Melitherm löst FI aus ("Sicherung fliegt raus")

  • Das Melitherm, das ich gerade im Einsatz habe löst den FI (Fehlerstrom-Schutzschalter, 40 A / 30 mA) aus. Landläufig würde man sagen "die Sicherung fliegt raus". Die Elektroinstallation ist ca. 1 Jahr alt, am Stromkreis hing - nachdem ich den Einkochtopf ausgesteckt habe - keine anderen großen Verbraucher. Der FI ist hier noch nie rausgeflogen, es liegt eindeutig am Melitherm. Ich habe gestern damit vier 13 kg-Eimer, also grob 50 kg Honig verflüssigt was ohne Probleme ging. Es war Blütenhonig mit Rosskastanie, Robinie und Raps, 16 % Wasser, elektr. Leitfähigkeit 0,27 laut Analyse. Beim Zuckerspektrum der Analyse steht bei Melezitose nichts, kann aber nicht sagen, ob da nichts ist oder das einfach nicht untersucht wurde. Bevor ich den Honig ins Melitherm gefüllt habe stand er ca. 3 Stunden im Einkochtopf, damit ich den aus dem Eimer bekomme, was auch gut ging. Das Melitherm regelte ich von ca. 65 °C Starttemperatur auf 60 herunter, wie in der Anleitung. Schmelztemperatur nach 10 Minuten war gut 50 °C.


    Beim letzten Eimer - die Heizspirale war gerade so bedeckt - hat es den FI das erste mal rausgehauen. Der nächste Eimer, nun eine Sommertracht mit Linde ging wieder bis etwa 1/5 der Menge, wieder FI raus, man konnte ihn aber wieder anschalten und nach etwas Abkühlzeit ist der Rest auch durchgelaufen.


    Danach habe ich das Seihtuch gewechselt und alles sauber gemacht, dachte es könnte auch damit zu tun haben. Jetzt habe ich eine sehr sehr grob kristallisierte Frühtracht drinnen. vor allem Spitzahorn und Rosskastanie, Wasser um die 16,5 % mit "etwas Honigtau" 0,35 mS laut Analyse. Nach ca. 2 Stunden im Wasserbad war nicht mal 1/2 cm am Eimerrand ahgetaut, er ging gerade so aus dem Eimer. Nun geht im Melitherm aber gar nichts mehr, nach wenigen Minuten möchte der FI nicht mehr und auch abkühlen lassen bringt nichts. Habe es mit 70 °C Starttemperatur versucht, weil das bei Melezitose so im Handbuch steht. Wer sich das Elend mal ansehen möchte, https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10205098055870754&set=pb.1224510416.-2207520000.1442159485.&type=3&theater


    Denke, das Gerät hat einen Defekt, falls jemand aber meint, dass meine Bedienung der Fehler ist oder noch einen Tipp hat, sehr gerne! Wollte eigentlich heute die restlichen Eimer verflüssigen, weil ein Kollege gerne das flüssig hätte aber das wird wohl nichts. Jetzt muss der ganze Kram wieder ruas, ich hatte eigentlich was anderes vor, ... :-(


    Wie macht ihr das generell beim Melitherm, im Wasserbad nur so weit auflösen, dass er gerade so aus dem Eimer geht oder weiter verflüssigen, so dass man ihn durchrühren kann?

  • Lieber Clemens
    Fehlerstzromschutzschalter FI messen den Strom der von einem Polleiter zum Verbraucher hin und über den zweiten Leiter wieder zurück fliesst. Ist diese Differenz von "Hin-/Zurückstrom" grösser als die 30 mA des FI's, so stellt er schlagartig ab. Ohne diese Abschaltung besteht die Gefahr, dass dieser "Fehlerstrom" über den Mensch gegen Erde/Masse abfliesst und das Herz in 50Hz Schwingungen kommt -> schlechtestenfalls Exitus!
    FI's haben aber meinem Wissen nach auch eine Sicherungs-Funktion, da. heisst bei z.bsp. 13A Stromfluss stellt das Teil auch ab, wenn kein Differenzstrom gemessen wird sondern klassich zu hohe Ströme fliessen.


    Bei 230V und 13 A müssten regulär mehr als 3,0 kW Betriebsleistung benötigt werden, was niemals sein kann.
    Der Melitherm Profi sollte nicht mehr als 750W/230V=3.3 A ziehen, der Standartversion 500/230=max 2.2 A


    Ich würde das Gerät umgehend ohne weiteren Gebrauch dem Hersteller oder einem Fachmann in der Nähe zur Prüfung/Messung bringen.

  • Ich denke, alles wichtige und richtige haben meine beiden Vorschreiber bereits geschrieben, ich empfehle dringend diese Ratschläge zu befolgen.


    Mich würde jetzt aber mal interessieren, wieso du auf die Idee kommst, es könnte mit dem Inhalt des Melitherms und dessen Konsistenz/Zuckerzusammensetzung/Honigfeuchte/Leitwert zu tun haben?!? :confused:

  • Moin


    Vielleicht ist beim letzten Waschen Feuchte/Wasser in den Stecker eingedrungen. Oder hat das Kabel (ev. Verlängerungskabel) was abbekommen?


    Gruss Tobias

    Die Unterschide zwischen Theorie und Praxis sind in der Praxis grösser, als in der Theorie, also theoretisch.

  • Hallo !


    Fehlerstzromschutzschalter FI messen den Strom der von einem Polleiter zum Verbraucher hin und über den zweiten Leiter wieder zurück fliesst. Ist diese Differenz von "Hin-/Zurückstrom" grösser als die 30 mA des FI's, so stellt er schlagartig ab. Ohne diese Abschaltung besteht die Gefahr, dass dieser "Fehlerstrom" über den Mensch gegen Erde/Masse abfliesst und das Herz in 50Hz Schwingungen kommt -> schlechtestenfalls Exitus!
    FI's haben aber meinem Wissen nach auch eine Sicherungs-Funktion, da. heisst bei z.bsp. 13A Stromfluss stellt das Teil auch ab, wenn kein Differenzstrom gemessen wird sondern klassich zu hohe Ströme fliessen.


    Oben steht FI 40A/30mA .....
    dieser ist bis 40A gebaut und nix mit 13A (in D sind der Standard 16A).
    Und auch ein normaler 40A FI löst nicht bei 40A aus !!!


    "schlagartig" bedeutet in der Deutschland zumeist eingesetzten Netzform: 0,4sek


    Ein FI (RCD) der auch LS (MCB) "Sicherungs-"Funktion hat nennt sich zumeist FI/LS (RCBO) oder ähnlich.


    Begrifflichkeit:
    Ein FI (RCD) ist für die Differenzstrommessung für Fehlerstrom da.
    Der LS (MCB) durch Magnetspule und BiMetall für Kurzschluß und Überlast.


    Bei 230V und 13 A müssten regulär mehr als 3,0 kW Betriebsleistung benötigt werden, was niemals sein kann. Der Melitherm Profi sollte nicht mehr als 750W/230V=3.3 A ziehen, der Standartversion 500/230=max 2.2 A


    Ich würde das Gerät umgehend ohne weiteren Gebrauch dem Hersteller oder einem Fachmann in der Nähe zur Prüfung/Messung bringen.


    Beim Melliterm handelt es sich ja um ein Wärmegerät,
    da ist sehr oft ein Ableitstrom (in diesem Fall "Leckstrom") vorhanden.
    Zunächsteinmal würde ich mir da keine größeren Gedanken zu machen,
    denn der Schutz hat ja volle Funktion wie man am Auslösen des FI (RCD) ja merkt.


    Die Frage die sich mir jetzt stellt, liegt es an dem Melliterm alleine ?
    .... oder sind in dem Stromkreis noch weitere Betriebsmittel,
    die für einen derart hohen Fehlerstrom in Summe Mitverantwortung tragen könnten ?
    So das der Melli das Fehlerstrommaß nur zum überlaufen bringt.


    Da es sich um eine Neuanlage handelt, würde ich mal in das entsprechende Prüfprotokoll des Installateurs nach den gemessenen Auslösezeiten schauen, bzw. diesen messen (lassen).
    Hatte schon mehr als einmal Geräte dabei, die weniger als 10mA hatten.



    Nachtrag:
    Bei Gelegenheit müßte ich mal den Ableitstrom bei unserem Melliterm (Standard AR) messen,
    nur gut das da garkein FI vorgeschaltet ist, der auslösen könnte, also auch keine Gefahr (ein Scherz).



    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Hallo !


    Ich meine im meinem Beitrag #6 natürlich nicht "Ausschaltzeiten" sondern "Aulösestrom" nachmessen (lassen).


    Irgendwie bin ich mit der max. 15min. Korekturmöglichkeit hier recht unzufrieden.


    GdBK

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • FI's haben aber meinem Wissen nach auch eine Sicherungs-Funktion

    Ja, sie sichern die Person die am Stromkreis arbeitet.
    Eine Leitungsschutzfunktion haben FI-LS (ausgeschrieben Fehlerstrom-leitungsschutzschalter). Clemens' FI ist aber lediglich ein FI mit ΔI = 30mA (Ableitstrom) und die maximale Stromstärke bis die er arbeitet 40A, dann muss aber noch ein separater Leitungsschutzschalter (üblicherweise B16) im Stromkreis sein.


    Nach VDE 0701-0702 haben Heizgeräte einen zulässigen Ableitstrom von 10mA, und der wird hier klar überschritten -


    Also nicht mehr benutzen, einschicken oder durchmessen lassen!
    (man kann es nicht genug unterstreichen!)

    Wir kaufen Dinge, die wir nicht brauchen, mit Geld, das wir nicht haben, um Leute zu beeindrucken, die wir nicht mögen.

  • Auf dem FI steht "Schneider Electric iID 40A", ob der nur Fehlstrom oder auch Überlast kann, weiß ich nicht. Man hört das ja immer wieder mal, Waschmaschine geht super, Spülmaschine auch, aber wenn beide zusammen laufen, haut es was raus. Danke für die Infos Bienenknecht! Das Melitherm - ist auch ein Standard AR - steht in der Küche und am gleichen Stromkreis hängt noch die Spülmaschine (lief aber nicht) und eine Kühl-Gefrier-Kombi. Habe gerade mal alles ausgeschaltet, gleiches Resultat, der FI mag das Melitherm immer noch nicht. Danach noch an einen Stromkreis mit einem anderen FI angeschlossen (allerdings gleiches Modell): The same procedure as every year.


    Dachte auch an Überlast, der FI wird nicht direkt ausgelöst, sondern es dauert immer so, mal eine Minute mal mehr wenn er kalt ist. Daher die Angaben zum Honig. Wenn z.B. der Honig nicht abfließt, weil das Teil den Melezitose nicht auftaut, kann es zu einer lokalen Überhitzung kommen. Weil beim Temperaturfühler noch "kalter" Honig ist an anderer Stelle der Heizspirale aber der nicht weg kann und dann überhitzt. So ähnlich steht es jedenfalls in der Betriebsanleitung, besonders Melezitose sei da schwierig. Dass die Honigart was mit dem FI zu tun hat ist nur meinen wirren Gedanken auf der Suche nach einer Lösung zuzuschreiben. ;-) Deshalb meine Nachfrage hier, ob ihr das Problem auch kennt ... falls nicht, muss das Gerät wieder zurück nach Emmendingen zu Spürgin, ist noch im Garantiezeitraum, nur der Imkerkollege wird warten müssen ... und ich hoffe dass das Ersatzgerät bei mir nicht die gleichen Probleme macht.

  • Hallo !



    Nach VDE 0701-0702 haben Heizgeräte einen zulässigen Ableitstrom von 10mA, und der wird hier klar überschritten -


    Also nicht mehr benutzen, einschicken oder durchmessen lassen!
    (man kann es nicht genug unterstreichen!)


    Wäre froh wenn bei mir alle so drauf wären wie Du, trotzdem nur fast richtig:


    Heiz-/Wärmegeräte dürfen bis 3,5kW einen max. Ableitstrom von 3,5mA haben,
    bei Leistungen darüber pro kW = 1mA bis max. 10mA.
    Dies ist aber nur eine zulässige Vereinfachung, die VDE wird da teils recht spezifisch.




    Auf dem FI steht "Schneider Electric iID 40A", ob der nur Fehlstrom oder auch Überlast kann, weiß ich nicht.


    Hab gerade mal geschaut: ist ein reines Fehlerstromgerät.




    Man hört das ja immer wieder mal, Waschmaschine geht super, Spülmaschine auch, aber wenn beide zusammen laufen, haut es was raus.
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    Dachte auch an Überlast, der FI wird nicht direkt ausgelöst, sondern es dauert immer so, mal eine Minute mal mehr wenn er kalt ist.


    Deshalb meine Nachfrage hier, ob ihr das Problem auch kennt ... falls nicht, muss das Gerät wieder zurück nach Emmendingen zu Spürgin, ist noch im Garantiezeitraum, nur der Imkerkollege wird warten müssen ... und ich hoffe dass das Ersatzgerät bei mir nicht die gleichen Probleme macht.



    Da sind sie die Probleme an Heizgeräten (komisch Kaffeemaschinen und Wasserkocher sind die Geräte die bei der VDE0701-0702 am meisten ausfallen). Wärmeveränderungen sind tückisch, in meinen jungen Elektriker Jahren suchte ich mal über einer Std. an einer defekten Sicherung, die sich wie ein BiMetall verhielt.


    Bei modernen Spül-/ und Waschmaschinen ist der FU darin wohl meist das Problem für den Ableitstrom.


    Die Fehlerbeschreibung ist dann soweit ja klar. Gerät zurück - wäre auch mein Weg der Wahl.



    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.