Anfängerfrage (mal wieder): Einengen (Zander)

  • Hallo miteinander & guten Abend,


    wieder einmal bin ich etwas ratlos, wenn ich vor meinen beiden Wirtschaftsvölkern stehe.
    Vielleicht weiß jemand Rat - wofür ich sehr dankbar wäre, weil ich ansonsten eben weiter so vor mich hin wurschtele... :)


    Mitte August wollte ich - nach Honigernte und nach dem ersten großen Schwung Futter (je ca. 12 l Sirup) - beide Völker einengen. Die unteren Bruträume waren aber nach wie vor komplett bebrütet (je 8 Rähmchen), sodaß ich beschloss, bis nach dem Urlaub zu warten. Ich hatte die Hoffnung, daß die Brutnester sich nach oben verlagern. Das ist aber nicht wirklich geschehen...


    Am Wochenende habe ich mich nun daran gemacht, das eine Volk einzuengen.
    Ein schwieriges Unterfangen:
    Immer noch waren 6 Rähmchen voller Brut (zum größten Teil offen). Ich hatte Probleme, im oberen Brutraum Platz zu schaffen (dort war noch mehr Brut). Die im oberen BR entnommenen Rahmen habe ich in den (ehemaligen) HR gehängt, also sozusagen alles nach oben verschoben. (uBR ist nun weg, das Volk also 2-zargig, darauf Futterzarge.)


    ich hoffe, damit alles richtig gemacht zu haben. Allerdings konnte ich unten nur sehr wenige alte Rähmchen entnehmen (und das sind auch nicht die ur-ältesten - die sind leider noch drin). Stattdessen habe ich nun leere Honigwaben en masse.


    Frage 0: Ist das immer so schwierig??? (Vielleicht eine dumme Frage, aber ich hatte eigentlich erwartet, daß das Brutnest schon viel kleiner ist und sich leichter konzentrieren lässt.)


    Frage 1: So ist so doch wohl eine richtige Wabenhygiene gar nicht gewährleistet, oder???


    Frage 2: Das eine Volk ist immer noch riesig - das Brutnest ist ja auch noch sehr groß -, während in den umliegenden Wiesen offensichtlich nichts mehr zu holen ist. Das bis dato eingefütterte Futter war zum allergrößten Teil wieder weg. Ich muß jetzt also noch komplett auffüttern. Sind da nun Probleme zu erwarten (Verhonigen des BR o.ä.)?


    Oje, vielen Dank für die Eure Geduld!
    Herzliche grüße
    FrauBrezel
    PS: Es wurde hier im Forum ja schon mal diskutiert, ob man überhaupt wegfahren darf... Das ließ sich nun leider gar nicht anders einrichten (toll war´s auf alle Fälle).

  • Pack die dunkelsten Waben konsequent nach unten, fütter auf und nimm die untere Kiste im Frühjahr weg. Langsam isses aber was spät für so'n Gebastel, die müssen sich auch irgendwann mal einen Wintersitz einrichten können. Normalerweise macht man das nach dem Abschleudern und vor dem Einfüttern.


    Ich würde es so machen: alles so lassen wie es jetzt ist, einfüttern fertig. Im Frühjahr zum Raps die häßlichen Waben alle übers ASG, unten mit Mittelwänden ergänzen, Brut oben auslaufen lassen und Honig eintragen, schleudern und ab in den Schmelzer mit den Schwarten. IIIIHHHHH, bebrütete HR-Waben!? Ja. Würde ich in dem Fall so machen.



    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Völker die noch seeeehr stark brüten, könnten auch eine Schädigung durch die Varroa wett machen wollen. Also unbedingt prüfen!

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Ich habe zwar keine Ahnung, aber trotzdem eine Meinung...


    Gab es nicht bei der Zander-2BR-Betriebsweise die Möglichkeit den ausgeschleuderten HR (ohne ASG) nach der Ernte aufzusetzen und zu füttern? Dann ziehen die Bienen langsam nach oben und noch im Sommer kann der unterste BR weg.


    Und natürlich darf der gewissenhafte Imker / die gewissenhafte Imkerein niemals in den Urlaub fahren!!!!


    Gruß Jörg


  • Das Volk geht im zeitigen Frühjahr dem Futter folgend sowiso in den oberen Brutraum. Dann wird der untere Brutraum entfernt ( Weidenblüte)und der bis dahin obere Brutraum auf das Bodenbrett gesetzt. Gleichzeitig wird eine neue Zarge oben als 1ster Brutraum wieder aufgesetzt. Zur Kirschblüte gib's dann den Honigraum.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • .... Langsam isses aber was spät für so'n Gebastel, die müssen sich auch irgendwann mal einen Wintersitz einrichten können....


    Ich würde es so machen: alles so lassen wie es jetzt ist, einfüttern fertig.


    :daumen: Genau so! Und im nächsten Jahr haben dann deine Bienen mehr Zeit das Gebastel auszugleichen...:liebe002:
    Futter muss rein und fertig behandeln! Sonst nützen dir die saubersten Waben nix!


    beste Grüße


    Sven

  • Hallo Frau Brezel,
    für jetzt ist der Vorschlag von Josef am besten, also nix weiter mit erzwungenem Waben entfernen. Einfauch die 2 Zargen auffüttern, sorgfältige Varroabehandlung und Mäuseschutz vors Flugloch.
    Im Spätwinter/Früjahr ist das Futter grösstenteils weggefressen und die untere Zarge praktisch leer. Dann kannst du die schwarzen Waben bequem entfernen.
    Wenn du sie im Spätsommer (klassisch) entfernen wolltest hast du einen Fehler gemacht. Das musst du vor dem Füttern machen. Also abschleuderen, max. 2 kg Futter oder besser gar nichts und dann die leeren schwarzen Waben raus. Mit den 12 Liter Sirup hast zu sie ja wieder gezwungen sich auf alle Waben zu verteilen.
    Gruß
    Wolfgang

    Selber denken ist durch nichts zu ersetzen.

  • Hallo Jörg,
    zunächst mal vielen Dank für Deine Meinung! :) Genau so, wie Du das schreibst, habe ich es gemacht - exactement - doch leider sind die Damen dem Lockruf nicht gefolgt. Und daß ich einmal im Jahr für einige Wochen das Weite suche, werde ich mir nie verkneifen können.


    Nun besteht das Volk jedenfalls aus uBR, oBR, ehemaligem HR plus Futterzarge. Und alles relativ voll mit Brut / Bienen und nur wenig Futter...


    Liebe anderen Ratgeber,
    ganz herzlichen Dank für Eure Ratschläge, Erklärungen und Hilfestellungen.
    Ich kann ja noch kurz erklären, "was bisher geschah" :)
    Ich hatte zunächst nach dem Schleudern (Ende Juli) die HR aufgesetzt, parallel den Varroafall kontrolliert und (über dem Honigraum) etwas Futter gegeben, um die Bienen hochzulocken.
    Ich habe die 12 l nicht auf einen Schlag aufgesetzt, weil ich ursprünglich nur die Honigentnahme ausgleichen wollte, um dann mit AS behandeln und einengen zu können.
    In beiden Völkern war aber Anfang August gar kein Futtervorrat mehr drin (kein Futterkranz, keine Randwaben - nichts!) und es war absehbar, daß im Umland nicht viel zu holen war. (Hier war es extrem trocken und extrem heiß.) Daher also HR drauf, von oben Sirup in kleinen Etappen, parallel 2 x Schwammtuch von unten (mit guter Wirkung).
    Und erst vor dem Wegfahren dann einen größeren Schwung Sirup (ca. 7l). Nach wie vor gibt´s wenig Futter, dafür viel Brut.
    Ich werde es nun alles so lassen im anderen Volk, schleunigst auffüttern und auf 3 Zargen überwintern müssen. (????) Naja. Anfänger eben...


    Irgendwie gelingt es mir noch nicht, die Dinge so zu machen, daß der Effekt wie im Lehrbuch ist. Oder liegt es daran, daß meine Bienen nicht die gleichen Bücher lesen wie ich? Neinnein, Scherz beiseite - es gelingt mir einfach noch nicht, alle notwendigen Schritte schlüssig ineinander zu binden. Bisher sind die Damen aber sehr geduldig mit mir (große Kartoffeln) .... Und die Forumsgemeinde ebenfalls...


    Ganz herzlichen Dank für die geduldige und freundliche Beratung rundherum - das ist eine große Hilfe!
    Stephanie
    PS: Tatsächlich auf 3 Zargen überwintern????

  • Hallo Frau Brezel,


    sorry, das mit den 3 Zargen hatte ich nicht gerafft...


    Wenn sie jetzt noch 3 Zanderzargen ordentlich besetzen, dann sind das wohl ordentliche Brocken.


    In den 3 Zargen zu überwintern sollte eigentlich kein Problem sein. Schlimmstenfalls ziehen sie sich mit dem ersten Frost stärker zurück. Und dann könnte es in den nicht besetzten Bereich Schimmel geben. Deshalb würde ich die Sache beobachten und bei Gelegenheit eine Zarge wegnehmen. Entweder zum Jahreswechsel oder spätestens nach den Reinigungsflug im Februar/März. dann ist wieder alles wie im Lehrbuch...


    Die Frage ist nur, wo sie sich hinziehen. Hast Du eigentlich hohe Böden? Da kann man sehr schön die durchängende Bienentraube oder den Besatz der unteren Zarge begucken.


    Gruß Jörg

  • Ich hatte letztes Jahr auch das Problem, dass die untere Zarge noch viel Brut hatte. Deshalb haben meine Völker auf 3 Zargen überwintert. Im Frühjahr waren habe ich dann untere Zarge vollkommen brutfrei entnommen.

    Auch eine eierlegende Wollmilchsau gibt keinen Honig.

  • Hallöchen,


    Ich bin zwar nicht Josef, grätsche hier aber trotzdem mal rein...


    Der Josef hat nur von der Weide und der Kirsche geschrieben. Nicht vo Anfang März.


    Und ja. Im März blüht, zumindest bei uns, ziemlich sicher die Weide. Dann ist m.E. die Zeit für die HR.


    Das wird man dann hier wieder lustig lesen können.


    Gruss Jörg

  • Hallo Jörg,
    danke für die Antwort, ich bin eigentlich auch jemand, das eher zuviel als zuwenig Platz gibt. War nur etwas verwirrt, weil das die Zeit ist, wo viele Dadantler und Schweizerkäschtler einengen und der Bautrieb ist ja bei dem kälteren Wetter oft wochenlang noch nicht da. Meine Völker haben bei Anfang Weidenblüte oft erst 3 Waben Brut im oberen BR DN, da schaue ich nur, dass genug Futter und Platz fürs Brutnest ist und sie stark genug sind. Anfang Kirschblüte kommt dann der untere BR weg, ASG und HR drauf und ich führe sie mit einem BR und bis zu 4 HR durch die Saisson.
    Gruss,
    Jan

  • Hallo Jan,


    ja, klar. Das muss alles zusammenpassen. Das Volk, die Beute, die Tracht und das Klima. Deshalb ist es ja auch so schwierig aus der Ferne kluge Ratschläge zu geben...


    Ich habe in den letzten Jahren aber gelernt, daß "viele" Völker vor der Tracht, z.B. Weide oder Kirsche schon fleissig im HR bauen. Verpasst man diesen Zeitpunkt und setzt erst den HR auf wenn die Tracht schon reinknallt, dann landet der Nektar im Brutnest...


    Gruß Jörg