Fragen zu Tropfhonig

  • Guten Abend allerseits :lol:


    Stichwort: Honiggewinnung durch die Abtropf-Methode ohne Schleudern


    Ich frage mich, was man mit der übriggebliebenen Masse an Wachs/Honig-Gemisch, welches übrig bleibt, wenn der Honig vollständig (soweit wie möglich halt) abgetropft ist, noch anstellen kann? Zum Wegwerfen erscheint mir das fast schon ein wenig zu schade?

    Liebe Grüße, :Biene:Christina :Biene:

  • N'Abend


    Honig in weinig Wasser auswaschen, an Bienen zurückfüttern oder als Met ansetzen und Wachs halt einschmelzen. Im Prinzip das Selbe, was du mit Entdeckelungswachs machen würdest. Aber lass das Honig-Wachs-Gemisch nicht zu lange stehen, das gammelt gern und schnell :-(


    Grüsse, Robert

  • Ich frage mich, was man mit der übriggebliebenen Masse an Wachs/Honig-Gemisch, welches übrig bleibt, wenn der Honig vollständig (soweit wie möglich halt) abgetropft ist, noch anstellen kann?


    ..auspressen. Mittels Leinentuch und Obstpresse. Und das Wachs einschmelzen für zukünftige Mittelwände. Man kann dieses jungfräuliche Wachs auch sehr gut verkaufen.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Schau mal hier wie die Dame das Auspressen handhabt. Mit einfachsten Mittel, da bleibt fast nix zurück. Ansonsten wie beschrieben einfüttern oder zu Met.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Moin, moin,


    ich wasche vom Entdecklungswachs so um 150 Gramm mit 500 ml Wasser aus. Das gebe ich zu den ebenfalls in 500 ml Wasser mit 20 Gramm Salz am Vortag eingeweichten Körnern (Buchweizen, Ölsaaten, Hafer...), gebe die Hefe zu und lasse gehen. Dann mahle ich 1 kg Dinkel, Weizen geht auch, und mache einen Brotteig daraus. Lasse gehen, gebe in zwei Kastenformen und backe dann ab...


    Verschlossen im Honigeimer hält sich das Entdeckelungswachs.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Meiner Meinung nach ist nichts davon effektiv. Gut ausgetropfte Reste enthalten nur wenig Honig, dafür lohnt sich m.E. die Auspresserei oder andere Arbeit nicht.


    Ich gab das dieses Jahr portionsweise zum "Ausschlecken" in das Volk, das ging bisher ganz gut. Die Wachsreste waren richtig trocken beim Rausnehmen.

  • Moin Jakob,


    habe ich dieses Jahr gesehen, als ich zu einem Ableger gerufen wurde, ob der wohl noch würde.


    Nein, würde er nicht. Total ausgeräubert, noch wenige Stifte, Königin nicht mehr und etwa 100 Bienen, 50 Zellen schlüpfende und steckenbleibende Brut und und etliche Wespen und viele Ameisen...


    Man sieht das schlecht, weil die sich im klebrigen Wachse tummelnden Bienen eben auch schwarzleibig werden und räuberlich aussehen.


    Hinzu kommt, dass über das Entdeckelungswachs eventuelle Infektionskrankheiten über die gesamte Imkerei verteilt werden.


    Gerade weil nicht viel brauchbares dran ist, steht meiner Meinung nach das Risiko in einem unvernünftigen Verhältnis zum möglichen Ergebnis.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Moin, moin,


    um Mißverständnisse zu vermeiden: Ausschleckenlassen IM Volk müßte auch jetzt noch funktionieren; Die Fluglochwachen sitzen unten (ggf. Flugloch einengen), dann kommt die Brutzarge, darüber ASG + Honig-/Futterzarge (ggf. ausgeschleuderte Waben + 1 - 2 Futterwaben). Darüber habe ich nach dem Schleudern (allerdings im Sommer) eine Leerzarge gesetzt + 2 Rähmchen, darauf eine flache Schale, in der ca. 2 bis 3 cm hoch das honigverschmierte Deckelwachs locker ausgebreitet war -> innerhalb von Stunden, spätestens einer Nacht war das Wachs saubergeschleckt. Innendeckel wurde umgekehrt aufgesetzt + Außendeckel. Setzte ich die Schale direkt auf die Oberträger in der Honigzarge, wurde das Wachs auch sauber, aber die Bienen bauten die Schale an die Oberträger an. Schalenwechsel war so nicht ganz erschütterungsfrei möglich -> genervte Bienen, Ärger beim Deckelaufsetzen... Deshalb führte ich die Leerzarge ein. Von nur 2 Rähmchen löste sich die Schale viel leichter. Am kühlen Morgen sind auch weniger Bienen in der Schale, die sich mit Klopfen + Schwanenfeder leicht in die Beute zurückgeben lassen..
    Funktionierte bei mir seit 2012 problemlos. Auch jetzt sähe ich keine Gefahr, da bienendicht im Schleckervolk verwahrt - funktionsfähige Fluglochwache vorausgesetzt. Aber die sollte ja ohnehin da sein...


    Kollegin ließ in diesen Tagen ausgeschnittenen Wildbau (ca. 2,75 Rähmchenäquivalente) im aufgesetzten Fütterer liegend ausschlecken (mit 1 x wenden). Funktionierte.


    Gruß - Gottfried

  • Moin Gottfried,


    klar, man kann das. Ich habe auch eine abgerissene Naturbauwabe in einer Futterzarge liegen, damit sie es umtragen. Das ist aber auch das Volk, aus dem die kam, mit den Bienen dran, die da nicht abgingen.


    Es sollte aber das Volk ausreichend groß sein, damit es wirklich von oben geht und der Weg dahin nur durch das starke Volk führt. Der Kollege tat es von unten, auch seit Jahren, und dies Jahr ging es schief.


    Mir scheint jedoch der viele leere Raum über Kopf auch nicht sinnvoll, um dann etwas anhaftenden Honig zu recyceln... Für medizinische Notwendigkeiten muss es ja sein, aber wegen vielleicht zwei gesparten Futterzuckertüten?


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Ich glaube auch nicht, dass da besonders viel Honig über bleibt....so wie es aussieht, werden es tatsächlich nur klebrige Wabenreste werden.
    Von daher werde ich wohl Brot backen, wie Clas es beschrieben hat :)

    Liebe Grüße, :Biene:Christina :Biene:

  • Moin Tournesol,


    trocken aufbewahren, im gut verschlossenen Eimer oder... je nach Menge. Man kann das ruhig etwas zusammendrücken. Körner sind bei dem Rezept auch 500 Gramm. Guten Appetit!


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...