AS-Behandlung bei offenem Gitterboden

  • Hallo zusammen,


    als Anfänger ist mir der Fehler bei erst jetzt begonnen zweiten AS-Behandlung unterlaufen, die Gitterböden der Beuten nicht zu verschließen. Da die verdunstete AS schwerer als die Stockluft sein dürfte, wird sie einmal an den Bienen vorbei und dann durch den Gitterboden raus aus der Beute "ziehen".
    Da ich aktuell nicht vor Ort bin und somit keine Chance habe, die Gitterböden kurzfristig zu verschließen, meine Frage:


    Kann diese Behandlung mit der "vorbeiziehenden" AS überhaupt gegen die Milben wirken oder ist die dazu notwendige Konzentration an AS innerhalb der Beute zu niedrig?


    Selbstverständlich weiß ich, dass diese jetzige Behandlung alles andere als optimal ist. Aber ich würde mich wirklich freuen, wenn nicht lediglich pauschale Hinweise darauf kommen, sondern ggf. eine konkrete Untermauerung, ab welcher Konzentration an AS überhaupt eine Wirkung auf die Varroamilbe einsetzen kann.


    Besten Dank vorab,
    Christian

  • Hallo Christian,


    unter 20 Grad Celsius verdunstet zu wenig Ameisensäure. Eine Behandlung wäre bei den aktuellen Temperaturen auch mit geschlossenem Gitterboden nicht erfolgreich. Bei mir war es z.B. seit dem 20. September nicht mehr wärmer als 20 Grad Celsius.


    http://www.wunderground.com/pe…20150829/e20150928/mmonth


    Aus meiner Sicht bleibt Dir nur abzuwarten bis die Völker brutfrei sind oder kleine noch vorhandene Brutflächen auszuschneiden und dann mit Oxalsäure zu behandeln.


    Viele Grüße
    Matthias

  • sondern ggf. eine konkrete Untermauerung, ab welcher Konzentration an AS überhaupt eine Wirkung auf die Varroamilbe einsetzen kann.


    Hallo Christian und auch alle anderen,
    dieser Ansatz ist gut, die Frage auch, aber: in Hohenheim wird genau danach erst ab dem nächsten Jahr geforscht! Man weiß es nicht!!!!!!
    Als ich das vor 14 Tagen bei einem Vortrag hörte, fiel ich fast vom Glauben ab.
    Man weiß noch immer nicht, nach 30 Jahren AS-Behandlung, bei welcher Konzentration sie wirkt und ab welcher Konzentration sie schädlich auf die Bienen wirkt.
    Beides soll ab nächstem Jahr erforscht werden!!!!!! Ist das nicht früh????
    Es geht nicht um die Dosierung, aber letztendlich ist das eigentlich egal, wenn man nicht die Konzentration kennt.
    Etwas OT, aber die Frage war gerade passend.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Hallo Christian,


    meiner Meinung nach solltest du mit Milchsäure behandeln. Das sollte jetzt klappen. Wenn die Bienen noch nicht brutfrei sind dann alle 4 bis 5 Tage mit MS behandeln. Wieviel Milben hast Du gezählt.
    Wenn Du schon Brutfrei bist sinf die Winterbienen schon komplett da ansonsten hast Du noch gute Chancen welche durch die Behandlung frei von Milbenbissen aufzuziehen.


    Gruss Markus

  • Hallo Holmi,


    ich bin ja nahezu schockiert, dass alle Welt Ameisensäure in den Bienenvölkern verdunsten lässt und dies als das Mittel schlechthin gepriesen wird, wir aber noch keine Erkenntnis darüber haben, ab welcher Konzentration die AS überhaupt wirkt. Das kann also bedeuten, dass wir unseren Bienen u. U. mehr Belastung zumuten als erforderlich ist.


    Nun, das veranlasst mich dazu, den von mir begonnenen Zyklus über offenem Gitterboden einfach einmal versuchsweise zu Ende zu bringen. Ich werde anschließend einmal schauen, wieviele Milben danach noch abfallen. Möglicherweise bringt diese Art der Behandlung ja doch einen Erfolg.


    Viele Grüße
    Christian

  • Ich war genauso schockiert und wundere mich, dass bisher hier noch niemand auf diese Aussage reagiert hat.
    Das soll natürlich nicht heißen, dass die Behandlung mit AS jetzt ganz fallen gelassen wird. Aber die erforderlichen, besser empfohlenen, Mengen sind anscheinend doch nicht so feststehend. Ich behandle seit Jahren mit 60%-iger AS mit Schwammtuch von oben 3-4-mal und sobekommt das Volk max. 120 ml (Dadant) insgesamt!!!!
    Nicht 360ml!!! Und bis jetzt war das immer ausreichend, ohne Kö.-Verluste! Meine Devise war, so wenig wie möglich. Und es scheint zu funzen.
    Ob ich das so offen in unseren Imkervereinen sagen kann, weiß ich nicht, da bin ich mir nicht sicher, denn die meisten sind ja "Hohenheim-hörig".

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Die Wirkung soll annähernd gleich sein. Den Boden braucht man hauptsächlich zur Kontrolle und zur Auszählung der abgefallenen Milben.
    Wenn es nicht ausreichend wirkt, hätte es wahrscheinlich auch mit geschlossenem Boden nicht funktioniert. So richtig warm ist es ja nun nicht mehr...
    Bei den Empfehlungen zur Fluglochgröße gibt es dabei auch unterschiedliche Versionen.
    Außerdem interessiert mich weniger die benötigte Menge (Konzentration) an Ameisensäure. Da wird es auch nach der "Erforschung" im nächsten Jahr immer noch zahlreiche unterschiedliche Meinungen geben. Die erste Erforschung dieser Frage ist es mit Sicherheit nicht. Viel grauslicher ist die Tatsache, dass man nicht weiß, wie die Ameisensäure wirkt. Auch hier gibt es nur diverse Vermutungen.

    Tatsachen muss man kennen, bevor man sie verdrehen kann. (Mark Twain)

  • Hinsichtlich der Konzentration geht es mir auch nicht um die Frage, ob ich möglicherweise ein paar ml AS sparen kann, sondern eher darum, ab welcher Konzentration in der Stockluft eine Wirkung auf die Varroamilben einsetzt. Daran schließt sich die weitere Frage an, wie man diese Konzentration erreichen und auf gleichbleibendem Niveau halten kann. Es wäre ja wünschenswert, die Belastung der Bienen so hoch wie nötig, aber so gering wie möglich zu halten.

  • Eine Behandlung mit offenem Gitterboden klappt wunderbar, wenn man folgende Punkte beachtet:


    1.) Vorher Diagnose über 3 bis 5 Tage mittels eingelegter, geölter Windel
    2.) Errechnen des Milbenbefalls anhand der bekannten Faktoren (= Brechung des gesamten Mibenbefalls im Volk
    3.) Einbringen der AMS mittels selbst gewähltem Verdunsters (Schwammtuch, Nassenheider, LD) unter angegebener Dosierung der AMS – ohne eingelegte Windel
    4.) 21 Tage nach abgeschlossener Behandlung setzt der natürliche Milbenabfall wieder ein (1x kompletter Brutzyklus). Aus diesem Grund erfolgt ab diesem Zeitpunkt eine weitere Diagnose mittels eingelegter, geölter Windel über 3 bis 7 Tage – sowie dann die Auswertung. Liegt der Schwellenwert weit über den Vorgaben erfolgt eine weitere Behandlung mittels geeignetem, zugelassenem Behandlungsmittel.


    Ich setze diese so gewählte Maßnahme seit 5 Betriebsjahren nun ein, und habe bis dato keine negativen Effekte feststellen können.
    Fakt ist, dass die Bienen es schaffen, durch ihre eigene Luftstrom – und Zirkulationssteuerung Die AMS – Dämpfe selbst bei eingelegter Windel – verengtem Flugloch so steuern können, dass die AMS praktisch wirkungslos ist. Aus meiner Sicht galt die eingelegte Windel während der Behandlung immer nur dazu, dass der Imker sehen kann ob Milben fallen oder nicht. Eine klassische Wirkungsverbesserung besteht nicht. Aus diesem Grund denke ich für meien Betriebsweise ist das einlegen einer Windel während der Behandlung nicht notwendig


    Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass bei jeglicher AMS – Behandlung (Form: Nassenheider, LD, Schwammtuch etc.) und egal in welcher Dosierung der AMS (60% ad. us. vet., 85% ad. us. vet. 99% ad. us. vet (die bekanntlich in den MAQS zum Einsatz kommt)) es zu Brutschäden kommt.
    Viele Schäden sind für den Imker nicht offensichtlich und gleich sichtbar z.B. dass die Königin während der Behandlung keine Eier mehr legt und dass Brut au(s)fgefressen wird.


    Sichtbare Schäden für ein geschultes Imkerauge sind viele Tote Bienen im Gitterboden oder vor dem Flugloch – es handelt sich dabei dann überwiegend um Bienen, die kurz vor dem Schlüpfen waren oder sind, und den Säurenebel nicht verkraftet haben. Auch findet man dann und wann noch nicht fertig entwickelte Bienen, die ausgeräumt werden. Im Worstcase ziehen die Bienen sogar aus der Beute, wenn die Konzentration zu hoch angesetzt wurde.
    Fazit daraus, man muss schon wissen was man tut ….

  • Hallo Christian,


    genau das wird immer das Problem sein, selbst wenn man einen genauen Wert kennt, wie kann ich den überprüfen. Man benötigte also ein Messgerät, welches die Ameisensäurekonzentration in der Stockluft misst. Und dann ist jeden Tag die Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Aktivität der Bienen unterschiedlich. Also müsste eine automatische Dosiereinrichtung in Verbindung mit dem Messgerät für diese optimale Konzentration sorgen.
    Bei wenigen Völkern vielleicht noch zu stemmen, aber .....



    Gruß,
    Ulrich

  • Der Frank Osterloh (Berufsimker) hat letztens hier geschrieben, daß er immer bei offenem Gitterboden AS-behandelt. (Er arbeitet mit Segebergern.)


    Es muss also funktionieren!


    Gruß Jörg


    Moin,
    so mache ich das auch und auch noch einige die ich kenne!
    Bis jetzt habe ich keine Nachteile feststellen können, außer das ich mir das mit den einschüben spare!
    Zählen tue ich nicht, bei mir bekommen alle 3 bis 4 x 30ml. (10x DNM 1,5) und ich hatte durch die AS in den letzten fünf Jahren nie Königinnen verloren!
    Mir hat sich sowieso noch nie erschlossen warum der Boden rein soll, aber dann das Flugloch ganz auf Soll....
    Das ist doch als wenn ich beim Auto die Tür zu mache weil mir kalt ist aber dafür das Fenster runter mache!!!
    Erstmal,
    Borderbee


  • Borderbee das ist dann in Deinem Fall mit Kanonen auf Spatzen schießen - ist nicht bös gemeint, aber ganz ehrlich, wer Diagnosen fährt weiss wie es um die Völker steht, und ob eine weitere Behandlung überhaupt notwendig ist, oder ob darauf verzichtet werden kann, und das/die Völker, die unterhalb der Schwellenwerte liegen nicht zusätzlich noch mit AMS belastet werden sollten ........