Überwintern auf Mini-Plus?

  • Hallo zusammen,
    da ich die letzten Jahre immer wieder zu Unzeit Völker auflösen musste, weil die Königin hops gegangen war und ich keine Reserve hatte, habe ich mir dieses Jahr eine größere Anzahl Mini-Plus Magazine gekauft um Königinnen zu "parken".


    Nun hab ich da eine größere Reserve und heute ging mir durch den Kopf - was mach ich mit denen, wenn nach der letzten AS-Behandlung noch welche übrig sind?


    Kann man die auf Mini-Plus (Holz, 6 Rähmchen pro Zarge) überwintern? Wie stark müssen die Völkchen sein? Wieviel Futter muss drin sein?


    Ich würde mich freuen, wenn jemand Erfahrungen diesbezüglich hat und mir ein paar Tipps geben kann.


    Gruß hh

  • Auf einer Zarge schaffen sie es mangels Futter nicht. Bei einem Winter wie dem letzten hab ich aber z.b. auch 3 besetzte Waben im Mini eingewintert und hatte kaum Futter drinn. Also 3 leere Waben und 3 mit Brut und Futter. Dank aufgesetzter 2. Zarge und Futterteig haben sie es geschafft. Im Februar und März hab ich zudem aus anderen Minis je eine Futterwabe geklaut.


    Also Minimum 1 Brutzarge und 2 Futterzargen, besser 3.
    Lass sie bauen und einlagern soviel geht.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Hallo zusammen,
    vielen Dank für die Hinweise, das beruhigt mich doch.


    Ich hatte sie die letzten Tage laufend gefüttert, damit sie auf Wintervorrat kommen. Gestern habe ich mal durchdeschaut, da ist mir aufgefallen, dass alles voll ist und die Königin Mühe hat leere Zellen zu finden. Habe dann ein Magazin mit leeren, ausgebauten Waben als M2 dazwischen gesetzt und mal vorerst kein Futter gegeben. Wenn die bestiftet sind, geht's mit Futter weiter.


    Alle Völkchen sitzen jetzt auf fünf Magazinen, das sollte dann nach Euren Hinweisen ja reichen. Irgendwie ist es aber doch komisch, wenn man überhaupt kein Gefühl hat bezüglich Beurteilung der Volksstärke. Ich hab null-komma-null Erfahrung mit Mini-Plus, komm mir vor wie ein Anfänger...


    Gruß hh

  • Genau, das ist eher das Problem beim Überwintern. Man muss echt aufpassen, dass man denen nicht das Brutnest mit Futter füllt und sie zuwenig Winterbienen aufziehen können. Ich überwintere auf jeweils 20 Halbzander Rähmchen in 2 Zärgchen. Meistens habe ich so 2 Reserveköniginnen. Funktioniert nicht 100% aber meistens.

    Selber denken ist durch nichts zu ersetzen.

  • Am Rande von OT, trotzdem:
    Überwintern von 3 Ablegern in Zander-3er-Zarge (je 3 Brutwaben), darüber ASG + volle Futterzarge Zander. Ab Frost/Brutfreiheit ASG raus und statt dessen Trennschiede in die Futterzarge analog der unteren 3er-Zarge. Im Frühjahr rechtzeitig (wann wäre das?) trennen und in Einzelzargen umhängen. Wäre das eine bessere Alternative bzw. geht so etwas überhaupt?

  • Das wären dann je Einheit sechs volle Waben Zander? Warum soll das nicht gehen? Nur die Brokelei mit ASG rein und raus und Trennschiede, das fände ich nicht so glücklich. ASG jetzt schon raus und die Trennschiede jetzt schon rein und fertig. Auffüttern und im Frühjahr zur Kirschblüte trennen.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Danke Ralf. Brokeln müßte man ohnehin - entweder jetzt oder später ASG raus + Trennschiede rein. Die bekämpfen sich also bei gemeinsamer Futterzarge jetzt nicht? Und die Trennschiede sind ja auch nicht völlig bienendicht -> auch kein Problem jetzt bzw. bis zur Kirschblüte? Hast Du praktische Erfahrungen mit dieser Variante?
    6 volle Zanderwaben/Ableger werden es wohl nicht, man müßte - zumindest jetzt - ja noch Platz für Winterbienenbrut lassen. Und bei Kälte/Brutfreiheit auffüttern zu wollen, funktioniert nicht.
    Es würde eine Gratwanderung/Notlösung. Man müßte im Frühjahr ggf. rechtzeitig Futterwaben zuhängen.


    Noch immer fragend - Gottfried

  • Doch, dicht sein müssen die Schiede schon, sonst überleben zwar alle Bienen den Winter, aber nur eine Königin. Wenn Du nur eine Futterzarge hast mit einem Aufgang, dann fütter erst auf, und trenn dann. Bernhard hat doch Erfahrung mit Mehrköniginnen-Betriebsweisen, vielleicht kann er Dir was dazu sagen. Da weiß ich nix zu, schon garnicht aus Erfahrung. Drei halbe Brutwaben mit Brut bei insgesamt sechs Waben Zander pro Völkchen sollten zum Überwintern grundsätzlich reichen, zumal wenn die Völkchen sich gegenseitig wärmen. Der Zehrweg ist doch super dann, viel besser als bei sechs Waben nebeneinander. Ich überwinter Ableger auf fünf Waben DN ohne Probleme. Die Abteile müssen aber bienendicht getrennt sein. Wenn Du "pech" hast, explodieren die dann im Frühjahr und geben nach dem Raps noch Wirtschaftsvölker.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • N'abend Ihr Hobby-Bretschkos,


    quasi ein HR, über ASG, für 2 Völker soll gut klappen. Ohne Kämpfe und so. Aber nur nicht im Winter. Da würden die Bienen zur stärkeren (Pheromone?) Königin desertieren. Deshalb trennen die Mehr-Kö-Imker dann im Winter auch den zusätzlich aufgesetzten HR mit bienendichten Schieden ab.


    Prinzipiell sollen diese 2...3-Königinnenvölker wirkliche Kracher sein. Viel Honig und keine Schwarmtendenzen. Aber ich habe irgendwie keine Nerven für sowas.


    Gruß Jörg

  • wenn die Völkchen sich gegenseitig wärmen. Der Zehrweg ist doch super dann, viel besser als bei sechs Waben nebeneinander. Ich überwinter Ableger auf fünf Waben DN ohne Probleme. Die Abteile müssen aber bienendicht getrennt sein. Wenn Du "pech" hast, explodieren die dann im Frühjahr und geben nach dem Raps noch Wirtschaftsvölker.


    Danke Ralf, Du bringst mich in Versuchung! Hoffentlich wärmen die sich wirklich gegenseitig in ihren Winterkugeln. Dafür müßten sie im Zehrweg dieselbe Richtung einschlagen und mit gleichem Tempo. Ob das so klappt?
    Eigentlich will ich nur eine Überwinterung als Versicherung, keine "Explosion" im Frühjahr. Für eine Mehrköniginnenbetriebsweise fehlt mir imkerliche Erfahrung. Von Bernhard hatte ich den Eindruck, daß seine Erfahrungen darin die anfängliche Mehr-Erwartung nicht bestätigt haben - oder irre ich?


    Noch unsicher - Gottfried

  • Ralfs Erfahrungen diesbezüglich in allen Ehren und man kann das so machen.


    ABER
    Eine Überwinterung in dafür vorgesehenen Beuten bzw. Minibeuten halte ich für angebrachter und für Unerfahrene Erfolg versprechender.


    WARUM
    Trotz aller Schiede und von mir aus auch fachmännischen Provisorien ist ein extra Kasten besser, weil früher oder später die Mädels bei räumlicher Nähe die bessere Königin selektieren.
    Das führt zu Ungleichgewicht und damit zu Verschiebungen in der Volksstärke.


    Kleine Einheiten im Mini und da nicht soviel herum experimentieren.


    4 x Mini hier in unserer Gegend reichen fast immer.
    Woanders nur 3? Ok!
    Aber die speziellen Schied Betriebsweisen sind aufwändig und nur dann zielführend, wenn man damit speziell imkern will.


    Für die Überwinterung?


    Naja, dafür gibt es doch nun wirklich genügend Standardkästen.


    Macht doch eure Reserven zu Reserven die diesen Namen auch verdienen.
    Damit kann man verstärken im Frühjahr usw.


    Kümmerervölker werden aufgelöst.


    Schlicht und ergreifend...
    [emoji6]

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Hallo Luffi,


    mal ne Frage zu den Reservevölkern im Standardmaß. Bildet ihr die extra klein, damit die als "Reserve" Volk überwintern oder einfach nur extra Ableger, die dann im Frühling verkauft werden? Ich hatte dieses Jahr im Juni zwei Königinnen im Kieler über, die da raus müssten. Wollte die eigentlich mit Aufsetzzargen vereinigen und so erst mal weiter führen. Musste dann aber feststellen, dass das so nicht kompatibel ist (warum auch immer). Daher dann die Bienen abgekehrt, in eine neuen Ablegerkasten mit zwei Futterwaben und erst mal sitzen lassen. Nach einiger Zeit war dann der drei Wabenableger zu klein - also rüber in 6 Waben Ableger. Hier dachte ich mir dann, dass ich den im Winter bestimmt vereinen muss. Zur Honigernte dann noch je Bienen von einer Brutwabe dazu geschüttet und fertig. Dann wurde auch der 6er zu klein und aktuell sehen beide so stark aus wie ein normaler Ableger. So habe ich nun 12 vollwertige Wirtschaftsvölker und im Prinzip keine Reserve mehr.


    Also lange Rede kurzer Sinn: Sind deine Reservevölker gleich groß wie die normalen und du nennst die nur Reserve - oder sind die wirklich kleiner, da spät und klein gebildet?


    Gruß
    Frank