Schleudertypen

  • Hallo Leute,


    ich bin auf der suche nach einer Honigschleuder.
    Als Jungimker stehe ich aber vor einem Berg ungeklärter Fragen.
    Soll es eine Selbstwendeschleuder, Radial oder.... sein?
    Wieviel Waben sollen in das Gerät?
    Mit Prorgammautomatik?
    usw...


    Ich imker auf DNM und mit 10 Wirtschaftsvölker. (wird eher mehr)
    Als Tracht haben wir Frühjahr, Sommer, Raps und Wald.


    Jetzt habe ich mich schon mit zig Leuten unterhalten, dabei habe ich immer eine andere Antwort erhalten, von 4 Waben Selbstwendeschleuder bis 20 Waben Radial.


    Wo ich keinen Sinn sehe ist in einer Tangential-Schleuder mit Handantrieb. Ich möchte die Honigernte auch noch erleben.


    Was würdet Ihr kaufen und warum?


    Grüsse
    Michael

  • Du wirst auch hier tausend verschiedene Meinungen höhren :-)
    Ich habe seit über 10 Jahren eine elektrisch angetriebene vier Waben Selbstwendeschleuder und finde die bei meinen 20 Völkern sehr passend. Würde mir nichts anderes wünschen. Wenn es Luxus sein sollte würde ich mir eine Programmautomatik wünschen. Ich glaube aber eher nicht, dass ich das nachrüste.
    Wenn ich alleine schleudere passt die Laufzeit der Schleuder recht gut zur Entdeckelungszeit für 4 Waben.
    Die ersten Jahre der Imkerei hatte ich noch eine 3 Waben Tangentialschleuder mit Handantrieb von meinem Vater. Der hatte zwar auch immer um die 20 Völker, aber mir wurde das so ab 10 Völkern zu langsam, wie dir auch.
    Was hast du eigentlich jetzt für eine Schleuder?
    Gruß
    Wolfgang

    Selber denken ist durch nichts zu ersetzen.

  • Hallo,


    ich habe eine Möglichkeit eine Schleuder mit zubenutzen.
    Das heisst ich habe keine eigne.
    Jetzt beim abschleudern, haben wir zusammen 35-40 Völker mit einer 4 Waben Selbstwendeschleuder mit Automatiktsteuerung geschleudert. Da haben wir ganze zwei Tage dafür gebraucht. Ich mache das ja gerne, aber das sehe ich als Zeitverschwendung an.
    Da muss es doch einen anderen (schneller,besser) Weg geben.
    Wie machen das die Profils, wo 200 Völker führen?
    Die stehen doch nicht mit einer Entdeckelungsgabel rum und füllen dann entdeckelte Wabe für Wabe in die 50 Waben fassende Scheuder. Das überleben die ja nicht.
    Wobei es ja nicht eine Entdeckelungsmaschine sein muss.


    Ich würde mir da eine Lösung wünschen, wo ich diese gleiche arbeit in einem Tag alleine hin bekomme.


    Wenn ich das bis jetzt richtig verstanden habe:
    Selbstwendeschleuder: langsam, da wenig Waben fassend. Kein Wabenbruch und teuer
    Radialschleuder: schnell, da viele Waben fassend. günstiger. Wabenbruch? Kann ich damit meine Honigsorten schleudern?


    Grüsse
    Michael

  • Hallo Michael,


    hmm... was willst Du hören? Das du unbedingt eine 56er Radialschleuder brauchst?


    Ich bin 100% bei Wolfgang! Auch ich habe so eine olle 4W-Rangentialschleuder mit E-Antrieb und 20+ Völker, Tendenz steigend.


    Wenn Ihr für die HR von 40 Völkern 2 Tage gebraucht habt, war da wirklich die Schleuder der Flaschenhals (der Engpass)?


    Wenn wir zu zweit Honig schleudern, dann passt die Schleuder sehr gut zu der Leistung eines "Entdecklers" und glaub mir, ich bin schon ganz gut... Es gibt sicher noch Möglichkeiten schneller zu entdeckeln. Das ist m.E. bei 10+ nicht entscheidend.


    Profis haben bessere Hebetechnik, bessere Entdeckelungstechnik, bessere Schleudertechnik, bessere Siebtechnik und größere Lagerbehälter...


    Gruss Jörg


  • Wie machen das die Profils, wo 200 Völker führen?
    Die stehen doch nicht mit einer Entdeckelungsgabel rum und füllen dann entdeckelte Wabe für Wabe in die 50 Waben fassende Scheuder. Das überleben die ja nicht.
    Wobei es ja nicht eine Entdeckelungsmaschine sein muss.


    Eas Entdeckeln dürfte so ziemlich der Flaschenhals sein. Eine Radialschleuder entsprechender (Durchmesser-)Größe schafft schon einiges weg. Selbst wenn die gaaaanz ganz langsam schleudert, um Wabenbruch zu verhindern schafft diese 40-60 Waben in 15 Min. Diese Menge mit der Hand (Gabel) zu entdeckeln schaffen nicht mal 2 Leute.
    Daher: Entdeckelungsmaschine - Schafft so 2-3 Waben in der Minute. Dazu dann noch 2 Radialschleudern im Wechsel (eine Be-/Entladen, die andere schleudert in der Zwischenzeit). So schafft man ne Menge Rähmchen am Tag.


    Bei DN/Zander würde ich wohl zur Selbstwender greifen (6 Waben) und mit ner Entdeckelungswanne arbeiten, so dass man 6 Waben entdeckeln (und abstellen) kann während die Schleuder läuft. Damit schafft man alleine oder zu zweit einige Honigräume am Tag weg.


    Ich selbst habe eine Radialschleuder allerdings auch Dadant Honigräume (16cm hoch). Bei vertretbarem Schleuderdurchmesser passen da 20 Rähmchen rein. Der Preis meiner Schleuder lag weit unter einer 6W Selbstwender Schleuder.


    Stefan

  • Hallo,


    bei uns war die Schleuder der "Flaschenhals". Allerdings haben wir auch nur ein "normales" Entdeckelungsgeschirr (wo man nur entdeckeln kann und keine Waben abstellen). Das heisst man konnte auch nur entdeckeln, wenn man gleich in die Schleuder stellen konnte.


    Nach vielen Gesprächen über welche Schleuder ich kaufen sollte, hatte ich ein mir einprägedes Gespräch!
    Da wurde mir nahe gelegt, mir eine Radialschleuder (12-20 Waben) mit Motor und Automatiksteuerung zu nehmen. Das Geld was ich gegenüber der Selbstwendeschleuder spare, soll ich in ein Entdeckelungstisch und elektrisches Entdeckelungsmesser investieren. Kommt in der Investiionssumme auf das gleich, aber spart wohl erhelich Zeit.
    Irgend wie, war in der Erklärung alles logisch.
    Ich war aber auf die Selbstwendeschleuder versteift.
    Bis jetzt hantiere ich auch mit 14kg Honigeimer rum.
    Wenn ich das jetzt so richtig im Kopf habe, sind ca. 8 fette Honigwaben in DNM einen Eimer(14kg). Bei der Lösung mit der Radialschleuder, laufen ja gleich zwei Eimer aufeinmal voll.
    Bekomme ich da ein Problem mit den Sieben? Bräuchte ich eine andere Siebtechnik? Wie sieht so was aus?
    Wie sieht es mit dem Wabebruch aus?
    Macht so eine "semiprofessionelle" Lösung sinn?


    Grüsse
    Michael

  • Ja und dann bekommst Du noch Probleme mit dem Entdeckelungswachs.
    Das wird mit dem Messer eine erhebliche Menge, also Abtropffläche und Nachbehandlung einplanen. Und als Abstellfläche brauchst Du so viel wie eine Schleuder fasst. Die Franzosen bei Thomas haben das in einer Kleineinheit super gelöst.
    Zum Wabenbruch:
    Rechne mal mit 3-5%, und das nur wenn mal ein Nest mit kristallisierten Rapshonig in den unbebrüteten Waben war.
    Ich arbeite allein, 18 Waben entdecken, in die Schleuder und dann die nächsten Entdeckeln, inzwischen sind die in der Schleuder leer und weiter so. Ich brauch je nach Wabenüberbau ca15 min pro Zykus und nach einen halben Tag ist Pause.
    Mir fehlt noch der Siebsumpf und eine Pumpe und einige weitere Helfer bzw Hilfsmittel.
    Gruß Peter

  • Ja
    Auch der logische Nachbau ist möglich.
    Gut gelöst ist hier, das der Honig vom Entdeckeln, der Tropfhonig von der Ablage und beim Schleudern alles in einer Wanne landet. Ich würde einschätzen bis 50 Völker ideal.
    Aber auch bei den Industrieküchen gibt es Becken und Tische....... Schleuder dazustellen.
    Peter


  • Es gibt hier zwar einige, die mit Messer entdeckeln und das Entdeckelungswachs nur abtropfen lassen. Denke allerdings, dass Messerentdeckelung nur mit einer Zentrifuge im Anschluß sinnvoll ist. Um das zu umgehen würde ich über einen Heißluftfön nachdenken. Voraussetzung sind allerdings unbebrütete Waben. Kritisch sehe ich den Raps bei einer Radial. Auch hier behaupten viele es geht, ich habe Raps geschleudert, der in einer Radial sicher zu Wabenbruch geführt hätte. Ein Imkerkollege hat allerdings keine Probleme damit, er nutzt bebrütete Waben im Honigraum, dann geht es wohl auch gut mit einer Radialschleuder. ;-)


    Du bekommst mit Sieben alleine eh nicht alles Wachs aus dem Honig raus, und direkt nach dem Schleudern schon gar nicht. Die Vertikalsiebe in einer 35 kg-Kanne mit zusätzlichem oberen Auslauf finde ich ganz ok für relativ flüssigen und sauberen Honig (Heißluft ist da deutlich besser als Gabel) bei Raps der schon sehr weit ist werden aber alle Siebe schnell an ihre Grenzen kommen. Wir haben nur noch ein Grobsieb und der Rest passiert durch Klärung in den Tagen nach der Schleuderung. Direkt in 13 kg Eimer würde ich nicht mehr schleudern, die Gefahr ist zu groß, dass der Wassergehalt zu unterschiedlich und zu hoch ist. Du hast ja selbst geschrieben, dass ein paar fette Honigwaben einen Eimer ergeben, falls das zufällig Randwaben mit kritischem Wassergehalt sind ist dieser Eimer prädestiniert für Gärung. Ich würde daher in ein 300 kg-Fass invesieren zur Homogenisierung und Klärung der Charge nach der Schleuderung.


    Was sicher nicht geht ist beim Entdeckeln auf die Schleuder warten zu müssen. Ein Tisch mit Halterung ist sicher nett, es geht aber auch günstiger. Mein Herold-Magazin passt z.B. etwas schräg auf eine Standard-Entdeckelungswanne, das ist mien "Wabenkarussell" nach der Entdeckelung und vorm Schleudern.


    Wie viel Platz hast du denn? Vielleicht scheidet eine Radial ja schon auf Grund der Größe aus. Wenn du keine Halben für den Honigraum hast, sondern Ganzrahmen muss es vermutlich ein 85er Kessel sein. Eine 4-W-SWS funktioniert auch mit 65er Kessel. Auch mal die Tür vom Schleuderraum messen!


    Den Waschtrog haben wir übrigens auch (allerdings günstiger im einschlägigem Landhandel). Super um Entdeckelungsgeschirr, Schleuderkorb usw. zu waschen!

  • jetzt kommen wir an die Punkte...


    Ich habe eine Türbreite von 99cm. Der Raum hat 12qm, da dürfte die Schleuder mit Zubehör gut rein gehen.
    Zur Not könnte ich den Raum auch noch erweitern.


    Ich verwende nur Ganzwaben.


    Trotz den Sieben muss man ja nach ein paar Tagen oben die Reste wo aufschwimmen abschöpfen.


    Dann verwendest Du nur die groben Sieb in der Kanne und schüttest die ganze Ernte in einen grossen Behälter.
    Das habe ich mich auch schon mehrfach gefragt, wenn man beim Schleudern zusieht, wie der Honig in die Siebe läuft, häufelt er ja unterscheidlich. Je nach Wassergehlat und Wärme mehr oder weniger. Somit müsste der Wassergehalt in den Eimer, da es ja nur eine kleiner Einheit darstellt, auch schwanken (von Eimer zu Eimer).
    Muss man das Fass zum mischen rühren?



    Den Link von dem Trog habe ich nur schnell gesucht, ween dem Bild, auf den Preis habe ich nicht geachtet:cry:

  • Chelseas
    Nach Deinen Schreiben hast Du keine Erfahrung wie es mit dem Messer geht.
    Vor allen wenn Du Halbrähmchen mit starken Überbau hast.
    Und das Raps relativ zeitnah raus muß ist doch wohl klar , eben weil er kristallisiert und kristallisierten bekommst Du gutwillig auch mit der Selbstwender nicht raus.
    Ich hab einen 18 er Korb bei 70 er Kessel und in diesem Jahr ca 3% Wabensalat, also was solls.
    Heißlustversuche mit Industriegerät hab ich schnell wieder beendet. Schon allein die vorzügliche Wachsausbeute
    macht Vergleiche hinkend.
    Gruß Peter