Futterwahnsinn

  • Ich komme mit dem Futter nicht hin. Bin jetzt bei genau der doppelten Menge wie großzügig geplant. Wollte die Damen langsam aus der Brut füttern, aber das klappt nicht, so garnicht, die wachsen immer weiter. Ich habe noch nie so große Völker gesehen wie dieses Jahr. Carnica wie Buckie unisono. Die Minis sind jetzt alle auf fünf Zargen, das wollte ich so garnicht. Die Jungvölker auf Dadant die auf acht Waben sitzen haben noch auf drei, vier z.T. großflächig Brut. Ich kann da reinschütten, soviel ich will. Pollen ohne Ende, Senf, Phacelia, Brombeere remontiert flächig. Bin etwas ratlos. So hatte ich das noch nie. Wie sieht das bei Euch aus?


    Edit: Räuberei kann ich ausschließen.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • ging mir ähnlich ich konnte rein schütten was ich wollte, es wurde einfach in Brut umgesetzt und ich hatte schon Angst, dass ich noch mal Sirup nachkaufen muss, bis das Springkraut angefangen hat zu honigen (zumindest steht das sehr stark in Verdacht) - jetzt laufen die Bruträume der fast "trachtreifen" Völker über und die haben sich teilweise selber fast aus der Brut gedrängt. Hatte hier in 10 Tagen Zunahmen von fast 15kg ---- oder sie räubern wo anders, wobei sie nicht haarlos sondern Springkraut gezeichnet nach Hause kommen.

    mein Fahrradlicht ist mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs und ich ganz knapp hinterher

  • Moin Ralf,


    das kann ich bestätigen. Die erste Futterladung (ca. 15 kg / Volk) ist verarbeitet und die Kisten wiegen noch immer zu wenig. Brut ist im Schnitt auf 3 BW verteilt und die Bienenmasse bei allen Völkern ist eine Freude. Speziell die Jungvölker haben die Bude voll ! Habe am WE nochmals Zucker nachgekauft und packe jedem Volk nochmals 6 - 7 kg rein. Lediglich die Pollenversorgung macht mir ein wenig Sorgen: Offensichtlich wird momentan nahezu alles für die Brut verbraucht. Ich hoffe, dass sich dies im Laufe der nächsten Zeit noch ändert....


    Beste Grüße


    Rainer

  • Hhm, jo so isses...


    Bei mir haben die ordentlichen Völker neben der ersten Auffütterung auch noch ordentlich was gefunden. Manche Ableger/Jungvölker powern noch mächtig. Die haben natürlich trotz regelmäßiger Fütterung nur wenig eingelagert. Am nächsten WE wollte ich dann mal wiegen und langsam den Rest reinkippen.


    Also: alte Wirtschaftsvölker stehen schon ganz da, Jungvölker müssen noch. Aber besonders schlimm oder so find ich das in diesem Jahr nicht.


    Gruß Jörg, muss noch Zucker umladen - Mist

  • Hi,


    bei mir sieht es leider genau umgekehrt aus: die Völker haben nur halb soviel Bienen wie es sein sollte, besetzen oft nur fünf, sechs Dadantwaben. Und sie haben nur Brut auf ca. zwei Waben, und da auch nur die halbe Fläche.
    Varroa ist nicht viel gefallen (Nassenheider Prof). Ich kann nur vermuten, dass ich grobe Fehler in der Völkerführung nach der Ernte gemacht habe. Eigentlich habe ich erst in der zweiten Augusthälfte mit dem Füttern angefangen, und auch die Varroabehandlung gemacht. Das war offenbar zu spät, zumindest in Kombination mit dem 'angepassten Brutraum' (sechs oder sieben Waben). Doch dass die Auswirkungen dermaßen krass sind hätte ich nicht erwartet.


    Wenn in den nächsten vier Wochen nicht noch ein Wunder geschiet, dann werde ich etliche Völker vor dem Winter vereinigen müssen. :-(


    Grüße,
    Robert

  • Ich hab da ein MiniPlus in das schütte ich auch schon das 5. mal 5l Futter rein und da wird nix gebaut oder eingelagert. Brut ist da aber sonst 0 Futter. So hab ich auch noch einen Ableger auf Waben, da verschwindet alles an Futter ohne besonderen auffälligen Flug oder tote Bienen etc.


    Das ist doch eine richtige Saubande, da gibt es aber kein Volk welches all das Futter bei sich gebunkert hätte, ne die teilen sich das vermutlich still und heimlich untereinander auf.


    Bin mal gespannt was passiert wenn ich die beiden betroffenen wegstell... hoffe mal die suchen sich nicht direkt ein neues Opfer, sonst muss ich wieder eine Räuberbeute aufstellen zur Ablenkung.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Unsere Bienen haben dieses Jahr auch wieder gefuttert ohne Ende!!!
    Wir standen aber wie jedes Jahr noch in der Sonnenblume und nach der langen Trockenheit hatten sie gleich nach der Ernte 14 kg Futter bekommen.
    Später haben wir dann gewogen und nachgefüttert und sind jetzt wieder im Durchschnitt bei 25 kg Futter je Volk angekommen ist aber fast jedes Jahr so gewesen.
    Mal können wir im Frühjahr eine, mal zwei überschüssige Futterwaben entnehmen. War immer ganz gut für die Ableger - lieber etwas reichlicher füttern als sich im Frühjahr Sorgen machen ob das Futter bis zur ersten großen Blüte reicht.

  • Ich hab da ein MiniPlus in das schütte ich auch schon das 5. mal 5l Futter rein und da wird nix gebaut oder eingelagert. Brut ist da aber sonst 0 Futter. So hab ich auch noch einen Ableger auf Waben, da verschwindet alles an Futter ohne besonderen auffälligen Flug oder tote Bienen etc.


    Das ist doch eine richtige Saubande, da gibt es aber kein Volk welches all das Futter bei sich gebunkert hätte, ne die teilen sich das vermutlich still und heimlich untereinander auf.


    Bin mal gespannt was passiert wenn ich die beiden betroffenen wegstell... hoffe mal die suchen sich nicht direkt ein neues Opfer, sonst muss ich wieder eine Räuberbeute aufstellen zur Ablenkung.


    Räuberbeute? Erzähl mir mehr....

    "Gehe nicht gelassen in die gute Nacht. Brenne, rase, wenn das Dunkel sich legt. Dem sterbendem Licht trotze wutentfacht." -Dylan Thomas

  • Ich habe seit 15 Jahren eine Wetterstation am Haus. Bis Ende Juli hatten wir dieses Jahr nicht mal die Hälfte meines langjährigen Mittelwertes an Niederschlag. Ich vermute, dass der Futterverbrauch aufgrund der extremen Trockenheit so hoch war (...bei mir auch).


    Gruß hh

  • Räuberbeute? Erzähl mir mehr....


    Eine ganz einfache sache. Paar unbebrütete Waben oder honig feuchte Honigraum Waben in eine Beute und diese mindestens 30 Meter vom Stand aufgestellt. Schon können die Bienchen klar kommunizieren und die Entfernung und Richtung weitergeben. Damit verhindert man diese lästigen Sucherbienen die einem beim Füttern sonst direkt in den Futtereimer fliegen und alles in direkter Umgebung anfliegen und einzudringen versuchen.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Und dann sind die leergefressen und dann geht die Suche wieder los. Dann aber auch mit sämtlichen Bienen von den Nachbarimkern. Ich stell eine wirklich trockene Wabe dahin, das bindet die Aufmerksamkeit, lockt aber keine neuen Bienen an, weil keine Biene begeistert nach Hause kommt und Nachschub rekrutiert.


    Mach ich aber nur, wenn das Kind durch Dummheit (meistens meine) schon zu zweidrittel im Brunnen steckt. Paar Waben weggeräumt, Telefon, Garagentür offen gelassen.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Moinsen,


    ich kann vom Futterproblem auch ein Lied singen. Habe zwarn noch keine Langzeiterfahrung, aber so sieht es aktuell aus:


    Ich habe das erst Mal für 12 geplante Völker 16 Kanister á 14 Kilo geholt. Die waren bei nun 12 Wirtschafts und 2 Mini Völkern schon lange weg. Habe dann nochmals 100 Kilo nachgekauft. Dachte, dass reicht für den Frühling ohne Probleme. Hiervon am Dienstag nochmals alle Völker auf 20 Kilo aufgefüttert. Nun sind auch die weg. Hoffe nun auf Senf.


    Die Ableger sehen extrem aus. Die Wirtschaftsvölker normal. Wirtschaftvölker haben Brut auf 3 Waben (ausnahmen bis zu 5). Ableger alle 4-6 Waben - teilweise fast noch komplett voll. Wenn die bis zum Frost so weiter machen bekomme ich noch mindestens 3 vielleicht vier durchgänge...


    Letztes Jahr blieb das Gewicht nach einsetzen vom Senf stabil bis in den Februar - mal abwarten...


    Gruß
    Frank

  • Aus diesem Grund schließe ich diese Woche erst die Auffüterung ab.
    Ein Kräftiger Futterstoss nach dem abschleudern, dann regelmäßig dünn füttern und mitte September einen kräftigen Restfutterstoss.


    genau so handhabe ich das jetzt auch.


    Auch meine Völker explodieren gerade, sind in voller Brut


    Habe gerade bei einem Imkerkollegen erlebt, dass die Beute kaum Futter hatte.
    Er wollte auf Honig überwintern lassen und ging davon aus, dass alles ok ist, wenn er nur 5 kg zum Ende der Tracht entnimmt.
    Pustekuchen
    Ich habe im Verein schon alle Imker gewarnt, die immer predigen, dass bis Ende August komplett aufgefüttert sein muss.
    Die werden sich umschauen, weil die Beuten schon wieder halb leer sind.
    Das ist doch klar bei diesem komischen Wetter:
    Warm, Sonnenschein, Flugwetter
    aber
    trocken, blüht nichts

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.