AS-Behandlung bei offenem Gitterboden

  • Borderbee das ist dann in Deinem Fall mit Kanonen auf Spatzen schießen - ist nicht bös gemeint, aber ganz ehrlich, wer Diagnosen fährt weiss wie es um die Völker steht, und ob eine weitere Behandlung überhaupt notwendig ist, oder ob darauf verzichtet werden kann, und das/die Völker, die unterhalb der Schwellenwerte liegen nicht zusätzlich noch mit AMS belastet werden sollten ........


    Moin Joachim,
    da magst du sicherlich etwas Recht haben, aber da ich im Moment mit meinen eigenen über 80 Völker mit betreue fehlt dafür einfach die Zeit! Die Ergebnisse geben mir ja aber wohl recht das ich wenig bis keine Winterverlusste durch habe!
    Gelegentlich gucke ich auch mal bei einigen Völkern mit dem einschub für ein paar Tage was da so fällt, aber mehr auch nicht!
    Im Idealfall ist es sicher besser jedes Volker auszuzählen und individuell zu behandeln, da gebe ich dir schon recht!
    Ich denke nur das auch Berufsimker nur stichprobenartig bei ihren Völkern Varoa zählen, denn das ist doch recht zeitaufwendig, dazu noch das Material!
    Aber jeder wie er mag, hätte ich nur ein paar Völker würde ich sicher auch zählen!
    Erstmal,
    Borderbee

  • Ich war genauso schockiert und wundere mich, dass bisher hier noch niemand auf diese Aussage reagiert hat...


    Sorry aber ich hab das eben erst gelesen!


    Also der DBIB hatte nach einer der Demos in Köln Gespräche mit BAYER. Die damalige Chefin Sandra Petersen war sehr verwundert, als von unserer Seite genau dieser Punkt (Mode of Act) vorgebracht wurde und BAYER hatte versprochen, dies raus zu finden. Denn unser Vorwurf war ja, dass die Neonics zu dem großen Bienensterben beitragen, BAYER aber behauptet, dass die Varroa das Problem ist.


    Das sagten wir, wenn dem so ist, warum tut dann BAYER uns nicht helfen die Varroa besser in den Griff zu bekommen. Da hatte BAYER eingeworfen, dass sie doch ausreichend gute Medikamente im Portfolio hätten. Wir sagten ihnen, dass diese schon lange am Markt seinen und es inzwischen weltweit messbare resistensen gäbe. Das wurde zunächst nicht akzeptiert aber im Laufe des Gesprächs dann doch angenommen. Unser Einwand, dass bei nahe zu gleichlanger Anwendungsdauer es aber bis heute keine messbare resistensen bei der AS gäbe, lege den Verdacht nahe, dass dieser Wirkstoff noch großes Potential hätte. Doch wir von Seiten des DBIB dennoch große Defizite bei der AS sehen. Die deutschen Institute würden derzeit (also damals) keine klare, einheitliche und für alle Imker mit allen Wetterbedingungen gültige Anwendungsempfehlungen geben. Das führe dazu, dass man diese Situation auch von Seiten der Fa. BAYER missbrauche. Das haben sie dann aber wieder von sich gewiesen. Doch wir blieben Hart und haben BAYER gesagt, so lange nichts gegenteiliges bewiesen ist, und so lange uns niemand sagen kann wie die AS funktioniert und wie hoch die Konzentration sein muss etc, solange bleiben wir dabei, dass die Neonics ein Problem für die Bienen sind. Das war der Stand von etwa 2012.


    Dass BAYER gerne die Neonics wieder haben will ist ja nicht von der Hand zu weisen


    Dass BAYER z.Z. dafür sorgt, dass die MAQS kamen und anders ist also auch logisch


    Dass BAYER endlich auch sein Versprechen einlösen will, ist im Grunde eigentlich schon längst überfällig


    denn auch nächstes Frühjahr werden die Bienen wieder für Schlagzeilen sorgen


    und der Blick auf Zuckerrüben und Kartoffeln so wie Zierpflanzenbau wird nicht ausbleiben


    Zitat

    ...Meine Devise war, so wenig wie möglich. Und es scheint zu funzen.
    Ob ich das so offen in unseren Imkervereinen sagen kann, weiß ich nicht, da bin ich mir nicht sicher, denn die meisten sind ja "Hohenheim-hörig".

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Also irgendwoher müssen die Zahlen und Weisheiten hier aber schon stammen...
    Christoph sieht es mir hoffentlich nach wenn ich der Forderung nach eines pauschalen Behandlungsplans nicht unterstreichen möchte, denn die haben wir ja teilweise schon, da aber die Rahmenbedingungen maßgeblich sind erfordert die Behandlung eben ein klein wenig Fingerspitzengefühl.
    Ich kann es sicher nicht wissenschaftlich belegen, aber bei mir reichen durchaus 15 Straßenkilometer Differenz um unterschiedliche Behandlungserfolge mit AS zu erreichen...
    Die Varroa-Konzepte der Institute geben meiner Ansicht nur eine Orientierungshilfe vor und wurden in den letzten Jahren durchaus auch angepasst. Aus einer AS wurden bspw. zwei... Auch hier kann ich den Grund nur vermuten... man ist auf der sichereren Seite wenn die Rahmenbedingungen nicht gepasst hat und kein ausreichender Behandlungserfolg erreicht wurde.
    LG
    Andreas

  • Hallo Andreas,
    ich zitiere hier mal den entsprechenden Abschnitt der Seite:


    "Um gegen die Varroamilbe wirksam zu sein, muss in der Stockluft eine Konzentration von 500 ppm an Ameisensäure erreicht werden. 500 ppm sind 0,05 %. Beeinträchtigungen der Bienen treten erst bei höheren Konzentrationen in der Stockluft auf. Ob eine ausreichende Konzentration in den Brutzellen erreicht wurde, sollten Sie nach Ende der Behandlung stichprobenartig durch Brutuntersuchungen kontrollieren."


    Die ersten zwei Aussagen sind nicht belegt, nicht mal erforscht. Genau darum geht es ja. Wo haben die Macher der Seite also die Zahlen her???
    Und bei der Wirkung in die Brut wird keine Aussage getroffen, das sollst du selbst prüfen. Eben! Genau für diese Fragen gibt es keine
    verlässlichen Aussagen, nicht mal nach 30 Jahren Varroa!!!! Alles Gestocher im Nebel!
    Deshalb kommen meiner Meinung nach die empfohlenen hohen Dosierungen bei der zweimaligen Behandlung mit der AS. Denn noch niemand konnte
    erklären, warum die Gesamtdosierung von max. 120ml beim Schwammtuch genauso wirkt wie die 340ml bei den anderen Verdunstern!!
    Nach dem Motto: Wir nehmen einfach mehr, dann wird es schon wirken. So sieht mir das aus.
    Und Bayer und Konsorten feixen sich eins!

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Hallo holmi,
    ich kann gern bei den Machern der Seite mal nachfragen wenn Du zu schüchtern bist :wink:
    Das AS in höheren Dosen Bienen schädigt wissen wir seit dem Auslaufen der neuentwickelten Nassenheider ganz sicher und um weiter im Nebel zu stochern gehe ich davon aus das der Entwickler die Dosis mittels Tierversuchen bestimmt hat...:oops:
    Ähnlich liefs doch auch bei der OS... die Bienen vertragen da schon nen ordentlichen Schluck mehr und man hat hier durch Versuche lediglich den besten Weg ermittelt?
    LG
    Andreas


    P.S. Oder Du schickst einen Leipziger bei der Dame vorbei?
    http://tsk-sachsen.de/joomdocs/Vortrag_Praeperate.pdf

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von obi11 () aus folgendem Grund: Nachtrag

  • Ja, ich bin schüchtern (kenne ich gar nicht von mir :oops:).
    Die Dosis wurde evtl. durch Versuche bestimmt, glaube ich aber auch nicht so recht dran. Aber die Wirksamkeit ist unerforscht.
    Ich finde sowas skandalös.
    Stell dir vor, es wird ein Medikament rausgebracht. Man hat erforscht, bei welcher Dosis es Nebenwirkungen hat. Aber ob es wirksam ist und bei
    welcher Dosis des Wirkstoffes, weiß man nicht. Da würden sich doch alle an den Kopf fassen, oder? Und eine Zulassung gäbe es dafür nicht!!!

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi