35,4 - 42,5 ml 60 % AS pro Tag verdunsten müssten.


    http://www.bienenweber.de/Lieb…ebrauchsanweisung%20.html


    Man kann nur hoffen, dass die Milben selbst wissen mit welchem Verdunster die AS eingebracht wird und dass sie aus Anstand, auch bei einer zu niedrigeren Dosis in die ewigen Jagdgründe eingehen.


    Von Nassenheider ist es doch etwas schwach, dass der Wirr-Warr bei den Betriebsanleitungen nicht behoben wird.


    MfG
    Honigmaul

  • Hm, Dr. Polaczek als langjähriger AS-60%-Forscher hält 1g/Wabe (bei Zander/DN) AS 60% für ausreichend:


    http://www.nassenheider.com/fi…/Die%20Biene%20August.pdf


    Demnach würden die Liebig-/Nassenheider-Anweisungen jeweils mehr oder weniger überdosieren. Für die Frage der Wirksamkeit gegen Milben wäre das nicht relevant, für die Schädigung des Biens mglw. schon. Mglw. kalkulieren die Anweisungen aber auch grobmaschigere Kontrollen der Verdunstungsmenge (> 1 Tag) ein bzw. wollen durch (Über-)Dosierungspuffer die Tag-/Nachtschwankung bei der Verdunstung ausgleichen., je nachdem, für wie faul, blöd oder ignorant die Anweisungsredaktion ihre imkerliche Kundschaft jeweils einschätzte.

  • Hallo Ribes!


    Die von Dr. Polaczeck angebene Verdunstungsmenge, 1g/Wabe und Tag ist aber eine äußerst unbrauchbare Angabe, denn die Skala ist auf ml ausgelegt und wer hat schon eine Ahnung wie bei der 60% AS von g auf ml umgerechnet wird.


    Bei einer so niedrigen Tagesdosis wird man vermutlich die angebebene Behandlungszeit von 14 Tagen tatsächlich einhalten müssen, denn da wird die AS nicht mehr ausreichend in die Brut wirken.
    Im Gegensatz dazu steht die AS-Dosis die beim Liebig-Verdunster angegeben ist. Die angeführten 100 ml (85% AS) sind nach 3 oder 4 Tagen verdunstet und haben natürlich die Aufgabe auch in die Brut zu wirken. Ein direkter Vergleich der beschriebenen Anwendungen ist daher nicht möglich.


    MfG
    Honigmaul