Stecher - wann umweiseln ?

  • Liebe Experten,


    habe ein Volk - letztes Jahr als mächtigen Schwarm im Juni eingeschlagen, das nun in diesem Jahr erneut geschwärmt ist (oh Wunder:-?). Es hat sich bis dato gut entwickelt, hat ausreichend Brut (3 Waben DNM 1,5 teilgefüllt), ist aber sehr "wehrhaft". Im Zuge der Volksentwicklung hat sich das immer deutlicher manifestiert. Das kann man ja mögen, aber sie fallen total aus dem von mir angestrebten Rahmen. Nun kann ich einerseits mit entsprechender Schutzkleidung an denen arbeiten, was ich für meine anderen Völker nicht benötige oder ich ersetze die Königin. Hinzu kommt, dass ich schon einen Abnehmer für dieses Volk habe, dem ich als Anfänger so etwas nicht zumuten möchte. Insofern ist der Ersatz der Königin wohl das Beste... Die Hürde ist nur, dass ich derzeit keine begattete Königin habe.


    Eine Völkervereinigung möchte ich jetzt nicht machen - habe ja alle aufgefüttert und mit so einem "Turm" (2 * DNM 1,5 à 11 Waben) über den Winter habe ich keine Erfahrung.


    Die letzte Möglichkeit wäre, das Frühjahr abzuwarten, dann die Königin des wehrhaften Volkes zu kassieren und mit anderem Volk zu vereinigen.


    Was könnt Ihr mir empfehlen ?


    Herzlichen Dank und Grüße


    Rainer

  • Ein Wechsel der Königin ist jetzt, soweit ich weiß, noch möglich. Fraglich ist nur, ob einer der Züchter – oder ein Nachbar – jetzt noch eine begattete Königin zur Abgabe bereit hält. Es genügt ja, wenn sie Standbegattet ist, Hauptsache, sie ist jung, gesund und hat gute Eigenschaften.
    Die Brutlücke, die durch ein Umweiseln entsteht, kann man ja klein halten, je nach Methode.


    Hans

    Die Glücklichen sind neugierig. (F. W. Nietzsche)

  • Hallo


    Züchter haben jetzt noch Königinnen - man muss mir etwas suchen - und das tauschen geht auch super. Nur ist es fraglich, ob sich das gewünschte Ergebnis schnell einstellt. Viele Winterbienen sind schon erbrütet und so hat man diese Bienen bis April mit dabei. Wenn das kein Problem ist tausche jetzt. Vereinigung ist auch kein Problem. Nimm das Brutnest des Ablegers und setzte es in die Mitte des aktuellen Nestes. Vorher die alte Königin raus. Dafür ggf. Futterwaben raus, die du entweder im Oktober zurück gibst, noch nachfütterst oder die Waben zum eventuellen zusetzen im Winter aufheben.


    Gruß Frank

  • Ja, damit kann ich leben - bis dahin muss ich ja nur ein paar Eingriffe machen. Da wird halt Vollschutz angelegt...


    Noch eine letzte Frage: Muss ich beim Umhängen des BN etwas beachten oder geht das "ruck zuck" ?


    Grüße


    Rainer

  • Ne eigentlich geht das gut. Habe das schon mit Ablegern ohne Probleme gemacht. Hatte da aber meist noch platz für die neuen Brutwaben. Wie sieht es da bei dir aus? Ggf musst du hier etwas zaubern und platz schaffen.

  • Hallo Frank,


    Platz muss ich schaffen, ist aber kein Problem, weil ich die mit Futter teilgefüllten Waben inkl. Bienen auf 2 weitere Ableger aufteilen kann. Die sitzen z. Z. auf 8 Waben DNM 1,5 - können also Verstärkung gebrauchen.


    Grüße aus HH


    Rainer

  • Lieber Frank,


    die Aktion habe ich gestern durchgeführt: die Kö des Stechervolkes raus, 3 FW von den Bienen befreit (waren alle so begeistert, dass sie mich ziemlich attakiert haben), die 2 BW des wehrhaften Volkes (Ca) auseinander und 3 BW der friedl. BF samt Kö dazwischen. Deckel drauf und Schicksal nimm deinen Lauf. Das wehrhafte Volk auf den Platz des Ablegers, damit die Flugbienen dazukommen. Den Rest der BF habe ich dann den anderen Ablegern zur Verstärkung gegeben. Makroskopisch alles prima - nur, die kloppen sich noch heftig am Flugloch - heute Morgen ca. 100 tote Bienen davor. N. W.prüfe ich, ob die Kö das überlebt hat...


    Soweit den akt. Stand.


    Beste Grüße


    Rainer

  • Ne eigentlich geht das gut.


    Hallo Frank,


    war zu neugierig und habe heute die Lage geprüft:


    Die neue Königin stiftet in ihrem "eingelagerten" Brutnest - da scheint alles i.O. Die Klopperei am Flugloch hat auch aufgehört. Insofern denke ich, dass sich alles fügt.


    Interessant war die "Trauergemeinde", die sich gestern bei der abgedrückten Königin des wehrhaften Volkes eingefunden hatte. Ich habe die Königin ca. 50 m vom Beutenstandort abgedrückt, aber nicht entsorgt. Es fand sich ein Häuflein Bienen dort ein, die sich um den traurigen Rest kümmerten. Da sag noch einer, die hätten keine Gefühle...


    Lieber Frank, vielen Dank für Deinen Tip - es hat wohl funktioniert. Damit bin ich das Problem erst mal los.


    Herzliche Grüße


    Rainer

  • Hallo Rainer,


    tut mir leid, dass ich mich jetzt erst melde. Ich war im Urlaub und hatte den PC vergessen... Mit Handy lese ich wohl, schreibe aber nur ungerne.


    Ich bin mir nicht so ganz sicher, wie du die Vereinigung vorgenommen hast. Du hast also im Stechervolk die Königin entnommen und dann die Brutwaben aus dem Ableger dazu gesetzt. Dann hast du die Kiste an den alten Standplatz des lieben Ablegers gestellt.


    1. Frage: Standen beide Kisten am gleichen Stand?
    2. Frage: Was hast du mit den anderen Bienen aus dem Ableger gemacht? Die zu den anderen Kisten oder die überschüssigen Waben aus dem Stecher in die anderen Kisten?


    Je nachdem wo die Bienen standen und welche Bienen du nun aufgeteilt hast, hast du nun werhafte Winterbienen in allen / mehreren Kisten. Normalerweise sollte aber der Königin zu dieser Jahreszeit nichts passiert sein. Ich drücker dir auf jeden Fall die Daumen!


    Schaue in einer Woche mal nach, ob die Königin überlebt hat.


    Gruß
    Frank

  • Hallo Reiner,


    da warst du wohl schneller als ich. Na da bin ich aber froh, dass alles gut funktioniert hat. Ich glaube nicht, dass die nun das Brutnest noch wesentlich ausdehnen wird. Habe heute meine Völker kontrolliert - also zwei meiner Völker. Hatte hier Brut auf 3-5 Brutwaben. Daher werden die sich nun einkuscheln.


    Mit deiner Trauergruppe finde ich interessant. Vor allem, wie die die gefunden haben. Oder war das direkt am alten Beutenstandort?


    Nachtrag: Ich habe übrigens immer vollständig vereinigt. Also den Ableger vom anderen Standort an den neuen Stand verbracht. Im Zielvolk platz geschaffen und die Brutwaben zugesetzt. Danach die Bienen von den anderen Waben vor das Flugloch gekippt.


    Gruß
    Frank

  • 1. Frage: Standen beide Kisten am gleichen Stand?
    2. Frage: Was hast du mit den anderen Bienen aus dem Ableger gemacht? Die zu den anderen Kisten oder die überschüssigen Waben aus dem Stecher in die anderen Kisten?


    Moin Frank,


    die Kisten waren an 2 verschiedenen Ständen. Die Stecher habe ich an den Standort des Ablegers gebracht und die Vereinigung der Brutnester nach Entnahme der Stecher-Kö so vorgenommen, wie Du vorgeschlagen hast: Das Brutnest des Ablegers zwischen zwei Brutwaben des wehrhaften Volkes. Die 3 überschüssigen Waben des Stechervolkes habe ich abgeschüttelt und auf andere Ableger verteilt, die noch in der Fütterung sind. Die restlichen Waben des Ablegers inklusiv ansitzende Bienen habe ich auch an die anderen Ableger verteilt - so mit den Ableger aufgelöst. Das wehrhafte Volk mit dem neuen Brutnest steht jetzt auf dem Stand des ehemaligen Ablegers. Darum kam es auch zur Klopperei am Flugloch; denn die heimkehrenden Flugbienen fanden eine fremde "Heimat" vor.


    Wenn ich solch eine Aktion nochmals durchführe, muss ich mir mehr Zeit nehmen und bspw. das wehrhafte Volk nach Brutnestvereinigung irgendwo aufstellen (sie kamen ja von einem anderen Standort uknd müssen sich ohnehin neu einfliegen). Den Ableger, der ohne Brutnest dann weisellos ist, hätte ich besser an seinem alten Standort stehen lassen sollen, und abends die Verteilung auf die anderen Ableger vornehmen sollen - man lernt nicht aus...


    Zu der "Trauergemeinde": ich hatte die Kö mit einem Klippkäfig entnommen und ca. 50 m entfernt vom Stand abgedrückt und dort liegen gelassen. Die Bienen des wehrhaften Volkes haben ihre tote Kö gefunden - erstaunlich.


    Nochmals danke für den Tip - hat ja alles geklappt.


    Beste Grüße


    Rainer