Detailfrage zu Rähmchenrechen im Honigraum

  • Hallo,


    ich möchte meine Rähmchenrechen aus Holz in den Honigräumen tauschen (von 10er auf 11er).
    Jetzt ist es so, dass die Oberkanten der bisherigen Rechen nicht immer ganz plan mit der Zargenoberkante abschließt, sondern meist etwa 0,5-1mm tiefer.
    Die Oberkanten der Rähmchen dagegen sitzen weitgehen plan mit der Oberkante der Zarge.


    Wäre es nicht besser, wenn auch die Oberkanten der Rechen ganz plan oben abschließen würden?
    Oder hat es einen speziellen Grund für diese Differenz, wenn ja welchen?


    Meine Honigräume stammen von 2 verschiedenen Herstellern und zeigen trotzdem beide - mit einer gewissen Streuung je nach Charge - das selbe Phänomen mal stärker, mal weniger stark.
    Wenn ich mir jetzt aber schon mehrere Hundert solcher neuen Rechen machen lasse, möchte ich da einerseits nix falsch machen, andererseits aber die Chance nutzen, etwas besser zu machen, wenn es denn besser ist.


    Damit man sich vorstellen kann, habe ich hier mal ein Bild:



    http://fs2.directupload.net/images/user/150901/jcrtlqco.jpg


    Bei der Gelegenheit mal die Nebenfrage:
    Im Bild ist der Rechen aus Buchenholz.
    Die bisherigen Rechen sind daneben aber je nach Charge auch aus Eschenholz und aus Multiplexplatten. Offenbar haben die Hersteller immer das genommen, was gerade da war, obwohl die Materialeigenschaften dieser drei Holz-Sorten sehr unterschiedlich sind.


    Welches Holz oder Holzplattenmaterial wäre aber für die Rechen am besten geeignet und warum?


    Gruß
    hornet

  • Hartholz sollte es sein, ob Esche, Ahorn, Eiche oder was auch immer ist meines Erachtens egal. Vom Schwinden her isses fast gleich, Massivholz könnte reißen, sollte es aber nicht. Multiplex geht auch, könnte aber in der Verleimung aufgehen. Sollte es aber nicht, somit isses auch egal :)


    Wenn die Rechen ein, zwei Milimeter zur Rähmchenoberkante zurückstehen und die Rähmchen mit der Zargenoberkannte abschließen, drückt die Zarge drüber (oder der Deckel) auf die Rähmchen und die verschieben sich nicht so leicht beim Wandern. Vom Aspekt des Abstandhaltens ist es völlig egal, insofern würde ich den Rechen also gewollt etwas flacher machen als die Rähmchenoberkante, eben ein, zwei Milimeter.


    11'er Rechen sind meiner Meinung nach um längen besser als 10'er. Gutes Vorhaben, viel Erfolg!


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Benutze bisher zwar keine Rechen, aber für mich ergibt sich dieser Abstand daraus wie schon von Ralf beschrieben und vermutlich auch um bei etwaigen Stockmeiselhebel/abschabarbeiten die Rechen nicht zu beschädigen. So kann man die Beutenkanten und Rähmchenobeträger ohne Risiko mit dem Stockmeisel bearbeiten.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Danke, sehr hilfreiche Antworten bisher!


    Was meint ihr, wirkt sich dieser Abstand (oder wenn man diesen Abstand eben nicht macht) auf das kleine Ärgernis aus, das ich schon mal hier unter "1. Ärgernis" beschrieben habe?


    Dass nämlich immer beim Hochheben einer schweren, vollen Honigraumzarge die ebenso honigschweren Rähmchen samt Bienen aus dem Honigraum darunter mit hochgezogen werden und dabei jede Menge Bienen gerollt und gequetscht werden und ich Mühe habe, den schweren Honigraum zu halten und gleichzeitig diese Rähmchen möglichst schonend zu lockern?


    Denn momentan ist es so, dass sich Propolis auf der Rechenoberseite sammelt, weil die Bienen den Abstand dicht machen wollen. Das führt dann nach einiger Zeit dazu, dass der Propolisstreifen über die Rähmchenoberseiten hinauswächst, mit der Folge, dass die Bienen dann auch auf den Oberträgern der Rähmchen quer über die Ohren propolisieren. Und dann kleben die Ohren an der Zarge darüber fest -> sie bleiben beim Abheben kleben und werden mit herausgezogen.


    Wäre dagegen alles plan, könnte man schneller, d.h. in einem Zug immer mal wieder mit dem Meisel die gesamte Zargenseite drüber fahren und eventuelle Propolisstellen entfernen. Momentan geht das nicht so schnell, da man ständig an den tieferen Stellen hängen bleibt und sogar den Rechen beschädigt, wenn man nicht genau arbeitet, d.h. bei jedem Rähmchen neu ansetzt.



    Ich habe übrigens schon mitbekommen, dass für einige hier meine Detailfragen manchmal etwas übertrieben perfektionistisch wirken.
    Tja, ich meine, gäbe es nicht immer mal wieder Leute die sich mit solchen Details beschäftigen, würden wir immer noch in Baumhöhlen imkern und selber nackt durch den Urwald laufen...denn warum was ändern, wenn wir es doch schon immer so gemacht haben?


    Gruß
    hornet

  • Hallo Frank,


    ich kenne 3 Positionen, wo der vertikale B-Space zwischen 2 Zargen untergebracht sein kann.


    a) unten - Rähmchen schließen mit der Oberkante der Zargen plan ab. Von unten gesehen, hast du 7-10mm Luft bis die Rähmchen anfangen. (Praktisch, wenn man die Zargen direkt ins Gras stellt). Das Absperrgitter liegt meist in einem eigenen Rähmchen, wobei das Gitter auf der einen Seite nahezu plan abschließt.
    b) verteilt - Rähmchenoberkante bis Zargenoberkante haben ca. 3-4mm Abstand. Oft kombiniert mit einem zentral im Rähmchen liegenden Absperrgitter.
    c) oben - Die Rähmchen schließen an der Unterkante plan ab, nach Oben ragt die Zarge über die Oberträger hinaus. Hier kann man ein Absperrgitter ohne eigenen Holzrahmen direkt auf die Oberträger in die Zarge einlegen.


    Wenn jetzt die Brutraumzarge vom B-Space Konzept her nicht zu den Honigzargen passt. (Verschiedene Hersteller?) kommt es zu solchen Verbauproblemen, eben weil die Abstände zwischen den Rähmchen nicht passen. Wo liegt dein B-Space?


    Gruß
    Ludger

  • Hallo Ludger,


    das ist mir auch klar, aber ich denke nicht, dass der von Hornet bemängelte Abstand bewusst zum Beespace zählt. Also mein Beespace liegt Abstelloptimal unter den Rähmchen. Also die Kannte oben ist komplett eben. Genauso sollte es meines Wissens auch bei Hornet sein.


    Gruß
    Frank

  • Ganz genau Frank!


    dieser Abstand bei mir hat unter Garantie nichts mit dem beespace zu tun. Der ist bei mir unten und die Rähmchen-Oberträger schließen auch völlig plan mit der Zargenoberkante ab, sie sitzen also optimal im Rechen. Nur die Rechen-"Berge" sind offenbar etwas zu tief.

  • Es ist sehr vernünftig diesen kleinen Unterschied einzubauen. Mach es genau so. Schon alleine wegen dem unterschiedlichen Schwindverhalten von Hart- und Weichholz.
    Das ist keine Ungenauigkeit, sondern Absicht.

    Tatsachen muss man kennen, bevor man sie verdrehen kann. (Mark Twain)

  • Hornet, mit was für Bienen imkerst du denn, dass die dir die Rähmchen von einer Zarge mit denen der nächsten Zarge verpropolisieren und so stark verbauen?
    Kenne sowas nur von meinen Caucasiern die wohl alles was es an Propolis gibt daher schleppen und verkleistern.
    Kann es vielleicht einfach an deinen Mädels liegen, dass die es in ihren Genen haben und dein Beespace etc. ansonsten alles passt?

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
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  • Hallo McFly,


    nein, ich bin sicher, es sind "Durchschnitts-"Propolisierer, keinesfalls in Richtung "überdurchschnittlich".
    Es handelt sich auch nicht um Wachsverbau im klassischen Sinn, sondern um ein wenig Propolis und hie und da natürlich auch mal etwas Wachs, aber sie bleiben halt recht oft hängen. Dabei kleben die Ohren einfach oben fest. Vielleicht war es heuer die Hitze, dass es einfach mehr geklebt hat? Ich weiß es nicht, das Problem hatte ich von Anfang an immer etwas, aber heuer war es echt lästig und besonders schlimm.


    Na, mal sehen, wie es nächstes Jahr mit meinen neuen 11er-Rechen funktioniert. Vielleicht wird das Problem dadurch kleiner.
    Überlege jetzt aber immer noch, ob ich einen minimalen Abstand lasse oder ob ich sie nun plan machen lassen soll.


    Gruß
    hornet

  • hmmmm, jetzt nochmal langsam für mich zum Verständnis. Du imkerst mit Dadant, deine Rähmchenoberträger sind bündig mit der Zargenoberkante, Beespace befindet sich unter den Rähmchen und du hast keine Rutschleisten. Also die "Stirnseiten" sitzen auf den Ohren der Rähmchenoberträger auf und da wird verpropolisiert. Soweit hab ich es nun intus.


    Kann es hier minimale Abweichungen bei den Ohren der Oberträger geben oder liegt es doch nur am Rechen der das Propolisieren fördert wegen dem Spalt?
    Hast schonmal versucht das ganze leicht mit einem Öl anzufeuchten?
    Bin da bei Rechen ansonsten überfragt da ich "noch" keine benutze :(
    Aber würde mich echt interessieren obs nur an diesem Spalt liegt.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
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  • Äähh, nur mal so zum besseren Verständnis:
    Wer har Dir dazu geraten, die Rechen mit der Zargenoberkante plan alschließen zu lassen?
    Warum bringst Du ein Thema auf, wenn Dir die Antworten auf Deine Frage mehr oder weniger egal sind?


    Dein Verkittungsproblem könnte viel leichter auftreten, wenn die Zargen auf den minimal zu hoch stehenden Rechen stehen. (z.B. stärkeres Quellverhalten der Buche)
    Es passt im Sommer oder im Winter, aber schwerlich zu beiden Jahreszeiten mit den verschiedenen Holzarten. Ja nur minimal, aber vorhanden.


    Welchen Vorteil haben denn die plan eingebauten Rechen? Abgesehen von der Tatsache, dass das seehhhr viel schwerer zu verwirklichen ist, als die leicht tiefer stehenden.
    Ich konnte noch keinen finden.


    Wieder mal so ein Beispiel, wo das Antworten eine reine Freude ist.

    Tatsachen muss man kennen, bevor man sie verdrehen kann. (Mark Twain)