Cremehonig der wieder verflüssigt wird

  • Hallo zusammen,


    was passiert eigentlich mit Honig, der durch Rühren bereits cremig gemacht wurde, wenn er wieder verflüssigt wird? Wird er mit der Zeit wieder zu Cremehonig oder kristallisiert er hart aus und müsste erst neuerlich gerührt werden um wieder einen Cremehonig zu erhalten?


    Danke und Grüße,
    Roland

  • Hallo Werner,


    danke für deine Antwort. "Verliert" Cremehonig also seine cremige Eigenschaft wenn er zu stark erhitzt bzw. zu sehr verflüssigt wird und müsste neuerlich gerührt werden?


    Beste Grüße,
    Roland

  • Hallo Roland,


    ein klares Jein :lol:


    Wenn du den Honig solange erwärmst, nicht über 40°, bis er komplett flüssig ist, wird es zwar ein Zeitlang dauern bis er wieder fest/cremig wird. Die Kristallisationskeime sind allerdings vorhanden, so dass immer wieder eine cremige Konsistenz entstehen wird.


    Wenn du allerdings cremigen Honig willst, rat ich dir, nur solange zu erwärmen bis er fließfähig ist und dann abfüllen.


    Gruß
    Werner

  • Wird er komplett verflüssigt, so meine Erfahrung, dann sind alle Kristalle aufgelöst und somit keine "Vorgabe" mehr für die neue Kristallisation vorhanden.
    Somit wird er grob kristallin.


    herzliche Freitagsgrüße von
    der Anni

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.


  • was passiert eigentlich mit Honig, der durch Rühren bereits cremig gemacht wurde, wenn er wieder verflüssigt wird? Wird er mit der Zeit wieder zu Cremehonig oder kristallisiert er hart aus und müsste erst neuerlich gerührt werden um wieder einen Cremehonig zu erhalten?


    Hallo Roland,


    das ist abhängig davon, ob die ganze Masse voll und ganz flüssig ist oder nicht. Wie schon geschrieben, muss die "Vorgabe" existieren, um entsprechend kleine Kristalle aufzubauen. Honig ist eine übersättigte Lösung von im wesentlichen Frucht- und Traubenzucker. Diese kristallisiert bei Temperaturabsenkung mehr oder weniger schnell. Der Prozess ist in gewissem Maße zufällig.
    Zur Beibehaltung einer cremigen Konsistenz muss man die Kristallbildung möglichst schnell erreichen, weil dann viele kleine Kristallkeime entstehen. Diese "verhaken" sich nicht so intensiv, so dass die cremige Konsistenz entsteht. Man kann das auch durch ständig wiederkehrende Bewegung (Rühren) erreichen. Am Besten ist beides - Temperaturerniedrigung unter Rühren. Das geht natürlich nur mit Honig im Kübel, schlecht im Glas....


    Beste Grüße


    Rainer

  • Hallo zusammen,


    ich habe zu dem Thema eine Frage, die Suchfunktion hat nichts her gegeben. Ich möchte gern wissen, ob es normal ist, dass cremiger Honig, speziell Frühjahrsblüte, nach dem Erwärmen nicht mehr so hell, sondern etwas dunkler bzw. gelber wird. Der Honig wird im Eimer auf Fließtemperatur gebracht, um ihn ins Glas zu bekommen, und ist danach nicht mehr so "rapsweiß" wie vorher. Das ist doch kein "Wärmeschaden", wenn er etwas gelber wird, oder?


    Danke und liebe Grüße,


    Janina

  • Hallo Roland


    meine Erfahrung ist folgende: Wenn ich cremigen Honig auflöse bleibt ein wenig Schaum über. Der flüssige Honig bleibt länger flüssig und wird bei mir dann von den Kunden auch gleich verbraucht, sonst löse ich keinen Honig auf. Wenn du flüssigen Honig wieder cremig machen willst, dann impfe ich ihn mit cremigen Honig und dann wird der Honig wieder cremig.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Roland,


    meine Erfahrung ist, dass der Honig nach dem Auftauen / Erwärmen nicht mehr ganz so fest wird wie vorher. Ich nutze das gezieht, da viele meiner Kunden es lieber mögen, wenn der Honig eine leicht flüssige Konsistenz haben. Also wenn man das Glas bewegt, dass sich der Honig ganz leicht im Glas mit bewegt. Wenn ich den Honig (speziell Frühtracht) dagegen direkt nach dem zwei oder dreimaligen Rühren abfülle, wird er vielen Kunden zu fest.


    Gruß
    Frank

  • Hallo Roland,


    meine Erfahrung ist, dass der Honig nach dem Auftauen / Erwärmen nicht mehr ganz so fest wird wie vorher.


    Frank, das ist exakt auch meine Erfahrung. Wenn man Frühjahrstrachthonig, der z.T. aus der Rapstracht stammt, nach Verfestigung im Lagerbehälter später im Melitherm aufschmilzt, rührt und damit wieder kristallisiert, kommt eine Konsistenz zustande, die sich im Laufe der Zeit auch im Glas nicht mehr verändert. Dagegen stelle ich bei frisch unter Rühren kristallisiertem Honig fest, dass sich die Konsistenz im Glas noch ändert. Es kommt zur "Nachkristallisation", die dann zu hochviskosem bis festerem Honig im Glas führt.


    Beste Grüße


    Rainer