Metherstellung nach neuem Bienjournal

  • Ich habe sowohl vom gesetzteskonformen Met, als auch Mit apfelsaft sowie einen mit Kirschsaft produziert gemacht. Jeweils 30 Liter. Geschmeckt hat der mit Apfelsaft und der mit Kirschsaft bereits sehr jung sehr gut. Der normale Met braucht in der Gärung deutlich länger. War am Anfang auch sehr enttäuscht als ich ihn getrunken habe. Nach dem Filtern schmeckte er deutlich besser. Ein halbes Jahr später..... Diverse Grillfeste unter Freunden später.... Nix mehr da von allen drei Varianten. Ich sag übrigens immer dazu, welcher der Getränke als Met bezeichnet werden darf, und welcher nicht. Ist den Leuten wurscht.


    Remstal geht es um die Bezeichnung "Met". Und die ist in Deutschland genauso geschützt wie Honig. Ich bezeichne Futterwaben schließlich auch nicht als Honig, nur weil meine Bienen mein Zuckerwasser aufgenommen und umgetragen haben

  • Bin mal gespannt. Hab noch knapp 15kg Honig im eimer der recht grob dunkel ist und schwer abnehmer findet.


    Hab vor ner Woche alles bei brouwland bestellt was man benötigt und versuche mich auch mal an 40 litern :€

  • Für den Anfang solltest du Bereits hier erwähnt auf www.honigweinkeller.de dich einlesen, für das Brauzubehör ist www.brouwland.com einer der besten Lieferanten.

    Als erstes Rezept solltest du ganz mit dem Grundrezept starten, als Hefe ist Sherryhefe sehr gut geeignet.


    Das erste was getan werden muss, ist das ein Gärstarter von min. 0.25 L/10 L Met angesetzt wird. Dafür wird die Hefe in Naturtrüben Apfelsaft gegeben. Das machst du zwei Tage vor dem eigentlichen Gärstart.
    Für das Brauen selber brauchst du Apfelsaft, Wasser, Hefenährsalz, Kaliumpyrosulfit, (Gelatine, Tanin)
    Verzichte am Anfang nicht auf den Apfelsaft. Er enthält Verschiedene Spurenelemente und Nährstoffe die für die Hefen wichtig sind. So hast du einfach weniger Probleme mit der Gärung und der Geschmack des Mets wird abgerundet. Versuche es ohne Apfelsaft wenn du ein bisschen Erfahrung hast und Gärfehler erkennen kannst.
    Auch am Ende der Gärung muss Abgeschwefelt werden. Hierdrauf auf keinen Fall verzichten. Sonst bleiben die Hefen für immer Aktiv und du kannst den Met recht schnell Wegwerfen da die haltbarkeit nicht Wirklich gut ist. Den Apfelsaft bei bei Gärstart auf 30 mg/L Schwefeln. Noch kein Wasser zugeben. Das Wasser gibts du erst nach dem ersten abschächen der Gäraktivität zusammen mit dem Zucker und 50% des Honigs zu. Am ende der Gärung mit 1 g Kaliumpyrosulfit / 10 L Abschwefeln.


    Nach einer Woche kannst du den Met von der Hefe abziehen und mit Tanin und Gelatine schönen. Die Schönung ist nach zwei Wochen abgeschlossen. Erneut vom Bodensatz abziehen und für 4 Wochen Lagern. Jetzt sollte sich eigentlich kein deutlicher Bodensatz mehr bilden. Jetzt kann der Met abgefüllt werden.

  • Ich muss den auch mal rausholen:


    :roll:


    Lese ich da Apfelsaft, schwefeln, Gelatine, Tannin ? Alles unnötig. Statt Apfelsaft ein bisschen Honig in Wasser auflösen (oder Entdeckelungswachs auswaschen, da sind auch gleich ein paar schwebende Wachsteilchen dabei), Nährsalz und Hefe dazu und warm stellen. Nach ein paar Tagen mit diesem Ansatz den richtigen Met ansetzen. NAch der Gärung 2-3Wochen stehen lassen, abziehen (Hefe bitte unten lassen und nicht mit raus saugen), nochmal einige Zeit stehen lassen und dann wieder abziehen und ab in Flaschen damit. Fertig. Ich habe im Keller noch 3jährigen Met, der noch super ist. Zucker hat in Met auch nix verloren.


    Grüsse, Robert


  • Auch am Ende der Gärung muss Abgeschwefelt werden. Hierdrauf auf keinen Fall verzichten. Sonst bleiben die Hefen für immer Aktiv und du kannst den Met recht schnell Wegwerfen da die haltbarkeit nicht Wirklich gut ist.


    Das ist aber nur erforderlich, wenn
    - der Met wenig Alkohol enthält
    - oder ohne hohen Alkoholgehalt eine Restsüße haben soll.
    Durchgegorener Met ist auch so stabil (es fehlt ja an Zucker für die weitere Gärung). Ist der Alkoholgehalt hoch genug, werden die Hefen automatisch inaktiv, auch bei Restzucker. Deswegen auch die Sherryhefen (oder Portweinhefen). Sie vertragen mehr Alkohol. Das gibt dann aber bei Restsüße auch einen Alkoholgehalt der fast an Sherry heranreicht.
    Ich habe auf diese Weise einen mit frischem Ingwer aromatisieren Met gemacht, der sich (auf Eis) gut als Aperitif eignet oder als Basis für einen Longdrink.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Naja die Sherry Hefe hört dann aber auch erst bei 21% auf (Aber der ist trotzdem lecker).


    Was auch sehr lecker ist, ist den Met als Schaumwein zuzubereiten wie einen Sekt. Das erfordert zwar ein wenig Übung beim abziehen der Hefe aber das lernt man.

  • Naja die Sherry Hefe hört dann aber auch erst bei 21% auf (Aber der ist trotzdem lecker).


    Das wohl kaum. Solche Alkoholgehalte erhält man nicht durch bloße Gärung (da ist spätestens bei 17% Schluss), sondern (wie bei Sherry) nur durch Zusatz von Branntwein.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Hallo Wolfgang,
    mit der nicht erlaubten Turbohefe kommst du an 19% heran. Aber was soll der hohe Alkoholgehalt. Bei diesem Thema wird gerne fabuliert und weniger Erfahrung ausgetauscht.
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Hallo Wolfgang,
    mit der nicht erlaubten Turbohefe kommst du an 19% heran. Aber was soll der hohe Alkoholgehalt. Bei diesem Thema wird gerne fabuliert und weniger Erfahrung ausgetauscht.
    Remstalimker


    Seit wann ist Turbo Hefe denn verboten?


    Die verbietet sich aus ganz anderen Gründen. Turbohefe ist eine Hefe die für das herstellen von Neutralalkohol gedacht ist. Die ist so gezüchtet das sie möglichst wenig aktive Nebenprodukte erzeugt (was auch immer du damit zubereitet schmeckt nur fade, den Fehler macht man nur einmal).


    Sherry Hefe geht bis 17% ohne Probleme, danach nimmt die Gärtätigkeit stark ab. Sie ist allerdings nicht beendet. Bis zu den 21% dauert die Nachgärung noch etwa 5 Wochen.

  • Sherry Hefe geht bis 17% ohne Probleme


    Wen die Bedingungen günstig sind vielleicht. 17 % abv ist mir aber sowieso zu viel für Met, mit Porthefe bekomme ich das beste Resultat bisher.
    Abschwefeln , no way.
    Ein wenig Apfelsaft für den Gärstarter, Hefenährsalz und Zitronensaure benutze ich auch, für die Puristen unter uns ist es dann aber kein Met mehr aber das soll mir egal sein, es soll mir vor allem schmecken. Kaliumpyrosulfit, Gelatine und Tannin sind unnötig wobei in meinem Met manchmal vielleicht eine Tanninnote fehlt, vielleicht doch einen Versuch wert.


    Gruss, Wilfried.

    ...und der Blick auf die Biene wird der Blick auf die Landschaft sein (Bernhard Heuvel, 08.11.2013)

  • Hallo WIWI,
    ich als bekennender Purist habe immer so den Verdacht, dass hier Internetwissen verzapft wird. Beispiel bei dir: Hefenährsalz ja, aber dann benötigst du keinen Apfelsaft und dann noch Zitronensäure :roll:. Die Säure des Nährsalzes ist ausreichend. Der Met ist sonst dann total übersäuert und du kannst ihn zum Zahnschmelzreinigen benutzen. Die Hefenangaben finde ich auch lustig.


    Sorry, ich sehe gerade. In Belgien gilt das Reinheitsgebot nicht.


    Gruß
    Remstalimker


    Purist in Sachen Met

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol: