Fünf Stiche und kein Stachel

  • Noch schnell zu den Bienen gehen und letzte Fütterung vornehmen. Warum nicht auf die Schutzhose verzichten, die Jeans müsste bei meinen braven Bienen auch genügen.


    Die waren aber heute anderer Meinung. Deckel abgehoben (unten Dadant-Brutraum und darauf eine Leerzarge, in die Ende des Monats der Nassenheider pro gestellt wird) und am Deckel hängende Bienenketten, die es gar nicht mochten, dass ich den Deckel senkrecht auf die Erde stellte. Ich gebe zu, es war heute nicht mein Tag größter Ruhe und Geduld.


    Jedenfalls waren meine Bienchen angesäuert und haben mir in den Oberschenkel fünf Stiche verpasst (musste ja noch schnell zu Ende füttern). Leicht geschmerzt, leicht geschwollen, Rötung um die Stiche. Nach einer Stunde war die Schwellung schon fast wieder weg. Ich musste die Stiche auch gar nicht behandeln, kein Jucken und der Schmerz war recht schnell vorbei.


    Nur: was war das denn - kein einziger Stachel ist stecken geblieben.


    Lag das nun an der Jeans oder an den Bienen (Warnstiche)?

  • Hallo Clas,


    weder noch. Ich habe die Jeans vorsichtshalber etwas vom Bein weggezogen, damit die Stachel gegebenenfalls herausgezogen würden.
    Nach dem raschen Einfüllen des Zuckerwassers und Aufsetzen des Deckels habe ich dann die Jeans auf Stachel untersucht, aber nichts gefunden. In einer Schwellung war allerdings ein roter Minipunkt, wo eindeutig eine Einstichstelle zu sehen war.


    Am Abend waren nur noch kleine Rötungen übrig, die Schwellungen sind so gut wie weg.

  • Moin Hobbiene,
    es lag an der Jeans.
    Der Stachel der Biene hat nun mal nur eine definierte Länge. Wie so manches im Leben. Wenn sie erst durch die Jeans picken müssen, reicht es einfach nicht mehr, auch noch tief genug in die Haut zu stechen, um die Widerhaken zu platzieren.
    In der Apitherapie macht man sich diesen Umstand übrigens auch zu Nutze und lässt die Bienen durch eine hauchdünne (Alu)folie stechen. Gleicher Effekt: Gift wird appliziert, aber nur intrakutan, und außerdem überlebt die Biene meist.
    Btw:
    Reichlich spät für die Varroabehandlung, so Ende September, oder nicht?

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Reichlich spät für die Varroabehandlung, so Ende September, oder nicht?


    Hallo Michael,


    erst einmal vielen Dank für die Info, die mir sehr weitergeholfen hat. Jetzt weiß ich Bescheid.


    Zur Varroabehandlung:
    Das Volk ist ein Naturschwarm, der kurze Zeit nach dem Einschlagen in die Beute im Juli mit Milchsäure behandelt wurde und
    im Naturwabenbau gebaut hat. Das Auszählen der Milben hat bisher keinen nennenswerten Befall ergeben.
    Meiner Kenntnis nach, reicht in so einem Fall eine einmalige Ameisensäurebehandlung gegen Ende September (ich dachte dabei
    an ca. den 20. bis 30. September).


    (Und später dann noch im Dezember eine Oxalsäurebehandlung).


    Sollte ich mich irren, lasse ich mich aber sehr gerne eines besseren belehren und starte baldmöglichst mit der AS-Behandlung.

  • Hallo,


    ein Stachel würde sich, auch wenn ein Widerhaken bis in die Haut vordringt, nicht durch eine Jeans oder anderes Gewebe durchziehen lassen, weil das ja nicht nur der Stachel ist, sondern der gesamt Stechapparat, einschließlich Giftdrüse. Es ist sogar möglich, dass die 5 Stiche von einem einzigen Stachel stammen, der mehrmals an verschiedenen Stellen knapp unter die Hautoberfläche vorgedrungen ist. Hab ich auch ab und zu mal bei meinen Lederhandschuhen, manche Bienchen haben längere Stachel :wink:, da helfen ein paar dünne Baumwollhandschuhe als zweites Schutzschild :wink:


    Oder wie in deinem Fall, ne Jogginghose unter der Jeans oder gleich zwei Jogginghosen. Und 2 dicke Winterpullies mit Kapuze und Gummistiefel.


    Grüße Sven

  • Hallo Hobbiene,
    wenn du schon einmal behandelt hast mit MS, ist das Volk ja mit fast keinen Milben gestartet.
    Wäre es meines, würde ich erst bei Brutfreiheit im Winter wieder was tun.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • @Maybee


    Hallo Sven,


    alle fünf Stiche sind bei mir bestimmt nicht von einer Biene, da 3 davon zu weit auseinanderliegen. Und es sind auch mehrere Bienen auf mich losgegangen.
    Ich habe eine komplette Schutzkleidung - daran lag es nicht. Ich war an diesem Tag nur etwas nachlässig mit der Schutzhose. Künftig werde ich auch wieder meine Imkerhose zur Imkerbluse anziehen.


    8 Stunden später gab es dann doch noch eine etwas größere Schwellung, Rötung sowie Juckreiz, was aber langsam wieder am Abklingen ist. Hat mich eh schon gewundert, dass 5 Bienenstiche weniger
    unangenehm sein sollen als ein Mückenstich.


    Grüße
    Elke

  • Hallo Hobbiene,
    wenn du schon einmal behandelt hast mit MS, ist das Volk ja mit fast keinen Milben gestartet.
    Wäre es meines, würde ich erst bei Brutfreiheit im Winter wieder was tun.



    Dann werde ich mal die nächste Zeit noch häufig kontrollieren, ob ich die AS-Behandlung komplett ausfallen lassen kann und nur die Winterbehandlung mit nochmals Milchsäure oder Oxalsäure durchführe.